Revolut kommt aus Litauen und lebt von der App, die DKB ist eine klassische deutsche Bank aus Berlin mit rund 5,9 Millionen Kunden. Beide werben mit kostenlosen Konten und kostenlosem Abheben im Ausland. Die Bedingungen dahinter sind aber komplett verschieden.
Bei Revolut zahlst du im Standard-Tarif nichts, bei der DKB nur dann nichts, wenn monatlich mindestens 700 Euro auf dem Konto landen. Wer viel reist, Krypto handelt oder ein solides deutsches Girokonto mit Tagesgeld und Depot sucht, trifft am Ende zwei sehr unterschiedliche Entscheidungen.
Wer steckt hinter den beiden Anbietern?
Revolut ist eine App-Bank der Revolut Bank UAB mit Sitz in Vilnius, Litauen. Sie hat eine EU-Vollbanklizenz der Bank of Lithuania, die deutsche Niederlassung steht zusätzlich unter Aufsicht der BaFin. Seit Ende 2024 bekommen Neukunden eine deutsche IBAN. Ältere Konten laufen teils noch mit litauischer IBAN.
Die DKB, also die Deutsche Kreditbank AG, sitzt in Berlin und gehört zur BayernLB-Gruppe. Sie ist eine deutsche Vollbank mit BaFin-Aufsicht und eine der größten Direktbanken des Landes. Statt vieler Tarife gibt es genau ein Girokonto-Modell, das je nach Geldeingang kostenlos oder kostenpflichtig ist. Der wichtigste Unterschied steckt in der Grundausrichtung: Revolut will Karte, Budgeting, Trading und Krypto in einer App bündeln, die DKB ist ein reines Bankkonto mit angeschlossenem Broker und Tagesgeld.
Die Finanda App verbindet Konten, Depot und Versicherungen und zeigt dir Budget, Sparziele und Verträge in Echtzeit.
| Revolut | DKB | |
|---|---|---|
| Anbieter | Revolut Bank UAB | Deutsche Kreditbank AG |
| Sitz | Vilnius, Litauen | Berlin, Deutschland |
| Aufsicht | Bank of Lithuania und BaFin | BaFin |
| Kontomodelle | 5 Tarife (Standard bis Ultra) | 1 Girokonto |
| Grundpreis | ab 0 Euro (Standard) | 0 oder 4,50 Euro/Monat |
| Deutsche IBAN | für Neukunden seit Ende 2024 | ja |
Was können die beiden Anbieter im Alltag?
Beide Apps decken das Alltagsbanking komplett ab: Überweisungen, Push-Nachrichten und digitale Karten für Apple Pay und Google Pay funktionieren bei beiden reibungslos. Bei den Extras trennen sich die Wege deutlich.
Revolut punktet mit Unterkonten für Sparziele, einer Ausgaben-Analyse nach Kategorien, Krypto-Handel mit über 80 Währungen und einem Trading-Angebot mit über 6.000 Aktien, ETFs und Anleihen. Dazu kommen verzinste Sparprodukte mit täglicher Gutschrift und ein Multi-Währungs-Konto. Die DKB setzt auf einen kostenlosen Broker mit Depot, Tagesgeld von rund 1 Prozent im Jahr, Gemeinschaftskonto und Ratenkredit ab etwa 2,85 Prozent. Ein echtes Multibanking, also alle Konten verschiedener Banken in einer App, ist bei keiner der beiden ein Kernmerkmal. Wenn du deine Ausgaben im Blick behalten willst, hilft dir Revolut mit der Kategorie-Ansicht mehr. Für ein sauberes digitales Haushaltsbuch über mehrere Banken hinweg reicht aber keine der beiden Apps allein aus.
| Revolut | DKB | |
|---|---|---|
| Girokonto und Karte | ja | ja |
| Apple Pay und Google Pay | ja | ja |
| Unterkonten und Sparziele | ja (Pockets/Vaults) | nein |
| Ausgaben-Analyse | ja, nach Kategorien | eingeschränkt |
| Depot und Trading | über 6.000 Werte | DKB Broker |
| Krypto-Handel | über 80 Währungen | nein |
| Tagesgeld | verzinste Sparprodukte | rund 1 Prozent p.a. |
| Gemeinschaftskonto | nein | ja |
| Multibanking mehrerer Banken | nein | nein |
Was kosten die beiden Anbieter pro Monat?
Bei Revolut hängt der Preis am Tarif. Der Standard-Tarif kostet 0 Euro, Plus 2,99 Euro im Monat, Premium 8,99 Euro, Metal 15,99 Euro und Ultra 65 Euro. Für Premium, Metal und Ultra steigt der Preis zwischen Mai und Juli 2026, Standard und Plus bleiben gleich.
Bei der DKB hängt der Preis am Geldeingang. Landen mindestens 700 Euro im Monat auf dem Konto, bekommst du den Aktivstatus und zahlst 0 Euro. Ohne diesen Status kostet das Konto 4,50 Euro im Monat, also 54 Euro im Jahr. Wer unter 28 ist, zahlt dauerhaft nichts, egal wie viel reinkommt. Eine echte Girocard gibt es für 0,99 Euro im Monat dazu, eine echte Kreditkarte für rund 2,49 Euro.
| Modell | Pro Monat | Pro Jahr |
|---|---|---|
| Revolut Standard | 0 Euro | 0 Euro |
| Revolut Plus | 2,99 Euro | 35,88 Euro |
| Revolut Premium | 8,99 Euro | 107,88 Euro |
| Revolut Metal | 15,99 Euro | 191,88 Euro |
| Revolut Ultra | 65 Euro | 780 Euro |
| DKB mit Aktivstatus | 0 Euro | 0 Euro |
| DKB ohne Aktivstatus | 4,50 Euro | 54 Euro |
Bei den Karten verstecken sich weitere Unterschiede. Revolut liefert eine Visa- oder Mastercard-Debitkarte inklusive, hat aber keine Girocard und keine echte Kreditkarte. Die DKB gibt dir eine Visa-Debitkarte gratis dazu, Girocard und Kreditkarte kosten extra.
| Revolut | DKB | |
|---|---|---|
| Debitkarte | inklusive (Visa/Mastercard) | inklusive (Visa) |
| Girocard | nein | 0,99 Euro/Monat |
| Echte Kreditkarte | nein | rund 2,49 Euro/Monat |
| Virtuelle Karten | ja, auch Einweg | digitale Karte |
Wer bei der DKB Girocard und Kreditkarte zusammen nutzt, zahlt monatlich bis zu 3,48 Euro allein für die Karten. Auf das Jahr gerechnet sind das 41,76 Euro, noch bevor die Kontogebühr von 4,50 Euro ohne Aktivstatus dazukommt.
Wie schlagen sich die beiden Anbieter beim Abheben im Ausland?
Beide werben mit dem Reisethema, doch die kostenlosen Grenzen liegen unterschiedlich. Bei Revolut Standard hebst du bis 200 Euro oder fünf Mal im Monat kostenlos ab, danach fällt eine Gebühr an. Im Plus-Tarif steigt das Limit auf 400 Euro, höhere Tarife bieten deutlich mehr. Der Fremdwährungstausch ist bei Standard bis 1.000 Euro im Monat zum Interbank-Kurs kostenlos, darüber kommt ein Aufschlag dazu. Am Wochenende kostet der Tausch bei Standard rund 1 Prozent extra.
Bei der DKB hängt wieder alles am Aktivstatus. Mit Aktivstatus hebst du weltweit kostenlos ab und zahlst in Fremdwährung keine Gebühr. Ohne Aktivstatus ist nur der Euroraum gratis, außerhalb werden 2,20 Prozent Fremdwährungsgebühr fällig. Die optionale Girocard funktioniert außerdem nur in Europa. Für Vielreisende mit regelmäßigem Geldeingang ab 700 Euro ist die DKB im Ausland am stärksten, weil weltweit alles gratis bleibt. Wer nur gelegentlich reist oder das Geldeingangslimit nicht erreicht, fährt mit Revolut Standard oft entspannter, solange die kostenlosen Limits reichen.
| Revolut Standard | DKB mit Aktivstatus | |
|---|---|---|
| Abheben kostenlos | bis 200 Euro oder 5x/Monat | weltweit kostenlos |
| Fremdwährung | bis 1.000 Euro/Monat gratis | ohne Gebühr |
| Wochenendaufschlag | rund 1 Prozent | keiner |
| Ohne Bedingung | ja | nein, Aktivstatus nötig |
Wer im Ausland mit der DKB ohne Aktivstatus zahlt, zahlt zweimal: einmal die Kontogebühr, einmal die Fremdwährungsgebühr. Das summiert sich schneller, als die meisten denken.
Uwe Lätsch, finanda
Für wen passt Revolut?
Revolut passt zu digital-affinen Nutzern, die viel im Ausland unterwegs sind, mit Fremdwährungen hantieren und Karte, Trading, Krypto und Budgeting in einer App wollen. Der Standard-Tarif ist dauerhaft kostenlos ohne Geldeingangs-Bedingung, was gerade für Studierende oder Zweitkonten praktisch ist. Achte aber auf den Support: Der läuft primär per Chat, Telefon gibt es erst in höheren Tarifen. Auch von plötzlichen Konto- und Kartensperrungen wird immer wieder berichtet.
Die DKB spielt ihre Stärke bei Menschen mit regelmäßigem Geldeingang ab 700 Euro aus, bei unter 28-Jährigen und bei Anlegern, die Girokonto, Tagesgeld und Depot bei einer etablierten deutschen Bank bündeln wollen. Ohne Aktivstatus wird es dagegen teuer: 4,50 Euro im Monat plus 2,20 Prozent Fremdwährungsgebühr im Ausland fressen den Vorteil schnell auf.
Viele Nutzer führen DKB als Hauptkonto für Gehalt, Tagesgeld und Depot und Revolut als Reisekarte für Auslandsaufenthalte. Das ist eine sinnvolle Kombination, solange du den Überblick über beide Konten behältst.
Schau dir an, welches Profil zu dir passt.
- Vielreisende mit Geldeingang ab 700 Euro: DKB, weil weltweit alles kostenlos bleibt.
- Gelegenheitsreisende oder Zweitkonto ohne Bedingung: Revolut Standard.
- Krypto- und Trading-Fans: Revolut.
- Unter 28 Jahren: DKB, weil dauerhaft kostenlos ohne Hürde.
- Anleger mit Wunsch nach Tagesgeld und Depot bei einer deutschen Bank: DKB.
Beide Konten zeigen dir immer nur ihre eigene Welt. Sobald du Konten bei mehreren Banken hast, verlierst du schnell den Überblick. Genau da setzt finanda an, eine dauerhaft kostenlose App der Vinlivt GmbH aus München, die per Multibanking mehrere Banken in einer Ansicht bündelt, deine Ausgaben automatisch kategorisiert und ein digitales Haushaltsbuch in Echtzeit führt. Die Server stehen ausschließlich in Deutschland, Nutzerdaten werden nicht verkauft.
finanda ersetzt kein Girokonto, sondern legt sich als Überblick darüber. So siehst du Revolut, DKB und weitere Konten an einem Ort, samt Vertragserkennung mit Sparpotenzial und Versicherungsübersicht. Der Zugang läuft meist über einen Einladungscode, öffentlich nutzbar ist der Code 111790 auf finanda.de.
Häufige Fragen
Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.