Revolut kommt aus Litauen und packt Konto, Karte, Trading und Krypto in eine App. Die ING ist eine klassische deutsche Direktbank mit Girokonto, Depot und Tagesgeld unter einem Dach. Beide sind rein digital, beide haben eine Vollbanklizenz, und trotzdem passen sie zu völlig unterschiedlichen Menschen.
Das Girokonto bei der ING ist ab 1.000 Euro Geldeingang im Monat kostenlos. Revolut startet mit einem kostenlosen Standard-Tarif, verdient aber vor allem an Reisenden und an höheren Tarifen. Wer viel im Ausland unterwegs ist, tickt anders als jemand, der ein solides Alltagskonto mit deutscher Einlagensicherung will.
Wer steckt hinter den beiden Anbietern?
Revolut wird von der Revolut Bank UAB mit Sitz in Vilnius betrieben. Die Bank hat eine EU-Vollbanklizenz der Bank of Lithuania, die deutsche Niederlassung steht zusätzlich unter Aufsicht der BaFin. Deine Einlagen sind über das litauische System bis 100.000 Euro geschützt. Seit Ende 2024 bekommen Neukunden eine deutsche IBAN, ältere Konten laufen teils noch mit litauischer IBAN.
Die ING ist die ING-DiBa AG mit Sitz in Frankfurt am Main, eine deutsche Vollbank unter BaFin-Aufsicht. Der Schutz läuft über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro plus den freiwilligen Fonds des Bankenverbands. Das Girokonto ist kostenlos, sobald monatlich mindestens 1.000 Euro reinkommen, oder für alle unter 28 Jahren. Ohne diesen Geldeingang kostet es 4,90 Euro im Monat, die Variante Girokonto Future gibt es für 1 Euro im Monat. Revolut denkt dagegen in Kontomodellen mit Aufpreis: Standard ist kostenlos, Plus liegt bei 2,99 Euro im Monat, Premium bei 8,99 Euro, Metal bei 15,99 Euro und Ultra bei 65 Euro.
Die Finanda App verbindet Konten, Depot und Versicherungen und zeigt dir Budget, Sparziele und Verträge in Echtzeit.
| Revolut | ING | |
|---|---|---|
| Anbieter | Revolut Bank UAB, Vilnius | ING-DiBa AG, Frankfurt |
| Aufsicht | Bank of Lithuania plus BaFin | BaFin |
| Einlagensicherung | litauisches System bis 100.000 Euro | EdB bis 100.000 Euro plus BdB-Fonds |
| IBAN | deutsche IBAN für Neukunden seit Ende 2024 | deutsche IBAN |
| Konto ab | 0 Euro (Standard) | 0 Euro ab 1.000 Euro Eingang oder unter 28 |
Was können die beiden Anbieter im Funktionsvergleich?
Revolut ist mehr als ein Girokonto. Du bekommst Unterkonten und Sparziele, eine Ausgaben-Analyse nach Kategorien und ein Multi-Währungs-Konto, mit dem du Geld in verschiedenen Währungen halten kannst. Dazu kommen Krypto-Handel mit über 80 Währungen, Trading mit Aktien, ETFs und Anleihen aus über 6.000 Werten sowie verzinste Sparprodukte mit täglicher Gutschrift.
Die ING setzt auf ein solides Allround-Paket ohne Schnickschnack. Du bezahlst per Echtzeitüberweisung, schickst Geld an Freunde über Kwitt und Wero und nutzt bei Bedarf den Dispo, der zuletzt bei rund 9,14 Prozent lag. Zum Konto gehören ein Extra-Konto als Tagesgeld, ein Direkt-Depot mit Sparplänen sowie Ratenkredit und Baufinanzierung. Klassische Unterkonten fürs Girokonto fehlen dagegen.
| Revolut | ING | |
|---|---|---|
| Unterkonten/Sparziele | ja (Pockets/Vaults) | nein fürs Giro, Extra-Konto separat |
| Ausgaben-Analyse | ja, nach Kategorien | eingeschränkt |
| Trading Aktien/ETF | über 6.000 Werte | Direkt-Depot mit Sparplänen |
| Krypto-Handel | über 80 Währungen | nein |
| Tagesgeld | verzinste Sparprodukte | Extra-Konto |
| Multi-Währungs-Konto | ja | nein |
| Kredit/Baufinanzierung | nein | ja |
Ein Punkt fehlt bei beiden Banken: klassisches Multibanking, also alle deine Konten von verschiedenen Banken in einer Übersicht. Wer schon mehrere Konten hat und den Gesamtüberblick will, braucht dafür ein eigenes Werkzeug. Ein digitales Haushaltsbuch über alle Konten hinweg löst genau dieses Problem.
Die Tarife Premium, Metal und Ultra werden zwischen Mai und Juli 2026 teurer. Standard (0 Euro) und Plus (2,99 Euro) bleiben unverändert. Wer einen höheren Tarif nutzt, sollte die neue Jahresrechnung durchrechnen, bevor die Preiserhöhung greift.
Was kosten die beiden Anbieter im Monat und im Jahr?
Bei Revolut zahlst du für Extras. Der Standard-Tarif kostet nichts, wer mehr will, klettert die Tarifleiter hoch bis zu 65 Euro im Monat für Ultra. Bei der ING hängt der Preis an deinem Geldeingang, die Girocard kostet extra 1,49 Euro im Monat, die Visa Card ist inklusive.
Ein Monatspreis wirkt klein, übers Jahr summiert er sich aber spürbar. Wer bei Revolut Premium für 8,99 Euro im Monat zahlt, ist am Jahresende bei über hundert Euro. Wer bei der ING ohne Geldeingang mit 4,90 Euro plus Girocard fährt, zahlt ebenfalls dauerhaft.
| Tarif | pro Monat | pro Jahr |
|---|---|---|
| Revolut Standard | 0 Euro | 0 Euro |
| Revolut Plus | 2,99 Euro | 35,88 Euro |
| Revolut Premium | 8,99 Euro | 107,88 Euro |
| ING mit Geldeingang | 0 Euro | 0 Euro |
| ING ohne Geldeingang | 4,90 Euro | 58,80 Euro |
| ING plus Girocard | 1,49 Euro | 17,88 Euro |
Welche Bank ist besser fürs Ausland und Geldabheben?
Revolut ist stark, wenn du oft in Fremdwährung zahlst. Im Standard-Tarif tauschst du bis 1.000 Euro pro Monat kostenlos zu Interbank-Kursen, also fast zum echten Marktkurs. Darüber kommt ein Aufschlag dazu, und am Wochenende schlägt Revolut im Standard rund 1 Prozent drauf, weil die Devisenmärkte dann geschlossen sind.
Beim Bargeld ist Revolut im Standard begrenzt. Kostenlos hebst du bis 200 Euro oder fünf Mal pro Monat ab, danach zahlst du eine Gebühr. Plus hebt die Grenze auf 400 Euro, höhere Tarife bieten deutlich mehr. Die ING dreht das um: Mit der Visa Card hebst du ab 50 Euro an rund 97 Prozent der Automaten in Deutschland und in der ganzen Eurozone kostenlos ab. Außerhalb der Eurozone oder in Fremdwährung fallen 2,20 Prozent Auslandseinsatzentgelt an. Für lange Reisen und häufige Fremdwährungszahlungen liegt Revolut vorn, für Alltag und Urlaub in der Eurozone reicht die ING locker.
| Revolut Standard | ING Girokonto | |
|---|---|---|
| Abheben kostenlos | bis 200 Euro oder 5x pro Monat | ab 50 Euro, ca. 97 % der Automaten in DE und Eurozone |
| Fremdwährung | bis 1.000 Euro/Monat zum Interbank-Kurs | 2,20 Prozent außerhalb der Eurozone |
| Wochenendaufschlag | rund 1 Prozent | keiner |
| Karte inklusive | Visa/Mastercard Debit | Visa Card Debit |
Wer am Wochenende mit Revolut Standard in Fremdwährung zahlt, zahlt rund 1 Prozent Aufschlag auf den Wechselkurs. Bei 500 Euro Ausgaben sind das 5 Euro extra. Ab dem Plus-Tarif entfällt dieser Aufschlag.
Für wen passt Revolut?
Revolut passt zu dir, wenn du viel reist, oft in Fremdwährung zahlst und Karte, Trading, Krypto und Budgeting in einer App bündeln willst. Die App ist digital-affin gedacht und richtet sich an Menschen, die Geld auch mal in Aktien oder Krypto stecken wollen. Ein Haken: Der Support läuft vor allem per Chat, Telefon gibt es nur in höheren Tarifen. Immer wieder berichten Nutzer von plötzlichen Konto- oder Kartensperrungen, deren Klärung zäh sein kann.
Die ING passt zu dir, wenn du ein kostenloses Allround-Konto mit regelmäßigem Geldeingang ab 1.000 Euro suchst oder unter 28 bist. Depot, Tagesgeld und Girokonto liegen unter einem Dach, die Einlagensicherung ist deutsch und die IBAN sowieso. Wer keine 1.000 Euro Eingang hat und über 28 ist, zahlt dagegen monatlich. Egal, ob du dich für Revolut, die ING oder beides entscheidest, den Gesamtüberblick über alle Konten liefert keine der beiden. Die App finanda von der Vinlivt GmbH aus München bündelt per Multibanking mehrere Banken in einer Ansicht, kategorisiert deine Ausgaben automatisch, erkennt Verträge und Abos mit Sparpotenzial und zeigt dein Vermögen über alle Konten, dauerhaft kostenlos. Die Server stehen ausschließlich in Deutschland, Nutzerdaten werden nicht verkauft.
Schau dir an, welches Profil auf dich zutrifft.
- Vielreisende mit Fremdwährungsbedarf: Revolut, wegen der Interbank-Kurse und des Multi-Währungs-Kontos
- Alltagskonto mit deutschem Geldeingang: ING, kostenlos und mit voller Einlagensicherung
- Unter 28 Jahren: ING, dauerhaft kostenlos ohne Bedingung
- Trading und Krypto in einer App: Revolut
- Kredit, Baufinanzierung und Tagesgeld unter einem Dach: ING
Viele Nutzer führen beide Konten gleichzeitig: die ING als Hauptkonto für Gehalt, Daueraufträge und Lastschriften, Revolut als Reisekarte für Fremdwährungen. Das kostet nichts extra, solange der ING-Geldeingang stimmt und du bei Revolut im Standard-Tarif bleibst.
Kein Konto passt für jeden Zweck gleich gut. Wer Revolut als Reisekarte und die ING als Hauptkonto nutzt, bekommt das Beste aus beiden Welten, ohne einen Cent extra zu zahlen.
Uwe Lätsch, finanda
Häufige Fragen
Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.