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Revolut oder ING: Welche Bank passt zu dir?

Uwe Lätsch
Uwe Lätsch
Finanzexperte bei Finanda · Aktualisiert am 10. August 2026

Revolut kommt aus Litauen und packt Konto, Karte, Trading und Krypto in eine App. Die ING ist eine klassische deutsche Direktbank mit Girokonto, Depot und Tagesgeld unter einem Dach. Beide sind rein digital, beide haben eine Vollbanklizenz, und trotzdem passen sie zu völlig unterschiedlichen Menschen.

Das Girokonto bei der ING ist ab 1.000 Euro Geldeingang im Monat kostenlos. Revolut startet mit einem kostenlosen Standard-Tarif, verdient aber vor allem an Reisenden und an höheren Tarifen. Wer viel im Ausland unterwegs ist, tickt anders als jemand, der ein solides Alltagskonto mit deutscher Einlagensicherung will.

Wer steckt hinter den beiden Anbietern?

Revolut wird von der Revolut Bank UAB mit Sitz in Vilnius betrieben. Die Bank hat eine EU-Vollbanklizenz der Bank of Lithuania, die deutsche Niederlassung steht zusätzlich unter Aufsicht der BaFin. Deine Einlagen sind über das litauische System bis 100.000 Euro geschützt. Seit Ende 2024 bekommen Neukunden eine deutsche IBAN, ältere Konten laufen teils noch mit litauischer IBAN.

Die ING ist die ING-DiBa AG mit Sitz in Frankfurt am Main, eine deutsche Vollbank unter BaFin-Aufsicht. Der Schutz läuft über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro plus den freiwilligen Fonds des Bankenverbands. Das Girokonto ist kostenlos, sobald monatlich mindestens 1.000 Euro reinkommen, oder für alle unter 28 Jahren. Ohne diesen Geldeingang kostet es 4,90 Euro im Monat, die Variante Girokonto Future gibt es für 1 Euro im Monat. Revolut denkt dagegen in Kontomodellen mit Aufpreis: Standard ist kostenlos, Plus liegt bei 2,99 Euro im Monat, Premium bei 8,99 Euro, Metal bei 15,99 Euro und Ultra bei 65 Euro.

RevolutING
AnbieterRevolut Bank UAB, VilniusING-DiBa AG, Frankfurt
AufsichtBank of Lithuania plus BaFinBaFin
Einlagensicherunglitauisches System bis 100.000 EuroEdB bis 100.000 Euro plus BdB-Fonds
IBANdeutsche IBAN für Neukunden seit Ende 2024deutsche IBAN
Konto ab0 Euro (Standard)0 Euro ab 1.000 Euro Eingang oder unter 28

Was können die beiden Anbieter im Funktionsvergleich?

Revolut ist mehr als ein Girokonto. Du bekommst Unterkonten und Sparziele, eine Ausgaben-Analyse nach Kategorien und ein Multi-Währungs-Konto, mit dem du Geld in verschiedenen Währungen halten kannst. Dazu kommen Krypto-Handel mit über 80 Währungen, Trading mit Aktien, ETFs und Anleihen aus über 6.000 Werten sowie verzinste Sparprodukte mit täglicher Gutschrift.

Die ING setzt auf ein solides Allround-Paket ohne Schnickschnack. Du bezahlst per Echtzeitüberweisung, schickst Geld an Freunde über Kwitt und Wero und nutzt bei Bedarf den Dispo, der zuletzt bei rund 9,14 Prozent lag. Zum Konto gehören ein Extra-Konto als Tagesgeld, ein Direkt-Depot mit Sparplänen sowie Ratenkredit und Baufinanzierung. Klassische Unterkonten fürs Girokonto fehlen dagegen.

RevolutING
Unterkonten/Sparzieleja (Pockets/Vaults)nein fürs Giro, Extra-Konto separat
Ausgaben-Analyseja, nach Kategorieneingeschränkt
Trading Aktien/ETFüber 6.000 WerteDirekt-Depot mit Sparplänen
Krypto-Handelüber 80 Währungennein
Tagesgeldverzinste SparprodukteExtra-Konto
Multi-Währungs-Kontojanein
Kredit/Baufinanzierungneinja

Ein Punkt fehlt bei beiden Banken: klassisches Multibanking, also alle deine Konten von verschiedenen Banken in einer Übersicht. Wer schon mehrere Konten hat und den Gesamtüberblick will, braucht dafür ein eigenes Werkzeug. Ein digitales Haushaltsbuch über alle Konten hinweg löst genau dieses Problem.

Revolut-Preise steigen 2026

Die Tarife Premium, Metal und Ultra werden zwischen Mai und Juli 2026 teurer. Standard (0 Euro) und Plus (2,99 Euro) bleiben unverändert. Wer einen höheren Tarif nutzt, sollte die neue Jahresrechnung durchrechnen, bevor die Preiserhöhung greift.

Was kosten die beiden Anbieter im Monat und im Jahr?

Bei Revolut zahlst du für Extras. Der Standard-Tarif kostet nichts, wer mehr will, klettert die Tarifleiter hoch bis zu 65 Euro im Monat für Ultra. Bei der ING hängt der Preis an deinem Geldeingang, die Girocard kostet extra 1,49 Euro im Monat, die Visa Card ist inklusive.

Ein Monatspreis wirkt klein, übers Jahr summiert er sich aber spürbar. Wer bei Revolut Premium für 8,99 Euro im Monat zahlt, ist am Jahresende bei über hundert Euro. Wer bei der ING ohne Geldeingang mit 4,90 Euro plus Girocard fährt, zahlt ebenfalls dauerhaft.

Tarifpro Monatpro Jahr
Revolut Standard0 Euro0 Euro
Revolut Plus2,99 Euro35,88 Euro
Revolut Premium8,99 Euro107,88 Euro
ING mit Geldeingang0 Euro0 Euro
ING ohne Geldeingang4,90 Euro58,80 Euro
ING plus Girocard1,49 Euro17,88 Euro

Welche Bank ist besser fürs Ausland und Geldabheben?

Revolut ist stark, wenn du oft in Fremdwährung zahlst. Im Standard-Tarif tauschst du bis 1.000 Euro pro Monat kostenlos zu Interbank-Kursen, also fast zum echten Marktkurs. Darüber kommt ein Aufschlag dazu, und am Wochenende schlägt Revolut im Standard rund 1 Prozent drauf, weil die Devisenmärkte dann geschlossen sind.

Beim Bargeld ist Revolut im Standard begrenzt. Kostenlos hebst du bis 200 Euro oder fünf Mal pro Monat ab, danach zahlst du eine Gebühr. Plus hebt die Grenze auf 400 Euro, höhere Tarife bieten deutlich mehr. Die ING dreht das um: Mit der Visa Card hebst du ab 50 Euro an rund 97 Prozent der Automaten in Deutschland und in der ganzen Eurozone kostenlos ab. Außerhalb der Eurozone oder in Fremdwährung fallen 2,20 Prozent Auslandseinsatzentgelt an. Für lange Reisen und häufige Fremdwährungszahlungen liegt Revolut vorn, für Alltag und Urlaub in der Eurozone reicht die ING locker.

Revolut StandardING Girokonto
Abheben kostenlosbis 200 Euro oder 5x pro Monatab 50 Euro, ca. 97 % der Automaten in DE und Eurozone
Fremdwährungbis 1.000 Euro/Monat zum Interbank-Kurs2,20 Prozent außerhalb der Eurozone
Wochenendaufschlagrund 1 Prozentkeiner
Karte inklusiveVisa/Mastercard DebitVisa Card Debit
Wochenendaufschlag bei Revolut beachten

Wer am Wochenende mit Revolut Standard in Fremdwährung zahlt, zahlt rund 1 Prozent Aufschlag auf den Wechselkurs. Bei 500 Euro Ausgaben sind das 5 Euro extra. Ab dem Plus-Tarif entfällt dieser Aufschlag.

Für wen passt Revolut?

Revolut passt zu dir, wenn du viel reist, oft in Fremdwährung zahlst und Karte, Trading, Krypto und Budgeting in einer App bündeln willst. Die App ist digital-affin gedacht und richtet sich an Menschen, die Geld auch mal in Aktien oder Krypto stecken wollen. Ein Haken: Der Support läuft vor allem per Chat, Telefon gibt es nur in höheren Tarifen. Immer wieder berichten Nutzer von plötzlichen Konto- oder Kartensperrungen, deren Klärung zäh sein kann.

Die ING passt zu dir, wenn du ein kostenloses Allround-Konto mit regelmäßigem Geldeingang ab 1.000 Euro suchst oder unter 28 bist. Depot, Tagesgeld und Girokonto liegen unter einem Dach, die Einlagensicherung ist deutsch und die IBAN sowieso. Wer keine 1.000 Euro Eingang hat und über 28 ist, zahlt dagegen monatlich. Egal, ob du dich für Revolut, die ING oder beides entscheidest, den Gesamtüberblick über alle Konten liefert keine der beiden. Die App finanda von der Vinlivt GmbH aus München bündelt per Multibanking mehrere Banken in einer Ansicht, kategorisiert deine Ausgaben automatisch, erkennt Verträge und Abos mit Sparpotenzial und zeigt dein Vermögen über alle Konten, dauerhaft kostenlos. Die Server stehen ausschließlich in Deutschland, Nutzerdaten werden nicht verkauft.

Schau dir an, welches Profil auf dich zutrifft.

  • Vielreisende mit Fremdwährungsbedarf: Revolut, wegen der Interbank-Kurse und des Multi-Währungs-Kontos
  • Alltagskonto mit deutschem Geldeingang: ING, kostenlos und mit voller Einlagensicherung
  • Unter 28 Jahren: ING, dauerhaft kostenlos ohne Bedingung
  • Trading und Krypto in einer App: Revolut
  • Kredit, Baufinanzierung und Tagesgeld unter einem Dach: ING
Beide Konten parallel nutzen

Viele Nutzer führen beide Konten gleichzeitig: die ING als Hauptkonto für Gehalt, Daueraufträge und Lastschriften, Revolut als Reisekarte für Fremdwährungen. Das kostet nichts extra, solange der ING-Geldeingang stimmt und du bei Revolut im Standard-Tarif bleibst.

Uwe Lätsch, finanda

Kein Konto passt für jeden Zweck gleich gut. Wer Revolut als Reisekarte und die ING als Hauptkonto nutzt, bekommt das Beste aus beiden Welten, ohne einen Cent extra zu zahlen.

Uwe Lätsch, finanda

Häufige Fragen

Hat Revolut eine deutsche IBAN?+
Ja, seit Ende 2024 bekommen Neukunden bei Revolut eine deutsche IBAN. Ältere Konten laufen teils noch mit einer litauischen IBAN, was bei manchen Lastschriften und Arbeitgebern früher zu Problemen führte.
Ist das ING Girokonto kostenlos?+
Das ING Girokonto ist kostenlos, wenn monatlich mindestens 1.000 Euro eingehen oder wenn du unter 28 bist. Fehlt der Geldeingang und bist du älter, kostet es 4,90 Euro im Monat. Die Variante Girokonto Future gibt es für 1 Euro im Monat.
Wie sicher ist mein Geld bei Revolut und der ING?+
Bei beiden sind deine Einlagen bis 100.000 Euro geschützt. Bei Revolut läuft der Schutz über das litauische System, bei der ING über die deutsche EdB plus den freiwilligen Fonds des Bankenverbands, der darüber hinaus greift.
Kann ich mit Revolut oder der ING im Ausland kostenlos Geld abheben?+
Bei Revolut Standard hebst du bis 200 Euro oder fünf Mal pro Monat kostenlos ab, danach fällt eine Gebühr an. Mit der ING Visa Card hebst du ab 50 Euro in der gesamten Eurozone kostenlos ab, außerhalb kommen 2,20 Prozent Auslandseinsatzentgelt dazu.
Bieten Revolut und die ING klassisches Multibanking?+
Nein, keine der beiden Banken bündelt Konten anderer Banken in einer Übersicht. Dafür brauchst du eine eigene Multibanking-App wie finanda, die deine Konten verschiedener Banken zusammenführt und dauerhaft kostenlos ist.
Gibt es bei Revolut und der ING Unterkonten?+
Revolut bietet Unterkonten und Sparziele über die Funktion Pockets und Vaults. Die ING hat keine klassischen Unterkonten fürs Girokonto, dafür gibt es das Extra-Konto als separates Tagesgeldkonto.
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GESCHRIEBEN VON
Uwe Lätsch

Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.

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