Revolut und Klarna verfolgen zwei komplett unterschiedliche Ziele. Revolut bündelt Karte, Reisegeld, Trading und Budget in einer App. Klarna dreht sich ums Bezahlen beim Online-Shopping, mit Rechnungskauf, Ratenzahlung und einer eigenen Karte obendrauf.
Welche App zu dir passt, hängt davon ab, ob du viel im Ausland unterwegs bist oder lieber flexibel im Netz einkaufst. Beide haben eine echte Banklizenz, beide haben aber auch klare Schwächen.
Wer steckt hinter Revolut und Klarna?
Revolut wird von der Revolut Bank UAB mit Sitz in Vilnius, Litauen, betrieben. Die Bank hat eine EU-Vollbanklizenz der litauischen Zentralbank, die deutsche Niederlassung steht zusätzlich unter Aufsicht der BaFin. Seit Ende 2024 bekommen Neukunden eine deutsche IBAN. Ältere Konten laufen teils noch mit litauischer IBAN, was bei manchen Arbeitgebern oder Lastschriften zum Problem werden kann.
Klarna gehört zur Klarna Bank AB aus Stockholm und arbeitet in Deutschland über eine Zweigniederlassung mit schwedischer Vollbanklizenz. Der Schwerpunkt liegt klar auf dem Bezahlen im Online-Handel. Das Klarna Guthaben ist eher ein Zahlungs- und Guthabenkonto mit deutscher IBAN als ein klassisches Girokonto. Wer ein vollwertiges Konto für den Alltag sucht, sollte das von Anfang an wissen.
Was können Revolut und Klarna?
Revolut ist ein Multitool fürs Geld. Du bekommst Unterkonten und Sparziele (bei Revolut heißen sie Pockets und Vaults), eine Ausgabenanalyse nach Kategorien, Kryptohandel mit über 80 Währungen sowie Aktien-, ETF- und Anleihentrading mit über 6.000 Werten. Dazu kommen verzinste Sparprodukte mit täglicher Gutschrift und ein Multiwährungskonto. Klassisches Multibanking, also mehrere Fremdbanken in einer App zusammenführen, ist kein Kernmerkmal.
Klarna setzt den Fokus aufs Bezahlen und Einkaufen. Du siehst alle deine Klarna-Käufe an einem Ort, kannst per Rechnung in bis zu 30 Tagen zahlen, in drei Teilzahlungen splitten oder länger in Raten zahlen. Dazu gibt es Bestellverfolgung, Zahlungserinnerungen, Käuferschutz und Cashback über ein Prämienprogramm. Sparen geht über das Flexkonto und Festgeld+. Ein vollwertiges Multibanking fehlt auch hier.
Die Finanda App verbindet Konten, Depot und Versicherungen und zeigt dir Budget, Sparziele und Verträge in Echtzeit.
| Revolut | Klarna | finanda | |
|---|---|---|---|
| Girokonto mit IBAN | Ja (deutsche IBAN seit Ende 2024) | Guthabenkonto mit deutscher IBAN | Nein (App für den Überblick) |
| Multibanking | Kein Kernmerkmal | Nein | Ja |
| Ausgaben nach Kategorien | Ja | Nur eigene Käufe | Ja (automatisch) |
| Später zahlen / Raten | Nein | Ja (Kern) | Nein |
| Trading / Krypto | Ja | Nein | Nein |
| Sparen mit Zinsen | Ja | Ja (Flexkonto, Festgeld+) | Nein |
| Vertrags- und Aboerkennung | Nein | Nein | Ja |
Wer sein komplettes Geldleben ordnen und mehrere Konten im Blick behalten will, findet in beiden Apps nur einen Teil davon. Für das Kategorisieren von Ausgaben über mehrere Banken hinweg brauchst du ein digitales Haushaltsbuch, das genau darauf ausgelegt ist.
Was kostet dich ein Tarif bei Revolut und Klarna im Monat?
Beide Apps haben eine kostenlose Basis und darüber mehrere Bezahlstufen. Bei Revolut buchst du ein Kontomodell, das gleich mehr Leistung freischaltet. Bei Klarna zahlst du für die Kartenstufe, das Klarna Guthaben selbst bleibt kostenlos. Die Revolut-Preise sind Stand 2026 nach der Preiserhöhung, Standard und Plus blieben unverändert, höhere Tarife wurden teurer.
Rechne einen Monatspreis mal zwölf, damit du siehst, was ein Tarif im Jahr wirklich kostet. Bei Klarna kommt für eine physische Karte einmalig 7,99 Euro dazu, die kostenlose Standardstufe gibt es nur als virtuelle Karte ohne Bargeldabhebung.
| Revolut-Tarif | Preis pro Monat | Klarna-Kartenstufe | Preis pro Monat |
|---|---|---|---|
| Standard | 0 Euro | Standard (nur virtuell) | 0 Euro |
| Plus | 2,99 Euro | Core | 4,99 Euro |
| Premium | 8,99 Euro | Plus (mit Cashback) | 7,99 Euro |
| Metal | 15,99 Euro | Premium | 17,99 Euro |
| Ultra | 65 Euro | Max | 44,99 Euro |
Beim Sparen unterscheidet sich das Angebot deutlich. Klarna bietet ein Flexkonto mit variablem Zins und Festgeld+ mit garantiertem Zins von rund 1,84 bis 3,10 Prozent je nach Laufzeit von 3 bis 48 Monaten, ohne Mindestanlage. Revolut hat verzinste Sparprodukte mit täglicher Gutschrift, die Konditionen hängen vom gebuchten Tarif ab.
| Beispiel-Tarif | Pro Monat | Pro Jahr |
|---|---|---|
| Revolut Premium | 8,99 Euro | 107,88 Euro |
| Revolut Metal | 15,99 Euro | 191,88 Euro |
| Klarna Plus | 7,99 Euro | 95,88 Euro |
| Klarna Premium | 17,99 Euro | 215,88 Euro |
Gerade für Familien mit knappem Budget lohnt sich der Jahresvergleich. Revolut Metal kostet dich fast 192 Euro im Jahr, Klarna Premium sogar über 215 Euro. Das ist Geld, das du auch in einen ETF-Sparplan stecken könntest. Wer nur die Grundfunktionen braucht, fährt mit dem kostenlosen Tarif beider Apps günstiger und zahlt nichts drauf.
Ist Revolut oder Klarna im Ausland besser aufgestellt?
Revolut spielt im Ausland seine größte Stärke aus. Im Standard-Tarif tauschst du bis zu 1.000 Euro pro Monat kostenlos zum Interbankkurs, also praktisch dem echten Devisenkurs. Darüber fällt ein Aufschlag an. Am Wochenende kommt bei Standard rund 1 Prozent Wochenendaufschlag obendrauf, weil die Devisenmärkte dann geschlossen sind.
Beim Bargeld gibt es klare Grenzen. Standard erlaubt bis 200 Euro oder 5 Abhebungen pro Monat kostenlos, danach fällt eine Gebühr an. Plus hebt die Grenze auf 400 Euro, höhere Tarife bieten deutlich mehr. Klarna geht das Thema anders an: Die Klarna Card zahlt im Ausland ohne Fremdwährungsgebühr, ist aber ans Klarna Guthaben gekoppelt und eher fürs Bezahlen gedacht als fürs Reisekonto.
Darauf kommt es im Ausland an:
- Revolut Standard: Fremdwährungstausch bis 1.000 Euro pro Monat kostenlos, danach Aufschlag.
- Revolut Standard: Bargeld bis 200 Euro oder 5 Abhebungen pro Monat kostenlos.
- Revolut Standard: Wochenendaufschlag rund 1 Prozent.
- Klarna Card: keine Fremdwährungsgebühr im Ausland, aber kein echtes Reisekonto.
- Beide: Apple Pay und Google Pay nutzbar.
Beim Thema Sicherheit lohnt der Blick auf die Einlagensicherung. Revolut sichert Einlagen über das litauische System bis 100.000 Euro. Klarna sichert über die schwedische Einlagensicherung bis zum Gegenwert von 100.000 Euro pro Kunde, einen zusätzlichen deutschen Schutz gibt es nicht. Bei Revolut werden immer wieder plötzliche Konto- oder Kartensperrungen mit zäher Klärung berichtet. Bei Klarna ist das größte Risiko das Aufschieben von Zahlungen über Rechnungskauf und Raten, mit möglicher Bonitätsprüfung und Schufa-Meldung.
Klarna macht das Aufschieben von Zahlungen erschreckend einfach. Wer den Überblick verliert, zahlt am Ende mehr als geplant.
Uwe Lätsch, finanda
Für wen eignet sich Revolut oder Klarna besser?
Die Entscheidung ist einfacher, als sie wirkt, weil beide Apps so unterschiedliche Ziele haben. Revolut passt zu dir, wenn du oft im Ausland bist, in Fremdwährung zahlst und Karte, Budget, Trading und Krypto in einer App bündeln willst. Klarna passt, wenn du viel online einkaufst, flexibel per Rechnung oder in Raten zahlen willst und deine Käufe an einem Ort überblicken möchtest.
Ein Warnhinweis gehört zu Klarna dazu. Das leichte Aufschieben von Zahlungen über Rechnungskauf und Ratenzahlung kann schnell in eine Schuldenspirale führen, wenn du den Überblick verlierst. Wer diszipliniert bezahlt, holt sich mit Käuferschutz und Cashback echten Nutzen heraus. Für Familien mit mehreren laufenden Käufen empfiehlt sich ein separates Haushaltsbuch, das alle offenen Beträge sichtbar macht.
finanda von der Vinlivt GmbH aus München ist für Privatnutzer dauerhaft kostenlos, läuft auf Servern ausschließlich in Deutschland und bringt Multibanking, automatische Kategorisierung sowie eine Vertrags- und Versicherungsübersicht mit. Der Einladungscode 111790 ist auf finanda.de verfügbar.
So ordnest du die Apps nach deinem Nutzertyp ein:
- Vielreisende und Fremdwährung: Revolut, wegen günstigem Tausch und Multiwährungskonto.
- Online-Shopper mit Wunsch nach Flexibilität: Klarna, wegen Später-zahlen und Käuferschutz.
- Anleger, die Trading und Krypto mitnehmen wollen: Revolut.
- Sparer mit Festgeld-Interesse: Klarna, wegen Festgeld+ mit garantiertem Zins.
- Überblick über alle Konten und Ausgaben: finanda, weil beide Apps kein echtes Multibanking bieten.
Schau dir an, welche Funktion du tatsächlich täglich nutzt. Wer ehrlich antwortet, merkt schnell, dass eine der beiden Apps für den eigenen Alltag deutlich besser passt als die andere.
Häufige Fragen
Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.