SteuerGo kostet 34,95 Euro pro Erklärung, Steuerbot 39,99 Euro pro Steuerjahr. Beide zeigen dir deine voraussichtliche Erstattung kostenlos an, bezahlt wird erst bei der Abgabe.
Der entscheidende Unterschied steckt im Umfang. Steuerbot ist ein Chat für einfache Arbeitnehmer-Fälle, mehr nicht. SteuerGo packt auch Selbstständige, Vermieter und Kapitalerträge. Welche App zu dir passt, hängt komplett davon ab, wie komplex dein Steuerfall ist.
Wie funktionieren SteuerGo und Steuerbot?
Beide Apps führen dich per Frage-Antwort durch die Steuererklärung, statt dich mit leeren Formularen allein zu lassen. Der Stil dahinter ist trotzdem sehr verschieden. SteuerGo fühlt sich an wie ein aufgeräumtes Online-Programm mit vielen Funktionen, Steuerbot eher wie ein WhatsApp-Chat mit einem geduldigen Freund.
Beide laufen plattformübergreifend. Du startest am Handy und machst am Laptop weiter, deine Daten wandern mit. Belege übernehmen sie aus dem Vorjahr, das spart beim zweiten Mal richtig Zeit.
SteuerGo
SteuerGo läuft im Browser unter Windows, Mac und Linux und zusätzlich als App für iPhone, iPad und Android. Du bekommst geführte Fragen, kannst aber jederzeit in die klassische Formularansicht wechseln, wenn du genau wissen willst, wo deine Angaben landen. Eine Plausibilitätsprüfung checkt deine Eingaben, IntelliScan liest Belege ein, die Vorjahresübernahme füllt bekannte Felder vor. Der Anbieter forium GmbH aus Berlin verspricht die fertige Erklärung in unter einer Stunde.
Praktisch ist die Mehrsprachigkeit: SteuerGo gibt es auf Deutsch, Englisch, Polnisch, Rumänisch und Russisch. Das Hosting sitzt in Deutschland. Ein Kritikpunkt aus der Nutzerschaft ist die Navigation, die an manchen Stellen unübersichtlich wirkt, und Hilfetexte, die mitunter knapp ausfallen. Wer sich reinfuchst, hat dafür deutlich mehr Steuerfälle abgedeckt.
Die Finanda App verbindet Konten, Depot und Versicherungen und zeigt dir Budget, Sparziele und Verträge in Echtzeit.
| Preis | 34,95 € (Pakete günstiger) |
| Konzept | Online, Frage-Antwort, mehrsprachig |
| Für wen | Arbeitnehmer bis Selbstständige |
| Plattform | Browser, iOS, Android |
| Abgabe | per ELSTER |
Steuerbot
Steuerbot setzt voll auf das Chat-Prinzip. Du beantwortest kurze Fragen in einem lockeren Interview, so als würdest du mit jemandem schreiben. Kein Formular-Dschungel, keine Fachbegriffe ohne Erklärung. Die App gibt es für iOS, Android und im Web. Laut Anbieter Steuerbot GmbH aus Fellbach bist du in rund 20 bis 30 Minuten durch.
Dabei hilft die vorausgefüllte Steuererklärung: Steuerbot ruft deine beim Finanzamt gespeicherten Daten ab, du musst also weniger selbst eintippen. Für alle, die zum ersten Mal eine Steuererklärung machen und schon beim Wort Anlage nervös werden, ist das die entspannteste Variante. Über 400.000 Menschen nutzen die App laut Anbieter.
Steuerbot ruft über die ELSTER-Schnittstelle deine beim Finanzamt gespeicherten Daten ab, zum Beispiel Lohnsteuerbescheinigung und Rentenbezüge. Das spart Tipparbeit und reduziert Fehler. SteuerGo bietet diese Funktion ebenfalls an.
| Preis | 39,99 € pro Steuerjahr (Testen kostenlos) |
| Konzept | Chat-App, Frage-Antwort |
| Für wen | Arbeitnehmer, einfache Fälle |
| Plattform | iOS, Android, Web |
| Abgabe | direkt per ELSTER |
Was kosten SteuerGo und Steuerbot?
Beim Preis nehmen sich beide Apps wenig, das Modell dahinter unterscheidet sich aber. SteuerGo verlangt 34,95 Euro pro Steuererklärung, Steuerbot 39,99 Euro pro Steuerjahr. In beiden Fällen füllst du erst alles aus, siehst deine Erstattung und zahlst erst, wenn du wirklich abgibst.
Spannend wird es bei den Extras. SteuerGo belohnt dich mit Mengenrabatt, wenn du mehrere Erklärungen machst, etwa für die ganze Familie. Steuerbot bietet ein „Später zahlen“-Modell, das bei hoher Erstattung teurer wird als der Festpreis. Beide sind kostenlos, wenn du keine Abgabepflicht hast und unter 50 Euro Erstattung liegst.
| SteuerGo | Steuerbot | |
|---|---|---|
| Festpreis | 34,95 Euro pro Erklärung | 39,99 Euro pro Steuerjahr |
| Mengenrabatt | 3 Erklärungen 89,95 Euro, 4 Erklärungen 114,95 Euro | keiner |
| Alternatives Modell | keins | „Später zahlen“: 35 Euro plus 10 Prozent der Erstattung |
| Kostenlos bei | keine Abgabepflicht und unter 50 Euro Erstattung | keine Abgabepflicht und unter 50 Euro Erstattung |
| Zahlungsart | Bezahlung bei Abgabe | nur Bankeinzug |
SteuerGo
Der Festpreis liegt bei 34,95 Euro pro Steuererklärung, ohne Abo, ohne versteckte Kosten. Machst du mehrere Erklärungen, sinkt der Preis pro Stück deutlich: Drei Erklärungen kosten zusammen 89,95 Euro, vier landen bei 114,95 Euro. Für Paare oder Familien, die mehrere Jahre oder mehrere Personen abgeben, ist das der günstigste Weg.
Ausfüllen und die Erstattungsvorschau kosten nichts, gezahlt wird erst bei der Abgabe. Wer nicht abgabepflichtig ist und unter 50 Euro Erstattung landet, zahlt gar nichts. Der beworbene Durchschnitt der Erstattung liegt bei rund 1.370 Euro.
Steuerbot
Steuerbot kostet 39,99 Euro pro Steuerjahr, fällig bei der Abgabe. Die Erstattungsberechnung ist kostenlos, du siehst also vorher, ob sich das Ganze lohnt. Liegt deine erwartete Erstattung unter 50 Euro und besteht keine Abgabepflicht, zahlst du nichts.
Beim Modell „Später zahlen“ gibst du erst ab und zahlst nach dem Bescheid: 35 Euro plus 10 Prozent deiner Erstattung. Bei 1.000 Euro Erstattung sind das rund 135 Euro, also deutlich mehr als der Festpreis. Achtung bei der Zahlung: Steuerbot akzeptiert nur Bankeinzug. Der beworbene Durchschnitt der Erstattung liegt bei rund 1.240 Euro.
Das „Später zahlen“-Modell klingt verlockend, rechnet sich aber fast nie. Wer 1.000 Euro Erstattung bekommt, zahlt 135 Euro statt 40. Nimm den Festpreis.
Uwe Lätsch, finanda
Welche Steuerfälle decken SteuerGo und Steuerbot ab?
Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Steuerbot ist bewusst auf einfache Arbeitnehmer-Fälle zugeschnitten, SteuerGo deckt deutlich mehr ab. Wenn dein Steuerfall auch nur ein bisschen aus dem Rahmen fällt, entscheidet dieser Punkt die ganze Sache.
Der Klassiker: Du hast nebenbei etwas selbstständig verdient, vermietest eine Wohnung oder hast Einkünfte aus dem Ausland. Bei Steuerbot ist dann Schluss. SteuerGo bringt dich auch durch diese Fälle. Wer sich unsicher ist, sollte vorher prüfen, welche Anlagen er überhaupt braucht.
| SteuerGo | Steuerbot | |
|---|---|---|
| Arbeitnehmer, Studierende, Rentner | ja | ja |
| Familien mit Kindern | ja | ja |
| Selbstständige und Freiberufler | ja (Anlage S, EÜR) | nein |
| Vermietung | ja (Anlage V) | nein |
| Kapitalerträge | ja (Anlage KAP) | nein |
| Auslandseinkünfte | abgedeckt in privaten Fällen | nein |
SteuerGo
SteuerGo deckt die üblichen privaten Steuersituationen ab und geht darüber hinaus. Selbstständige nutzen die Anlage S und erstellen ihre EÜR (Einnahmen-Überschuss-Rechnung, die vereinfachte Gewinnermittlung für Selbstständige) über ein eigenes Portalzertifikat oder das ELSTER-Zertifikat. Auch Vermietung und Kapitalerträge sind dabei.
Das deckt SteuerGo ab:
- Arbeitnehmer, Studierende und Rentner
- Selbstständige und Freiberufler (Anlage S, EÜR)
- Vermietung (Anlage V)
- Kapitalerträge (Anlage KAP)
- Familien mit Kindern
Eine ehrliche Einschränkung: Für sehr komplexe Fälle weist der Anbieter die genauen Umfangsgrenzen offiziell nicht klar aus. Wer eine große GmbH-Beteiligung, verschachtelte Auslandskonstrukte oder ähnlich sperrige Themen hat, fährt mit einem Steuerberater besser. Für die allermeisten privaten und selbstständigen Fälle reicht SteuerGo aber locker aus.
Steuerbot
Steuerbot ist der Spezialist für einfache Arbeitnehmer-Fälle. Werbungskosten, Pendlerpauschale, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und Kinder bekommt die App sauber hin. Für den klassischen Angestellten mit Lohnsteuerkarte ist das genau die richtige Tiefe.
Das macht Steuerbot mit:
- Werbungskosten und Pendlerpauschale
- Sonderausgaben
- Außergewöhnliche Belastungen
- Kinder und Familie
- Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit
Bei diesen Punkten steigt Steuerbot aus:
- Selbstständige, Freiberufler und Gewerbe
- Vermieter
- Auslandseinkünfte
Sobald einer dieser Punkte auf dich zutrifft, ist Steuerbot keine Option mehr und du brauchst eine andere Lösung. Das führt direkt zur Frage, für wen welche App wirklich passt.
Die Anlage S ist das Formular für Einkünfte aus selbstständiger Arbeit, zum Beispiel als Freiberufler oder Honorarkraft. Die EÜR (Einnahmen-Überschuss-Rechnung) ist die vereinfachte Gewinnermittlung für Selbstständige mit weniger als 800.000 Euro Umsatz. SteuerGo unterstützt beides, Steuerbot nicht.
Für wen lohnt sich SteuerGo oder Steuerbot?
Die Wahl hängt komplett an deinem Steuerfall und daran, wie viel Bedienung du verträgst. Steuerbot punktet mit maximaler Einfachheit, SteuerGo mit Umfang und Mengenrabatt. Beide geben dir vorab die Erstattung an, du gehst also kein Risiko ein.
So findest du deinen Favoriten:
- Reiner Arbeitnehmer mit einfachem Fall: Steuerbot. Der Chat führt dich in 20 bis 30 Minuten durch, ohne Fachchinesisch.
- Erste Steuererklärung überhaupt: Steuerbot. Die vorausgefüllte Erklärung und die lockeren Fragen nehmen dir die Angst.
- Selbstständige und Freiberufler: SteuerGo. Anlage S und EÜR laufen darüber, Steuerbot fällt komplett weg.
- Vermieter oder Anleger mit Kapitalerträgen: SteuerGo, wegen Anlage V und Anlage KAP.
- Familie mit mehreren Erklärungen: SteuerGo. Mit dem Mengenrabatt zahlst du pro Erklärung deutlich weniger.
- Wer mehr Kontrolle über die Formulare will: SteuerGo, dank optionaler Formularansicht.
Wenn du deine Steuererstattung danach sinnvoll aufteilen willst, hilft dir ein klares System wie das 2-Konten-Modell. Wer noch mehr Optionen vergleichen möchte, findet bei den besten Steuer-Apps einen breiten Überblick über weitere Anbieter.
Bei SteuerGo und Steuerbot siehst du deine voraussichtliche Erstattung, bevor du zahlst. Nutze das. Liegt die Erstattung unter 50 Euro und besteht keine Abgabepflicht, kostet dich die Erklärung bei beiden Apps gar nichts.
Häufige Fragen
Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.