Deine Steuererklärung machst du 2026 in unter einer halben Stunde am Handy, oft für unter 40 Euro und manchmal komplett gratis. Der durchschnittliche Arbeitnehmer holt sich so über 1.000 Euro vom Finanzamt zurück. Steuerbot, Taxfix, WISO, CHECK24 und Co. übernehmen die Formulare, du beantwortest nur Fragen im Chat.
Die Anbieter unterscheiden sich stark: Manche kosten nichts, manche verlangen einen festen Preis pro Jahr, andere kassieren einen Anteil deiner Erstattung. Und nicht jede App passt zu jedem Fall. Ein Angestellter mit Homeoffice braucht etwas anderes als ein Selbstständiger mit Einnahmen-Überschuss-Rechnung (kurz: EÜR, die vereinfachte Gewinnermittlung für Freiberufler und Kleinunternehmer).
Welche Steuer-Apps lohnen sich im Jahr 2026?
Es gibt drei Grundtypen. Beim ersten füllst du selbst per Frage-Antwort-Prinzip aus, das machen Steuerbot, Taxfix, wundertax und SteuerGo. Beim zweiten arbeitest du mit einer vollwertigen Steuersoftware, die auch komplexe Fälle packt, dazu zählen WISO Steuer und smartsteuer. Beim dritten erledigt ein echter Steuerberater alles für dich, das ist Zasta.
Dazu kommen zwei Sonderfälle: CHECK24 macht die Steuererklärung kostenlos und landet in Tests trotzdem ganz vorn. ELSTER ist das amtliche Gratis-Portal ohne jede Hilfe, gedacht für Menschen mit Steuerwissen. Alle Anbieter mit Konzept, Preis und passender Zielgruppe auf einen Blick:
| App | Konzept | Preis 2026 | Für wen |
|---|---|---|---|
| Steuerbot | Chat, selbst ausfüllen | 39,99 Euro Festpreis | Arbeitnehmer, einfache Fälle |
| Taxfix | Frage-Antwort, selbst oder Profi | ab 49,99 Euro einmalig, Expert ab 99,99 Euro | Arbeitnehmer, Vermieter, Kapitalerträge |
| WISO Steuer | Software für alle Plattformen | 45,99 Euro einmalig oder 35,99 Euro im Abo | alle, auch Selbstständige |
| CHECK24 Steuer | Frage-Antwort mit KI | 0,00 Euro | Arbeitnehmer, Anleger, Vermieter |
| wundertax | Frage-Antwort im Browser | 34,99 Euro Festpreis | Studierende, Arbeitnehmer, Berufsgruppen |
| SteuerGo | Frage-Antwort, mehrsprachig | 34,95 Euro Festpreis | Arbeitnehmer, auch Selbstständige |
| smartsteuer | Browser-Software | 39,99 Euro für bis zu 5 Erklärungen | Familien, Selbstständige, alle |
| Zasta | Steuerberater erledigt alles | erfolgsabhängig, ab 50 Euro Mindestgebühr | Arbeitnehmer mit wenig Zeit |
| ELSTER | amtliches Portal ohne Hilfe | 0,00 Euro | alle mit Steuerwissen |
Für die meisten Nutzer gibt es eine klare Empfehlung, je nach Situation:
- Komplett gratis und trotzdem stark: CHECK24 Steuer
- Bester Allrounder auch für komplexe Fälle: WISO Steuer
- Schnellste Bedienung für einfache Fälle: Steuerbot
- Günstigster Festpreis für Studierende: wundertax
- Familien mit mehreren Erklärungen: smartsteuer
Was können die einzelnen Steuer-Apps?
Jede App hat ihren eigenen Charakter. Die eine ist in 20 Minuten durch, die andere rechnet auch Vermietung und Selbstständigkeit sauber durch. Preis, Umfang und Zielgruppe entscheiden, welche zu dir passt.
Die Finanda App verbindet Konten, Depot und Versicherungen und zeigt dir Budget, Sparziele und Verträge in Echtzeit.
Alle wichtigen Anbieter einzeln mit Stärke, Grenze und Preis:
Steuerbot
Steuerbot fühlt sich an wie ein Chat mit einem Kumpel, der zufällig alles über Steuern weiß. Du beantwortest einfache Fragen, in rund 20 bis 30 Minuten bist du durch. Die App zieht deine Daten aus dem Vorjahr und vom Finanzamt, die Abgabe läuft direkt über ELSTER. Wie sich der Chat-Ansatz gegen die Konkurrenz schlägt, zeigt der Blick auf Steuerbot und Taxfix im direkten Vergleich.
Steuerbot ist die richtige Wahl, wenn du Arbeitnehmer bist, dein Fall überschaubar ist und du einfach schnell fertig sein willst. Wer Vermietung oder Selbstständigkeit einträgt, stößt hier an die Grenze.
- Stärke: kinderleichte Chat-Bedienung, schnell fertig, kostenlose Vorab-Berechnung
- Grenze: nur einfache Arbeitnehmer-Fälle, keine Selbstständigkeit oder Vermietung
- Preis: 39,99 Euro Festpreis pro Steuerjahr, gratis bei Erstattung unter 50 Euro ohne Abgabepflicht
Taxfix
Taxfix führt dich mit rund 70 persönlichen Fragen durch die Erklärung, ganz ohne Formularwissen. In der Basic-Variante füllst du selbst aus, in der Expert-Variante übernimmt ein Steuerprofi. Vermietung und Kapitalerträge sind dabei, Selbstständigkeit nur in einfachen Kleinunternehmer-Fällen.
Wer die Expert-Option wählt, zahlt mehr, bekommt dafür aber echte Beraterhaftung. Das lohnt sich vor allem, wenn du dir bei einzelnen Posten unsicher bist.
- Stärke: gut geführtes Prinzip, Expert-Option mit echtem Profi, Zahlung erst bei Abgabe
- Grenze: Einmalzahlung teurer als Abo, keine Auslandseinkünfte, Selbstständigkeit eingeschränkt
- Preis: Basic ab 49,99 Euro einmalig oder 39,99 Euro im Abo, Expert ab 99,99 Euro
WISO Steuer
WISO Steuer ist der große Allrounder von Buhl. Du bekommst Desktop, Web und App in einem Kauf, alles synchron. Die Software rechnet auch komplexe Fälle sauber durch, von Vermietung über Kapitalerträge bis zur EÜR für Selbstständige. Im Finanztip-Test 2026 landet sie mit rund 9,53 von 10 Punkten ganz oben. Wie sie sich gegen den schnellen Chat-Ansatz schlägt, klärt der Vergleich von Steuerbot und WISO Steuer.
Der Umfang kann Einsteiger anfangs erschlagen, das stimmt. Wer aber einmal drin ist, merkt schnell, dass WISO kaum eine Frage offenlässt.
- Stärke: riesiger Funktionsumfang, bis zu 5 Erklärungen pro Lizenz, Belegabruf und Bescheidprüfung
- Grenze: der Umfang kann Einsteiger anfangs überfordern
- Preis: 45,99 Euro Einzelkauf oder 35,99 Euro im jährlichen Vorteils-Abo
CHECK24 Steuer
CHECK24 macht deine Steuererklärung kostenlos, und zwar für Einzel- und Zusammenveranlagung. Das ist kein Lockangebot, Finanztip bestätigt die 0 Euro. Du gehst per Frage-Antwort durch, fotografierst Belege ab, ein KI-Steuerberater und eine Risikoanalyse helfen mit. Im Test 2026 liegt CHECK24 mit rund 9,49 von 10 fast gleichauf mit WISO. Ob sich das Gratis-Modell gegen Steuerbot lohnt, zeigt der Vergleich von Steuerbot und CHECK24.
Der einzige Haken: Du brauchst ein CHECK24-Konto, und Gewerbe sowie Umsatzsteuererklärungen sind nicht abgedeckt. Für Arbeitnehmer, Anleger und Vermieter ist das aber kein Problem.
- Stärke: vollständig kostenlos, Top-Testergebnis, KI-Berater und Beleg-Foto-Erkennung
- Grenze: keine Umsatzsteuererklärung, eingeschränkt bei Gewerbe, Bindung ans CHECK24-Konto
- Preis: 0,00 Euro
wundertax
wundertax wirbt mit der Steuererklärung in 17 Minuten und hat für viele Gruppen eigene Varianten, etwa für Studierende inklusive Verlustvortrag, Rentner, Expats, Polizisten und Soldaten. Gerade Studierende profitieren, weil sie oft Verluste aus dem Studium später verrechnen können. Die Bedienung ist einsteigerfreundlich und schnell.
Wer komplexere Fälle hat, stößt bei wundertax an Grenzen. Für den typischen Studenten oder Berufseinsteiger mit überschaubaren Einkünften ist der Festpreis von 34,99 Euro aber kaum zu schlagen.
- Stärke: sehr günstig, spezialisierte Varianten, schnelle einfache Bedienung
- Grenze: Fokus auf einfache bis mittlere Fälle, keine persönliche Beratung
- Preis: 34,99 Euro Festpreis, im 3er-Paket 89,99 Euro
SteuerGo
SteuerGo läuft im Browser und als App, mit geführter Frage-Antwort-Führung und optionaler Formularansicht für Fortgeschrittene. Praktisch ist die Mehrsprachigkeit, unter anderem Englisch, Polnisch und Rumänisch. Selbstständige, Vermietung und Kapitalerträge sind abgedeckt. Wie sich SteuerGo gegen den Chat-Ansatz macht, zeigt der Vergleich von SteuerGo und Steuerbot.
Die Navigation ist stellenweise unübersichtlich, und die Hilfetexte könnten ausführlicher sein. Wer aber einen festen Preis ohne Abo-Falle will und vielleicht nicht auf Deutsch unterwegs ist, findet hier eine solide Lösung.
- Stärke: fester Preis ohne Abo, mehrsprachig, plattformübergreifend mit Beleg-Scan
- Grenze: Navigation teils unübersichtlich, knappe Hilfetexte
- Preis: 34,95 Euro Festpreis, im 3er-Paket 89,95 Euro
smartsteuer
smartsteuer gehört zur Haufe Group und läuft komplett im Browser, ohne Installation. Der Clou für Familien: ein Preis deckt bis zu 5 Erklärungen für dasselbe Steuerjahr ab, beim Teilen sinkt der Preis pro Erklärung auf rund 8 Euro. Selbstständige bekommen EÜR, Umsatzsteuer-Voranmeldung und Anlage S.
Der Support läuft meist per E-Mail, das kann dauern. Wer aber eine Familie mit mehreren Steuerpflichtigen hat und nicht für jede Person einzeln zahlen will, findet bei smartsteuer das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im Markt.
- Stärke: keine Installation, bis zu 5 Erklärungen pro Preis, auch für Selbstständige
- Grenze: Support meist per E-Mail, die 5 Abgaben gelten nur fürs selbe Steuerjahr
- Preis: 39,99 Euro pro Steuerjahr für bis zu 5 Erklärungen
Zasta
Zasta funktioniert nach dem Prinzip „erledigt für dich“. Echte Steuerberater erstellen und prüfen deine Erklärung, du beantwortest nur ein paar Ergänzungsfragen. Der Datenabruf beim Finanzamt läuft automatisch. Dafür zahlst du erfolgsabhängig, in der Praxis grob 20 bis 30 Prozent deiner Erstattung. Bei 1.000 Euro Erstattung sind das schnell 200 bis 300 Euro.
Das klingt teuer, und für viele ist es das auch. Wer aber kaum Zeit hat, sich mit Steuern nicht beschäftigen will und trotzdem auf der sicheren Seite sein möchte, zahlt hier für echte Beraterhaftung.
- Stärke: kaum Eigenaufwand, echte Beraterhaftung, unter 100 Euro Erstattung kostenlos
- Grenze: für viele teurer als Festpreis-Apps, nur Arbeitnehmer-Fälle
- Preis: erfolgsabhängig nach StBVV, Mindestgebühr 50 Euro
ELSTER
ELSTER ist das amtliche Portal der Steuerverwaltung und komplett kostenlos. Es kennt alle Formulare und Anlagen ohne Grenze, gibt dir aber keine Steuertipps und keine Erklärhilfe. Für Laien ist das zäh, für Menschen mit Steuerwissen ideal. Wie sich die Amtslösung gegen eine geführte App schlägt, zeigt der Vergleich von Steuerbot und ELSTER.
Die Registrierung per Post dauert einige Tage, das solltest du einplanen. Wer ELSTER kennt und nutzt, braucht keine App. Alle anderen sind mit einer geführten Lösung schneller und holen oft mehr raus.
- Stärke: kostenlos, vollständig, offiziell
- Grenze: keine Tipps, keine Optimierung, Registrierung dauert per Post einige Tage
- Preis: 0,00 Euro
Bei fast allen Anbietern kannst du deine voraussichtliche Erstattung kostenlos berechnen lassen. Du zahlst erst, wenn du die Erklärung tatsächlich abgibst. Nutze das: Rechne bei zwei oder drei Apps durch und vergleiche das Ergebnis, bevor du dich festlegst.
Welche Steuer-App passt zu dir?
Die richtige App hängt an deiner Situation und daran, wie viel du selbst machen willst. Ein Angestellter mit Pendlerpauschale und Homeoffice braucht keine teure Profi-Software, ein Selbstständiger mit EÜR schon. Stell dir kurz vor, was auf dich zutrifft, und such dir die passende Zeile raus.
Schau, welcher Typ du bist:
- Arbeitnehmer mit einfachem Fall: Steuerbot für die schnelle Chat-Abgabe oder CHECK24, wenn es gratis sein soll
- Studierende: wundertax mit eigener Studenten-Variante und Verlustvortrag zum Festpreis von 34,99 Euro
- Rentner: SteuerGo oder wundertax, für einfache Fälle auch das gratis einfachELSTER
- Selbstständige und Freiberufler: WISO Steuer oder smartsteuer, beide mit EÜR und Anlage S
- Familien mit mehreren Erklärungen: smartsteuer mit bis zu 5 Abgaben für 39,99 Euro
- Wer alles kostenlos will: CHECK24 mit voller Führung oder ELSTER mit eigenem Steuerwissen
- Wer kaum Zeit hat: Zasta, dann macht ein echter Steuerberater die Arbeit
Ein konkretes Beispiel macht den Preisunterschied deutlich. Nimm einen Angestellten mit 1.000 Euro erwarteter Erstattung und einem einfachen Fall. Was nach Abzug der Gebühr übrig bleibt:
| Lösung | Gebühr | Erstattung nach Gebühr |
|---|---|---|
| CHECK24 | 0,00 Euro | 1.000 Euro |
| SteuerGo | 34,95 Euro | rund 965 Euro |
| Steuerbot | 39,99 Euro | rund 960 Euro |
| WISO Steuer | 35,99 Euro Abo | rund 964 Euro |
| Zasta | rund 200 bis 300 Euro | rund 700 bis 800 Euro |
Der Unterschied ist enorm. Bei hoher Erstattung kostet dich das erfolgsabhängige Modell von Zasta mehrere Hundert Euro mehr als eine Festpreis-App. Dafür machst du bei Zasta fast nichts selbst, das ist der Deal.
Bevor du loslegst, ein paar Handgriffe sparen dir später Ärger. Darauf kommt es an:
- Erst rechnen lassen: alle Apps zeigen deine Erstattung gratis vorab, du zahlst erst bei Abgabe
- App zum Fall wählen: eine Chat-App scheitert an Vermietung oder Selbstständigkeit
- Belege vorher sammeln: Fotos von Rechnungen und Nachweisen bereithalten spart Zeit
- Vorjahresdaten übernehmen: das füllt viele Felder automatisch aus
- Bescheid prüfen: WISO, SteuerGo und Zasta prüfen den Steuerbescheid, nutze das
Wer CHECK24 Steuer noch nicht kennt, verschenkt bares Geld. Kostenlos, top getestet, und du brauchst kein Steuerwissen.
Uwe Lätsch, finanda
Wer zur Abgabe verpflichtet ist, muss die Steuererklärung für 2024 bis zum 31. Juli 2025 einreichen, mit Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein bis Ende Februar 2026. Wer freiwillig abgibt, hat vier Jahre Zeit. Bei 1.000 Euro Erstattung lohnt sich das Warten jedenfalls nicht.
Häufige Fragen
Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.