Steuerbot verlangt einen Festpreis von 39,99 Euro pro Steuerjahr, CHECK24 Steuer kostet dich 0,00 Euro. Beide Apps führen dich per Frage-Antwort durch die Steuererklärung und schicken sie am Ende direkt ans Finanzamt. Der Unterschied steckt darin, welche Steuerfälle sie überhaupt abdecken.
Steuerbot bleibt bewusst schlank und ist für einfache Arbeitnehmer-Fälle gemacht. CHECK24 packt Kapitalanlagen, Vermietung und sogar die EÜR (Einnahmen-Überschuss-Rechnung) für Selbstständige mit rein. Wer nur seinen Lohnsteuer-Fall abwickeln will, fährt mit beiden gut. Sobald es komplexer wird, trennen sich die Wege.
Wie funktionieren Steuerbot und CHECK24?
Beide Apps setzen auf das gleiche Grundprinzip: einfache Fragen, verständliche Sprache, kein Formular-Wirrwarr. Du klickst dich durch und die App baut daraus im Hintergrund deine Steuererklärung. Steuerdaten holen sich beide direkt vom Finanzamt, sodass du weniger selbst eintippen musst.
Der Ansatz unterscheidet sich im Detail. Steuerbot fühlt sich an wie ein Chat mit einem netten Assistenten, locker und ohne Behörden-Charme. CHECK24 arbeitet klassischer Schritt für Schritt, dafür mit ein paar smarten Extras wie Beleg-Fotos und KI-Prüfung. Welches Prinzip dir besser liegt, ist am Ende auch Geschmackssache.
Steuerbot
Steuerbot läuft komplett im Chat-Prinzip. Die App stellt dir einfache Fragen, du antwortest, und daraus entsteht Schritt für Schritt deine Steuererklärung. Das Ganze fühlt sich eher nach Messenger als nach Behörde an und dauert meist 20 bis 30 Minuten. Daten aus dem Vorjahr werden übernommen, und dank vorausgefüllter Steuererklärung ruft die App deine beim Finanzamt gespeicherten Werte ab. Am Ende geht alles direkt über die ELSTER-Schnittstelle raus. Bei Fragen steht ein Experten-Support bereit. Hinter der App steckt die Steuerbot GmbH aus Fellbach bei Stuttgart, laut Anbieter mit über 400.000 Nutzern.
| Preis | 39,99 € pro Steuerjahr (Testen kostenlos) |
| Konzept | Chat-App, Frage-Antwort |
| Für wen | Arbeitnehmer, einfache Fälle |
| Plattform | iOS, Android, Web |
| Abgabe | direkt per ELSTER |
CHECK24 Steuer
CHECK24 Steuer gibt es als Web-Version und als eigene App für iOS und Android. Auch hier klickst du dich per Frage-Antwort durch, ergänzt um praktische Helfer: Belege fotografierst du ab und die App erkennt die Daten automatisch. Ein Steuerdatenabruf zieht deine Werte vom Finanzamt, ein KI-Steuerberater beantwortet Fragen und eine KI-Risikoanalyse prüft deine Angaben auf Ungereimtheiten. Während der Eingabe siehst du live, wie sich deine voraussichtliche Rückerstattung entwickelt. Abgegeben wird volldigital über ELSTER. Betreiber ist CHECK24, genauer die Verbraucherportal Deutschland GmbH aus München.
Die Finanda App verbindet Konten, Depot und Versicherungen und zeigt dir Budget, Sparziele und Verträge in Echtzeit.
Beide Apps können deine beim Finanzamt gespeicherten Daten automatisch abrufen, zum Beispiel Lohnsteuerbescheinigung, Rentenbezüge oder Krankenversicherungsbeiträge. Das spart Zeit und reduziert Tippfehler. Du musst dafür einmalig deine ELSTER-Zugangsdaten oder dein ELSTER-Zertifikat bereithalten.
| Preis | kostenlos (0 €) |
| Konzept | Frage-Antwort-App |
| Für wen | Arbeitnehmer, auch Kapital und Vermietung |
| Plattform | iOS, Android, Web |
| Abgabe | direkt per ELSTER |
Was kosten Steuerbot und CHECK24?
Beim Preis liegen Welten zwischen den beiden. CHECK24 Steuer ist vollständig kostenlos, sowohl für die Einzel- als auch für die Zusammenveranlagung. Finanztip hat das ausdrücklich als komplett kostenlos bestätigt. CHECK24 wirbt selbst mit „0,00 Euro statt 59,99 Euro bei anderen“ und legt sogar noch CHECK24-Punkte obendrauf.
Steuerbot verlangt einen Festpreis von 39,99 Euro pro Steuerjahr. Die Erstattungsberechnung ist gratis, zahlen musst du erst, wenn du die Erklärung tatsächlich abgibst. Liegt deine erwartete Erstattung unter 50 Euro und besteht keine Abgabepflicht, bleibt es sogar kostenlos. Es gibt außerdem ein „Später zahlen“-Modell mit 35 Euro plus 10 Prozent der Erstattung. Bei 1.000 Euro Erstattung landest du damit bei rund 135 Euro, also deutlich über dem Festpreis.
| Steuerbot | CHECK24 Steuer | |
| Preis pro Steuerjahr | 39,99 Euro Festpreis | 0,00 Euro |
| Vorab-Berechnung | kostenlos | kostenlos (Live-Anzeige) |
| Kostenlos möglich | bei Erstattung unter 50 Euro ohne Abgabepflicht | immer |
| Alternativmodell | „Später zahlen“: 35 Euro + 10 % der Erstattung | keins nötig |
| Zahlung | nur per Bankeinzug | entfällt |
Steuerbot
Für 39,99 Euro bekommst du bei Steuerbot einen klaren Festpreis ohne Überraschungen, egal wie hoch deine Erstattung am Ende ausfällt. Das ist fair und planbar. Bezahlt wird nur per Bankeinzug, andere Zahlwege gibt es nicht. Das „Später zahlen“-Modell klingt bequem, weil du erst nach dem Bescheid zahlst, wird bei einer ordentlichen Erstattung aber schnell teurer. Bei durchschnittlich rund 1.240 Euro Erstattung wären das über 150 Euro statt 39,99 Euro. Der Festpreis ist in fast allen Fällen die clevere Wahl.
CHECK24 Steuer
CHECK24 Steuer kostet dich keinen Cent, Punkt. Kein Festpreis, kein erfolgsabhängiges Modell, keine versteckte Gebühr am Ende. Du gibst deine Erklärung ab und zahlst null Euro. Der einzige Haken liegt nicht im Geldbeutel, sondern bei der Bindung: Du brauchst ein CHECK24-Konto. Wer das ohnehin schon hat oder kein Problem damit hat, spart sich hier den kompletten Preis einer Steuer-App. Preislich gibt es schlicht nichts, was Steuerbot in dieser Runde schlagen könnte.
Wer nur seinen Lohnsteuer-Fall abwickeln will und kein CHECK24-Konto möchte, zahlt bei Steuerbot 39,99 Euro für ein sauberes Ergebnis. Alle anderen nehmen CHECK24 und zahlen gar nichts.
Uwe Lätsch, finanda
Welche Steuerfälle decken Steuerbot und CHECK24 ab?
Der Preis ist die eine Sache, der abgedeckte Steuerfall die andere. Genau hier gehen die beiden Apps deutlich auseinander. Steuerbot deckt bewusst nur einfache Arbeitnehmer-Fälle ab. CHECK24 geht spürbar weiter und nimmt auch Kapitalanleger, Vermieter und mit Einschränkungen sogar Selbstständige mit.
Wenn du weißt, wie dein Steuerfall aussieht, entscheidet dieser Abschnitt für dich. Eine kostenlose App bringt dir nichts, wenn sie deinen Fall gar nicht abbilden kann.
| Steuerbot | CHECK24 Steuer | |
| Arbeitnehmer | ja | ja |
| Studierende & Rentner | ja | ja |
| Kapitalanlagen | nein | ja |
| Vermietung | nein | ja |
| Selbstständige (EÜR) | nein | ja, mit Grenzen |
| Umsatzsteuererklärung | nein | nein |
Steuerbot
Steuerbot ist die App für den geradlinigen Arbeitnehmer-Fall. Wenn dein Einkommen aus nichtselbstständiger Arbeit kommt und du keine weiteren Einkunftsarten hast, bist du hier richtig. Für Selbstständige, Freiberufler, Gewerbetreibende, Vermieter oder Menschen mit Auslandseinkünften ist die App nicht gemacht.
Das deckt Steuerbot ab:
- Werbungskosten
- Pendlerpauschale
- Sonderausgaben
- außergewöhnliche Belastungen
- Kinder und Familienangaben
Passt einer dieser Punkte nicht auf dich, etwa weil du eine Wohnung vermietest oder nebenbei selbstständig bist, stößt Steuerbot an seine Grenze. Für Arbeitnehmer, Azubis, Studierende, Rentner und Familien mit Kindern reicht es dagegen locker.
CHECK24 Steuer
CHECK24 Steuer spielt beim Umfang eine Liga höher. Neben dem klassischen Lohnsteuer-Fall kommen auch kompliziertere Konstellationen rein. Selbstständige nutzen die App teilweise, weil die EÜR unterstützt wird, allerdings mit Grenzen.
Das deckt CHECK24 ab:
- Lohnsteuer für Arbeitnehmer
- Kapitalanlagen
- Vermietung und Verpachtung
- doppelte Haushaltsführung
- Studienkosten und Nebeneinnahmen
- EÜR für Selbstständige
Die klare Grenze: Eine Umsatzsteuererklärung gibt es nicht, und bei Gewerbe oder komplexeren Selbstständigen-Fällen wird es eng. Wer als Freelancer nur eine einfache EÜR braucht, kommt oft klar. Sobald Umsatzsteuer ins Spiel kommt, brauchst du eine andere Lösung.
Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) ist die vereinfachte Gewinnermittlung für Selbstständige und Freiberufler, die nicht buchführungspflichtig sind. Du listest Einnahmen und Ausgaben gegenüber und ermittelst so deinen steuerpflichtigen Gewinn. Wer mehr als 800.000 Euro Umsatz oder 80.000 Euro Gewinn im Jahr macht, muss dagegen eine doppelte Buchführung vorlegen.
Für wen lohnt sich Steuerbot oder CHECK24?
Die Entscheidung hängt fast nur an deinem Steuerfall und deiner Haltung zum CHECK24-Konto. Rein preislich gewinnt CHECK24 jede Runde, weil es nichts kostet. Nicht jeder will sich ans Konto binden, und manchmal ist die Chat-Bedienung von Steuerbot einfach angenehmer. Beides sind legitime Gründe.
So findest du deine App:
- Reiner Arbeitnehmer mit einfachem Fall: Beide passen. Willst du sparen, nimm CHECK24 (0 Euro). Magst du das Chat-Prinzip und einen Festpreis ohne Konto-Zwang, ist Steuerbot mit 39,99 Euro einen Blick wert.
- Studierende, Azubis und Rentner mit einfacher Lage: CHECK24 ist kostenlos und stark, Steuerbot punktet mit besonders leichter Bedienung.
- Kapitalanleger: Klar CHECK24, Steuerbot deckt Kapitalanlagen nicht ab.
- Vermieter: Nur CHECK24, Steuerbot ist hier raus.
- Selbstständige mit einfacher EÜR: CHECK24, solange keine Umsatzsteuererklärung nötig ist.
- Wer kein CHECK24-Konto will: Steuerbot, wenn dein Fall einfach ist.
Wer sich einen breiteren Überblick über weitere Steuer-Apps verschaffen will, findet dort auch Alternativen zu beiden Anbietern. Schau dir deinen Steuerfall einmal genau an, dann weißt du sofort, welche App für dich in Frage kommt.
Beide Apps zeigen dir deine voraussichtliche Erstattung, bevor du zahlst oder abgibst. Nutze das. Bei Steuerbot siehst du nach der kostenlosen Berechnung, ob sich die 39,99 Euro lohnen. Bei CHECK24 läuft die Live-Anzeige ohnehin die ganze Zeit mit. So weißt du schon vor der Abgabe, was dich erwartet.
Häufige Fragen
Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.