39,99 Euro pro Steuerjahr, beide gleich teuer, und trotzdem zwei komplett verschiedene Apps. Steuerbot führt dich per Chat durch deine Steuererklärung, Smartsteuer läuft im Browser und packt auch komplizierte Fälle. Beide senden am Ende direkt ans Finanzamt.
Welche App zu dir passt, hängt vor allem an deinem Steuerfall. Bist du Arbeitnehmer mit ein paar Werbungskosten? Oder selbstständig mit EÜR (Einnahmen-Überschuss-Rechnung) und Umsatzsteuer? Genau da trennen sich die beiden.
Wie funktionieren Steuerbot und Smartsteuer?
Beide Apps führen dich durch deine Steuererklärung, aber auf sehr unterschiedliche Art. Steuerbot setzt auf ein Chat-Prinzip, das sich fast wie WhatsApp anfühlt. Smartsteuer arbeitet klassischer, mit einem geführten Interview oder direkter Formulareingabe im Browser.
Dieser Unterschied entscheidet oft schon, welche App dir liegt. Willst du dich locker durchklicken, ohne über Formulare nachzudenken? Oder brauchst du Kontrolle und Überblick über alle Eingaben? Schau dir beide Ansätze kurz an.
Steuerbot
Steuerbot funktioniert im Frage-Antwort-Prinzip. Die App stellt dir einfache Fragen, du tippst deine Antworten ein, fertig. Kein Formular-Wirrwarr, keine Anlagennummern, die du erst googeln musst. In rund 20 bis 30 Minuten bist du durch, versprechen die Macher aus Fellbach bei Stuttgart.
Dahinter steckt echter Komfort. Steuerbot übernimmt Daten aus deinem Vorjahr, ruft deine vorausgefüllte Steuererklärung direkt beim Finanzamt ab und schickt am Ende alles über die ELSTER-Schnittstelle raus. Die App läuft auf iOS, Android und im Web, bei Fragen gibt es Experten-Support. Für Menschen, die Steuer bisher gehasst haben, ist dieser Chat-Ansatz ein echter Türöffner.
Die Finanda App verbindet Konten, Depot und Versicherungen und zeigt dir Budget, Sparziele und Verträge in Echtzeit.
| Preis | 39,99 € pro Steuerjahr (Testen kostenlos) |
| Konzept | Chat-App, Frage-Antwort |
| Für wen | Arbeitnehmer, einfache Fälle |
| Plattform | iOS, Android, Web |
| Abgabe | direkt per ELSTER |
Smartsteuer
Smartsteuer läuft komplett im Browser, egal ob Windows, Mac, Linux, Tablet oder Smartphone. Du musst nichts installieren, einfach einloggen und loslegen. Die Software gehört zur Haufe Group, dem Unternehmen hinter Haufe-Lexware, und wird in Deutschland mit TÜV-zertifiziertem Datenschutz gehostet.
Du wählst zwischen einem geführten Interview und der direkten Formulareingabe. Wer den Überblick behalten will, springt direkt in die Formulare. Wer lieber an die Hand genommen wird, nutzt das Interview. Auch hier gibt es die vorausgefüllte Steuererklärung, eine Live-Berechnung deiner Erstattung während der Eingabe und einen „smartCheck“, der deine Angaben vor dem Absenden prüft.
| Preis | 39,99 € (bis 5 Abgaben) |
| Konzept | Online-Software, Interview |
| Für wen | alle, auch Selbstständige |
| Plattform | Browser plus App |
| Abgabe | per ELSTER |
Was kosten Steuerbot und Smartsteuer?
Preislich starten beide beim selben Betrag, nämlich 39,99 Euro pro Steuerjahr. Bei beiden zahlst du erst, wenn du deine Erklärung tatsächlich abgibst. Rechnen und ausprobieren kostet nichts.
Der Teufel steckt im Detail. Steuerbot bietet ein alternatives Zahlmodell an, das bei hoher Erstattung deutlich teurer wird. Smartsteuer packt gleich mehrere Erklärungen in den einen Preis, was für Familien richtig Geld spart.
| Steuerbot | Smartsteuer | |
| Festpreis pro Steuerjahr | 39,99 Euro | 39,99 Euro |
| Enthaltene Erklärungen | 1 | bis zu 5 (gleiches Steuerjahr) |
| Rechnerisch pro Erklärung | 39,99 Euro | ab rund 8 Euro beim Teilen |
| Zahlung fällig | erst bei Abgabe | erst bei Abgabe |
| Alternatives Modell | 35 Euro plus 10 Prozent der Erstattung | keins |
| Kostenlos möglich | ja, unter 50 Euro Erstattung ohne Abgabepflicht | Eingabe gratis, Abgabe kostet |
Bei Steuerbot siehst du deine voraussichtliche Erstattung vorher komplett kostenlos. Liegt deine erwartete Erstattung unter 50 Euro und du hast keine Abgabepflicht, ist die Nutzung sogar gratis. Bezahlt wird ausschließlich per Bankeinzug.
Es gibt noch das Modell „Später zahlen“. Dabei kostet es 35 Euro plus 10 Prozent deiner Erstattung, und du zahlst erst nach dem Bescheid. Das klingt entspannt, kann aber teuer werden. Bei 1.000 Euro Erstattung landest du bei rund 135 Euro. Der Festpreis von 39,99 Euro ist ab einer gewissen Erstattungshöhe also klar die bessere Wahl.
Der entscheidende Vorteil von Smartsteuer steckt im Kleingedruckten. In den 39,99 Euro sind bis zu fünf Steuererklärungen für dasselbe Steuerjahr enthalten. Machst du deine Erklärung zusammen mit Partner, Eltern oder Geschwistern, landest du rechnerisch bei rund 8 Euro pro Erklärung. Die fünf Abgaben gelten allerdings nur für ein Steuerjahr, jedes weitere Jahr kostet erneut 39,99 Euro.
Bei Smartsteuer sind bis zu fünf Steuererklärungen für dasselbe Steuerjahr im Preis von 39,99 Euro enthalten. Macht ihr die Erklärungen zu fünft, zahlt jeder rechnerisch rund 8 Euro statt 39,99 Euro.
Welche Steuerfälle decken Steuerbot und Smartsteuer ab?
Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Steuerbot ist bewusst schlank gehalten und deckt einfache Arbeitnehmer-Fälle ab. Smartsteuer geht deutlich weiter und schafft auch Selbstständige, Vermieter und Kapitalanleger.
Bevor du dich entscheidest, schau ehrlich auf deinen eigenen Fall. Ein Studi mit Nebenjob braucht etwas völlig anderes als ein Freiberufler mit EÜR und Umsatzsteuer-Voranmeldung.
| Steuerbot | Smartsteuer | |
| Arbeitnehmer | ja | ja |
| Studierende und Azubis | ja | ja |
| Rentner | ja | ja |
| Selbstständige und Freiberufler | nein | ja, inkl. EÜR und Anlage S |
| Vermieter | nein | ja, Anlage V |
| Kapitalanleger | begrenzt | ja, Anlage KAP |
| Auslandseinkünfte | nein | ja |
Steuerbot ist für einfache Steuerfälle gebaut, konkret für Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit. Als Arbeitnehmer, Azubi, Studi, Rentner oder Familie mit Kindern bist du hier gut aufgehoben. Die App holt das Übliche raus, ohne dass du Fachbegriffe kennen musst.
Das deckt Steuerbot ab:
- Werbungskosten wie Arbeitsmittel und Fortbildungen
- Pendlerpauschale für den Arbeitsweg
- Sonderausgaben etwa für Versicherungen
- außergewöhnliche Belastungen
- Kinder und passende Freibeträge
Bist du selbstständig, freiberuflich tätig, hast ein Gewerbe, vermietest eine Wohnung oder hast Einkünfte aus dem Ausland, ist Steuerbot nicht für dich gemacht. Dann brauchst du eine Lösung mit mehr Anlagen, und da kommt Smartsteuer ins Spiel.
Smartsteuer spielt in einer anderen Liga, wenn es um den Umfang geht. Neben allen Arbeitnehmer-Fällen deckt die Software auch Selbstständige und Freiberufler ab, inklusive EÜR, Umsatzsteuer-Voranmeldung und Anlage S. Vermieter, Kapitalanleger und Rentner finden ebenfalls die passenden Anlagen.
Diese Anlagen bringt Smartsteuer mit:
- Anlage N für Arbeitnehmer
- Anlage KAP für Kapitalerträge
- Anlage V für Vermietung
- Anlage S und G für Selbstständige und Gewerbe
- Anlagen AV, Kind, R und L
- EÜR und Umsatzsteuer-Voranmeldung für Betriebe
Damit ist Smartsteuer die deutlich breitere Wahl. Wer verschiedene Einkunftsarten unter einen Hut bringen muss, kommt an so einer umfassenden Lösung kaum vorbei. Für den reinen Arbeitnehmer ist der ganze Funktionsumfang dagegen mehr, als er braucht.
Steuerbot wirbt mit einer durchschnittlichen Erstattung von rund 1.240 Euro, Smartsteuer mit rund 1.432 Euro. Deine tatsächliche Erstattung hängt allein von deinem persönlichen Steuerfall ab, nicht von der App.
Für wen lohnt sich Steuerbot oder Smartsteuer?
Die Wahl fällt leichter, wenn du deinen Nutzertyp kennst. Beide Apps machen ihren Job gut, nur eben für unterschiedliche Menschen. Steuerbot punktet mit Einfachheit, Smartsteuer mit Reichweite.
Wenn du zwischen mehreren Optionen schwankst, hilft auch ein Blick auf die besten Steuer-Apps im direkten Vergleich. So findest du deinen Favoriten:
- Reiner Arbeitnehmer mit einfachem Fall: Steuerbot. Der Chat führt dich in einer halben Stunde durch, ohne Fachchinesisch.
- Studi, Azubi oder Rentner mit überschaubarem Fall: Steuerbot reicht locker und ist bei kleiner Erstattung sogar gratis.
- Selbstständige und Freiberufler: Smartsteuer, denn nur dort gibt es EÜR, Umsatzsteuer-Voranmeldung und Anlage S.
- Vermieter und Kapitalanleger: Smartsteuer mit den passenden Anlagen V und KAP.
- Familien, die mehrere Erklärungen machen: Smartsteuer, weil bis zu fünf Erklärungen in einem Preis stecken.
- Wer maximalen Überblick über Formulare will: Smartsteuer mit direkter Formulareingabe.
Steuerbot gewinnt, wenn es einfach und schnell gehen soll. Smartsteuer macht das Rennen, sobald dein Steuerfall komplexer wird oder mehrere Personen mitmachen. Mach dir am besten bei beiden einen kostenlosen Probelauf, bevor du zahlst, denn gezahlt wird ohnehin erst bei der Abgabe.
Wer seinen Steuerfall nicht kennt, wählt die falsche App. Schau zuerst, ob du selbstständig bist oder vermietest, dann ist die Entscheidung zwischen Steuerbot und Smartsteuer in zwei Minuten getroffen.
Uwe Lätsch, finanda
Häufige Fragen
Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.