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Steuerbot vs Elster: Wer macht das Rennen?

Uwe Lätsch
Uwe Lätsch
Finanzexperte bei Finanda · Aktualisiert am 24. August 2026

Steuerbot führt dich per Chat durch die Steuererklärung, Elster ist das amtliche Portal der Finanzverwaltung. Das eine kostet 39,99 Euro pro Steuerjahr und redet mit dir wie ein netter Kumpel, das andere ist komplett kostenlos, lässt dich aber mit den Formularen allein.

Beide senden deine Erklärung ans Finanzamt, und Steuerbot nutzt dafür sogar die ELSTER-Schnittstelle im Hintergrund. Die Frage ist also nicht, wer offiziell abgibt, sondern wie viel Hilfe du unterwegs bekommst und was dich das kostet. Für einfache Arbeitnehmer-Fälle sieht der Vergleich völlig anders aus als für Selbstständige.

Wie funktionieren Steuerbot und Elster?

Der größte Unterschied zwischen den beiden steckt schon im Ansatz. Steuerbot fragt dich Schritt für Schritt durch den Prozess, Elster erwartet, dass du selbst weißt, wo was hingehört. Das entscheidet, ob du entspannt durchkommst oder dir die Haare raufst.

Beide führen zum selben Ziel: einer elektronisch übermittelten Steuererklärung. Der Weg dahin unterscheidet sich aber wie eine geführte Wanderung von einer Solo-Tour ohne Karte. Was das im Alltag bedeutet, zeigt ein Blick auf die beiden Ansätze.

Steuerbot

Steuerbot funktioniert wie ein Chat. Die App stellt dir einfache Fragen, du antwortest, und daraus baut sich deine Steuererklärung zusammen. Kein Formularchaos, keine Fachbegriffe, die dich erschlagen. Das Ganze läuft auf iOS, Android und im Web und dauert meist 20 bis 30 Minuten.

Deine Daten aus dem Vorjahr übernimmt die App automatisch, und über den Datenabruf beim Finanzamt kommen viele Felder schon vorausgefüllt rein. Am Ende schickt Steuerbot alles direkt über die ELSTER-Schnittstelle ans Finanzamt. Bei Fragen gibt es Experten-Support. Laut Anbieter aus Fellbach bei Stuttgart nutzen das über 400.000 Leute.

Preis39,99 € pro Steuerjahr (Testen kostenlos)
KonzeptChat-App, Frage-Antwort
Für wenArbeitnehmer, einfache Fälle
PlattformiOS, Android, Web
Abgabedirekt per ELSTER

Elster

Elster ist das offizielle Online-Finanzamt von Bund und Ländern. Du meldest dich bei Mein ELSTER im Web an, die ElsterSecure-App hilft beim Login, dazu gibt es die MeinELSTER+-App. Das ist das amtliche Original, über das am Ende alle anderen Tools sowieso senden.

Die Bedienung folgt der amtlichen Formularlogik. Keine netten Fragen, keine Erklärhilfe, du musst selbst wissen, welche Anlage du brauchst und wo deine Werbungskosten reingehören. Die vorausgefüllte Steuererklärung per Belegabruf gibt es hier ebenfalls. Seit Juli 2026 bringt die MeinELSTER+-App eine Ein-Klick-Steuererklärung, allerdings zunächst nur für ledige, kinderlose Arbeitnehmer und Rentner ohne weitere Einkünfte.

Registrierung bei Elster einplanen

Die einmalige Registrierung bei Elster dauert mehrere Tage, weil dir ein Aktivierungscode per Post zugeschickt wird. Wenn die Abgabefrist näher rückt, kann das eng werden. Melde dich also früh genug an, bevor du mit dem Ausfüllen anfängst.

Preiskostenlos
Konzeptamtliches Formular-Portal
Für wenalle, mit Steuerwissen
PlattformWeb plus ElsterSecure-App
Abgabeamtliche Übermittlung

Was kosten Steuerbot und Elster?

Beim Preis trennen sich die Wege deutlich. Elster kostet nichts, keinen Cent, auch die Registrierung ist gratis. Steuerbot verlangt einen Festpreis, dafür bekommst du aber die Führung durch den ganzen Prozess.

Spannend wird es bei Steuerbot durch die zwei Zahlmodelle. Der Festpreis liegt bei 39,99 Euro pro Steuerjahr, alternativ gibt es das Modell „Später zahlen“. Das kann günstiger, aber auch deutlich teurer werden, je nach Höhe deiner Erstattung.

SteuerbotElster
Preis pro Steuerjahr39,99 Euro Festpreiskostenlos
Alternatives Modell„Später zahlen“: 35 Euro plus 10 Prozent der Erstattungkeins nötig
Vorab-Berechnungkostenlos, Zahlung erst bei AbgabeBerechnung nach Eingabe
Kostenlos möglichja, wenn Erstattung unter 50 Euro und keine Abgabepflichtimmer
Zahlungnur per Bankeinzugentfällt

Steuerbot

Steuerbot rechnet dir die voraussichtliche Erstattung vorab kostenlos aus. Gezahlt wird erst, wenn du tatsächlich abgibst. Liegt deine erwartete Erstattung unter 50 Euro und du hast keine Abgabepflicht, ist das Ganze sogar gratis. Der beworbene Durchschnitt liegt bei rund 1.240 Euro Erstattung.

Beim Modell „Später zahlen“ zahlst du 35 Euro plus 10 Prozent deiner Erstattung, erst nach dem Bescheid. Bei 1.000 Euro Erstattung sind das rund 135 Euro. Rechne das durch: Ab einer gewissen Erstattungshöhe fährst du mit dem Festpreis von 39,99 Euro deutlich besser. Bezahlen kannst du nur per Bankeinzug.

Elster

Elster ist und bleibt kostenlos. Egal wie hoch deine Erstattung ausfällt, egal wie viele Anlagen du ausfüllst, du zahlst nichts. Das ist der unschlagbare Vorteil des amtlichen Systems.

Der Haken: Du bekommst keine Steuertipps und keine Optimierungshinweise. Elster berechnet dein Ergebnis nur nach dem, was du eingibst. Wenn du eine absetzbare Ausgabe nicht kennst, holt Elster sie nicht für dich raus. Sparst du dir die 39,99 Euro, verschenkst du unter Umständen mehr an entgangener Erstattung. Einen weiteren Vergleich rund um Steuertools findest du in unserer Übersicht der besten Steuer-Apps.

Uwe Lätsch, finanda

Wer Elster nutzt und keine Ahnung hat, was er absetzen kann, verschenkt oft mehr Geld als die App-Gebühr kostet.

Uwe Lätsch, finanda

Welche Steuerfälle decken Steuerbot und Elster ab?

Nicht jede App kann jeden Fall. Steuerbot ist bewusst auf einfache Arbeitnehmer-Fälle zugeschnitten. Elster kann dagegen alles, verlangt aber, dass du selbst weißt, was du tust.

Wenn du selbstständig bist, vermietest oder Auslandseinkünfte hast, wird die Wahl schnell klar. Für den klassischen Angestellten sieht die Sache wieder anders aus.

Steuerbot

Steuerbot deckt die typischen Themen von Arbeitnehmern, Azubis, Studierenden, Rentnern und Familien mit Kindern ab. Alles, was mit Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit zu tun hat, läuft hier rund.

Das packt Steuerbot ohne Probleme:

  • Werbungskosten
  • Pendlerpauschale
  • Sonderausgaben
  • außergewöhnliche Belastungen
  • Kinder und Familie

Bist du selbstständig, freiberuflich tätig, hast ein Gewerbe, vermietest eine Wohnung oder hast Einkünfte aus dem Ausland, kommst du mit der App nicht weit. Für diese Fälle ist sie schlicht nicht gebaut.

Elster

Elster kennt keine Grenzen bei den Steuerfällen. Alle amtlichen Formulare und Anlagen stehen dir offen, ohne Beschränkung. Damit ist Elster das einzige der beiden Tools, das komplexe Fälle abdecken kann.

Das deckt Elster ab:

  • Einkünfte aus selbstständiger Arbeit und Gewerbe
  • Vermietung und Verpachtung
  • Auslandseinkünfte
  • alle Arbeitnehmer-Themen
  • vereinfachte Varianten wie einfachELSTER für Rentner und einfachELSTERplus für einfache Arbeitnehmer-Fälle

Die Grenze liegt woanders: Elster gibt dir keine Steuertipps und keine Optimierungshinweise. Du musst selbst wissen, welche Anlage du brauchst und was du absetzen kannst. Für absolute Laien ist das mühsam.

SteuerbotElster
Arbeitnehmer-Fällejaja
Selbstständige und Gewerbeneinja
Vermietungneinja
Auslandseinkünfteneinja
Steuertipps und Optimierungjanein
Führung durch Fragenjanein
Durchschnittliche Erstattung bei Steuerbot

Laut Anbieter erhalten Steuerbot-Nutzer im Schnitt rund 1.240 Euro Erstattung zurück. Das liegt daran, dass die App aktiv auf absetzbare Ausgaben hinweist, die viele Nutzer sonst übersehen würden.

Für wen lohnt sich Steuerbot oder Elster?

Am Ende hängt die Entscheidung an deinem Steuerfall und daran, wie viel Hilfe du brauchst. Wer sich mit Steuern auskennt und keinen Cent ausgeben will, greift zu Elster. Wer sich nicht durch Formulare quälen möchte, ist mit Steuerbot besser dran.

So ordnest du dich schnell ein:

  • Arbeitnehmer mit einfachem Fall, der Hilfe will: Steuerbot. Die Chat-Führung nimmt dir die Angst vor den Formularen ab, und der Festpreis von 39,99 Euro ist überschaubar.
  • Steuer-Profi oder wer sich einliest: Elster. Kostenlos, alle Formulare, kein Vermittler dazwischen.
  • Selbstständige, Vermieter oder Auslandseinkünfte: Elster. Steuerbot kann diese Fälle gar nicht.
  • Rentner mit einfacher Lage: einfachELSTER als kostenlose Variante oder Steuerbot für die geführte Version.
  • Wer maximal Erstattung rausholen will: Steuerbot, wegen der Steuertipps und der Vorab-Berechnung.
  • Wer keinen Euro ausgeben will: immer Elster.

Willst du noch andere Tools gegenüberstellen, lohnt ein Blick auf den Vergleich von Steuerbot und Taxfix oder auf SteuerGo gegen Steuerbot.

Tipp: Vorab-Berechnung nutzen

Bei Steuerbot kannst du deine voraussichtliche Erstattung kostenlos berechnen lassen, bevor du einen Cent zahlst. Das lohnt sich als erster Check, auch wenn du danach doch zu Elster wechselst.

Häufige Fragen

Ist Elster komplett kostenlos?+
Ja, Elster kostet dich keinen Cent. Sowohl die Registrierung als auch die komplette Nutzung sind gratis, weil es das offizielle System der Steuerverwaltung von Bund und Ländern ist. Du zahlst nichts, egal wie hoch deine Erstattung ausfällt.
Was kostet Steuerbot pro Steuerjahr?+
Steuerbot kostet 39,99 Euro Festpreis pro Steuerjahr für die Abgabe. Die Erstattungsberechnung vorab ist kostenlos, gezahlt wird erst bei der tatsächlichen Abgabe. Liegt deine erwartete Erstattung unter 50 Euro und besteht keine Abgabepflicht, ist es gratis.
Kannst du mit Steuerbot als Selbstständiger deine Steuer machen?+
Nein, Steuerbot ist nur für einfache Arbeitnehmer-Fälle gebaut. Selbstständige, Freiberufler, Gewerbetreibende, Vermieter und Menschen mit Auslandseinkünften kommen mit der App nicht weiter. Für diese Fälle brauchst du Elster oder ein anderes Tool.
Nutzt Steuerbot auch die Elster-Schnittstelle?+
Ja, Steuerbot übermittelt deine fertige Steuererklärung direkt über die ELSTER-Schnittstelle ans Finanzamt. Im Hintergrund läuft also dasselbe amtliche System. Der Unterschied liegt nur in der Führung davor, denn Steuerbot fragt dich alles per Chat ab.
Wie lange dauert die Registrierung bei Elster?+
Die einmalige Registrierung bei Elster dauert einige Tage, weil dir ein Aktivierungscode per Post zugeschickt wird. Plane das rechtzeitig ein, besonders wenn die Abgabefrist näher rückt. Bei Steuerbot geht der Start deutlich schneller.
Gibt Elster dir Steuertipps zur höheren Erstattung?+
Nein, Elster berechnet dein Ergebnis nur nach deinen Eingaben und gibt keine Optimierungshinweise. Wenn du eine absetzbare Ausgabe nicht kennst, holt Elster sie nicht für dich raus. Genau dabei hilft dir Steuerbot mit seiner geführten Abfrage.
Ist Elster komplett kostenlos?+
Ja, Elster kostet dich keinen Cent. Sowohl die Registrierung als auch die komplette Nutzung sind gratis, weil es das offizielle System der Steuerverwaltung von Bund und Ländern ist. Du zahlst nichts, egal wie hoch deine Erstattung ausfällt.
Was kostet Steuerbot pro Steuerjahr?+
Steuerbot kostet 39,99 Euro Festpreis pro Steuerjahr für die Abgabe. Die Erstattungsberechnung vorab ist kostenlos, gezahlt wird erst bei der tatsächlichen Abgabe. Liegt deine erwartete Erstattung unter 50 Euro und besteht keine Abgabepflicht, ist es gratis.
Kannst du mit Steuerbot als Selbstständiger deine Steuer machen?+
Nein, Steuerbot ist nur für einfache Arbeitnehmer-Fälle gebaut. Selbstständige, Freiberufler, Gewerbetreibende, Vermieter und Menschen mit Auslandseinkünften kommen mit der App nicht weiter. Für diese Fälle brauchst du Elster oder ein anderes Tool.
Nutzt Steuerbot auch die Elster-Schnittstelle?+
Ja, Steuerbot übermittelt deine fertige Steuererklärung direkt über die ELSTER-Schnittstelle ans Finanzamt. Im Hintergrund läuft also dasselbe amtliche System. Der Unterschied liegt nur in der Führung davor, denn Steuerbot fragt dich alles per Chat ab.
Wie lange dauert die Registrierung bei Elster?+
Die einmalige Registrierung bei Elster dauert einige Tage, weil dir ein Aktivierungscode per Post zugeschickt wird. Plane das rechtzeitig ein, besonders wenn die Abgabefrist näher rückt. Bei Steuerbot geht der Start deutlich schneller.
Gibt Elster dir Steuertipps zur höheren Erstattung?+
Nein, Elster berechnet dein Ergebnis nur nach deinen Eingaben und gibt keine Optimierungshinweise. Wenn du eine absetzbare Ausgabe nicht kennst, holt Elster sie nicht für dich raus. Genau dabei hilft dir Steuerbot mit seiner geführten Abfrage.
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Uwe Lätsch
GESCHRIEBEN VON
Uwe Lätsch

Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.

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