Finanzguru und Revolut werden oft in einem Atemzug genannt, obwohl beide Apps kaum unterschiedlicher sein könnten. Finanzguru ist ein Multibanking-Tool aus Frankfurt, das deine bestehenden Konten bündelt und deine Ausgaben sortiert. Revolut ist eine eigene Bank aus Litauen mit Karte, Trading und Fremdwährungskonto.
Die eine App schaut auf dein Geld, die andere hält es selbst. Genau das entscheidet, welche zu dir passt. Wer im Ausland zahlt und Währungen tauscht, braucht etwas anderes als jemand, der seine drei Girokonten endlich in einer Übersicht haben will.
Was steckt hinter den beiden Anbietern?
Finanzguru kommt von der dwins GmbH aus Frankfurt am Main und steht unter Aufsicht der BaFin. Die App verbindet sich mit über 3.000 Banken, Depots und sogar Krypto-Wallets und zeigt dir alles an einem Ort. Deine Umsätze landen automatisch in Kategorien, deine Abos werden erkannt, und Verträge lassen sich per Fingertipp kündigen. Die Basisversion ist dauerhaft kostenlos, das Plus-Abo startet ab 2,99 Euro pro Monat.
Revolut ist etwas grundlegend anderes. Dahinter steht die Revolut Bank UAB mit Sitz in Vilnius, Litauen, mit einer EU-Vollbanklizenz der litauischen Notenbank und einer deutschen Niederlassung unter BaFin-Aufsicht. Revolut schaut nicht auf deine bestehenden Konten, sondern ist selbst ein Konto mit Karte. Du bekommst eine Debitkarte von Visa oder Mastercard, kannst in über 80 Kryptowährungen handeln und Geld in Fremdwährungen tauschen. Seit Ende 2024 gibt es für Neukunden auch eine deutsche IBAN.
Die Finanda App verbindet Konten, Depot und Versicherungen und zeigt dir Budget, Sparziele und Verträge in Echtzeit.
Den Grundunterschied kannst du dir so merken.
- Finanzguru ist ein Multibanking-Tool, das deine vorhandenen Konten bündelt und analysiert.
- Revolut ist eine eigene Bank mit Karte, Konto und Anlageprodukten.
- Finanzguru hilft dir beim Sparen und Aufräumen, Revolut beim Zahlen und Investieren.
- Beide stehen unter BaFin-Aufsicht, sitzen aber in verschiedenen Ländern.
Wer also erwartet, mit Revolut seine Sparkasse und sein DKB-Konto in einer Ansicht zu sehen, wird enttäuscht. Und wer mit Finanzguru im Urlaub günstig zahlen will, sucht vergeblich nach einer Karte. Beide Apps lösen echte Probleme, nur eben verschiedene.
Welche Funktionen bieten die beiden Anbieter im direkten Vergleich?
Beide Apps können deine Ausgaben nach Kategorien sortieren, aber der Rest geht in getrennte Richtungen. Finanzguru dreht sich um den Überblick über alles, was du schon hast. Deine Girokonten, dein Sparbuch, dein Depot und deine Verträge landen in einer Ansicht. Dazu kommt die Kündigung von Verträgen und ein Versicherungscheck, der dir zeigt, wo du über- oder unterversichert bist.
Revolut spielt seine Stärke woanders aus. Multibanking fremder Konten ist kein Kernmerkmal, dafür bekommst du Unterkonten für Sparziele, Krypto-Handel, Aktien- und ETF-Trading mit über 6.000 Werten und verzinste Sparprodukte mit täglicher Gutschrift. Wer eine passende Alternative zu Finanzguru sucht, sollte diesen Unterschied genau kennen, weil die Apps nicht dasselbe Problem lösen.
| Finanzguru | Revolut | |
|---|---|---|
| Multibanking fremder Konten | Ja, über 3.000 Banken | Nein, kein Kernmerkmal |
| Automatische Kategorisierung | Ja | Ja |
| Vertrags- und Abo-Erkennung | Ja | Nein |
| Vertragskündigung per App | Ja, kostenlos | Nein |
| Versicherungscheck | Ja | Nein |
| Eigenes Konto mit Karte | Nein | Ja, Visa/Mastercard |
| Krypto-Handel | Nur Anzeige | Ja, über 80 Währungen |
| Aktien- und ETF-Trading | Nein | Ja, über 6.000 Werte |
| Fremdwährungskonto | Nein | Ja |
Bei Finanzguru hängt der Funktionsumfang stark am Tarif. In der kostenlosen Version siehst du nur die letzten drei Monate deiner Umsätze und kannst genau ein Budget anlegen. Für die volle Buchungshistorie, unbegrenzte Budgets und die Prognose, ob dein Geld bis Monatsende reicht, brauchst du das Plus-Abo.
Diese Grenzen der Gratisversion solltest du kennen, bevor du dich entscheidest.
- Finanzguru Free zeigt nur die letzten drei Monate deiner Buchungen.
- Free erlaubt nur ein einziges Budget, Plus hebt die Grenze auf.
- Die Monatsend-Prognose und die Langzeitanalyse gibt es nur mit Plus.
- Excel- und CSV-Export sind ebenfalls dem Plus-Abo vorbehalten.
Für viele Familien reicht die Free-Version trotzdem aus, um einen ersten Überblick zu bekommen. Wer aber wirklich verstehen will, wohin das Geld jeden Monat fließt, stößt schnell an die Grenzen der kostenlosen Stufe.
Die kostenlose Version zeigt dir Konten, Kategorien und Abos. Drei Monate Buchungshistorie, ein Budget, keine Prognose. Für den ersten Überblick reicht das. Wer tiefer einsteigen will, zahlt ab 2,99 Euro pro Monat.
Was kosten die beiden Anbieter im Vergleich?
Beide starten mit einer kostenlosen Stufe, doch danach unterscheidet sich das Preismodell komplett. Finanzguru hat genau zwei Ebenen: Free und Plus. Das Plus-Abo startet ab 2,99 Euro pro Monat, wobei der Anbieter laufend mit verschiedenen Preisen testet. Im App Store tauchen deshalb auch 3,49, 3,99 oder 4,99 Euro pro Monat auf, der Jahrespreis liegt laut Store bei rund 29,99 Euro und variiert ebenfalls.
Revolut staffelt in fünf Kontomodellen, vom kostenlosen Standard bis zum teuren Ultra. Die Preise gelten Stand 2026 nach einer Erhöhung, wobei Standard und Plus unveränderter bleiben. Je höher der Tarif, desto mehr Gratis-Abhebungen und Sonderleistungen bekommst du.
| Tarif | Finanzguru | Revolut |
|---|---|---|
| Kostenlos | Free, dauerhaft 0 Euro | Standard, 0 Euro |
| Erste Bezahlstufe | Plus ab 2,99 Euro/Monat | Plus 2,99 Euro/Monat |
| Weitere Stufen | keine weiteren | Premium 8,99 Euro/Monat |
| Höhere Stufen | keine weiteren | Metal 15,99 Euro/Monat |
| Top-Tarif | keine weiteren | Ultra 65 Euro/Monat |
Rechne einmal mit, was ein Abo aufs Jahr bedeutet. Ein Monatspreis wirkt klein, summiert sich aber schnell. Aus scheinbar günstigen 8,99 Euro werden über zwölf Monate rund 108 Euro.
| Tarif | Pro Monat | Pro Jahr (×12) |
|---|---|---|
| Finanzguru Plus (Einstieg) | 2,99 Euro | 35,88 Euro |
| Revolut Plus | 2,99 Euro | 35,88 Euro |
| Revolut Premium | 8,99 Euro | 107,88 Euro |
| Revolut Metal | 15,99 Euro | 191,88 Euro |
| Revolut Ultra | 65 Euro | 780 Euro |
Ein wichtiger Punkt zum Geschäftsmodell von Finanzguru: Der Anbieter finanziert sich neben dem Plus-Abo über Vermittlungsprovisionen, etwa beim Wechsel von Versicherungen oder Verträgen. Beim Thema Sparen und Kündigen solltest du deshalb immer selbst prüfen, ob ein empfohlenes Angebot wirklich das beste für dich ist.
Wer Revolut Ultra für 65 Euro im Monat abonniert, zahlt 780 Euro im Jahr für eine App. Das ist mehr als viele Haushalte für ihre gesamte Versicherung ausgeben.
Uwe Lätsch, finanda
Wie schlägt sich Revolut beim Bezahlen im Ausland?
Finanzguru hat keine eigene Karte und kein eigenes Konto, also gibt es beim Bezahlen im Ausland auch nichts zu holen. Die App bildet nur ab, was auf deinen bestehenden Konten passiert. Reist du viel, brauchst du weiterhin eine passende Karte deiner Hausbank oder eben ein Konto wie Revolut.
Revolut ist genau für diesen Fall gebaut. Du kannst Geld in Fremdwährungen tauschen, im kostenlosen Standard-Tarif bis 1.000 Euro pro Monat zu echten Interbank-Kursen. Darüber fällt ein Aufschlag an, am Wochenende bei Standard rund ein Prozent. Beim Geldabheben sind im Standard bis 200 Euro oder fünf Abhebungen pro Monat gratis, danach kostet es Gebühr. Im Plus-Tarif steigt die Grenze auf 400 Euro, höhere Tarife bieten deutlich mehr.
Das musst du beim Auslandseinsatz von Revolut im Kopf behalten.
- Kostenloser Fremdwährungstausch im Standard nur bis 1.000 Euro pro Monat.
- Am Wochenende fällt bei Standard ein Aufschlag von rund einem Prozent an.
- Gratis-Abhebungen im Standard sind auf 200 Euro oder fünf Vorgänge im Monat begrenzt.
- Virtuelle und Einweg-Karten schützen dich beim Online-Shopping im Ausland.
Zur Sicherheit gehört ein klarer Hinweis. Deine Einlagen bei Revolut sind über das litauische Einlagensicherungssystem bis 100.000 Euro geschützt. Es gibt aber wiederkehrend Berichte über plötzliche Konto- oder Kartensperrungen, deren Klärung sich ziehen kann. Der Support läuft vor allem über Chat, Telefon gibt es erst in höheren Tarifen. Wer sein einziges Konto bei Revolut führen will, sollte das einkalkulieren.
Viele Nutzer führen Revolut als Reisekonto neben ihrem deutschen Girokonto. So profitierst du von günstigen Wechselkursen im Urlaub, ohne dein Hauptkonto zu riskieren. Bei einer Sperrung hast du immer noch Zugriff auf dein Geld.
Für wen eignet sich welche App am besten?
Die Entscheidung fällt leichter, wenn du dir klarmachst, was du eigentlich willst. Suchst du Ordnung in deinen Finanzen und willst mehrere Konten samt Verträgen in einer Übersicht, ist Finanzguru dein Werkzeug. Willst du dagegen günstig im Ausland zahlen, Währungen tauschen und nebenbei traden, führt kaum ein Weg an Revolut vorbei.
Es gibt aber eine dritte Option, wenn dir vor allem der Überblick über dein Geld wichtig ist und du dafür nichts zahlen willst. finanda von der Vinlivt GmbH aus München ist dauerhaft kostenlos für dich als Privatnutzer, mit Multibanking, digitalem Haushaltsbuch in Echtzeit und automatischer Kategorisierung. Die Server stehen ausschließlich in Deutschland. Ehrlich bleibt zu sagen, dass der Zugang meist über einen Einladungscode eines Beraters läuft und Sparttöpfe erst angekündigt sind.
| Nutzertyp | Passende App |
|---|---|
| Mehrere Konten und Verträge im Blick behalten | Finanzguru |
| Viel im Ausland zahlen und Währungen tauschen | Revolut |
| Traden, Krypto und Karte in einer App bündeln | Revolut |
| Kostenlosen Überblick mit Servern in Deutschland | finanda |
| Abos erkennen und Verträge kündigen | Finanzguru |
Für viele Menschen ergibt sogar eine Kombination Sinn. Revolut als Konto für Reisen und Investieren, dazu Finanzguru oder finanda als Überblick über alle Konten. So nutzt du die Stärke jeder App und vermeidest, dass eine allein etwas leisten soll, wofür sie nicht gebaut wurde. Probiere beide kostenlos aus und entscheide dann, ob du ein Abo wirklich brauchst.
finanda ist für Privatnutzer dauerhaft kostenlos. Den öffentlichen Einladungscode 111790 findest du auf der Website. Die App läuft auf iOS und Android, die Server stehen in Deutschland.
Häufige Fragen
Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.