N26 und bunq sind zwei rein digitale Banken, die dein komplettes Girokonto in eine App packen. Beide starten mit einem kostenlosen Tarif, beide setzen auf schnelle Kontoeröffnung per Smartphone. Trotzdem passen sie zu ganz unterschiedlichen Menschen.
N26 hat eine deutsche Banklizenz und ein integriertes Depot für Aktien, ETFs und Krypto. bunq lockt mit 2,01 Prozent Zinsen aufs Guthaben, vielen Unterkonten und mehreren IBANs. Welche der beiden Apps besser zu dir passt, hängt davon ab, ob du eher sparen, anlegen oder viel reisen willst.
Wer steckt hinter N26 und bunq?
N26 kommt aus Berlin und wird von der N26 Bank SE betrieben. Die Bank hat eine deutsche BaFin-Vollbanklizenz, dein Geld ist über die deutsche Einlagensicherung bis 100.000 Euro geschützt. Dein Konto eröffnest du in wenigen Minuten per Smartphone, Filialen gibt es keine.
bunq sitzt in Amsterdam und hat eine eigene europäische Vollbanklizenz, beaufsichtigt von der niederländischen Zentralbank. Deine Einlagen sichert das niederländische System bis 100.000 Euro ab, also nicht die deutsche Sicherung. Wenn du in Deutschland wohnst, bekommst du bei bunq trotzdem eine deutsche DE-IBAN. Auch bunq ist eine reine Banking-App ohne Filialen.
Beide bieten einen kostenlosen Einstiegstarif und mehrere Bezahltarife obendrauf. Die wichtigsten Eckdaten im direkten Vergleich:
| N26 | bunq | |
|---|---|---|
| Anbieter | N26 Bank SE, Berlin | bunq B.V., Amsterdam |
| Banklizenz | deutsche BaFin-Vollbanklizenz | europäische Vollbanklizenz (Niederlande) |
| Einlagensicherung | deutsche Sicherung bis 100.000 Euro | niederländische Sicherung bis 100.000 Euro |
| IBAN in Deutschland | DE-IBAN | DE-IBAN für Neukunden in Deutschland |
| Günstigster Tarif | 0 Euro (Standard) | 0 Euro (Free) |
| Teuerster Tarif | 16,90 Euro/Monat (Metal) | 18,99 Euro/Monat (Elite) |
Der größte Unterschied auf dem Papier ist die Herkunft der Einlagensicherung. Beide Beträge liegen bei 100.000 Euro, aber im Ernstfall greift bei N26 die deutsche und bei bunq die niederländische Behörde. Für den Alltag spielt das kaum eine Rolle, für manche ist das deutsche System aber ein besseres Gefühl.
Die Finanda App verbindet Konten, Depot und Versicherungen und zeigt dir Budget, Sparziele und Verträge in Echtzeit.
Welche Funktionen bieten N26 und bunq?
Beide Apps können die Basics: Konto per Handy führen, Ausgaben sortieren, Echtzeitbenachrichtigungen bei jeder Zahlung. Danach gehen sie in verschiedene Richtungen. N26 setzt auf Geldanlage direkt in der App, bunq auf Unterkonten, Zinsen und Reisefunktionen.
N26 bietet bis zu 10 Unterkonten mit eigener IBAN, sogenannte Spaces, in denen du Geld für bestimmte Ziele parkst. Dazu kommt ein integriertes Depot mit über 4.000 Aktien und ETFs sowie über 350 Kryptowerten, inklusive Sparplänen. bunq punktet mit vielen Unterkonten je nach Tarif, teils mit IBANs aus mehreren Ländern, gemeinsamen Konten für Paare und WGs, automatischem Aufrunden beim Sparen und den 2,01 Prozent Zinsen aufs Guthaben, die wöchentlich gutgeschrieben werden.
Ein Punkt fehlt bei beiden: klassisches Multibanking, also fremde Konten anderer Banken einbinden, können weder N26 noch bunq. Wer alle Konten an einem Ort sehen will, braucht dafür eine eigene App.
| N26 | bunq | |
|---|---|---|
| Unterkonten mit IBAN | bis zu 10 (Spaces) | Free 3, Core 5, Pro/Elite bis 25 |
| Zinsen aufs Guthaben | nein | 2,01 Prozent p.a., wöchentliche Gutschrift |
| Depot für Aktien/ETFs | ja, über 4.000 Werte plus Sparpläne | nein |
| Krypto-Handel | ja, über 350 Werte (via Bitpanda) | nein |
| Gemeinsame Konten | nein | ja |
| Aufrunden/Sparregeln | Budgeting, Statistiken | automatisches Aufrunden, Sparregeln |
| Fremde Konten einbinden | nein | nein |
Schau dir an, wo die Stärken der beiden Apps wirklich liegen:
- N26 ist die bessere Wahl, wenn du nebenbei in Aktien, ETFs oder Krypto investieren willst, ohne die App zu wechseln.
- bunq überzeugt, wenn du viele Unterkonten brauchst, Zinsen aufs Guthaben mitnehmen und ein Konto mit Partner oder WG teilen willst.
- Budgeting und Echtzeitbenachrichtigungen bieten beide, aber keine Anbindung fremder Konten.
bunq schreibt dir die Zinsen wöchentlich gut. Bei N26 gibt es keine Guthabenverzinsung auf dem Girokonto. Wer also Geld auf dem Konto liegen lässt, bekommt bei bunq automatisch etwas dafür.
Was kosten N26 und bunq im Monat?
Beide starten bei 0 Euro. Der kostenlose Tarif reicht für viele schon aus, wenn du nur ein Girokonto mit Karte brauchst. Die Bezahltarife lohnen sich erst, wenn du bestimmte Extras wirklich nutzt, etwa unbegrenzte Fremdwährungsabhebungen oder mehr Unterkonten.
N26 hat vier Stufen: Standard für 0 Euro, Smart für 4,90 Euro, Go für 9,90 Euro und Metal für 16,90 Euro pro Monat. bunq staffelt ähnlich: Free für 0 Euro, Core für 3,99 Euro, Pro für 9,99 Euro und Elite für 18,99 Euro pro Monat. Alle Preise gelten für Privatkunden.
| Tarifstufe | N26 | bunq |
|---|---|---|
| Kostenlos | Standard 0 Euro | Free 0 Euro |
| Einstieg | Smart 4,90 Euro/Monat | Core 3,99 Euro/Monat |
| Mittel | Go 9,90 Euro/Monat | Pro 9,99 Euro/Monat |
| Premium | Metal 16,90 Euro/Monat | Elite 18,99 Euro/Monat |
Ein Monatspreis klingt überschaubar, über ein Jahr summiert sich das aber spürbar. Wer den Premium-Tarif dauerhaft bucht, zahlt bei N26 Metal 202,80 Euro pro Jahr, bei bunq Elite sogar 227,88 Euro. Beim Einstiegstarif sieht es günstiger aus: N26 Smart kostet 58,80 Euro im Jahr, bunq Core 47,88 Euro.
Neben dem Grundpreis gibt es noch ein paar Posten, die du kennen solltest. Bei N26 kostet die physische Karte im Standard-Tarif einmalig 10 Euro, ab Smart ist sie inklusive. Kostenlose Euro-Abhebungen sind bei N26 gedeckelt: 2 im Standard, 3 im Smart, 5 im Go, 8 im Metal. bunq bietet eine optionale Metallkarte für einmalig 99 Euro und ein Automaten-Tageslimit von rund 1.000 Euro, in den ersten drei Monaten nur 250 Euro. Bargeld gibt es bei bunq zusätzlich an Partnerkassen wie REWE, Penny, dm und Rossmann.
Wer den Premium-Tarif bucht, ohne die Extras zu nutzen, zahlt bis zu 228 Euro im Jahr für ein Girokonto. Prüf vorher ehrlich, welche Funktionen du wirklich brauchst.
Uwe Lätsch, finanda
Sind N26 oder bunq im Ausland besser?
Für Vielreisende ist die Fremdwährung der entscheidende Punkt. Beide Apps rechnen Kartenzahlungen im Ausland fair ab, aber im Detail gibt es Unterschiede bei Aufschlägen und Abhebungen.
Bei N26 zahlst du in fremder Währung mit Karte ohne Aufschlag. Fremdwährungsabhebungen kosten im Standard und Smart 1,7 Prozent, im Go und Metal sind sie kostenlos. bunq rechnet zum echten Mastercard-Kurs ab, das nennt sich ZeroFX. Am Wochenende kann ein kleiner Aufschlag dazukommen. Im Free-Tarif ist ZeroFX auf rund 1.000 Euro pro Jahr gedeckelt, in den Bezahltarifen unbegrenzt.
Ein Reise-Extra hat bunq voraus: Unterkonten mit IBANs aus mehreren Ländern. Wer oft im europäischen Ausland lebt oder arbeitet, kann so Geld in verschiedenen Ländern empfangen. N26 punktet dafür mit kostenlosen Fremdwährungsabhebungen ab dem Go-Tarif, ohne Jahres-Deckel.
| N26 | bunq | |
|---|---|---|
| Kartenzahlung Fremdwährung | ohne Aufschlag | echter Mastercard-Kurs (ZeroFX) |
| Fremdwährung im Gratis-Tarif | Abhebung 1,7 Prozent | ZeroFX bis ca. 1.000 Euro/Jahr |
| Fremdwährung im Premium-Tarif | Abhebung kostenlos (ab Go) | ZeroFX unbegrenzt |
| Mehrere Länder-IBANs | nein | ja, je nach Tarif |
| Wochenend-Aufschlag | nein | teils kleiner Aufschlag |
Für gelegentliche Urlaubsreisen reicht bei beiden der kostenlose Tarif. Wer mehrere Monate im Jahr im Ausland verbringt oder regelmäßig Bargeld in Fremdwährung braucht, fährt mit dem Go-Tarif von N26 oder dem Pro-Tarif von bunq deutlich günstiger.
Wenn du am Wochenende Bargeld in Fremdwährung abhebst, kann bunq einen kleinen Aufschlag berechnen, weil die Devisenmärkte dann geschlossen sind. N26 erhebt diesen Aufschlag nicht. Wer viel am Wochenende reist und Bargeld braucht, sollte das einkalkulieren.
Für wen passt N26?
N26 passt zu dir, wenn du ein rein digitales Girokonto mit deutscher Banklizenz willst und nebenbei in Aktien, ETFs oder Krypto investieren möchtest. Alles läuft in einer App, die Basisvariante ist kostenlos, die Kontoeröffnung geht schnell. Wenn dir die deutsche Einlagensicherung wichtig ist, hast du hier den Heimvorteil.
bunq passt zu dir, wenn du viele Unterkonten und mehrere IBANs brauchst, oft reist und Zinsen aufs Guthaben mitnehmen willst. Auch für gemeinsame Konten mit Partner oder Mitbewohnern ist bunq die bessere Wahl. Der Preis für die volle Ausstattung liegt allerdings höher als bei klassischen Gratis-Neobanken.
Rechne einmal mit, welcher Typ du bist:
- Du willst Banking und Investieren in einer App: N26.
- Du reist viel und brauchst mehrere IBANs: bunq.
- Du willst Zinsen aufs Guthaben ohne Extra-Sparkonto: bunq.
- Dir ist die deutsche Einlagensicherung wichtig: N26.
- Du teilst dir ein Konto mit Partner oder WG: bunq.
Beide Apps haben denselben blinden Fleck: Konten anderer Banken lassen sich nicht einbinden. Wenn du deine Girokonten, Sparkonten und Depots trotzdem an einem Ort sehen willst, hilft dir das kostenlose digitale Haushaltsbuch von finanda. Die App bindet mehrere Banken per Multibanking ein, kategorisiert deine Ausgaben automatisch und läuft mit Servern in Deutschland. So behältst du den Überblick, egal ob dein Konto bei N26, bunq oder der Hausbank liegt.
Viele Familien haben ein Konto bei der Hausbank, ein Tagesgeldkonto woanders und vielleicht noch ein Depot. Weder N26 noch bunq zeigen dir diese Konten zusammen. Eine kostenlose Multibanking-App schließt diese Lücke und gibt dir den Gesamtüberblick über alle Konten auf einen Blick.
Häufige Fragen
Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.