startet das neue Altersvorsorgedepot, und viele Menschen fragen sich jetzt: Was passiert mit meinem Riester-Vertrag? Muss ich wechseln, oder kann ich beides gleichzeitig nutzen?
Du kannst tatsächlich beide Wege parallel gehen, mit staatlicher Förderung auf beiden Seiten. Alle wichtigen Zahlen zur Förderung, zum Bestandsschutz für bestehende Riester-Verträge und zur Frage, wann sich welche Kombination wirklich lohnt, stammen direkt aus dem Altersvorsorgereformgesetz und den offiziellen Unterlagen von Bundesregierung und BMF.
Wie viele Menschen haben aktuell einen Riester-Vertrag?
In Deutschland gibt es aktuell rund 10,9 Millionen zertifizierte Riester-Verträge. (BMAS/BZSt) Ein genauerer Blick zeigt aber: Viele dieser Verträge schlafen. Die Zahl der Verträge, bei denen tatsächlich Zulagen beantragt wurden, liegt deutlich darunter, zuletzt bei etwa 7 bis 8 Millionen. (BMAS/BZSt)
Seit etwa sinkt die Gesamtzahl der aktiven Riester-Verträge spürbar, und der Anteil ruhender Verträge ohne laufende Beiträge wächst. Das ist einer der Gründe, warum die Politik die private Altersvorsorge grundlegend reformiert hat. Das neue Altersvorsorgedepot soll einfacher, renditestärker und attraktiver sein als das alte Riester-System.
Was sind die größten Unterschiede zwischen Riester und dem Altersvorsorgedepot?
Riester und das neue Altersvorsorgedepot funktionieren nach grundlegend verschiedenen Prinzipien. Der wichtigste Unterschied liegt bei der Garantie: Beim Riester-Vertrag schreibt das Gesetz vor, dass zum Rentenbeginn mindestens alle eingezahlten Beiträge und Zulagen vorhanden sein müssen. (AltZertG) Das klingt sicher, kostet aber Rendite, weil die Anbieter das Geld sehr konservativ anlegen müssen.
Das Altersvorsorgedepot dreht dieses Prinzip um. Es gibt keinen Garantiezwang mehr als Standard. Stattdessen kannst du dein Geld in Aktienfonds und ETFs investieren, also in Wertpapiere, die langfristig deutlich mehr Rendite bringen können. Das BMF beschreibt das neue System ausdrücklich als „renditestärker, kostengünstiger und unbürokratischer“. (BMF) Wer möchte, kann weiterhin Garantieprodukte wählen, muss es aber nicht mehr.
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Auch bei der Auszahlung gibt es einen klaren Unterschied. Riester zahlt im Regelfall eine lebenslange Rente aus. Das Altersvorsorgedepot erlaubt auch Auszahlungspläne bis mindestens zum 85. Lebensjahr, ohne dass du zwingend eine Vollverrentung wählen musst. (BMF) Ein Überblick über die wichtigsten Merkmale beider Systeme:
| Riester-Rente | Altersvorsorgedepot | |
|---|---|---|
| Beitragsgarantie | 100 % gesetzlich vorgeschrieben | Kein Garantiezwang als Standard |
| Auszahlungsform | Lebenslange Leibrente (Pflicht) | Auszahlungsplan bis mind. 85 möglich |
| Anlageklassen | Breites Spektrum, oft sehr konservativ | ETFs, Aktienfonds, Anleihen |
| Fördersystematik | Feste Grundzulage + Kinderzulage | Prozentuale Förderung (50 % / 25 %) |
| Maximale Grundzulage | 175 € pro Jahr | 540 € pro Jahr |
| Neuverträge | Nicht mehr möglich | Ja, verfügbar |
Wie hoch ist die staatliche Förderung bei der Riester-Rente?
Die Riester-Förderung besteht aus einer festen Grundzulage von 175 Euro pro Jahr, wenn du den Mindestbeitrag einzahlst. (EStG §§ 79-84, BZSt) Dazu kommen Kinderzulagen, die je nach Geburtsjahr des Kindes unterschiedlich hoch ausfallen. Für Kinder, die vor geboren wurden, gibt es 185 Euro pro Jahr, für Kinder sogar 300 Euro pro Jahr. (EStG § 85, BZSt)
Damit du die volle Zulage bekommst, musst du 4 Prozent deines sozialversicherungspflichtigen Vorjahres-Bruttoeinkommens einzahlen, mindestens aber 60 Euro im Jahr. (EStG § 86, BZSt) Zusätzlich kannst du deine Beiträge als Sonderausgaben, also als Ausgaben, die dein zu versteuerndes Einkommen senken, bis zu 2.100 Euro pro Jahr abziehen. (EStG § 10a, BMF) Das Finanzamt prüft automatisch, ob der Sonderausgabenabzug oder die Zulage für dich günstiger ist.
Alle Riester-Förderbestandteile im Überblick:
- Grundzulage: 175 Euro pro Jahr (EStG § 84, BZSt)
- Kinderzulage für Kinder vor: 185 Euro pro Jahr (EStG § 85, BZSt)
- Kinderzulage für Kinder: 300 Euro pro Jahr (EStG § 85, BZSt)
- Mindestbeitrag für volle Zulage: 4 % des Vorjahres-Bruttoeinkommens (EStG § 86, BZSt)
- Sockelbetrag: mindestens 60 Euro pro Jahr (EStG § 86, BZSt)
- Maximaler Sonderausgabenabzug: 2.100 Euro pro Jahr (EStG § 10a, BMF)
Wie hoch ist die staatliche Förderung beim neuen Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot arbeitet mit einer prozentualen Förderung statt fester Cent-Beträge. Auf die ersten 360 Euro, die du pro Jahr einzahlst, bekommst du 50 Prozent Zuschuss vom Staat, also bis zu 180 Euro. (Altersvorsorgereformgesetz, Bundesregierung) Auf alles, was du darüber hinaus bis zu 1.800 Euro einzahlst, gibt es noch einmal 25 Prozent Zuschuss, also bis zu 360 Euro.
Wer also 1.800 Euro pro Jahr einzahlt, also 150 Euro im Monat, bekommt die maximale Grundzulage von 540 Euro. (Altersvorsorgereformgesetz, Bundesregierung) Das ist mehr als dreimal so viel wie die bisherige Riester-Grundzulage von 175 Euro. Zusätzlich gibt es eine Kinderzulage von bis zu 300 Euro pro Kind und Jahr. (Bundesregierung) Erträge im Depot bleiben während der Ansparphase steuerfrei und werden erst bei der Auszahlung im Alter besteuert, was als Steuerstundung bezeichnet wird.
So baut sich die maximale Förderung beim Altersvorsorgedepot Schritt für Schritt auf:
| Einzahlung pro Jahr | Förderquote | Staatlicher Zuschuss |
|---|---|---|
| Bis 360 € | 50 % | bis zu 180 € |
| 360 € bis 1.800 € | 25 % | bis zu 360 € |
| Gesamt bei 1.800 € Einzahlung | 30 % effektiv | 540 € Grundzulage |
Wer mehr als 1.800 Euro pro Jahr einzahlen möchte, kann das ebenfalls tun. Bis zu 6.840 Euro pro Jahr sind steuerlich begünstigt, allerdings ohne zusätzliche Zulagen. (Bundesregierung) Wer sogar zwei Altersvorsorgedepots führt, was laut den aktuellen Regelungen möglich ist, kann das steuerlich begünstigte Einzahlungsvolumen auf bis zu 13.680 Euro pro Jahr verdoppeln, ohne dass sich die Zulagen verdoppeln. (Bundesregierung)
Kann man Riester und Altersvorsorgedepot gleichzeitig besparen?
Ja, das ist ausdrücklich möglich. Die Bundesregierung stellt klar, dass bestehende Riester-Verträge nach der Reform weiter bespart werden dürfen und weiterhin gefördert werden. (Bundesregierung) Gleichzeitig kannst du ein neues Altersvorsorgedepot eröffnen und dort die neue prozentuale Förderung nutzen.
Eine gesetzliche Gesamtförderobergrenze, die Riester- und Depot-Förderung zusammen deckelt, ist in den veröffentlichten Regierungsdokumenten nicht vorgesehen. Beide Förderarten folgen ihren eigenen Regeln. (Bundesregierung, EStG) Du kannst deinen Riester-Vertrag weiter laufen lassen und gleichzeitig ein Altersvorsorgedepot eröffnen, ohne dass eine Förderung die andere automatisch ausschließt.
Für die Parallelbesparung gibt es verschiedene Szenarien, die sich je nach Lebenssituation unterschiedlich eignen:
- Riester weiter besparen und zusätzlich Altersvorsorgedepot eröffnen: Beide Förderungen laufen parallel. (Bundesregierung)
- Riester ruhend stellen und nur noch das Depot besparen: Das Depot-Guthaben wächst weiter, die Riester-Förderung entfällt für neue Beiträge.
- Riester freiwillig ins Altersvorsorgedepot übertragen: Möglich ohne Rückforderung bereits gewährter Zulagen. (Bundesregierung)
- Riester kündigen: Dann werden alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückgefordert, was in den meisten Fällen teuer ist.
Was passiert mit bestehenden Riester-Verträgen?
Bestehende Riester-Verträge genießen Bestandsschutz. Dein Vertrag läuft weiter, du kannst ihn weiter besparen, und du bekommst weiterhin die Riester-Förderung, solange du die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllst. (Bundesregierung) Es gibt keine automatische Kündigung oder Umwandlung.
können keine neuen Riester-Verträge mehr nach dem alten Modell abgeschlossen werden. (Bundesregierung) Wer noch keinen Riester-Vertrag hat, kann dann nur noch das neue Altersvorsorgedepot nutzen. Wer bereits einen Riester-Vertrag hat, darf ihn behalten und weiter nutzen, muss aber nicht. Der freiwillige Wechsel ins Altersvorsorgedepot ist ausdrücklich erlaubt, und dabei sollen bereits gewährte Zulagen nicht zurückgefordert werden. (Bundesregierung, Sachverständigenrat)
Was passiert, wenn du den Riester-Vertrag ruhend stellst und nur das Depot besparst?
Einen Riester-Vertrag ruhend zu stellen bedeutet: Du zahlst keine Beiträge mehr ein und beantragst keine neuen Zulagen, aber das angesparte Kapital bleibt im Vertrag und wird nicht ausgezahlt. Das ist keine schädliche Verfügung, solange du das Geld nicht vorzeitig entnimmst. (AltZertG, EStG §§ 79 ff.)
Die Förderung für das Altersvorsorgedepot hängt ausschließlich davon ab, wie viel du dort einzahlst. Ein ruhender Riester-Vertrag schließt den Anspruch auf die neue Depot-Förderung nach aktuellem Stand nicht aus. (Bundesregierung) Du könntest also deinen Riester-Vertrag einfrieren, gleichzeitig 1.800 Euro pro Jahr ins Altersvorsorgedepot einzahlen und die volle Grundzulage von 540 Euro erhalten. Die genaue steuerliche Wechselwirkung, etwa bei der Günstigerprüfung, wird noch in Ausführungsbestimmungen geregelt, ein rechtlicher Ausschluss ist aber nicht vorgesehen. (Bundesregierung)
Wie viel Förderung bekommst du bei der Parallelbesparung insgesamt?
Wer beide Wege gleichzeitig nutzt, kann theoretisch Förderung aus beiden Systemen erhalten. Ein konkretes Rechenbeispiel macht das greifbar: Nehmen wir eine Person mit zwei Kindern, die geboren sind, die sowohl ihren Riester-Vertrag weiter bespart als auch ein Altersvorsorgedepot eröffnet.
Die Riester-Zahlen gelten nach aktuellem Recht, die Depot-Zahlen nach dem Altersvorsorgereformgesetz. So setzt sich die Förderung in diesem Beispiel zusammen:
| Förderquelle | Grundzulage | Kinderzulage (2 Kinder) | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Riester-Vertrag | 175 € | 2 × 300 € = 600 € | 775 € |
| Altersvorsorgedepot | 540 € | 2 × 300 € = 600 € | 1.140 € |
| Beide parallel | 715 € | 1.200 € | 1.915 € |
Wichtiger Hinweis: Ob die Kinderzulage beim Altersvorsorgedepot tatsächlich zusätzlich zur Riester-Kinderzulage gewährt wird oder ob es eine Anrechnung gibt, hängt von den noch ausstehenden Durchführungsverordnungen ab. Die Zahlen zeigen das theoretische Maximum nach aktuellem Stand der Regierungsdokumente. (Bundesregierung, Altersvorsorgereformgesetz)
Wie berechnet sich der Eigenanteil für die volle Depot-Förderung?
Die volle Grundzulage von 540 Euro bekommst du, wenn du 1.800 Euro pro Jahr in dein Altersvorsorgedepot einzahlst. (Altersvorsorgereformgesetz, Bundesregierung) Das entspricht 150 Euro pro Monat. Ein Schritt-für-Schritt-Rechenbeispiel zeigt, wie sich das zusammensetzt.
Stell dir vor, du zahlst genau 1.800 Euro im Jahr ein. Der Staat rechnet die Förderung in zwei Stufen aus, und am Ende weißt du genau, wie viel du selbst aufbringen musst und wie viel der Staat dazugibt.
| Rechenschritt | Betrag | Erklärung |
|---|---|---|
| Einzahlung Stufe 1 | 360 € | Erste 360 € deiner Einzahlung |
| Förderung Stufe 1 (50 %) | 180 € | Staat zahlt 50 % auf die ersten 360 € |
| Einzahlung Stufe 2 | 1.440 € | Restliche 1.440 € (360 € bis 1.800 €) |
| Förderung Stufe 2 (25 %) | 360 € | Staat zahlt 25 % auf die weiteren 1.440 € |
| Dein Eigenanteil gesamt | 1.800 € | Das zahlst du selbst ein |
| Staatliche Förderung gesamt | 540 € | Das kommt vom Staat obendrauf |
| Gesamtguthaben im Depot | 2.340 € | Dein Geld plus Förderung im ersten Jahr |
Auf jeden Euro, den du einzahlst, kommen also 30 Cent vom Staat dazu, wenn du die vollen 1.800 Euro ausschöpfst. Bei kleineren Beträgen ist die Förderquote sogar noch höher: Wer nur 360 Euro einzahlt, bekommt 50 Prozent Zuschuss, also 180 Euro für 360 Euro Eigenleistung. Das lohnt sich besonders für Menschen mit kleinerem Budget, die trotzdem von der Förderung profitieren wollen.
Wann lohnt sich der Wechsel von Riester ins Altersvorsorgedepot?
Das Gesetz gibt keine fertige Antwort auf diese Frage, aber aus der Förderlogik lassen sich klare Tendenzen ableiten. Wer noch viele Jahre bis zur Rente hat und bereit ist, sein Geld in Aktienfonds oder ETFs zu investieren, profitiert beim Altersvorsorgedepot von deutlich höheren Renditechancen. Das BMF beschreibt das neue System ausdrücklich als Vorsorge „ohne Garantien und mit höheren Renditechancen“. (BMF)
Wer dagegen kurz vor dem Rentenbeginn steht, hat beim Riester-Vertrag bereits eine wertvolle 100-Prozent-Beitragsgarantie aufgebaut. (AltZertG, BMAS) Ein Wechsel kurz vor der Auszahlung würde diesen Sicherheitspuffer aufgeben. Außerdem entstehen beim Wechsel je nach Anbieter Kosten, etwa Stornoabschläge bei Versicherungs-Riester-Verträgen. Die Reform will diese Kosten senken, gibt aber keine fixen Eurobeträge vor. (Bundesregierung)
Diese Punkte sprechen eher für einen Wechsel ins Altersvorsorgedepot:
- Langer Anlagehorizont von mindestens 15 bis 20 Jahren bis zur Rente
- Bestehender Riester-Vertrag mit sehr hohen Kosten und niedrigen Renditen
- Geringes Einkommen, bei dem die neue prozentuale Förderung mehr bringt als der 4-Prozent-Mindestbeitrag beim Riester
- Familien mit Kindern, die von der Kinderzulage bis 300 Euro profitieren wollen (Bundesregierung)
- Wunsch nach kapitalmarktorientierten Produkten wie ETFs statt garantierter, aber renditeschwacher Anlage
Diese Punkte sprechen eher dafür, den Riester-Vertrag zu behalten:
- Rentenbeginn in weniger als zehn Jahren, Garantie ist bereits sehr wertvoll
- Riester-Vertrag mit günstigen Konditionen und hohen bereits gewährten Zulagen
- Hohe Stornokosten beim Wechsel, die den Vorteil der neuen Förderung auffressen
- Kein Interesse an Kapitalmarktrisiken und Schwankungen im Depot
Wer sich für die Nachteile des Altersvorsorgedepots interessiert, findet dort eine ausführliche Übersicht der Risiken und Einschränkungen.
Wie unterscheidet sich die Förderung je nach Einkommenssituation?
Beim Riester-System hängt der Mindestbeitrag für die volle Zulage direkt am Einkommen. Wer mehr verdient, muss mehr einzahlen, um die volle Förderung zu bekommen. Das benachteiligt Geringverdiener, die 4 Prozent ihres Bruttoeinkommens aufbringen müssen, auch wenn das absolut gesehen wenig ist. (EStG § 86, BZSt)
Das Altersvorsorgedepot löst sich von dieser Einkommensabhängigkeit. Die Förderung richtet sich ausschließlich nach dem absoluten Einzahlungsbetrag, nicht nach dem Einkommen. (Altersvorsorgereformgesetz, Bundesregierung) Das macht das neue System für Geringverdiener und Teilzeitkräfte attraktiver. Wer nur 360 Euro im Jahr einzahlen kann, bekommt trotzdem 50 Prozent Zuschuss, also 180 Euro. Beim Riester wäre die Förderquote bei so kleinen Beträgen deutlich ungünstiger.
Im direkten Vergleich fällt auf, wie unterschiedlich die beiden Systeme auf verschiedene Einkommensgruppen wirken:
| Einkommenssituation | Riester: Mindestbeitrag für volle Zulage | Depot: Beitrag für volle Grundzulage |
|---|---|---|
| Brutto 20.000 € / Jahr | 800 € / Jahr (4 %) | 1.800 € / Jahr |
| Brutto 40.000 € / Jahr | 1.600 € / Jahr (4 %) | 1.800 € / Jahr |
| Brutto 60.000 € / Jahr | 2.100 € / Jahr (Deckel) | 1.800 € / Jahr |
| Maximale Grundzulage | 175 € / Jahr | 540 € / Jahr |
Für Gutverdiener bietet das Altersvorsorgedepot zusätzlich den Vorteil der Steuerstundung auf Erträge. Wer bis zu 6.840 Euro pro Jahr einzahlt, lässt sein Geld steuerfrei wachsen und zahlt die Steuer erst bei der Auszahlung im Alter. (Bundesregierung) Das kann über Jahrzehnte einen erheblichen Zinseszinseffekt erzeugen. Wer das Thema Altersvorsorgedepot mit zwei Verträgen interessiert, kann das steuerlich begünstigte Volumen sogar auf 13.680 Euro pro Jahr verdoppeln.
FAQ
Kann ich meinen Riester-Vertrag nach noch weiter besparen?
Ja. Bestehende Riester-Verträge genießen Bestandsschutz und können nach der Reform weiter bespart und gefördert werden. Es gibt keine automatische Kündigung oder Umwandlung. Nur neue Riester-Verträge können nicht mehr abgeschlossen werden. (Bundesregierung)
Verliere ich meine Riester-Zulagen, wenn ich ins Altersvorsorgedepot wechsle?
Nein, wenn du freiwillig wechselst. Die Reform sieht ausdrücklich vor, dass bestehende Riester-Verträge in das Altersvorsorgedepot überführt werden können, ohne dass bereits gewährte Zulagen zurückgefordert werden. (Bundesregierung, Sachverständigenrat) Eine Kündigung des Riester-Vertrags wäre dagegen schädlich und würde zur Rückforderung führen.
Gibt es eine Obergrenze für die kombinierte Förderung aus Riester und Altersvorsorgedepot?
Eine gesetzliche Gesamtförderobergrenze, die beide Systeme zusammen deckelt, ist in den veröffentlichten Regierungsdokumenten nicht vorgesehen. Beide Förderarten folgen ihren eigenen Regeln. (Bundesregierung, EStG) Die genaue steuerliche Wechselwirkung, etwa bei der Günstigerprüfung, wird noch in Ausführungsbestimmungen geregelt.
Ab welchem Alter lohnt sich das Altersvorsorgedepot noch?
Das hängt vom Anlagehorizont ab. Je länger das Geld im Depot arbeiten kann, desto mehr profitierst du von Zinseszinseffekten und Kursgewinnen. Wer noch 20 oder mehr Jahre bis zur Rente hat, profitiert am stärksten. Wer kurz vor dem Rentenbeginn steht, sollte die Kosten eines Wechsels und den Verlust der Riester-Garantie sorgfältig abwägen.
Kann ich einen alten Riester-Vertrag ins Altersvorsorgedepot übertragen?
Ja, die Reform sieht diese Möglichkeit ausdrücklich vor. Auch ruhende Riester-Verträge können in das Altersvorsorgedepot überführt werden, ohne dass bereits gewährte Zulagen zurückgefordert werden. (Bundesregierung, Sachverständigenrat) Konkrete Kosten für die Übertragung hängen vom jeweiligen Anbieter ab und sind vertraglich geregelt. Mehr Details dazu gibt es unter Riester ins Altersvorsorgedepot übertragen.
Ist das Altersvorsorgedepot auch für Beamte nutzbar, die keinen Riester-Anspruch haben?
Beamte sind beim Riester-System grundsätzlich förderberechtigt, wenn sie mittelbar zulagenberechtigt sind. Beim neuen Altersvorsorgedepot gelten eigene Zugangsregeln, die noch in Ausführungsbestimmungen konkretisiert werden. Einen ausführlichen Überblick dazu bietet der Beitrag Altersvorsorgedepot auch für Beamte.
Über den Autor
Uwe Lätsch ist Geschäftsführer von finanda. Er bringt komplizierte Finanzthemen auf den Punkt und erklärt dir Zahlen, Statistiken und Vorsorge so einfach, dass du direkt etwas damit anfangen kannst.
Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.