Smartbroker gilt als einer der günstigsten Online-Broker in Deutschland, deshalb schauen viele Sparer schon jetzt, ob es dort ab 2027 auch das neue geförderte Altersvorsorgedepot geben wird. Stand Juli 2026 hat Smartbroker noch kein final beziffertes Angebot veröffentlicht. Erwartbar ist ein Depot mit ETFs und Fonds, das zum Startdatum 1. Januar 2027 passt.
Was bereits feststeht, sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen: Förderhöhen, Kostendeckel, Auszahlregeln. Was fehlt, sind die konkreten Smartbroker-Konditionen. Genau diese Trennung zwischen „gesetzlich fix“ und „anbieterseitig offen“ schützt dich davor, auf vage Werbeversprechen hereinzufallen.
Bietet Smartbroker ein Altersvorsorgedepot an?
Ab 2027 ist ein Altersvorsorgedepot von Smartbroker zu erwarten, offiziell bestätigt ist es aber noch nicht. Nach eigener Recherche (Stand Juli 2026) dürfte Smartbroker beziehungsweise Smartbroker+ als günstiger Online-Broker ein gefördertes Depot mit ETFs und Fonds anbieten. Ein konkret beziffertes Produkt mit Gebührenblatt liegt bis heute nicht vor.
Das ist kein Smartbroker-Sonderfall. Das geförderte Altersvorsorgedepot ist der gesetzliche Nachfolger der Riester-Rente und erst ab dem 1. Januar 2027 abschließbar. Der Bundestag hat die Reform am 27. März 2026 beschlossen, der Bundesrat stimmte am 8. Mai 2026 zu, in Kraft ist das Gesetz seit Ende Mai 2026. Viele Broker halten sich mit Detailkonditionen deshalb noch zurück.
Leg die beiden Seiten mal direkt nebeneinander, damit du siehst, was belastbar ist und was nicht.
| Status bei Smartbroker | |
|---|---|
| Angebot eines Altersvorsorgedepots | Ab 2027 erwartet, offiziell noch nicht bestätigt |
| Produktart | Depot mit ETFs und Fonds (erwartet) |
| Depotgebühr | Noch nicht veröffentlicht |
| Sparplankosten | Noch nicht veröffentlicht |
| Kostendeckel Standarddepot | Gesetzlich 1,0 Prozent pro Jahr |
| Garantievariante | Noch nicht bekannt |
Was steht beim Altersvorsorgedepot schon fest?
Fest steht alles, was der Gesetzgeber vorgibt, offen ist alles, was Smartbroker selbst festlegt. Diese Unterscheidung entscheidet, ob eine Aussage belastbar ist oder nur eine Erwartung. Wer das nicht trennt, riskiert, sich auf Ankündigungen zu verlassen, die sich noch ändern können.
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Fangen wir mit dem an, was schwarz auf weiß im Gesetz steht:
- Start der neuen Verträge: ab 1. Januar 2027
- Angespart wird in Aktien, Fonds und ETFs
- Es gibt eine Variante mit Garantie und eine renditeorientierte ohne Garantie
- Effektivkosten (also alle Kosten zusammengerechnet) des Standard-Altersvorsorgedepots sind auf maximal 1,0 Prozent pro Jahr gedeckelt
- Grundzulage bis 540 Euro pro Jahr, Kinderzulage bis 300 Euro je Kind, Berufseinsteigerbonus einmalig 200 Euro
- Auszahlung frühestens ab 65, spätestens ab 70, Auszahlplan mindestens bis zum 85. Lebensjahr
Jetzt die Kehrseite, die Fragen, auf die Smartbroker bisher keine Antwort veröffentlicht hat:
- Ob und wann genau Smartbroker das Depot startet
- Die konkrete Depotgebühr (0 Euro oder mit Kosten)
- Die Kosten je Sparplanausführung
- Welche ETFs und Fonds konkret sparplanfähig sind
- Ob es neben der renditeorientierten auch eine Garantievariante gibt
- Ob eine Wechselgebühr anfällt (gesetzlich maximal 150 Euro außerhalb der Fünfjahresfrist)
Beim staatlich anerkannten Standard-Altersvorsorgedepot dürfen die Effektivkosten höchstens 1,0 Prozent pro Jahr betragen. Selbst wenn Smartbroker seine Konditionen noch nicht genannt hat, ist diese Obergrenze bereits gesetzt. Als günstiger Broker dürfte Smartbroker eher deutlich darunter liegen, belegt ist das aber noch nicht.
Wie viel Förderung bekommst du im Altersvorsorgedepot?
Die Förderung hängt an dir als Person, nicht am Anbieter, bei Smartbroker gelten dieselben Zulagen wie überall sonst. Der Staat gibt eine Grundzulage von 50 Prozent auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag pro Jahr, danach 25 Prozent bis zum Höchstbeitrag von 1.800 Euro. Maximal sind das 540 Euro Grundzulage im Jahr.
Rechne einmal mit, wie sich die Zulage je nach Eigenbeitrag verändert.
| Eigenbeitrag pro Jahr | Grundzulage | Rechnung |
|---|---|---|
| 360 Euro | 180 Euro | 50 % von 360 Euro |
| 900 Euro | 315 Euro | 180 Euro + 25 % von 540 Euro |
| 1.800 Euro | 540 Euro | 180 Euro + 25 % von 1.440 Euro |
Dazu kommen Extras, die einzelne Gruppen deutlich besserstellen. Wer Kinder hat oder jung startet, holt spürbar mehr raus:
- Kinderzulage: 100 Prozent auf bis zu 300 Euro Eigenbeitrag je Kind, also maximal 300 Euro pro Kind und Jahr, voll erreichbar ab rund 25 Euro Eigenbeitrag im Monat je Kind
- Berufseinsteigerbonus: einmalig 200 Euro bei Abschluss vor dem 25. Geburtstag
- Mittelbare Förderung: nicht erwerbstätige Ehepartner bekommen mit eigenem Vertrag bis zu 175 Euro Grundzulage
- Selbstständige: erhalten mit der Reform erstmals Zugang zur Förderung
Machen wir das an einem echten Fall fest. Eine Mutter zahlt 1.800 Euro im Jahr ein und hat zwei Kinder eingetragen. Sie bekommt 540 Euro Grundzulage plus 2 x 300 Euro Kinderzulage, also 600 Euro. Zusammen sind das 1.140 Euro Zulage im Jahr auf 1.800 Euro Eigenbeitrag. Zahlt der Vater ebenfalls den Höchstbeitrag in ein eigenes Depot, kommen nochmal 540 Euro Grundzulage dazu, die Kinderzulage gibt es aber nur einmal pro Kind.
Wichtig: Insgesamt einzahlbar sind bis zu 6.840 Euro pro Jahr, gefördert sind aber nur die ersten 1.800 Euro. Den Rest kannst du steuerlich begünstigt zusätzlich ansparen.
Wer 2027 auf Smartbroker wartet, wartet nicht auf die Förderung, die steht längst im Gesetz. Man wartet nur auf das Gebührenblatt.
Uwe Lätsch, finanda
Was kostet das Altersvorsorgedepot bei Smartbroker voraussichtlich?
Die genauen Kosten hat Smartbroker noch nicht veröffentlicht, klar ist nur der gesetzliche Deckel von 1,0 Prozent Effektivkosten pro Jahr. Smartbroker ist für günstige Konditionen bekannt, weshalb ein Depot deutlich unter dieser Grenze erwartbar ist. Eine Zusage dazu gibt es aber nicht.
Schau dir an, aus welchen Bausteinen sich die Kosten am Markt typischerweise zusammensetzen, und wo Smartbroker noch schweigt.
| Kostenposten | Marktüblich | Bei Smartbroker |
|---|---|---|
| Depotgebühr | Oft 0 Euro | Noch nicht veröffentlicht |
| Sparplanausführung | 0 bis rund 1,50 Euro | Noch nicht veröffentlicht |
| ETF-Kosten (TER) | rund 0,1 bis 0,3 Prozent p. a. | Hängt vom gewählten ETF ab |
| Effektivkostendeckel | gesetzlich 1,0 Prozent p. a. | gilt auch hier |
Über 30 oder 40 Jahre Laufzeit schmälert schon ein Kostenunterschied von wenigen Zehntel Prozent das Endkapital erheblich. Ein positiver Nebeneffekt der Reform: Abschluss- und Vertriebskosten müssen auf die gesamte Ansparphase verteilt werden, der Anbieter darf sie nicht in den ersten Jahren komplett abziehen. Wie sich ein solches Depot gegen einen normalen ETF-Sparplan schlägt, hängt am Ende stark von genau diesen Gebühren ab.
Wer früh kündigt oder wechselt, verliert damit nicht mehr automatisch einen großen Einmalbetrag, ein klarer Vorteil gegenüber alten Riester-Verträgen.
Für wen passt ein Smartbroker-Altersvorsorgedepot?
Ein günstiges ETF-Depot bei einem Online-Broker wie Smartbroker passt vor allem zu selbstentscheidenden Sparern, die Rendite wollen und mit Kursschwankungen leben können. Wer maximale Sicherheit sucht, wartet ab, ob eine Garantievariante kommt, das ist bisher noch offen.
Grob lässt sich sagen, für wen das Konstrukt sinnvoll sein dürfte:
- Kostenbewusste Anleger, die ETFs und Fonds selbst auswählen wollen
- Familien mit Kindern, die Grund- und Kinderzulagen voll mitnehmen
- Junge Sparer unter 25, die den Berufseinsteigerbonus abgreifen
- Selbstständige, die erstmals Zugang zur Förderung bekommen
- Ehepaare, die zwei eigene Depots führen und die Grundzulage doppelt nutzen
Solange die Konditionen fehlen, hilft dir vor allem ein klarer Plan bis zum Start. So gehst du konkret vor:
- Prüfe deinen persönlichen Förderanspruch (Zulagen, Kinder, Alter)
- Warte die offizielle Smartbroker-Ankündigung mit Gebührenblatt ab
- Vergleiche dann Depotgebühr, Sparplankosten und ETF-Auswahl mit anderen Brokern
- Beachte die Fünfjahresregel: Ein Anbieterwechsel ist danach kostenfrei, außerhalb dieser Frist höchstens 150 Euro
- Behalte deine bestehenden Verträge und Sparraten im Blick, damit du nicht doppelt sparst
Ein Vorteil der Reform: Du bist nicht auf einen einzigen Anbieter festgelegt. Neben einem bestehenden Altvertrag sind bis zu zwei weitere neue Verträge zulässig, du kannst also parallel mehr als ein Depot führen. Die Zulage bleibt aber pro Person auf den Höchstbeitrag von 1.800 Euro begrenzt. Sobald Smartbroker sein Gebührenblatt veröffentlicht, hast du alle Zahlen, die du für eine fundierte Entscheidung brauchst.
Häufige Fragen
Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.