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Altersvorsorgedepot bei der DKB: Konditionen und Start 2027

Uwe Lätsch
Uwe Lätsch
Finanzexperte bei Finanda · Aktualisiert am 15. August 2026

Die DKB hat ihr Altersvorsorgedepot für den Start am 1. Januar 2027 bereits bestätigt. Es läuft als reines Wertpapierdepot, investiert direkt in Fonds und ETFs und kommt ohne Beitragsgarantie. Als Depotgebühr nennt die Direktbank 0,15 Prozent pro Jahr, damit liegt sie unter ING (0,20 Prozent) und comdirect (0,25 Prozent).

Viele weitere Details hat die DKB noch nicht final veröffentlicht. Bei einem Produkt, das erst 2027 abschließbar ist, ist das normal. Entscheidend ist, dass du den aktuellen Stand sauber einordnest, statt auf Vermutungen zu bauen.

Was bietet die DKB beim Altersvorsorgedepot genau an?

Die DKB bietet ein Direktbank-Wertpapierdepot für die geförderte Altersvorsorge an, das direkt in Fonds und ETFs investiert, ohne Beitragsgarantie. Damit setzt die Bank auf die renditeorientierte Depotvariante des neuen Altersvorsorgedepots, dem gesetzlichen Nachfolger der Riester-Rente.

Den Rahmen hat der Gesetzgeber gesetzt: Der Bundestag beschloss die Reform am 27. März 2026, der Bundesrat stimmte am 8. Mai 2026 zu, das Gesetz trat Ende Mai 2026 in Kraft. Ab dem 1. Januar 2027 sind die neuen Produkte abschließbar, und genau zu diesem Termin will die DKB dabei sein. Was die Bank heute konkret zusichert und wo noch Fragezeichen stehen, zeigt die folgende Übersicht.

Stand bei der DKB
Start1. Januar 2027, bestätigt
ProdukttypWertpapierdepot (Direktbank)
Anlagedirekt in Fonds und ETFs
Garantieohne Beitragsgarantie
Depotgebühr0,15 % pro Jahr
Voraussetzung für BezugAltersvorsorgevertrag mit der DKB nötig

Kurz eingeordnet: Wer eine garantierte Variante sucht, ist bei der DKB falsch. Die Bank fährt die renditeorientierte Linie, die zu langen Laufzeiten passt, aber Kursschwankungen einschließt. Das ist kein Nachteil, sondern eine bewusste Positionierung, und du solltest wissen, ob sie zu dir passt.

Was kostet das Altersvorsorgedepot bei der DKB?

Die DKB nennt bisher genau eine Zahl: eine Depotgebühr von 0,15 Prozent pro Jahr. Alles andere, Sparplankosten, mögliche Ordergebühren, die konkret auswählbaren ETFs, hat die DKB noch nicht final veröffentlicht.

Gesetzlich gilt immerhin ein Deckel: Beim staatlich anerkannten Standard-Altersvorsorgedepot dürfen die Effektivkosten (also alle Kosten zusammen, ausgedrückt als jährlicher Prozentsatz) maximal 1,0 Prozent pro Jahr betragen. Abschluss- und Vertriebskosten müssen zudem über die gesamte Ansparphase verteilt werden und dürfen nicht in den ersten Jahren abgezogen werden. Schau dir an, wie sich die 0,15 Prozent der DKB gegen die bisher bekannten Werte der anderen Direktbanken schlagen.

AnbieterGenannte Depotgebühr p. a.
DKB0,15 %
ING0,20 %
comdirect0,25 %

Das klingt nach Kleinkram, ist es über Jahrzehnte aber nicht. Schon ein Kostenunterschied von wenigen Zehntel Prozent schmälert über eine lange Laufzeit das Endkapital erheblich. Zur Depotgebühr kommen bei ETF-Anlage außerdem die laufenden Fondskosten (TER, also die jährliche Gesamtkostenquote des Fonds) von rund 0,1 bis 0,3 Prozent pro Jahr, die zahlst du bei jedem Anbieter zusätzlich.

0,15 Prozent, aber längst nicht alles

Die 0,15 Prozent Depotgebühr sind der einzige harte Kostenwert, den die DKB bisher genannt hat. Sparplan- und Orderkosten sowie die konkrete ETF-Auswahl stehen noch aus. Für einen echten Kostenvergleich musst du die finalen Konditionen kurz vor dem Start 2027 abwarten.

Wie viel Förderung bekommst du im DKB-Depot?

Die Förderung ist gesetzlich geregelt und bei jedem Anbieter identisch, auch bei der DKB. Sie hängt an deinen Eigenbeiträgen, nicht am Depotanbieter. Die DKB liefert die Depot-Hülle, die Zulagen kommen vom Staat.

Damit klar wird, was da zusammenkommt, hier die einzelnen Bausteine der Förderung.

  • Grundzulage: 50 % auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag, danach 25 % bis 1.800 Euro, maximal 540 Euro pro Jahr.
  • Kinderzulage: 100 % auf bis zu 300 Euro je Kind, also maximal 300 Euro pro Kind und Jahr (voll erreichbar ab rund 25 Euro Eigenbeitrag im Monat je Kind).
  • Berufseinsteigerbonus: einmalig 200 Euro bei Abschluss vor dem 25. Geburtstag.
  • Mittelbare Förderung: bis zu 175 Euro Grundzulage für nicht unmittelbar förderberechtigte Ehepartner mit eigenem Vertrag.

Insgesamt kannst du pro Jahr bis zu 6.840 Euro einzahlen. Nur die ersten 1.800 Euro sind zulagengefördert, der Rest lässt sich steuerlich begünstigt zusätzlich ansparen. Rechne einmal mit, was das für eine Familie mit einem Kind und 1.800 Euro Eigenbeitrag pro Jahr bedeutet.

Beispiel: Familie mit 1 Kind, 1.800 Euro EigenbeitragBetrag pro Jahr
50 % auf die ersten 360 Euro180 Euro
25 % auf 360,01 bis 1.800 Euro (1.440 Euro)360 Euro
Grundzulage gesamt540 Euro
Kinderzulage (1 Kind)300 Euro
Zulagen gesamt840 Euro

Aus 1.800 Euro eigenem Beitrag werden so 2.640 Euro, die im Depot arbeiten, ganz unabhängig davon, ob du dich für die DKB oder einen anderen Anbieter entscheidest. Wie viel davon für deine Lebenssituation passt, lässt sich gut über die Frage klären, für wen sich das Altersvorsorgedepot lohnt.

Für wen passt das DKB-Depot,?

Das DKB-Depot passt zu Sparern, die renditeorientiert und kostenbewusst fürs Alter investieren wollen und mit Kursschwankungen leben können. Wer eine Beitragsgarantie braucht, ist bei der DKB falsch, weil die Bank ausdrücklich die Variante ohne Garantie anbietet.

Ein paar Punkte sprechen für die DKB, andere solltest du im Kopf behalten, bevor du dich festlegst.

  • Niedrige genannte Depotgebühr von 0,15 % pro Jahr, unter ING und comdirect.
  • Direkte Anlage in Fonds und ETFs, langer Anlagehorizont nutzt den Zinseszinseffekt.
  • Start zum 1. Januar 2027 ist bestätigt.
  • Auch für Selbstständige interessant, die mit der Reform erstmals Zugang zur Förderung bekommen.

Daneben gibt es offene Punkte, die du vor einer Entscheidung kennen solltest.

  • Keine Beitragsgarantie, Kursverluste sind möglich, besonders kurz vor Rentenbeginn.
  • Sparplan- und Orderkosten sowie die ETF-Auswahl hat die DKB noch nicht veröffentlicht.
  • Für den geplanten Bezug ist ein Altersvorsorgevertrag mit der DKB nötig.
Uwe Lätsch, finanda

Die 0,15 Prozent der DKB sind ein starkes Signal, aber ein einziger Kostenwert ergibt noch keinen fertigen Vertrag. Warte auf die finalen Konditionen 2027, bevor du unterschreibst.

Uwe Lätsch, finanda

Wie schneidet das DKB-Depot gegenüber einem normalen ETF-Depot ab?

Der entscheidende Unterschied liegt in der Förderung: Das DKB-Altersvorsorgedepot bringt Zulagen und Steuervorteile, ein normales ETF-Depot nicht. Dafür bist du beim Standarddepot flexibler beim Zugriff aufs Geld, du kannst jederzeit verkaufen, ohne Fristen oder Bedingungen.

Beim Altersvorsorgedepot greift dagegen die nachgelagerte Besteuerung: In der Ansparphase zahlst du keine Abgeltungsteuer auf Gewinne, dafür versteuert du die Auszahlungen im Rentenalter mit deinem dann geltenden persönlichen Steuersatz. Wer im Alter weniger verdient als im Berufsleben, profitiert davon. Leg beide Varianten direkt nebeneinander, um den Unterschied greifbar zu machen.

DKB-AltersvorsorgedepotNormales ETF-Depot
Zulagen vom Staatja (bis 540 € plus Kinderzulagen)nein
Zugriff vor Rentegebunden, Auszahlung ab 65jederzeit verfügbar
Auszahlung Steuernachgelagert, voller Satz auf geförderte BeiträgeAbgeltungsteuer auf Gewinne
Kostendeckelmax. 1,0 % Effektivkosten p. a.kein gesetzlicher Deckel
Garantieohne (DKB-Variante)ohne

Zur Auszahlphase noch das Wesentliche: Sie beginnt frühestens mit Vollendung des 65. Lebensjahres, spätestens zum 70. Geburtstag. Zu Rentenbeginn sind bis zu 30 Prozent des Kapitals als Teilkapitalauszahlung möglich, der Rest läuft als lebenslange Leibrente oder als Auszahlplan mindestens bis zum vollendeten 85. Lebensjahr. Wie die Auszahlungsphase im Detail aufgebaut ist, schreibt der Gesetzgeber vor, das gilt auch für die DKB.

Was solltest du jetzt schon tun,?

Weil das Produkt erst 2027 startet und die DKB viele Details noch nicht veröffentlicht hat, geht es aktuell vor allem darum, den Stand zu kennen und die nächsten Schritte vorzubereiten. Entscheiden musst du erst, wenn die finalen Konditionen auf dem Tisch liegen.

Das kannst du sinnvoll schon jetzt angehen.

  • Prüfen, ob dir eine renditeorientierte Variante ohne Garantie überhaupt zusagt.
  • Deinen möglichen Jahresbeitrag und die zu erwartenden Zulagen grob durchrechnen.
  • Bestehende Riester-Verträge sichten, sie laufen weiter, ein Wechsel ins Depot ist möglich.
  • Kurz vor dem Start 2027 die finalen DKB-Konditionen mit ING, comdirect und anderen Anbietern vergleichen.

Denk auch an die Wechselmöglichkeit: Ein Anbieterwechsel ist nach fünf Jahren kostenfrei, außerhalb dieser Frist darf der neue Anbieter höchstens 150 Euro verlangen. Du legst dich mit der DKB also nicht dauerhaft fest, das nimmt etwas Druck aus der Entscheidung.

Häufige Fragen

Ab wann gibt es das Altersvorsorgedepot bei der DKB?+
Die DKB hat den Start für den 1. Januar 2027 bestätigt. Das ist zugleich der gesetzliche Termin, ab dem die neuen geförderten Altersvorsorgeprodukte überhaupt abschließbar sind.
Was kostet das DKB-Altersvorsorgedepot?+
Die DKB nennt bisher eine Depotgebühr von 0,15 Prozent pro Jahr und liegt damit unter ING (0,20 Prozent) und comdirect (0,25 Prozent). Sparplan- und Orderkosten sowie die konkrete ETF-Auswahl hat die DKB noch nicht veröffentlicht.
Gibt es bei der DKB eine Beitragsgarantie?+
Nein. Die DKB bietet die renditeorientierte Depotvariante ohne Beitragsgarantie an, die direkt in Fonds und ETFs investiert. Wer eine Garantie braucht, muss sich nach einem anderen Produkt umsehen.
Wie hoch sind die staatlichen Zulagen im DKB-Depot?+
Die Zulagen sind gesetzlich festgelegt und bei jedem Anbieter gleich: bis zu 540 Euro Grundzulage pro Jahr, dazu bis zu 300 Euro Kinderzulage je Kind und einmalig 200 Euro Berufseinsteigerbonus bei Abschluss vor dem 25. Geburtstag.
Kann ich meinen Riester-Vertrag zur DKB übertragen?+
Ein Wechsel eines Riester-Vertrags in ein Altersvorsorgedepot ist grundsätzlich vorgesehen. Ob und wie die DKB solche Übertragungen konkret abwickelt, hat sie noch nicht final veröffentlicht, das solltest du kurz vor dem Start 2027 direkt bei der DKB erfragen.
Kann ich später zu einem anderen Anbieter wechseln?+
Ein Anbieterwechsel ist nach fünf Jahren kostenfrei möglich. Außerhalb dieser Frist darf der neue Anbieter höchstens 150 Euro Wechselgebühr verlangen. Ein Wechsel ist auch zu Beginn der Auszahlungsphase möglich.
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GESCHRIEBEN VON
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Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.

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