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Altersvorsorgedepot bei Chase: Gibt es das Angebot?

Uwe Lätsch
Uwe Lätsch
Finanzexperte bei Finanda · Aktualisiert am 15. August 2026

Chase, die deutsche Digitalbank von JPMorgan, bietet Stand Juli 2026 kein gefördertes Altersvorsorgedepot an. Der Riester-Nachfolger startet zum 1. Januar 2027, doch Chase konzentriert sich in Deutschland bislang auf Giro- und Tagesgeld-Produkte und hat für das neue Depot bisher nichts angekündigt.

Wer die staatliche Förderung ab 2027 nutzen will, braucht ein Depot bei einem Anbieter, der das Produkt tatsächlich im Programm hat. Was Chase heute kann, warum das nicht automatisch reicht und wie viel Förderung dir woanders winkt, sortieren wir jetzt der Reihe nach.

Bietet Chase ein Altersvorsorgedepot für die staatliche Förderung an?

Nein. Nach aktuellem Stand (Juli 2026) hat Chase kein gefördertes Altersvorsorgedepot angekündigt und keins im Angebot. Die Bank ist in Deutschland als reine Digitalbank für den Alltag positioniert: Girokonto, Tagesgeld, Kartenzahlung. Das neue Altersvorsorgedepot, das der Gesetzgeber als Nachfolger der Riester-Rente geschaffen hat, gehört bisher nicht dazu.

Das ist keine Kritik an Chase, sondern schlicht der Produktzuschnitt. Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes Vorsorgeprodukt mit eigenen Regeln, das ein Anbieter erst aufsetzen und anerkennen lassen muss. Solange Chase das nicht tut, führt für die Förderung kein Weg an anderen Häusern vorbei.

Leg die wichtigsten Fakten zu Chase mal direkt nebeneinander.

Stand Juli 2026
Gefördertes Altersvorsorgedepot?Nein, nicht angekündigt
Was bietet Chase in Deutschland?Girokonto, Tagesgeld, Kartenzahlung
Kosten für ein Altersvorsorgedepot?Nicht anwendbar (kein Angebot)
Start eines Angebots absehbar?Keine öffentliche Ankündigung
Förderung ab 2027 über Chase möglich?Nein

Warum ist das Altersvorsorgedepot ab 2027 für dich so relevant?

Ab dem 1. Januar 2027 startet das geförderte Altersvorsorgedepot, und die staatlichen Zulagen sind an genau dieses Produkt gebunden. Der Bundestag hat die Reform am 27. März 2026 beschlossen, der Bundesrat stimmte am 8. Mai 2026 zu, das Gesetz ist Ende Mai 2026 in Kraft getreten. Ab 2027 kannst du das neue Depot abschließen; neue klassische Riester-Verträge gibt es dann nicht mehr.

Das Depot spart in Aktien, Fonds und ETFs an. Es gibt eine Variante mit Beitragsgarantie und eine renditeorientierte Variante ohne Garantie. Erstmals bekommen auch Selbstständige Zugang zur Förderung. Die Zulagen sind dabei der entscheidende Hebel, denn sie gibt es nur, wenn dein Anbieter ein anerkanntes Altersvorsorgedepot führt.

Schau dir an, was der Staat pro Jahr draufpackt.

  • Grundzulage: 50 Prozent auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag, danach 25 Prozent bis 1.800 Euro, maximal 540 Euro pro Jahr
  • Kinderzulage: 100 Prozent auf bis zu 300 Euro je Kind und Jahr, also bis zu 300 Euro pro Kind
  • Berufseinsteigerbonus: einmalig 200 Euro bei Abschluss vor dem 25. Geburtstag
  • Mittelbare Förderung: bis zu 175 Euro Grundzulage für nicht erwerbstätige Ehepartner mit eigenem Vertrag
  • Einzahlbar insgesamt: bis zu 6.840 Euro pro Jahr, gefördert davon die ersten 1.800 Euro
Bis zu 540 Euro Grundzulage, aber nur mit dem richtigen Depot

Bis zu 540 Euro Grundzulage plus 300 Euro je Kind gibt es ab 2027 ausschließlich über ein anerkanntes Altersvorsorgedepot. Chase bietet ein solches nach aktuellem Stand nicht an.

Bei welchen Anbietern kannst du das Altersvorsorgedepot ab 2027 abschließen?

Bei Häusern, die das Produkt aktiv ins Programm nehmen. Nach bisherigem Stand zählen dazu etwa Trade Republic, comdirect, DKB und die Sparkasse beziehungsweise Deka. Konkrete Konditionen und finale Gebühren haben viele Anbieter Stand Juli 2026 noch nicht abschließend veröffentlicht, weil das Produkt erst 2027 startet.

Was gesetzlich bereits feststeht, ist der Kostendeckel: Beim staatlich anerkannten Standard-Altersvorsorgedepot sind die Effektivkosten (also alle Kosten zusammengerechnet auf den Depotwert pro Jahr) auf maximal 1,0 Prozent begrenzt. Abschluss- und Vertriebskosten müssen zudem über die gesamte Ansparphase verteilt werden.

Trenn im Kopf sauber, was schon gesetzlich sicher ist und was noch von jedem einzelnen Anbieter abhängt.

Gesetzlich geregeltNoch offen (pro Anbieter)
Start ab 1. Januar 2027Konkrete Depotgebühren
Effektivkosten max. 1,0 % pro JahrKosten pro Sparplanausführung
Garantie- und renditeorientierte VarianteAuswahl an ETFs und Fonds
Zulagen und HöchstbeträgeApp-Bedienung und Service
Anbieterwechsel nach 5 Jahren kostenfreiOb Chase je einsteigt

In der Praxis verlangen viele Broker keine Depotgebühr, günstige ETFs kosten rund 0,1 bis 0,3 Prozent TER pro Jahr, und Sparplanausführungen sind oft kostenlos. Über lange Laufzeiten macht schon ein Kostenunterschied von wenigen Zehntel Prozent beim Endkapital viel aus, weshalb sich ein genauer Blick auf die Kostenstruktur des Altersvorsorgedepots lohnt.

Uwe Lätsch, finanda

Warte nicht auf Chase. Wer 2027 die Zulagen mitnehmen will, wählt einen Anbieter, der das Depot wirklich anbietet, die Bank fürs Girokonto muss dafür nicht dieselbe sein.

Uwe Lätsch, finanda

Wie viel Förderung bringt dir ein Altersvorsorgedepot im konkreten Rechenbeispiel?

Bei vollem gefördertem Eigenbeitrag holst du dir jährlich 540 Euro Grundzulage, und mit Kindern deutlich mehr. Rechne das an einem Familienbeispiel durch: Ein Elternteil mit zwei Kindern zahlt 1.800 Euro Eigenbeitrag pro Jahr in ein Altersvorsorgedepot ein. So setzt sich die Förderung zusammen.

  • 50 Prozent auf die ersten 360 Euro = 180 Euro
  • 25 Prozent auf die weiteren 1.440 Euro = 360 Euro
  • Grundzulage zusammen: 540 Euro
  • Kinderzulage für zwei Kinder: 2 × 300 Euro = 600 Euro
  • Zulagen gesamt: 1.140 Euro pro Jahr

Aus 1.800 Euro Eigenbeitrag werden so 2.940 Euro, die tatsächlich für dich arbeiten. Den vollen Kinderzuschlag gibt es übrigens schon ab rund 25 Euro Eigenbeitrag im Monat je Kind. Für Berufseinsteiger kommt bei Abschluss vor dem 25. Geburtstag einmalig ein Bonus von 200 Euro obendrauf.

Weil die Förderung personengebunden ist, gilt außerdem: Führen beide Ehepartner je ein eigenes Depot, gibt es die Grundzulage doppelt, also bis zu 2 × 540 Euro plus die Kinderzulagen. Ein gemeinsames Depot für die geförderte Variante gibt es nicht.

Was solltest du jetzt tun, Chase behalten oder zu einem anderen Anbieter wechseln?

Du kannst dein Chase-Konto ruhig behalten und dir das Altersvorsorgedepot einfach woanders holen. Das eine schließt das andere nicht aus. Die Förderung hängt am Depot, nicht an deiner Alltagsbank.

So gehst du am sinnvollsten vor, wenn du 2027 starten willst.

  • Prüfe, ob sich das Altersvorsorgedepot für deine Situation lohnt (Zulagen, Anlagehorizont, Kinder)
  • Warte die konkreten Konditionen der aktiven Anbieter ab, sie werden Richtung 2027 veröffentlicht
  • Achte auf die Effektivkosten (Deckel 1,0 %) und mögliche Sparplangebühren
  • Behalte im Kopf: Ein Anbieterwechsel ist nach fünf Jahren kostenfrei möglich, außerhalb dieser Frist maximal 150 Euro Gebühr
  • Nutze eine App wie finanda, um deine Konten, Verträge und Sparraten im Blick zu behalten, auch parallel zu Chase

Weil das Produkt erst 2027 startet und viele Details noch offen sind, ist dein wichtigster nächster Schritt nicht der schnelle Abschluss, sondern der Überblick über den Stand. Chase gehört bislang nicht zu den Anbietern, das ist die klare Ausgangslage, auf der du deine Entscheidung aufbauen kannst.

Häufige Fragen

Bietet Chase ein gefördertes Altersvorsorgedepot an?+
Nein. Stand Juli 2026 hat Chase kein gefördertes Altersvorsorgedepot angekündigt oder im Angebot. Die Digitalbank von JPMorgan bietet in Deutschland vor allem Giro- und Tagesgeld-Produkte an.
Wird Chase demnächst ein Altersvorsorgedepot anbieten?+
Dazu gibt es keine öffentliche Ankündigung. Ob und wann Chase einsteigt, ist offen. Verlassen solltest du dich darauf nicht, wenn du die Förderung ab 2027 nutzen willst.
Wo kann ich stattdessen ein Altersvorsorgedepot abschließen?+
Bei Anbietern, die das Produkt aktiv aufsetzen, nach bisherigem Stand etwa Trade Republic, comdirect, DKB oder Sparkasse/Deka. Die finalen Konditionen werden Richtung Start am 1. Januar 2027 veröffentlicht.
Muss ich mein Chase-Konto kündigen, um ein Altersvorsorgedepot zu bekommen?+
Nein. Das Girokonto bei Chase und ein Altersvorsorgedepot bei einem anderen Anbieter sind völlig unabhängig voneinander. Du kannst beides parallel nutzen.
Wie viel Zulage bekomme ich beim Altersvorsorgedepot maximal?+
Die maximale Grundzulage beträgt 540 Euro pro Jahr, erreicht bei 1.800 Euro Eigenbeitrag. Dazu kommen bis zu 300 Euro Kinderzulage je Kind und einmalig 200 Euro Berufseinsteigerbonus bei Abschluss vor dem 25. Geburtstag.
Kann ich den Anbieter später wechseln, wenn Chase doch einsteigt?+
Ja. Ein Anbieterwechsel ist nach fünf Jahren kostenfrei möglich. Außerhalb dieser Frist darf der neue Anbieter höchstens 150 Euro Wechselgebühr verlangen. Ein Wechsel ist auch zu Beginn der Auszahlungsphase möglich.
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Uwe Lätsch
GESCHRIEBEN VON
Uwe Lätsch

Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.

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