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Altersvorsorgedepot bei der Consorsbank: Angebot und Konditionen

Uwe Lätsch
Uwe Lätsch
Finanzexperte bei Finanda · Aktualisiert am 15. August 2026

Die Consorsbank plant das neue geförderte Altersvorsorgedepot ab dem 1. Januar 2027 in zwei Varianten: ein selbstbestimmtes Depot mit Fokus auf ETFs und Fonds sowie ein einfacheres Standarddepot. Der Mindestbeitrag liegt bei 120 Euro im Jahr, einzahlbar sind bis zu 6.840 Euro.

Was noch fehlt, sind die konkreten Depotgebühren für 2027. Die hat die Consorsbank bislang nicht veröffentlicht. Struktur und Rahmen stehen, der Preis noch nicht.

Bietet die Consorsbank ein Altersvorsorgedepot an?

Ja. Die Consorsbank plant zwei Varianten des geförderten Altersvorsorgedepots zum Start am 1. Januar 2027. Damit gehört sie zu den Direktbanken und Brokern, die den gesetzlichen Nachfolger der Riester-Rente als Wertpapierlösung umsetzen wollen.

Das Altersvorsorgedepot entstand durch das Altersvorsorgereformgesetz. Der Bundestag beschloss die Reform am 27. März 2026, der Bundesrat stimmte am 8. Mai 2026 zu, und das Gesetz trat Ende Mai 2026 in Kraft. Abschließbar sind die neuen Produkte erst ab dem 1. Januar 2027, auch bei der Consorsbank. Bis dahin kannst du dich über Angebot und Konditionen informieren, einen Vertrag aber noch nicht eröffnen.

Schau dir an, was die Consorsbank zum Start konkret plant:

  • Selbstbestimmtes Altersvorsorgedepot: freie Wertpapieranlage mit Fokus auf ETFs und Fonds.
  • Standarddepot: vereinfachte Lösung mit zwei Wertpapieren, optional nachhaltig ausgerichtet.
  • Start: 1. Januar 2027.
  • Mindestbeitrag: 120 Euro pro Jahr.
  • Maximalbeitrag: 6.840 Euro pro Jahr, davon 1.800 Euro zulagengefördert.

Welche zwei Varianten plant die Consorsbank beim Altersvorsorgedepot?

Die Consorsbank trennt zwischen einem selbstbestimmten Depot für Anleger, die ihre Wertpapiere selbst auswählen, und einem Standarddepot mit stark reduzierter Auswahl. Beide fallen unter denselben Förderrahmen, sprechen aber unterschiedliche Nutzertypen an.

Beim selbstbestimmten Depot wählst du ETFs und Fonds eigenständig aus, beim Standarddepot beschränkt sich die Auswahl auf zwei Wertpapiere, die optional nachhaltig ausgerichtet sein können. Genau hier trennt sich, wer Kontrolle über seine Anlage will, von wem, dem eine einfache Lösung reicht:

Selbstbestimmtes DepotStandarddepot
Wertpapierauswahlfrei, Fokus ETFs und Fondszwei Wertpapiere
Nachhaltige Ausrichtungje nach Fondswahl selbst steuerbaroptional
ZielgruppeAnleger mit eigener FondsauswahlAnleger, die es einfach mögen
Förderrahmenidentischidentisch
Start1. Januar 20271. Januar 2027

Zur gesetzlich möglichen Variante mit Beitragsgarantie hat sich die Consorsbank in ihrer bisherigen Kommunikation nicht ausdrücklich geäußert. Der Schwerpunkt liegt klar auf der renditeorientierten Wertpapieranlage ohne Garantie. Ob eine Garantievariante kommt, ist damit noch offen.

120 Euro Mindestbeitrag pro Jahr

Bei der Consorsbank liegt der jährliche Mindestbeitrag für das Altersvorsorgedepot bei 120 Euro, das entspricht 10 Euro im Monat. Einzahlbar sind bis zu 6.840 Euro pro Jahr, gefördert werden davon aber nur die ersten 1.800 Euro Eigenbeitrag.

Was kostet das Altersvorsorgedepot bei der Consorsbank?

Die konkreten Depotgebühren für 2027 hat die Consorsbank noch nicht veröffentlicht. Fest steht nur der gesetzliche Rahmen und der Beitragskorridor der Bank selbst. Wer jetzt schon vergleichen will, muss mit Marktrichtwerten arbeiten, bis die Consorsbank ihre Preisliste vorlegt.

Am Markt verlangen viele Broker keine Depotgebühr, günstige ETFs haben laufende Kosten von rund 0,1 bis 0,3 Prozent pro Jahr, und Sparplanausführungen sind bei vielen Anbietern kostenlos. Ob die Consorsbank diese Linie beim geförderten Depot hält, muss sie erst noch belegen. Gerade weil sich schon wenige Zehntel Prozent über lange Laufzeiten spürbar auf das Endkapital auswirken, lohnt der genaue Blick auf die endgültige Preisliste. Rechne einmal mit, was pro Jahr wirklich zusammenkommt:

KostenpunktConsorsbank (Stand Juli 2026)Marktüblicher Rahmen
Depotgebührnoch nicht veröffentlichtoft 0 Euro
ETF-Kosten (TER)abhängig vom gewählten ETFca. 0,1-0,3 % p. a.
Sparplanausführungnoch nicht veröffentlicht0 bis ca. 1,50 Euro
Effektivkosten-Deckelmax. 1,0 % p. a. (Standard-Depot)gesetzlich einheitlich

TER steht für Total Expense Ratio, also die jährliche Gesamtkostenquote eines ETFs. Sie wird direkt aus dem Fondsvermögen entnommen und taucht nicht als separate Buchung auf deinem Konto auf.

Wie viel Förderung bekommst du im Consorsbank-Depot?

Die Förderung ist gesetzlich geregelt und bei jedem Anbieter identisch, auch bei der Consorsbank. Sie hängt von deinem Eigenbeitrag, deinen Kindern und deinem Alter ab, nicht von der Wahl der Bank.

Das Fördersystem arbeitet in zwei Stufen: Auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag gibt es 50 Prozent Zulage, auf den Betrag darüber bis 1.800 Euro noch 25 Prozent. Dazu kommen Kinderzulagen und ein einmaliger Bonus für Berufseinsteiger. Schau dir die Zahlen im Detail an:

FörderartHöheVoraussetzung
Grundzulage (Stufe 1)50 % auf die ersten 360 Euro = bis 180 EuroEigenbeitrag bis 360 Euro/Jahr
Grundzulage (Stufe 2)25 % auf 360,01 bis 1.800 Euro = bis 360 EuroEigenbeitrag bis 1.800 Euro/Jahr
Maximale Grundzulage540 Euro/Jahr1.800 Euro Eigenbeitrag
Kinderzulagebis 300 Euro je Kind/Jahrab rund 25 Euro Eigenbeitrag/Monat je Kind
Berufseinsteigerbonuseinmalig 200 EuroAbschluss vor dem 25. Geburtstag

Der maximal geförderte Eigenbeitrag liegt bei 1.800 Euro pro Jahr. Wer im Consorsbank-Depot mehr einzahlt (bis zu 6.840 Euro), bekommt auf den Mehrbetrag keine Zulage, kann ihn aber steuerlich begünstigt zusätzlich ansparen.

Was bringt die Zulage beim Consorsbank-Depot in einem konkreten Rechenbeispiel?

Ein Beispiel macht die Förderquote greifbar. Angenommen, eine Sparerin mit zwei Kindern zahlt in ihr Consorsbank-Altersvorsorgedepot den maximal geförderten Eigenbeitrag von 1.800 Euro pro Jahr ein.

So setzt sich die Förderung zusammen:

  • Grundzulage Stufe 1: 50 % von 360 Euro = 180 Euro
  • Grundzulage Stufe 2: 25 % von 1.440 Euro = 360 Euro
  • Grundzulage gesamt: 540 Euro
  • Kinderzulage: 2 × 300 Euro = 600 Euro
  • Zulagen gesamt: 1.140 Euro auf 1.800 Euro Eigenbeitrag

Aus 1.800 Euro Eigenbeitrag werden so 2.940 Euro, die im Depot arbeiten. Das ist eine Förderquote von über 60 Prozent im ersten Schritt. Der eigentliche Renditemotor kommt danach über die Wertentwicklung der ETFs und den Zinseszins über viele Jahre hinzu.

Uwe Lätsch, finanda

Dass die Consorsbank zwei Varianten plant, ist ein gutes Zeichen. Am Ende entscheidet aber der Preis, und den kennen wir für 2027 schlicht noch nicht.

Uwe Lätsch, finanda

Für wen passt das Consorsbank-Altersvorsorgedepot,?

Das selbstbestimmte Depot richtet sich an Anleger, die ihre ETFs und Fonds selbst zusammenstellen wollen. Das Standarddepot mit zwei Wertpapieren spricht dagegen jene an, die eine einfache, vorstrukturierte Lösung suchen. Wichtig: Selbstständige haben mit der Reform erstmals Zugang zur Förderung, was den Kreis der Interessenten deutlich erweitert.

Ob sich ein Depot rechnet, hängt stark von Laufzeit, Kinderzahl und Steuersatz ab. Ein grober Selbstcheck hilft bei der Frage, für wen sich das Altersvorsorgedepot besonders lohnt, bevor du dich auf einen Anbieter festlegst. Hier eine Übersicht, wann das Consorsbank-Depot passt und wann du besser noch wartest:

  • Passt, wenn du langfristig in ETFs anlegen und die Auswahl selbst steuern willst.
  • Passt, wenn du Kinder hast oder unter 25 bist, denn Kinderzulagen und Berufseinsteigerbonus verstärken die Wirkung erheblich.
  • Passt, wenn du als Selbstständige oder Selbstständiger erstmals gefördert vorsorgen möchtest.
  • Noch abwarten, wenn dir die genauen Kosten wichtig sind, denn die stehen für 2027 noch aus.
  • Weniger geeignet, wenn du eine echte Beitragsgarantie zwingend brauchst, dazu gibt es von der Consorsbank noch keine klare Aussage.

Wie unterscheidet sich das geförderte Depot vom normalen ETF-Depot bei der Consorsbank?

Der größte Unterschied ist die staatliche Förderung, erkauft mit weniger Flexibilität. Ein normales ETF-Depot bei der Consorsbank kannst du jederzeit auflösen, das geförderte Depot ist dagegen fest auf die Altersvorsorge ausgerichtet und an klare Auszahlregeln gebunden.

Genau hier lohnt ein direkter Vergleich, damit du weißt, worauf du dich einlässt:

Gefördertes AltersvorsorgedepotNormales ETF-Depot
Zulagen und Steuervorteilja (bis 540 Euro plus Kinderzulagen)nein
VerfügbarkeitAuszahlung frühestens ab 65 Jahrenjederzeit
AuszahlphaseStart spätestens mit 70, Plan bis mind. 85frei wählbar
Besteuerung in der Rentenachgelagert mit persönlichem SteuersatzAbgeltungsteuer auf Gewinne
Anbieterwechselnach 5 Jahren kostenfreiDepotübertrag jederzeit

Zur Auszahlung: Bis zu 30 Prozent des Kapitals sind zu Rentenbeginn als Einmalbetrag möglich, der Rest fließt als lebenslange Leibrente oder als befristeter Auszahlplan bis mindestens zum 85. Lebensjahr. Wer parallel ein zweites Depot führen möchte, sollte wissen, dass bis zu zwei weitere neue Verträge erlaubt sind, die Zulage aber pro Person auf 1.800 Euro Eigenbeitrag begrenzt bleibt.

Mehrere Verträge, Zulagen und Sparraten im Blick zu behalten, wird mit der Reform nicht einfacher. Eine kostenlose App wie finanda kann dabei helfen, den Überblick über Konten und Verträge zu behalten. Ein Altersvorsorgedepot bietet finanda selbst nicht an.

Häufige Fragen

Ab wann kann ich das Altersvorsorgedepot bei der Consorsbank abschließen?+
Ab dem 1. Januar 2027. Vorher sind die neuen geförderten Altersvorsorgeprodukte gesetzlich nicht abschließbar, das gilt für alle Anbieter, also auch für die Consorsbank.
Was kostet das Depot bei der Consorsbank?+
Die konkreten Depotgebühren für 2027 hat die Consorsbank noch nicht veröffentlicht. Bekannt sind bislang nur der Mindestbeitrag von 120 Euro pro Jahr und der Maximalbeitrag von 6.840 Euro. Gesetzlich sind die Effektivkosten beim Standard-Depot auf höchstens 1,0 Prozent pro Jahr gedeckelt.
Welche Varianten bietet die Consorsbank an?+
Zwei: ein selbstbestimmtes Altersvorsorgedepot mit Fokus auf ETFs und Fonds sowie ein Standarddepot mit zwei Wertpapieren, das optional nachhaltig ausgerichtet werden kann.
Gibt es eine Variante mit Beitragsgarantie?+
Das Gesetz erlaubt eine Variante mit Beitragsgarantie und eine renditeorientierte ohne Garantie. Die Consorsbank hat sich zu einer Garantievariante bislang nicht ausdrücklich geäußert; der Schwerpunkt liegt auf der Wertpapieranlage ohne Garantie. Das ist noch offen.
Kann ich meinen alten Riester-Vertrag ins Consorsbank-Depot übertragen?+
Ein Wechsel eines Riester-Vertrags in ein Altersvorsorgedepot ist gesetzlich möglich. Bestehende Riester-Verträge laufen ansonsten weiter und werden nicht automatisch umgewandelt. Ab 2027 können jedoch keine neuen Riester-Verträge mehr abgeschlossen werden.
Wie hoch ist die maximale Förderung?+
Die Grundzulage beträgt bis zu 540 Euro pro Jahr bei 1.800 Euro Eigenbeitrag. Hinzu kommen bis zu 300 Euro Kinderzulage je Kind und Jahr sowie einmalig 200 Euro Berufseinsteigerbonus bei Abschluss vor dem 25. Geburtstag. Die Förderung ist bei jedem Anbieter gleich.
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Uwe Lätsch
GESCHRIEBEN VON
Uwe Lätsch

Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.

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