Die LV 1871 (Lebensversicherung von 1871) bereitet ein gefördertes Altersvorsorgedepot zum Start am 1. Januar 2027 vor. Das Produkt ist ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot für die private Altersvorsorge, das in Fonds und ETFs anspart, chancen- und renditeorientiert, ohne starre Garantie.
Das Grundgerüst steht durch das Gesetz. Die konkreten Konditionen der LV 1871 für 2027, vor allem die genauen Kosten, hat der Anbieter noch nicht veröffentlicht.
Bietet die LV 1871 ein Altersvorsorgedepot an?
Ja, die LV 1871 bereitet ein Angebot vor und will zum Start am 1. Januar 2027 dabei sein. Das Altersvorsorgedepot ist der gesetzliche Nachfolger der Riester-Rente. Es entstand durch das Altersvorsorgereformgesetz, das der Bundestag am 27. März 2026 beschloss und der Bundesrat am 8. Mai 2026 bestätigte. Ende Mai 2026 trat das Gesetz in Kraft; abschließbar sind die neuen Verträge ab dem 1. Januar 2027.
Die LV 1871 ist ein Versicherungsunternehmen und geht das Thema entsprechend an: ein gefördertes Wertpapierdepot mit Anlage in Fonds und ETFs. Anders als bei einem klassischen Direktbroker steckt hier ein Versicherer dahinter, das kann bei Beratung und Betreuung ein Pluspunkt sein, spielt aber auch bei den Kosten eine Rolle, sobald die Konditionen feststehen. Damit du den gesetzlichen Rahmen kennst, der für jeden Anbieter gilt, schau dir die harten Eckdaten an.
Leg die Grundregeln mal nebeneinander, bevor du tiefer einsteigst.
| Regelung | |
|---|---|
| Abschließbar ab | 1. Januar 2027 |
| Anlage | Aktien, Fonds, ETFs |
| Varianten laut Gesetz | mit Garantie oder renditeorientiert ohne Garantie |
| Kostendeckel Standarddepot | maximal 1,0 Prozent pro Jahr Effektivkosten |
| Selbstständige | erstmals förderberechtigt |
Bestehende Riester-Verträge laufen übrigens einfach weiter. Sie werden nicht automatisch gekündigt oder umgewandelt. Ab 2027 kannst du keinen neuen Riester-Vertrag mehr abschließen, ein Wechsel eines alten Riester-Vertrags in ein Altersvorsorgedepot ist aber möglich.
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Welche Variante wählt die LV 1871 beim Altersvorsorgedepot?
Die LV 1871 setzt auf die renditeorientierte Variante ohne starre Garantie. Das Gesetz erlaubt grundsätzlich zwei Wege: ein Depot mit Beitragsgarantie oder eines, das voll auf Marktchancen setzt. Der Versicherer hat sich laut eigener Produktseite für die chancen- und renditeorientierte Anlage in Fonds und ETFs entschieden.
Was das für dich bedeutet, wird klarer, wenn du beide gesetzlich möglichen Varianten direkt gegenüberstellst.
| Renditeorientiert (LV 1871) | Variante mit Garantie | |
|---|---|---|
| Anlage | Fonds, ETFs, Aktien | abgesicherter Anteil, Beitragsgarantie möglich |
| Renditechance | höher | geringer |
| Schwankungsrisiko | höher | gedämpft |
| Passt für | langen Anlagehorizont | höheres Sicherheitsbedürfnis |
Ob die LV 1871 die renditeorientierte Variante als anerkanntes Standard-Altersvorsorgedepot mit dem 1,0-Prozent-Kostendeckel anbietet oder als abweichendes Produkt mit anderer Kostenstruktur, ist noch nicht final veröffentlicht. Die Systematik dahinter erklärt der Beitrag zu was das Altersvorsorgedepot ist.
Für das staatlich anerkannte Standard-Altersvorsorgedepot sind die Effektivkosten auf maximal 1,0 Prozent pro Jahr gedeckelt. Was die LV 1871 innerhalb dieses Rahmens konkret verlangt, ist für 2027 noch offen. Über lange Laufzeiten macht schon ein Unterschied von wenigen Zehntel Prozent beim Endkapital viel aus, deshalb lohnt sich das Warten auf die endgültige Kostentabelle.
Was kostet das Altersvorsorgedepot bei der LV 1871?
Die genauen Kosten hat die LV 1871 noch nicht veröffentlicht. Fix ist nur der gesetzliche Rahmen: Beim anerkannten Standarddepot dürfen die Effektivkosten 1,0 Prozent pro Jahr nicht überschreiten, und Abschluss- sowie Vertriebskosten müssen über die gesamte Ansparphase verteilt werden, sie dürfen also nicht in den ersten Jahren geballt abgezogen werden.
Schau dir an, wo Kosten überhaupt anfallen, teils mit Marktwerten, teils bei der LV 1871 noch unbekannt.
- Depot- oder Verwaltungsgebühr: bei der LV 1871 noch offen (bei reinen Brokern oft 0 Euro)
- Abschluss- und Vertriebskosten: müssen über die gesamte Laufzeit verteilt werden
- Fondskosten (TER, also die jährliche Gesamtkostenquote eines Fonds): bei günstigen ETFs rund 0,1 bis 0,3 Prozent pro Jahr
- Sparplanausführung: bei vielen Anbietern kostenlos, teils bis rund 1,50 Euro je Ausführung
- Effektivkosten insgesamt: beim Standarddepot maximal 1,0 Prozent pro Jahr
Als Versicherer kalkuliert die LV 1871 in der Regel Verwaltungs- und Vertriebskosten ein, die ein Direktbroker so nicht hat. Bis die echten Zahlen auf dem Tisch liegen, hilft ein Blick auf die allgemeine Kostenlogik beim Altersvorsorgedepot und seinen Kosten, damit du das Angebot später schnell einordnen kannst.
Wie viel Förderung bekommst du beim Altersvorsorgedepot?
Die Förderung ist überall gleich, egal ob LV 1871 oder anderer Anbieter, sie hängt am Gesetz und an dir als Person, nicht am Depot. Die Grundzulage ist gestaffelt: 50 Prozent auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag im Jahr, danach 25 Prozent auf den Teil von 360,01 bis 1.800 Euro. Maximal sind das 540 Euro Grundzulage pro Jahr.
Rechne die einzelnen Zulagen einmal durch, dann wird die Systematik transparent.
| Zulage | Höhe | Bedingung |
|---|---|---|
| Grundzulage | bis 540 Euro/Jahr | bei 1.800 Euro Eigenbeitrag |
| Kinderzulage | bis 300 Euro je Kind/Jahr | voll ab rund 25 Euro Eigenbeitrag/Monat je Kind |
| Berufseinsteigerbonus | einmalig 200 Euro | Abschluss vor dem 25. Geburtstag |
| Mittelbare Förderung Ehepartner | bis 175 Euro/Jahr | eigener Vertrag, kleiner Mindestbeitrag |
Ein konkretes Beispiel mit runden Zahlen macht den Unterschied greifbar. Angenommen, du zahlst den geförderten Höchstbetrag ein und hast zwei Kinder.
- Eigenbeitrag: 1.800 Euro im Jahr
- Grundzulage: 50 % von 360 Euro = 180 Euro, plus 25 % von 1.440 Euro = 360 Euro, zusammen 540 Euro
- Kinderzulage: 2 × 300 Euro = 600 Euro
- Staatlicher Zuschuss gesamt: 1.140 Euro pro Jahr
- Im Depot landen: 1.800 Euro Eigenbeitrag + 1.140 Euro Zulage = 2.940 Euro
Du zahlst 1.800 Euro ein, im Depot arbeiten 2.940 Euro. Das ist die eigentliche Stärke der geförderten Variante, vorausgesetzt, die Kosten fressen den Vorsprung nicht wieder auf. Einzahlen kannst du übrigens bis zu 6.840 Euro im Jahr, aber nur die ersten 1.800 Euro sind zulagengefördert.
Dass die LV 1871 auf die renditeorientierte Variante setzt, passt zur Idee des Depots. Ob es sich wirklich lohnt, entscheidet die Kostentabelle, und die fehlt noch.
Uwe Lätsch, finanda
Für wen passt das Angebot der LV 1871 beim Altersvorsorgedepot?
Ein renditeorientiertes Depot ohne Garantie passt vor allem, wenn du einen langen Anlagehorizont hast und Kursschwankungen aushältst. Die Auszahlphase beginnt frühestens mit 65, spätestens mit 70, wer heute Anfang 40 oder jünger ist, hat also reichlich Zeit, in der Aktien- und ETF-Renditen ihre Wirkung entfalten. Neu ist außerdem, dass jetzt auch Selbstständige förderberechtigt sind, was das Depot für eine bisher ausgeschlossene Gruppe öffnet.
Sortier kurz, wann sich ein genauerer Blick auf die LV 1871 lohnt und wann eher nicht.
- Passt gut: langer Zeithorizont, Wunsch nach Aktien- und ETF-Rendite, Interesse an Versicherer-Betreuung
- Passt gut: Familien mit Kindern (hohe Kinderzulagen) und junge Leute vor dem 25. Geburtstag (Berufseinsteigerbonus)
- Eher abwarten: wer eine starke Beitragsgarantie will, die bietet die renditeorientierte Variante nicht
- Erst prüfen: alle, denen die Kostenhöhe wichtig ist, die ist bei der LV 1871 noch offen
Ob sich das gegenüber einem freien ETF-Sparplan lohnt, hängt am Ende stark an den Kosten und deinem Steuersatz. Die grundsätzliche Abwägung zwischen Altersvorsorgedepot oder ETF-Sparplan solltest du kennen, bevor du 2027 unterschreibst.
Das Altersvorsorgereformgesetz öffnet die staatliche Förderung erstmals für Selbstständige. Wer bisher keinen Zugang zur Riester-Förderung hatte, kann ab 2027 ein Altersvorsorgedepot mit Grundzulage nutzen, vorausgesetzt, die übrigen Voraussetzungen sind erfüllt.
Was steht beim Altersvorsorgedepot der LV 1871 fest?
Fest steht der gesetzliche Rahmen, offen sind die produktspezifischen Konditionen der LV 1871. Genau diese Unterscheidung ist gerade das Wichtigste für dich, so weißt du, worauf du dich verlassen kannst und worauf du noch warten musst.
Trenn das sauber, damit du nicht auf halbgare Versprechen hereinfällst.
| Steht fest | Noch offen |
|---|---|
| Start am 1. Januar 2027 | genaue Kosten für 2027 |
| renditeorientierte Variante ohne starre Garantie | konkrete Fonds- und ETF-Auswahl |
| Anlage in Fonds und ETFs | Höhe von Verwaltungs- und Abschlusskosten |
| Kostendeckel 1,0 % beim Standarddepot | ob als anerkanntes Standarddepot geführt |
Kein Vertrag lässt sich vor 2027 abschließen, nutze die Zeit, um die endgültigen Konditionen abzuwarten und mit anderen Anbietern zu vergleichen. Sobald die LV 1871 ihre Kostentabelle veröffentlicht, kannst du sie am 1,0-Prozent-Deckel und an günstigen ETF-Depots messen. Wer jetzt schon vergleichen will, findet bei anderen Anbietern bereits konkretere Zahlen.
Häufige Fragen
Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.