flatex steigt beim geförderten Altersvorsorgedepot ein und setzt dabei auf das, wofür der Broker bekannt ist: ein selbstbestimmtes Depot mit breiter Auswahl an ETFs, aktiv gemanagten Fonds und Anleihen, ohne die alten Riester-Garantien, die früher so viel Rendite gekostet haben. Startschuss für alle neuen Verträge ist der 1. Januar 2027.
Vieles ist bei flatex noch nicht in Stein gemeißelt. Die konkreten Depotgebühren fürs Altersvorsorgedepot hat flatex noch nicht final veröffentlicht. Was feststeht, ist der gesetzliche Rahmen, und der ist für dich als Sparer der wichtigere Teil.
Bietet flatex das Altersvorsorgedepot an?
Ja, flatex bietet das Altersvorsorgedepot für die geförderte private Altersvorsorge an. Du investierst dabei direkt in ETFs, aktiv gemanagte Fonds und Anleihen, ganz nach deiner eigenen Strategie und ohne die früher üblichen Beitragsgarantien.
Das passt zum Profil des Anbieters: flatex ist ein Online-Broker und kein Versicherer. Statt einer fertig geschnürten Renten-Police bekommst du ein Depot, das du selbst befüllst und steuerst. Wenn du wissen willst, was das Altersvorsorgedepot überhaupt ist, lohnt sich der Blick auf die gesetzlichen Grundlagen, denn die gelten bei jedem Anbieter gleich.
Schau dir an, was davon schon sicher ist:
- flatex bietet ein selbstbestimmtes Altersvorsorgedepot an (bestätigt).
- Angesparte Anlageklassen: ETFs, aktiv gemanagte Fonds und Anleihen.
- Keine Beitragsgarantie in der renditeorientierten Variante.
- Abschließbar ab 1. Januar 2027, vorher gibt es keine neuen Verträge.
- Gesetzlicher Kostendeckel: maximal 1,0 Prozent pro Jahr für das Standarddepot.
Ab wann kannst du bei flatex ein Altersvorsorgedepot eröffnen?
Frühestens ab dem 1. Januar 2027, das ist gesetzlich vorgegeben und gilt für alle Anbieter, also auch für flatex. Die Reform der geförderten privaten Altersvorsorge wurde am 27. März 2026 vom Bundestag beschlossen, der Bundesrat stimmte am 8. Mai 2026 zu, und das Gesetz trat Ende Mai 2026 in Kraft. Neue Verträge nach altem Riester-Modell gibt es ab 2027 nicht mehr.
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Wenn du schon einen Riester-Vertrag hast: Er läuft weiter, wird nicht automatisch gekündigt oder umgewandelt. Ein Wechsel in ein Altersvorsorgedepot ist aber möglich. Neu ist außerdem, dass Selbstständige mit der Reform erstmals Zugang zur Förderung bekommen.
Leg die entscheidenden Termine mal nebeneinander, damit du die Reihenfolge im Kopf hast.
| Termin | Was passiert |
|---|---|
| 27. März 2026 | Bundestag beschließt die Reform |
| 8. Mai 2026 | Bundesrat stimmt zu |
| Ende Mai 2026 | Gesetz tritt in Kraft |
| 1. Januar 2027 | Altersvorsorgedepot abschließbar, auch bei flatex |
Für das staatlich anerkannte Standard-Altersvorsorgedepot sind die Effektivkosten (also alle laufenden Kosten zusammengerechnet) gesetzlich auf höchstens 1,0 Prozent jährlich begrenzt. Diese Obergrenze gilt auch bei flatex, unabhängig davon, welche konkreten Depotgebühren der Broker am Ende festlegt.
Welche Varianten des Altersvorsorgedepots gibt es für dich?
Das Gesetz sieht zwei Grundtypen vor: eine Variante mit Beitragsgarantie und eine renditeorientierte Depotvariante ohne Garantie. flatex positioniert sich klar bei der zweiten Form. Du investierst selbstbestimmt in ETFs, Fonds und Anleihen, ohne die früher üblichen Garantien.
Warum das für die Rendite entscheidend ist: Eine Beitragsgarantie zwingt den Anbieter dazu, große Teile deines Geldes sicher und damit renditearm anzulegen. Ohne Garantie kann dein Kapital voll im Aktienmarkt arbeiten, mit höheren Chancen, aber eben auch mit Schwankungen. Wer noch 20 oder 30 Jahre bis zur Rente hat, profitiert davon in der Regel deutlich stärker als jemand, der kurz vor der Auszahlung steht.
Rechne einmal mit, was der Unterschied zwischen beiden Varianten bedeutet.
| Variante mit Garantie | Renditevariante (flatex-Ansatz) | |
|---|---|---|
| Beitragsgarantie | möglich | keine |
| Anlage | stärker abgesichert | ETFs, Fonds, Anleihen |
| Renditechance | eher gedämpft | höher |
| Schwankungen | geringer | höher |
Ob dieser garantielose Weg zu dir passt, hängt vor allem von deinem Anlagehorizont ab. Die Frage, ob sich ein Altersvorsorgedepot gegenüber einem normalen ETF-Sparplan lohnt, hängt genau an dieser Förderrechnung, dazu gleich mehr.
Was kostet das Altersvorsorgedepot bei flatex?
Die konkreten Depotgebühren für das Altersvorsorgedepot hat flatex noch nicht final veröffentlicht. Fest steht nur der gesetzliche Rahmen: Die Effektivkosten des Standarddepots dürfen maximal 1,0 Prozent pro Jahr betragen, und Abschluss- sowie Vertriebskosten müssen über die gesamte Ansparphase verteilt werden, nicht wie früher gleich in den ersten Jahren abgezogen.
flatex ist grundsätzlich für günstige Konditionen bekannt, was für ein preiswertes Angebot spricht. Belegen lässt sich das für das Altersvorsorgedepot aber noch nicht. Zur Orientierung helfen typische Broker-Kosten am Markt, das sind allgemeine Richtwerte, keine bestätigten flatex-Zahlen.
Schau dir an, was am Markt üblich ist:
- Depotgebühr bei vielen Brokern: 0 Euro (bei flatex noch offen)
- Laufende ETF-Kosten (TER, also die jährliche Gesamtkostenquote eines Fonds) günstiger Produkte: rund 0,1 bis 0,3 Prozent pro Jahr
- Sparplanausführung: bei vielen Anbietern kostenlos, bei einzelnen bis rund 1,50 Euro
- Gesetzlicher Kostendeckel Standarddepot: maximal 1,0 Prozent pro Jahr
Über eine lange Ansparphase schmälert schon ein Kostenunterschied von wenigen Zehntel Prozent das Endkapital erheblich. Deshalb lohnt es sich, die endgültigen Kosten des Altersvorsorgedepots zu vergleichen, sobald flatex sie veröffentlicht.
Ein günstiger Broker ist eine gute Ausgangslage. Verlass dich aber erst auf Konditionen, die schwarz auf weiß veröffentlicht sind, nicht auf den guten Ruf.
Uwe Lätsch, finanda
Wie viel staatliche Förderung bekommst du beim Altersvorsorgedepot?
Die Förderung ist personengebunden und bei flatex identisch mit jedem anderen Anbieter, denn sie kommt vom Staat, nicht vom Broker. Es gibt eine Grundzulage, Kinderzulagen und einen Berufseinsteigerbonus. Der maximal geförderte Eigenbeitrag liegt bei 1.800 Euro pro Jahr.
Das Prinzip ist gestaffelt: Auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag gibt es 50 Prozent Zulage, auf den Beitrag von 360,01 bis 1.800 Euro noch 25 Prozent. So kommt die maximale Grundzulage von 540 Euro zustande.
Sieh selbst, wie sich der Zuschuss bei verschiedenen Beiträgen entwickelt.
| Eigenbeitrag pro Jahr | Grundzulage | Förderquote |
|---|---|---|
| 360 Euro | 180 Euro | 50 % |
| 900 Euro | 180 € + 135 € = 315 Euro | 35 % |
| 1.800 Euro | 180 € + 360 € = 540 Euro | 30 % |
Dazu kommen weitere Zulagen, die dein Konto zusätzlich füllen können. Diese solltest du kennen, bevor du deinen Beitrag festlegst:
- Kinderzulage: bis zu 300 Euro je Kind und Jahr (100 Prozent auf bis zu 300 Euro Eigenbeitrag je Kind)
- Voller Kinderzuschlag schon ab rund 25 Euro Eigenbeitrag im Monat je Kind
- Berufseinsteigerbonus: einmalig 200 Euro bei Abschluss vor dem 25. Geburtstag
- Mittelbare Förderung für nicht erwerbstätige Ehepartner: bis zu 175 Euro Grundzulage
- Insgesamt einzahlbar: bis zu 6.840 Euro pro Jahr (nur die ersten 1.800 Euro sind zulagengefördert)
Wer das Altersvorsorgedepot vor dem 25. Geburtstag abschließt, bekommt einmalig 200 Euro Berufseinsteigerbonus obendrauf. Dieser Bonus gibt es nur einmal im Leben, also lohnt ein früher Abschluss doppelt.
Wie sieht die Förderung für eine Familie mit zwei Kindern aus?
Nehmen wir Lisa, 34 Jahre, zwei Kinder, die 2027 ein Altersvorsorgedepot bei flatex eröffnet. Sie zahlt den geförderten Höchstbeitrag von 1.800 Euro pro Jahr ein, also 150 Euro im Monat.
So setzt sich ihre Förderung im Jahr zusammen: Grundzulage 540 Euro (50 Prozent auf die ersten 360 Euro plus 25 Prozent auf 1.440 Euro), Kinderzulage 2 x 300 Euro = 600 Euro, Zulagen gesamt also 1.140 Euro pro Jahr. Lisa zahlt 1.800 Euro selbst ein und bekommt 1.140 Euro obendrauf. Auf ihrem Depot landen damit 2.940 Euro pro Jahr, eine Förderquote von rund 63 Prozent auf ihren Eigenbeitrag.
Genau dieser Zulagen-Hebel ist der Grund, warum das geförderte Depot trotz nachgelagerter Besteuerung für viele attraktiver ist als ein reiner Sparplan. Ob das Altersvorsorgedepot sich für dich lohnt, hängt stark von Kinderanzahl und Beitragshöhe ab.
Was steht bei flatex fest?
Weil das Produkt erst 2027 startet, ist noch nicht alles bekannt. Der gesetzliche Teil ist klar geregelt, die konkreten flatex-Konditionen dagegen teilweise noch nicht veröffentlicht. Diese Trennung solltest du im Kopf behalten, damit du nicht Gesichertes mit Spekulation vermischst.
Trenn einmal sauber, was du heute schon weißt, von dem, was flatex noch schuldet.
| Status | |
|---|---|
| flatex bietet ein Altersvorsorgedepot an | steht fest |
| Anlage in ETFs, Fonds, Anleihen ohne Garantie | steht fest |
| Start ab 1. Januar 2027 | steht fest |
| Kostendeckel 1,0 % pro Jahr | gesetzlich fest |
| Konkrete Depotgebühren | noch nicht veröffentlicht |
| Sparplankosten und Fondsauswahl im Detail | noch offen |
Bis 2027 ist noch etwas Zeit. Der sinnvollste nächste Schritt ist, den gesetzlichen Rahmen zu verstehen und die endgültigen flatex-Konditionen abzuwarten. Wer heute schon Verträge, Konten und Sparraten im Blick behalten will, kann das zum Beispiel mit der kostenlosen App von finanda tun, das ersetzt aber keine Anlageentscheidung.
Wie wird das Altersvorsorgedepot später ausgezahlt und besteuert?
Die Auszahlungsregeln kommen aus dem Gesetz und gelten bei flatex genauso wie bei jedem anderen Anbieter. Die Auszahlphase beginnt frühestens mit Vollendung des 65. Lebensjahres und spätestens mit dem 70. Geburtstag.
Bei Rentenbeginn kannst du dir einmalig bis zu 30 Prozent des Kapitals auf einen Schlag auszahlen lassen. Der Rest läuft als lebenslange Leibrente oder als befristeter Auszahlplan, der mindestens bis zum vollendeten 85. Lebensjahr reicht. Leistungen aus geförderten Beiträgen unterliegen in voller Höhe der nachgelagerten Besteuerung mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz.
Ein Detail, das viele vergessen: Falls du später mit den Konditionen unzufrieden bist, bist du nicht dauerhaft gebunden. Ein Anbieterwechsel ist nach fünf Jahren kostenfrei möglich, außerhalb dieser Frist darf der neue Anbieter höchstens 150 Euro Wechselgebühr verlangen. So kannst du auch später noch zu flatex hin oder von flatex weg wechseln.
Beim Altersvorsorgedepot zahlst du keine Steuern auf Erträge während der Ansparphase. Dafür versteuert du die Auszahlungen im Rentenalter mit deinem dann geltenden persönlichen Einkommensteuersatz. Da dieser im Ruhestand meist niedriger ist als im Berufsleben, ergibt sich daraus oft ein Steuervorteil.
Häufige Fragen
Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.