Die Allianz steigt mit drei Produkten in den Riester-Nachfolger ein: ein Standarddepot mit zwei vorausgewählten Fonds, ein Altersvorsorgedepot ohne Garantie und ein Garantieprodukt mit 80 Prozent Beitragsgarantie. Alle drei sind ab dem 1. Januar 2027 abschließbar, angespart wird in Fonds, ETFs und ELTIF-Fonds.
Der wichtigste offene Punkt: Die Allianz hat die Kosten für ihre Varianten noch nicht beziffert. Rund 1,5 Millionen Bestandskunden hat der Versicherer bereits angesprochen, wer konkrete Konditionen sehen will, muss bis zum Marktstart Anfang 2027 warten.
Bietet die Allianz ein Altersvorsorgedepot an?
Ja. Die Allianz plant zum Start des gesetzlichen Riester-Nachfolgers gleich drei unterschiedliche Produkte. Damit deckt der Versicherer die volle Bandbreite ab, vom pflegeleichten Standardprodukt bis zum renditeorientierten Depot ohne Garantie. Das Altersvorsorgedepot ist der gesetzliche Nachfolger der Riester-Rente, geschaffen durch das Altersvorsorgereformgesetz. Der Bundestag beschloss die Reform am 27. März 2026, der Bundesrat stimmte am 8. Mai 2026 zu.
Die drei Allianz-Varianten unterscheiden sich vor allem in der Anlagestrategie und darin, ob und wie stark deine Beiträge abgesichert sind. Schau dir an, wie sie sich auf einen Blick unterscheiden:
| Kurzbeschreibung | Garantie | Anlage | |
|---|---|---|---|
| Standarddepot | Zwei von der Allianz ausgewählte Fonds | keine | Fonds/ETFs |
| Depot ohne Garantie | Renditeorientiert, freiere Anlage | keine | Fonds, ETFs, ELTIF |
| Garantieprodukt | Absicherung eines Teils der Beiträge | 80 % Beitragsgarantie | Fonds, ETFs, ELTIF |
Wichtig zur Einordnung: Diese drei Bausteine sind das, was die Allianz öffentlich angekündigt hat. Konkrete Zahlen zu Gebühren, Fondsauswahl oder Mindestbeiträgen liegen noch nicht vor.
Ab wann kannst du das Allianz-Altersvorsorgedepot abschließen?
Frühestens ab dem 1. Januar 2027. Das ist kein Allianz-spezifischer Termin, sondern gilt für alle neuen Altersvorsorgeprodukte: Erst ab diesem Stichtag sind sie gesetzlich abschließbar. Vorher gibt es keine gültigen Verträge, nur Ankündigungen.
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Für Bestandskunden lohnt ein genauer Blick auf die eigene Situation, bevor sie auf eine Ansprache des Versicherers reagieren. Hier die wichtigsten Punkte auf einen Blick:
- Bestehende Riester-Verträge laufen weiter und werden nicht automatisch gekündigt oder umgewandelt.
- Ab 2027 lassen sich keine neuen Verträge nach altem Riester-Modell mehr abschließen.
- Ein Wechsel eines bestehenden Riester-Vertrags in ein Altersvorsorgedepot ist möglich.
- Die Allianz kontaktiert rund 1,5 Millionen Bestandskunden zum neuen Angebot.
Wenn dich die Allianz aktiv anspricht, ist das kein Grund zur Eile. Du kannst in Ruhe vergleichen, bevor du dich für eine der drei Varianten oder einen anderen Anbieter entscheidest.
Die staatliche Förderung hängt am Gesetz, nicht am Anbieter. Bei 1.800 Euro Eigenbeitrag im Jahr gibt es bis zu 540 Euro Grundzulage, plus bis zu 300 Euro je Kind. Diese Beträge gelten für alle Anbieter gleich, egal ob du dich für die Allianz oder einen anderen Anbieter entscheidest.
Wie viel Förderung bekommst du, und ändert der Anbieter daran etwas?
Nein, der Anbieter ändert nichts an der Förderung. Sie ist gesetzlich festgelegt und für alle Anbieter identisch. Die Allianz kann sie weder erhöhen noch senken. Entscheidend für deine Rendite ist deshalb nicht die Zulage, sondern die Anlagestrategie und die Kosten der jeweiligen Variante.
Rechne einmal durch, was pro Jahr an Förderung zusammenkommt:
| Förderung | Höhe | Bedingung |
|---|---|---|
| Grundzulage (Stufe 1) | 50 % auf die ersten 360 € | = max. 180 € |
| Grundzulage (Stufe 2) | 25 % auf 360,01 bis 1.800 € | = max. 360 € |
| Grundzulage gesamt | max. 540 € pro Jahr | bei 1.800 € Eigenbeitrag |
| Kinderzulage | 100 % auf bis zu 300 € je Kind | = max. 300 € je Kind |
| Berufseinsteigerbonus | einmalig 200 € | Abschluss vor dem 25. Geburtstag |
| Mittelbare Förderung (Ehepartner) | max. 175 € | eigener Vertrag, Mindestbeitrag |
Einzahlbar sind pro Jahr insgesamt bis zu 6.840 Euro. Zulagengefördert sind aber nur die ersten 1.800 Euro; der Rest lässt sich steuerlich begünstigt zusätzlich ansparen. Wie sich die Förderung für unterschiedliche Lebenslagen auswirkt, hängt stark von Kindern, Alter und Einkommen ab.
Wie sieht ein konkretes Rechenbeispiel für Familien aus?
Nehmen wir Familie Berger: Vater Jan zahlt in sein Allianz-Altersvorsorgedepot ein, Mutter Lea in ein eigenes. Beide haben zwei Kinder. So verteilt sich die Förderung, unabhängig davon, welche der drei Varianten sie wählen:
- Jan zahlt 1.800 € Eigenbeitrag: 180 € (50 % auf 360 €) + 360 € (25 % auf 1.440 €) = 540 € Grundzulage.
- Jan erhält zusätzlich die Kinderzulage für beide Kinder: 2 × 300 € = 600 €.
- Lea zahlt ebenfalls 1.800 €: 540 € Grundzulage.
- Gesamteinzahlung des Paares: 3.600 € Eigenbeitrag. Zulagen zusammen: 540 + 600 + 540 = 1.680 € pro Jahr.
Auf 3.600 Euro Eigenbeitrag kommen also 1.680 Euro staatliche Zulage. Das ist die reine Förderquote vor Rendite. Weil jeder Ehepartner ein eigenes Depot braucht, funktioniert das nur mit zwei getrennten Verträgen. Ein gemeinsames Depot gibt es für die geförderte Variante nicht.
Drei Varianten klingen nach Auswahl, aber ohne veröffentlichte Kosten ist das für den Kunden aktuell eine Wette. Bei einer Laufzeit von Jahrzehnten entscheiden Zehntel-Prozente über Tausende Euro Endkapital.
Uwe Lätsch, finanda
Was kostet das Allianz-Altersvorsorgedepot?
Das ist der ehrliche Knackpunkt: Die genauen Kosten hat die Allianz noch nicht beziffert. Für keine der drei Varianten liegen bisher konkrete Gebührenangaben vor. Was feststeht, sind nur die gesetzlichen Leitplanken, an die sich alle Anbieter halten müssen.
Für das staatlich anerkannte Standard-Altersvorsorgedepot sind die Effektivkosten (also alle Kosten zusammengerechnet, ausgedrückt als jährlicher Prozentsatz) auf maximal 1,0 Prozent pro Jahr gedeckelt. Abschluss- und Vertriebskosten müssen über die gesamte Ansparphase verteilt werden, nicht in den ersten Jahren abgezogen. Am Markt verlangen viele Broker gar keine Depotgebühr; günstige ETFs haben laufende Kosten von rund 0,1 bis 0,3 Prozent pro Jahr. Ob die Allianz-Varianten näher an der 1,0-Prozent-Grenze oder deutlich darunter liegen, bleibt offen.
Weil über lange Laufzeiten schon ein Unterschied von wenigen Zehntel Prozent das Endkapital spürbar schmälert, lohnt der Blick auf die Kostenstruktur solcher Depots, sobald die Allianz Zahlen veröffentlicht. Bis dahin gilt: Angebot merken und vergleichen.
Wie schneidet die Allianz gegenüber einem günstigen Standarddepot ab?
Solange die Kosten nicht feststehen, lässt sich nur die Struktur vergleichen. Die Allianz ist ein Versicherer mit betreutem Ansatz und Garantieoption. Ein reines Online-Broker-Depot setzt dagegen auf niedrige Kosten und Eigenverantwortung. Genau hier trennt sich, was für wen passt:
| Allianz (angekündigt) | Günstiges Standarddepot (Markt) | |
|---|---|---|
| Varianten | 3 (Standard, ohne Garantie, 80 % Garantie) | meist 1 ETF-Depot |
| Garantieoption | ja (80 % Beitragsgarantie) | in der Regel nein |
| Anlage | Fonds, ETFs, ELTIF | meist ETFs |
| Kosten | noch nicht beziffert | TER ~0,1-0,3 %, oft 0 € Depotgebühr |
| Betreuung | Versicherer/Berater | überwiegend Selbstbedienung |
Wer eine Absicherung über die 80-Prozent-Beitragsgarantie schätzt oder ohnehin bei der Allianz betreut wird, findet dort passende Bausteine. Wer maximale Rendite und Kostentransparenz sucht, sollte die veröffentlichten Zahlen abwarten und mit reinen ETF-Depots gegenrechnen.
Für wen passt welche Allianz-Variante am besten?
Grob lässt sich die Zielgruppe an der Risikobereitschaft festmachen. Das gilt als erste Orientierung, solange keine konkreten Kosten vorliegen. Wer sich fragt, welche Variante zu seiner Lebenssituation passt, kann sich an dieser Übersicht orientieren:
| Variante | Passt eher für … |
|---|---|
| Standarddepot | Einsteiger, die eine schlichte, vorausgewählte Lösung wollen |
| Depot ohne Garantie | Renditeorientierte mit langem Anlagehorizont und Risikotoleranz |
| Garantieprodukt (80 %) | Sicherheitsorientierte, die einen Teil der Beiträge abgesichert wissen wollen |
Neben dem Altersvorsorgedepot lohnt sich ein Überblick über alle Verträge und Sparraten. Dabei hilft eine kostenlose App wie finanda, die selbst kein Altersvorsorgedepot anbietet, sondern nur den Überblick über bestehende Konten und Verträge bündelt.
Was steht beim Allianz-Altersvorsorgedepot schon fest,?
Für eine fundierte Entscheidung hilft die klare Trennung zwischen gesicherten Fakten und noch offenen Punkten. Auf der einen Seite stehen Dinge, die das Gesetz bereits regelt. Auf der anderen Seite fehlen noch alle produktspezifischen Details der Allianz.
Zähl mit, was du heute schon weißt, und was du dir für Anfang 2027 vormerken solltest:
| Feststehend | Noch offen |
|---|---|
| Start am 1. Januar 2027 | Konkrete Gebühren aller Varianten |
| Drei Varianten (Standard, ohne Garantie, 80 % Garantie) | Fondsauswahl im Detail |
| Anlage in Fonds, ETFs, ELTIF | Mindestbeiträge und Sparraten |
| Ansprache von ~1,5 Mio. Bestandskunden | Effektivkosten des Standarddepots (max. 1,0 %) |
Dein nächster Schritt ist damit klar: Angebot vormerken, die Förderlogik verstehen und ab Anfang 2027 die dann veröffentlichten Kosten der Allianz mit anderen Anbietern vergleichen. Wer das früh tut, trifft die bessere Entscheidung.
Häufige Fragen
Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.