Altersvorsorge 8 Min. Lesezeit

Altersvorsorgedepot bei der Debeka: Was ab 2027 kommt

Uwe Lätsch
Uwe Lätsch
Finanzexperte bei Finanda · Aktualisiert am 15. August 2026

Ab dem 1. Januar 2027 löst das geförderte Altersvorsorgedepot die Riester-Rente als staatlich bezuschusstes Vorsorgeprodukt ab. Die Debeka plant dafür gleich mehrere Varianten: Verträge mit Beitragsgarantie und ein reines Depot ohne Garantie.

Konkrete Zahlen zu Kosten und Konditionen hat die Debeka für 2027 noch nicht veröffentlicht. Trenne deshalb sauber: Was der Gesetzgeber bereits festgelegt hat, gilt für jeden Anbieter gleich. Was die Debeka darüber hinaus bietet, steht erst zum Marktstart fest.

Bietet die Debeka ab 2027 ein Altersvorsorgedepot an?

Ja, die Debeka baut ihr Angebot rund um das neue Altersvorsorgedepot auf, damit Kunden ab dem 1. Januar 2027 die staatliche Förderung nutzen können. Als klassischer Versicherer plant sie dabei nicht nur ein reines Wertpapierdepot, sondern auch Varianten mit Beitragsgarantie.

Nach aktuellem Stand sind drei Grundrichtungen vorgesehen: ein geförderter Altersvorsorgevertrag mit 100 Prozent Beitragsgarantie, einer mit 80 Prozent Beitragsgarantie sowie ein Altersvorsorgedepot ganz ohne Garantie. Damit deckt die Debeka die vom Gesetzgeber vorgesehene Spanne ab, von sicherheitsorientiert bis renditeorientiert. Wenn du erst einmal verstehen willst, was das neue Altersvorsorgedepot als Riester-Nachfolger grundsätzlich ausmacht, lohnt sich der Blick auf die gesetzlichen Grundlagen, denn die gelten für alle Anbieter gleich.

Schau dir kurz an, was bei der Debeka schon feststeht und was noch offen ist.

  • Anbietertyp: Versicherer, kein reiner Online-Broker.
  • Start: geplante Verfügbarkeit ab 1. Januar 2027.
  • Varianten: Verträge mit 80 % oder 100 % Beitragsgarantie plus ein Depot ohne Garantie.
  • Kosten: für 2027 noch nicht veröffentlicht; für das Standarddepot greift der gesetzliche Deckel von maximal 1,0 % pro Jahr.

Welche Varianten plant die Debeka für das Altersvorsorgedepot?

Mit den drei Grundrichtungen kannst du zwischen maximaler Sicherheit und maximaler Renditechance wählen. Das Prinzip dahinter ist einfach: Je mehr Garantie, desto weniger deiner Beiträge fließen frei in Aktien, Fonds und ETFs, und desto geringer fällt typischerweise die langfristige Renditechance aus. Ohne Garantie sind die Schwankungen höher, über lange Laufzeiten aber auch das mögliche Endkapital. Die genaue Ausgestaltung, also welche Fonds oder ETFs im Depot wählbar sind und wie die Garantieverträge intern funktionieren, hat die Debeka für 2027 noch nicht final veröffentlicht.

Leg die drei Richtungen direkt nebeneinander, dann siehst du den Unterschied auf einen Blick.

GarantieCharakterPasst eher für
Vertrag mit 100 % BeitragsgarantieEingezahlte Beiträge voll gesichertSehr sicherheitsorientiertWer keinen Cent Verlust auf die Beiträge riskieren will
Vertrag mit 80 % Beitragsgarantie80 % der Beiträge gesichertMittelwegWer etwas mehr Renditechance mit Restsicherung verbinden will
Altersvorsorgedepot ohne GarantieKeineRenditeorientiertLanger Anlagehorizont, Toleranz für Schwankungen
1,0 Prozent, die gesetzliche Kostengrenze

Für das staatlich anerkannte Standard-Altersvorsorgedepot sind die Effektivkosten (also alle Kosten zusammengerechnet auf Jahresbasis) gesetzlich auf maximal 1,0 Prozent pro Jahr gedeckelt. Diese Grenze gilt auch für die Debeka. Die konkreten Konditionen für 2027 hat der Anbieter bisher nicht veröffentlicht.

Was kostet das Altersvorsorgedepot bei der Debeka?

Die genauen Kosten hat die Debeka für 2027 noch nicht veröffentlicht. Fest steht bisher nur der gesetzliche Rahmen: Beim Standard-Altersvorsorgedepot dürfen die Effektivkosten höchstens 1,0 Prozent pro Jahr betragen. Effektivkosten meint dabei alle Kosten zusammengerechnet, also Produktgebühren, Fondskosten und Depotgebühren in einer einzigen Kennzahl.

Ein weiterer Verbraucherschutz gilt ebenfalls für alle Anbieter: Abschluss- und Vertriebskosten müssen auf die gesamte Ansparphase verteilt werden. Sie dürfen nicht mehr wie bei manchen alten Verträgen in den ersten Jahren komplett abgezogen werden. Das schützt dich vor einem schlechten Start ins Depot.

Rechne einmal mit, welche Kostenbausteine bei einem Altersvorsorgedepot überhaupt anfallen können.

  • Effektivkosten des Produkts: gesetzlich auf max. 1,0 % p. a. beim Standarddepot gedeckelt.
  • Fondskosten (TER): bei günstigen ETFs rund 0,1 bis 0,3 % pro Jahr.
  • Depotgebühr: bei vielen Brokern 0 Euro; bei Versicherern oft anders kalkuliert.
  • Sparplanausführung: häufig kostenlos, bei einzelnen Anbietern bis rund 1,50 Euro je Ausführung.
  • Wechselgebühr: nach fünf Jahren kostenlos, sonst höchstens 150 Euro.

Über 30 oder 40 Jahre schmälert schon ein Kostenunterschied von wenigen Zehntel Prozent das Endkapital erheblich. Sobald die Debeka ihre echten Konditionen nennt, lohnt sich deshalb der genaue Vergleich mit einem günstigen Standarddepot.

Wie hoch ist die staatliche Förderung beim Debeka-Altersvorsorgedepot?

Die Förderung ist bei der Debeka identisch mit der bei jedem anderen Anbieter, denn sie ist gesetzlich festgelegt und personengebunden. Es gibt eine Grundzulage, Kinderzulagen und einen Berufseinsteigerbonus.

Auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag pro Jahr zahlt der Staat 50 Prozent Zulage dazu, auf den weiteren Eigenbeitrag bis 1.800 Euro dann 25 Prozent. Zahlst du die vollen 1.800 Euro ein, bekommst du die maximale Grundzulage von 540 Euro pro Jahr. Schauen wir uns die Förderstufen Betrag für Betrag an.

Eigenbeitrag pro JahrZulagensatzGrundzulage
bis 360 €50 %bis 180 €
360,01 € bis 1.800 €25 %bis 360 € zusätzlich
1.800 € (Maximum)540 € gesamt

Dazu kommen bei Familien die Kinderzulagen: 100 Prozent Zulage auf bis zu 300 Euro Eigenbeitrag je Kind und Jahr, also maximal 300 Euro pro Kind. Den vollen Kinderzuschlag erreichst du schon ab rund 25 Euro Eigenbeitrag im Monat je Kind. Wer vor dem 25. Geburtstag abschließt, bekommt zusätzlich einmalig 200 Euro Berufseinsteigerbonus.

Jetzt wird es konkret: Rechnen wir ein Beispiel durch, das zeigt, wie stark die Förderung wirkt.

  • Ausgangslage: Familie, ein förderberechtigter Elternteil, zwei Kinder.
  • Eigenbeitrag: 1.800 Euro pro Jahr in ein Debeka-Altersvorsorgedepot.
  • Grundzulage: 540 Euro.
  • Kinderzulage: 2 × 300 Euro = 600 Euro.
  • Staatliche Zulagen gesamt: 1.140 Euro pro Jahr zusätzlich zu den 1.800 Euro Eigenbeitrag.

Aus 1.800 Euro eigenem Geld werden in diesem Beispiel also 2.940 Euro, die für dich arbeiten. Führen beide Ehepartner ein eigenes Depot, gibt es die Grundzulage sogar doppelt, bis zu 2 × 540 Euro plus die Kinderzulagen.

Uwe Lätsch, finanda

Die Förderung ist bei jedem Anbieter gleich, der Unterschied liegt in den Kosten und der Anlage. Genau die hat die Debeka für 2027 noch nicht auf den Tisch gelegt.

Uwe Lätsch, finanda

Für wen passt das Debeka-Altersvorsorgedepot,?

Das Debeka-Angebot passt vor allem, wenn du Wert auf einen klassischen Versicherer mit persönlicher Beratung legst und eine Beitragsgarantie haben willst. Wer dagegen maximale Kostentransparenz und ein reines, sehr günstiges ETF-Depot sucht, sollte die späteren Konditionen kritisch mit reinen Brokern vergleichen.

Neu ist außerdem: Selbstständige erhalten mit der Reform erstmals Zugang zur Förderung. Auch für sie kann ein gefördertes Depot damit ein sinnvoller Baustein werden. Ob sich die geförderte Variante für deine Situation rechnet, hängt stark von Alter, Kindern und Einkommen ab, das zeigt die Frage, für wen sich das Altersvorsorgedepot lohnt, ziemlich deutlich.

Sortiere dich kurz ein, welches Profil zu dir passt.

  • Passt gut: Du willst Beratung, eine Beitragsgarantie und einen Anbieter mit langer Historie.
  • Passt gut: Familien, die Grund- und Kinderzulagen voll ausschöpfen wollen.
  • Prüfen: Du bist sehr kostensensibel und vergleichst Effektivkosten Zehntelprozent für Zehntelprozent.
  • Prüfen: Du willst freie ETF-Auswahl ohne Garantie, dann die Depotvariante gezielt unter die Lupe nehmen.

Was steht beim Debeka-Depot schon fest,?

Fest steht der gesetzliche Rahmen: Förderung, Auszahlregeln, Kostendeckel und Wechselrechte gelten ab 2027 für alle Anbieter gleich. Offen sind bei der Debeka vor allem die konkreten Konditionen, also Kosten, Fondsauswahl und die genaue Ausgestaltung der Garantievarianten.

Genau diese Trennung ist gerade jetzt entscheidend, weil das Produkt erst am 1. Januar 2027 abschließbar ist. Wer den Stand kennt, kann in Ruhe abwarten, bis die Debeka ihre Zahlen nennt, und dann gezielt vergleichen.

Sortieren wir das sauber: links Fakt, rechts Fragezeichen.

Steht fest (gesetzlich)Noch offen (Debeka)
Start ab 1. Januar 2027Genaue Effektivkosten für 2027
Bis 540 € Grundzulage, bis 300 € je KindKonkrete Fonds- und ETF-Auswahl im Depot
Kostendeckel max. 1,0 % p. a. beim StandarddepotDetailausgestaltung der 80/100-%-Garantie
Auszahlung ab 65, spätestens ab 70Mindestbeiträge und Sparplan-Konditionen
Anbieterwechsel nach 5 Jahren kostenlosFinales Produktportfolio zum Marktstart

Ein gefördertes Depot ist nur einer von vielen Bausteinen deiner Vorsorge. Es hilft, alle Konten, Verträge und Sparraten an einem Ort im Blick zu behalten, dafür gibt es zum Beispiel die kostenlose finanda-App.

Wie läuft die Auszahlung beim Debeka-Altersvorsorgedepot ab?

Die Auszahlung folgt den gesetzlichen Regeln, die auch für die Debeka gelten. Sie beginnt frühestens mit Vollendung des 65. Lebensjahres und spätestens zum 70. Geburtstag.

Zu Rentenbeginn kannst du dir bis zu 30 Prozent des angesparten Kapitals einmalig auszahlen lassen. Der Rest läuft als lebenslange Leibrente oder als befristeter Auszahlplan, der mindestens bis zum vollendeten 85. Lebensjahr reichen muss. Ein Punkt, den viele übersehen: Leistungen aus geförderten Beiträgen werden in der Auszahlphase voll mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz nachgelagert besteuert. Wie die Auszahlungsphase im Detail funktioniert, ist deshalb ein wichtiger Baustein deiner Planung. Vergleiche die Konditionen der Debeka, sobald sie veröffentlicht sind, mit mindestens zwei weiteren Anbietern, bevor du unterschreibst.

Häufige Fragen

Bietet die Debeka ab 2027 ein Altersvorsorgedepot an?+
Ja. Die Debeka baut ihr Angebot rund um das Altersvorsorgedepot auf, damit Kunden ab dem 1. Januar 2027 die neue Förderung nutzen können. Geplant sind Verträge mit 80 oder 100 Prozent Beitragsgarantie und ein Altersvorsorgedepot ohne Beitragsgarantie.
Was kostet das Altersvorsorgedepot bei der Debeka?+
Die konkreten Konditionen für 2027 hat die Debeka noch nicht veröffentlicht. Sicher ist nur der gesetzliche Rahmen: Beim staatlich anerkannten Standard-Altersvorsorgedepot sind die Effektivkosten auf maximal 1,0 Prozent pro Jahr gedeckelt.
Welche Varianten plant die Debeka?+
Nach aktuellem Stand plant die Debeka geförderte Altersvorsorgeverträge mit 80 oder 100 Prozent Beitragsgarantie sowie ein Altersvorsorgedepot ganz ohne Beitragsgarantie. Die genaue Ausgestaltung ist noch nicht final veröffentlicht.
Wie hoch ist die staatliche Zulage?+
Die Grundzulage beträgt bis zu 540 Euro pro Jahr bei 1.800 Euro Eigenbeitrag. Pro Kind gibt es bis zu 300 Euro Kinderzulage, und wer vor dem 25. Geburtstag abschließt, erhält einmalig 200 Euro Berufseinsteigerbonus. Diese Förderung ist gesetzlich festgelegt und bei jedem Anbieter gleich.
Kann ich einen bestehenden Riester-Vertrag der Debeka umwandeln?+
Bestehende Riester-Verträge laufen weiter und werden nicht automatisch gekündigt oder umgewandelt. Ein Wechsel eines Riester-Vertrags in ein Altersvorsorgedepot ist möglich. Ab 2027 können keine neuen Verträge nach altem Riester-Modell mehr abgeschlossen werden.
Kann ich später zu einem anderen Anbieter wechseln?+
Ja. Ein Anbieterwechsel ist nach fünf Jahren kostenfrei möglich. Außerhalb dieser Frist darf der neue Anbieter höchstens 150 Euro Wechselgebühr verlangen. Ein Wechsel ist auch zu Beginn der Auszahlungsphase möglich.
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Uwe Lätsch

Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.

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