Das Altersvorsorgedepot kennt eine lebenslange Rente. Zu Rentenbeginn kannst du dein angespartes Kapital als lebenslange Leibrente auszahlen lassen, die dir bis zum Lebensende monatlich Geld bringt. Das ist aber nur eine von mehreren Auszahlungsformen.
Alternativ steht dir ein befristeter Auszahlplan offen, der mindestens bis zu deinem 85. Lebensjahr laufen muss. Dazu kannst du beim Start bis zu 30 Prozent des Kapitals in einer Summe entnehmen. Welche Variante zu dir passt, hängt von deinem angesparten Vermögen, deiner Gesundheit und deinem Wunsch nach Sicherheit ab.
Was bedeutet lebenslange Leibrente beim Altersvorsorgedepot?
Eine lebenslange Leibrente zahlt dir aus deinem angesparten Kapital eine feste monatliche Summe, solange du lebst. Egal ob du 85, 95 oder 100 Jahre alt wirst, die Zahlung läuft weiter. Das schützt dich vor dem sogenannten Langlebigkeitsrisiko, also der Gefahr, dass dein Erspartes vor deinem Tod aufgebraucht ist.
Der Anbieter kalkuliert die monatliche Höhe anhand deines Kapitals und der statistischen Lebenserwartung. Lebst du länger als der Durchschnitt, profitierst du. Stirbst du früh, geht das restliche Kapital bei der reinen Leibrente ohne Zusatzvereinbarung nicht an deine Erben. Genau dieser Punkt trennt die Leibrente vom Auszahlplan, auf den wir gleich eingehen.
Statistisch gesehen wird jeder zweite heute 67-Jährige älter als 85 Jahre. Die lebenslange Leibrente ist das einzige Instrument im Altersvorsorgedepot, das dich gegen dieses Risiko vollständig absichert, weil sie kein Enddatum kennt.
Welche Auszahlungsformen bietet das Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot lässt dir zu Rentenbeginn drei Bausteine, die du teilweise kombinieren kannst. Erstens die einmalige Teilkapitalauszahlung von bis zu 30 Prozent des angesparten Vermögens. Zweitens die lebenslange Leibrente. Drittens der befristete Auszahlplan bis mindestens zum vollendeten 85. Lebensjahr.
Die Finanda App verbindet Konten, Depot und Versicherungen und zeigt dir Budget, Sparziele und Verträge in Echtzeit.
Die Teilentnahme und die laufende Auszahlung schließen sich nicht aus. Du kannst also zum Start 30 Prozent entnehmen und den Rest verrenten oder in einen Auszahlplan geben. Damit steuerst du selbst, wie viel Kapital du sofort brauchst und wie viel monatlich fließt.
Leg die drei Formen mal direkt nebeneinander, damit du siehst, was sie voneinander unterscheidet.
| Dauer | Höhe / Grenze | Nach deinem Tod | |
|---|---|---|---|
| Teilkapitalauszahlung | einmalig zu Rentenbeginn | bis zu 30 Prozent des Kapitals | bereits ausgezahlt, frei vererbbar |
| Lebenslange Leibrente | bis zum Lebensende | vom Anbieter kalkuliert | ohne Garantiezeit keine Vererbung |
| Befristeter Auszahlplan | mindestens bis zum 85. Lebensjahr | Restkapital wird verteilt | Restvermögen grundsätzlich vererbbar |
Wann darf die Rente aus dem Altersvorsorgedepot beginnen?
Die Auszahlphase startet frühestens mit Vollendung deines 65. Lebensjahres. Eine Ausnahme gilt nur für Personen, die bereits in Rente sind. Spätestens mit dem 70. Geburtstag muss die Auszahlung beginnen, länger darfst du das Kapital nicht unangetastet liegen lassen.
Entscheidest du dich für den befristeten Auszahlplan, gilt eine feste Untergrenze. Er muss mindestens bis zu deinem vollendeten 85. Lebensjahr laufen. Startest du also mit 67, verteilt sich dein Kapital rechnerisch auf mindestens 18 Jahre. Bei der lebenslangen Leibrente gibt es diese Grenze nicht, sie zahlt einfach weiter.
Alle Altersgrenzen der Auszahlphase auf einen Blick:
- Frühester Beginn der Auszahlphase: Vollendung des 65. Lebensjahres
- Spätester Beginn: mit dem 70. Geburtstag
- Ausnahme beim frühen Start: nur für Personen, die bereits in Rente sind
- Mindestlaufzeit eines Auszahlplans: bis zum vollendeten 85. Lebensjahr
- Lebenslange Leibrente: läuft ohne Enddatum bis zum Tod
Was ist der Unterschied zwischen Leibrente und Auszahlplan beim Altersvorsorgedepot?
Der Kern liegt im Tausch zwischen Sicherheit und Flexibilität. Die lebenslange Leibrente zahlt garantiert bis zu deinem Tod und nimmt dir das Risiko ab, dass dir im hohen Alter das Geld ausgeht. Dafür ist bei der reinen Leibrente ohne Garantiezeit nach Rentenbeginn keine Vererbung vorgesehen. Stirbst du früh, verfällt das restliche Kapital an die Versichertengemeinschaft.
Der Auszahlplan verteilt dein Kapital über einen festen Zeitraum. Er läuft mindestens bis zum 85. Lebensjahr und kann laut Vereinbarung länger dauern. Sein Vorteil liegt in der Vererbbarkeit, denn noch nicht ausgezahltes Vermögen ist grundsätzlich vererbbar. Sein Nachteil zeigt sich, wenn du deutlich älter als 85 wirst und der Plan ausläuft.
Rechne die Konsequenzen beider Wege direkt gegeneinander durch.
| Lebenslange Leibrente | Auszahlplan | |
|---|---|---|
| Zahlungsdauer | bis zum Lebensende, ohne Enddatum | mindestens bis zum 85. Lebensjahr |
| Schutz vor langem Leben | voll abgesichert | Kapital kann aufgebraucht werden |
| Vererbung des Restkapitals | nur mit Rentengarantiezeit | Restvermögen grundsätzlich vererbbar |
| Höhe der Zahlung | vom Anbieter fest kalkuliert | aus verteiltem Restkapital |
Kannst du eine Rentengarantiezeit für Hinterbliebene beim Altersvorsorgedepot vereinbaren?
Für die lebenslange Leibrente lässt sich optional eine zehn- oder zwanzigjährige Rentengarantiezeit vereinbaren. In diesem Zeitraum erhalten deine Hinterbliebenen die Rente weiter, falls du früh stirbst. Damit schließt du die größte Lücke der reinen Leibrente, nämlich den kompletten Verfall des Kapitals bei frühem Tod.
Diese Absicherung kostet dich allerdings etwas. Der Anbieter kalkuliert die Garantiezeit mit ein, weshalb deine monatliche Rente niedriger ausfällt als ohne Garantie. Du zahlst also mit einer geringeren laufenden Zahlung dafür, dass Angehörige nicht leer ausgehen. Wie du dein Altersvorsorgedepot im Todesfall gestaltest, hängt stark von deiner Familiensituation ab.
Für die Übertragung im Todesfall gelten je nach Empfänger unterschiedliche Regeln:
- Stirbst du in der Ansparphase, kann das Vermögen ohne Abzüge und ohne Verlust der Förderung auf einen Altersvorsorgevertrag deines überlebenden Ehegatten übertragen werden
- Erben andere Personen als der Ehepartner das Vermögen, müssen die staatlichen Zulagen zurückgezahlt werden
- Noch nicht ausgezahltes Vermögen ist grundsätzlich vererbbar
- Bei der Leibrente ohne Garantiezeit ist nach Rentenbeginn keine Vererbung vorgesehen
- Mit zehn- oder zwanzigjähriger Rentengarantiezeit erhalten Hinterbliebene die Rente weiter
- Für Erben gelten die normalen erbschaftsteuerlichen Freibeträge, beim Ehepartner 500.000 Euro, bei Kindern 400.000 Euro
Wer die Leibrente wählt, kauft sich Seelenfrieden. Wer den Auszahlplan wählt, kauft sich Flexibilität. Beides hat seinen Preis, und den solltest du kennen, bevor du unterschreibst.
Uwe Lätsch, finanda
Wie hoch fällt deine monatliche Rente aus dem Altersvorsorgedepot aus?
Die exakte Höhe legt der Anbieter zu Rentenbeginn fest, weil sie vom Kapital, deinem Alter und der kalkulierten Lebenserwartung abhängt. Ein transparentes Zahlenbeispiel zeigt trotzdem, wie sich die beiden Wege unterscheiden. Nimm an, du hast 120.000 Euro angespart und beginnst die Auszahlung mit 67.
Beim befristeten Auszahlplan bis zum 85. Lebensjahr verteilst du das Kapital rechnerisch auf 18 Jahre, also 216 Monate. Ohne Verzinsung wären das rund 555 Euro im Monat. Mit weiterlaufender Verzinsung des noch nicht ausgezahlten Kapitals liegt der Betrag höher. Läufst du über 85 hinaus, ist der Plan jedoch beendet.
Entscheidest du dich zusätzlich für die Teilentnahme, verringert sich das verrentbare Kapital. Nimmst du die maximalen 30 Prozent, also 36.000 Euro, bleiben 84.000 Euro für die laufende Auszahlung. Schau dir an, was das konkret bedeutet.
| Angespartes Kapital | 120.000 Euro |
|---|---|
| Teilkapitalauszahlung (30 Prozent) | 36.000 Euro einmalig |
| Verbleibendes Kapital | 84.000 Euro |
| Auszahlplan bis 85 (18 Jahre, ohne Zins) | rund 389 Euro pro Monat |
| Leibrente ab 67 | lebenslang, Höhe vom Anbieter kalkuliert |
Die Beträge sind vor Steuer gerechnet. Leistungen, die auf geförderten Beiträgen beruhen, unterliegen in der Auszahlphase voll der nachgelagerten Besteuerung mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz. Deine tatsächliche Netto-Rente liegt also niedriger als die Bruttowerte. Wie sich das im Detail auswirkt, gehört zur Planung der Auszahlungsphase deines Altersvorsorgedepots.
Geförderte Beiträge zum Altersvorsorgedepot mindern in der Ansparphase deine Steuerlast. Dafür versteuert das Finanzamt die Auszahlungen später mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz. Im Rentenalter liegt dieser Satz bei den meisten Menschen deutlich niedriger als im Berufsleben, weshalb die Förderung unterm Strich trotzdem lohnt.
Für wen lohnt sich die lebenslange Rente aus dem Altersvorsorgedepot?
Die lebenslange Leibrente passt zu dir, wenn du planbare Sicherheit über feste monatliche Zahlungen suchst und lange leben könntest. Bei einer Familiengeschichte mit hohem Alter oder guter Gesundheit spielt die Leibrente ihren Vorteil aus, weil sie eben nicht ausläuft. Wer Angst hat, im hohen Alter ohne Geld dazustehen, ist damit gut bedient.
Der Auszahlplan lohnt sich eher, wenn du Wert auf Vererbbarkeit legst oder dein Kapital flexibler einsetzen willst. Auch wer weiteres Vermögen und andere Einkommensquellen im Alter hat, kann mit dem Auszahlplan das Restkapital an Kinder weitergeben. Die Wahl ist keine reine Rechenfrage, sondern hängt von deiner Lebenssituation ab. Ob sich das Produkt für dich rechnet, prüfst du am besten, bevor du abschließt, indem du schaust, für wen sich das Altersvorsorgedepot lohnt.
Ein paar Punkte helfen dir bei der Entscheidung zwischen den Formen:
- Wähle die Leibrente, wenn du das Risiko eines langen Lebens absichern willst
- Wähle den Auszahlplan, wenn dir die Vererbung des Restkapitals wichtig ist
- Sichere Hinterbliebene bei der Leibrente über eine Rentengarantiezeit ab, akzeptiere dafür eine geringere Monatszahlung
- Nutze die Teilkapitalauszahlung von bis zu 30 Prozent für größere Anschaffungen zu Rentenbeginn
- Rechne immer mit der nachgelagerten Besteuerung, deine Netto-Rente liegt unter dem Bruttowert
Bis zur Auszahlung liegen meist Jahrzehnte, in denen du einzahlst und dein Depot wächst. Mit der finanda-App behältst du deine Sparraten und deine gesamte Altersvorsorge an einem Ort im Blick, sodass du früh siehst, wie sich dein angespartes Kapital entwickelt.
Häufige Fragen
Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.