Check24 ist ein Vergleichsportal, kein Depotanbieter. Das klingt banal, ist aber der Punkt, den viele bei der Suche nach einem Altersvorsorgedepot übersehen. Das neue geförderte Altersvorsorgedepot, der gesetzliche Nachfolger der Riester-Rente, ist ab dem 1. Januar 2027 abschließbar.
Ob Check24 dafür einen eigenen Vergleich aufsetzt, hat das Portal bisher nicht angekündigt. Was du jetzt schon weißt: Den Vertrag schließt du immer bei einem Depotanbieter ab, nie beim Portal selbst. Deshalb lohnt es sich, die Förderregeln und Kostenstrukturen schon heute zu verstehen.
Bietet Check24 ein eigenes Altersvorsorgedepot an?
Nein, Check24 bietet kein eigenes Altersvorsorgedepot an. Nach aktuellem Stand (Juli 2026) wird das Portal das Altersvorsorgedepot voraussichtlich als Anbietervergleich abbilden, so wie es heute schon Wertpapierdepots, Girokonten und Versicherungen gegenüberstellt. Ein Depot, in das du direkt bei Check24 einzahlst, ist damit nicht zu erwarten.
Den Vertrag schließt du am Ende immer bei einem Depotanbieter ab, also etwa bei einer Bank oder einem Broker. Check24 kann dir helfen, Anbieter und Kosten zu vergleichen, tritt aber nicht selbst als Vertragspartner auf. Das ist kein Nachteil des Portals, sondern sein Geschäftsmodell.
Vier Punkte, die du dir merken solltest:
- Check24 stellt Angebote verschiedener Anbieter gegenüber, führt aber kein eigenes gefördertes Depot.
- Den Vertrag schließt du beim jeweiligen Depotanbieter ab, nicht beim Portal.
- Ob Check24 überhaupt einen Altersvorsorgedepot-Vergleich startet, ist noch offen.
- Die Förderung hängt nicht vom Vergleichsportal ab, sondern vom Anbieter und deinem Eigenbeitrag.
Ein eigenes gefördertes Altersvorsorgedepot bei Check24 gibt es nach aktuellem Stand nicht. Abschließen würdest du bei dem Anbieter, der im Vergleich landet, Check24 vermittelt nur den Weg dorthin.
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Ab wann kannst du das Altersvorsorgedepot abschließen?
Ab dem 1. Januar 2027 ist das Altersvorsorgedepot abschließbar. Die gesetzliche Grundlage steht bereits: Der Bundestag beschloss die Reform am 27. März 2026, der Bundesrat stimmte am 8. Mai 2026 zu, und das Gesetz trat Ende Mai 2026 in Kraft. Vor 2027 kannst du also noch keinen Vertrag abschließen.
Das Altersvorsorgedepot löst die Riester-Rente ab. Bestehende Riester-Verträge laufen weiter und werden nicht automatisch umgewandelt; neue Riester-Verträge sind ab 2027 aber nicht mehr möglich. Was genau hinter dem Produkt steckt, erklärt der Ratgeber zum Altersvorsorgedepot ausführlich.
Schau dir die wichtigsten Daten auf einen Blick an:
| Ereignis | |
|---|---|
| 27. März 2026 | Bundestag beschließt die Reform |
| 8. Mai 2026 | Bundesrat stimmt zu |
| Ende Mai 2026 | Gesetz tritt in Kraft |
| 1. Januar 2027 | Altersvorsorgedepot abschließbar |
Was kann ein Vergleichsportal beim Altersvorsorgedepot für dich leisten?
Ein Vergleich hilft dir vor allem dabei, die Kosten der Anbieter gegenüberzustellen. Beim Altersvorsorgedepot sind die Kosten der wichtigste Hebel, weil sie über Jahrzehnte direkt dein Endkapital beeinflussen. Ob Check24 einen solchen Vergleich aufsetzt, ist zwar offen, aber die Kriterien, auf die es ankommt, stehen schon fest.
Für das staatlich anerkannte Standard-Altersvorsorgedepot sind die Effektivkosten (also alle Kosten zusammengerechnet als Jahresprozentsatz) gesetzlich auf maximal 1,0 Prozent pro Jahr gedeckelt. Abschluss- und Vertriebskosten müssen zudem auf die gesamte Ansparphase verteilt werden, ein Anbieter darf sie also nicht in den ersten Jahren komplett abziehen. In der Praxis verlangen viele Broker keine Depotgebühr, günstige ETFs kosten rund 0,1 bis 0,3 Prozent pro Jahr, und Sparplanausführungen sind häufig kostenlos.
Rechne einmal durch, was pro Jahr wirklich zusammenkommt:
- Depotgebühr: bei vielen Anbietern 0 Euro.
- Effektivkosten Standardprodukt: gesetzlich auf maximal 1,0 Prozent pro Jahr gedeckelt.
- ETF-Kosten (TER): günstig rund 0,1 bis 0,3 Prozent pro Jahr.
- Sparplanausführung: oft kostenlos, bei einzelnen Anbietern bis rund 1,50 Euro je Ausführung.
- Produktvariante: mit Beitragsgarantie oder renditeorientiert ohne Garantie.
Über lange Laufzeiten schmaelert schon ein Kostenunterschied von wenigen Zehntel Prozent das Endkapital erheblich. Genau hier liegt der eigentliche Nutzen eines Vergleichs. Die einzelnen Kostenposten hat finanda separat aufgeschlüsselt, wenn du die Kosten des Altersvorsorgedepots im Detail verstehen möchtest.
Welche Varianten des Altersvorsorgedepots gibt es für dich?
Im Altersvorsorgedepot sparst du in Aktien, Fonds und ETFs an. Der Gesetzgeber sieht zwei Grundausrichtungen vor: eine Variante mit Beitragsgarantie und eine renditeorientierte Depotvariante ohne Garantie. Ein Vergleich, ob bei Check24 oder anderswo, würde beide Varianten der Anbieter gegenüberstellen.
Welche Variante besser zu dir passt, hängt vor allem von deinem Anlagehorizont ab. Wer noch 30 Jahre bis zur Rente hat, kann Kursschwankungen aussitzen und profitiert langfristig von der höheren Renditechance ohne Garantie. Wer kurz vor dem Rentenalter steht, schätzt die Planbarkeit einer Beitragsgarantie mehr. Selbstständige erhalten mit der Reform erstmals Zugang zur Förderung, was für viele bisher nicht möglich war.
Genau hier trennt sich, welche Variante für wen sinnvoll ist:
| Für wen geeignet | ||
|---|---|---|
| Mit Garantie | Beitragsgarantie möglich, dafür meist geringere Renditechance | Sicherheitsorientierte Sparer |
| Ohne Garantie | Renditeorientiert, volle Aktien- und ETF-Chance mit entsprechenden Schwankungen | Sparer mit langem Anlagehorizont |
Ob sich das Altersvorsorgedepot für deine Situation lohnt, hängt von mehreren Faktoren ab. Eine ausführliche Einordnung dazu bietet der Ratgeber, für wen sich das Altersvorsorgedepot lohnt.
Wie hoch ist die staatliche Förderung beim Altersvorsorgedepot?
Die Förderung ist personengebunden und unabhängig davon, über welches Portal du den Anbieter findest. Es gilt eine gestaffelte Grundzulage: 50 Prozent auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag pro Jahr, danach 25 Prozent auf den weiteren Eigenbeitrag bis 1.800 Euro. Die maximale Grundzulage beträgt so 540 Euro pro Jahr.
Schau dir an, wie sich die Zulage auf deinen Eigenbeitrag aufteilt:
| Eigenbeitrag pro Jahr | Zulagensatz | Grundzulage |
|---|---|---|
| bis 360 Euro | 50 Prozent | bis 180 Euro |
| 360,01 bis 1.800 Euro | 25 Prozent (auf den Anteil über 360 Euro) | zusätzlich bis 360 Euro |
| 1.800 Euro (Maximum) | gestaffelt | 540 Euro |
Rechenbeispiel: Eine Familie zahlt 1.800 Euro Eigenbeitrag pro Jahr ein. Die Grundzulage beträgt 50 Prozent von 360 Euro (= 180 Euro) plus 25 Prozent von 1.440 Euro (= 360 Euro), zusammen 540 Euro. Dazu kommen zwei Kinder mit je 300 Euro Kinderzulage (100 Prozent auf bis zu 300 Euro Eigenbeitrag je Kind), also 600 Euro. In Summe fließen 1.140 Euro staatliche Zulage in das Depot.
Alle weiteren Förderbestandteile auf einen Blick:
- Grundzulage: maximal 540 Euro pro Jahr und Person.
- Kinderzulage: bis zu 300 Euro je Kind und Jahr, voller Zuschlag schon ab rund 25 Euro Eigenbeitrag im Monat je Kind.
- Berufseinsteigerbonus: einmalig 200 Euro bei Abschluss vor dem 25. Geburtstag.
- Mittelbare Förderung: für nicht erwerbstätige Ehepartner bis zu 175 Euro Grundzulage pro Jahr (eigener Vertrag nötig).
- Geförderter Höchstbeitrag: 1.800 Euro pro Jahr; insgesamt einzahlbar bis 6.840 Euro.
Diese Zulagen bekommst du unabhängig vom Vergleichsportal. Ausschlaggebend ist, dass dein gewählter Anbieter ein förderfähiges Altersvorsorgedepot führt.
Ein Vergleichsportal bringt dich schneller zum günstigsten Anbieter, aber die Förderung und die Regeln sind überall gleich. Vergleiche die Kosten, nicht die Marketing-Versprechen.
Uwe Lätsch, finanda
Vergleichsportal oder direkt zum Anbieter: Was passt zu dir?
Beide Wege führen zum selben Ziel: einem Vertrag bei einem Depotanbieter. Ein Portal wie Check24 kann den Kostenvergleich bündeln, ersetzt aber nicht den Blick ins Kleingedruckte des jeweiligen Anbieters. Wer schon weiß, welcher Broker zu ihm passt, kann auch direkt dort abschließen.
Der Unterschied liegt vor allem im Aufwand: Über ein Vergleichsportal siehst du mehrere Anbieter auf einen Blick, musst aber trotzdem die Vertragsbedingungen beim Anbieter selbst prüfen. Wer direkt zum Anbieter geht, hat alle Details sofort vor Augen, muss aber selbst mehrere Angebote zusammentragen, um wirklich günstig abzuschließen.
Hier siehst du, wo die Unterschiede wirklich liegen:
| Über Vergleichsportal | Direkt beim Anbieter | |
|---|---|---|
| Kostenüberblick | gebündelt an einer Stelle | musst du selbst zusammentragen |
| Vertragspartner | immer der jeweilige Anbieter | der Anbieter |
| Details und Bedingungen | trotzdem beim Anbieter prüfen | direkt einsehbar |
| Verfügbarkeit | Check24-Vergleich bisher nicht angekündigt | ab 1. Januar 2027 |
Für den Überblick über deine bestehenden Konten, Verträge und Sparraten kannst du eine kostenlose App wie finanda nutzen. Sie ist selbst kein Anbieter eines Altersvorsorgedepots, hilft aber, den Überblick zu behalten, wenn später ein neuer Vertrag dazukommt.
Was steht beim Altersvorsorgedepot fest?
Die gesetzliche Seite ist geklärt: Termine, Förderung und Auszahlungsregeln sind beschlossen. Was Check24 selbst betrifft, ist dagegen noch alles offen, bis hin zu der Frage, ob das Portal überhaupt einen Altersvorsorgedepot-Vergleich anbietet.
Bis 2027 hast du Zeit, dich vorzubereiten. Förderregeln verstehen, die eigene Sparrate festlegen und beobachten, welche Anbieter mit einem günstigen Altersvorsorgedepot an den Start gehen, das sind deine sinnvollen nächsten Schritte. Die Förderung sicherst du dir in jedem Fall über den Vertrag beim Anbieter selbst.
Was bereits feststeht und was noch offen ist, siehst du hier auf einen Blick:
| Bereits geklärt | Bei Check24 noch offen |
|---|---|
| Start am 1. Januar 2027 | Ob Check24 einen Vergleich startet |
| Grundzulage bis 540 Euro pro Jahr | Ab wann ein solcher Vergleich verfügbar wäre |
| Effektivkosten-Deckel 1,0 Prozent (Standardprodukt) | Welche Anbieter aufgenommen würden |
| Check24 ist Vergleichsportal, kein Depotanbieter | Konditionen der später gelisteten Anbieter |
Häufige Fragen
Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.