Wie viel Geld haben andere 25-Jährige eigentlich auf der hohen Kante? Diese Frage stellen sich viele junge Erwachsene, und die Antwort überrascht oft. Zwischen dem, was man gefühlt haben sollte, und dem, was statistisch wirklich normal ist, klafft eine große Lücke.
Du findest hier echte Zahlen aus der Forschung, konkrete Einordnungen für Beträge wie 10.000 oder 100.000 Euro und ein Rechenbeispiel, das zeigt, wie sich ein kleines Startpolster in wenigen Jahren entwickeln kann. Alle Zahlen stammen aus Erhebungen der Deutschen Bundesbank und des Instituts der deutschen Wirtschaft.
Wie viel Vermögen haben 25-Jährige in Deutschland im Durchschnitt?
Der typische Haushalt mit einer 25- bis 34-jährigen Hauptperson besitzt ein Nettovermögen von rund 18.700 Euro. (Deutsche Bundesbank, PHF/HFCS) Das ist der Median, also der Wert, bei dem genau die Hälfte mehr und die andere Hälfte weniger hat. Wer mit 25 irgendwo zwischen 15.000 und 20.000 Euro angespart hat, liegt statistisch gesehen genau im Mittelfeld.
Beim Durchschnitt sieht die Welt ganz anders aus. Er liegt in der Altersgruppe 25 bis 34 bei rund 112.900 Euro. (Deutsche Bundesbank, PHF/HFCS) Das klingt nach sehr viel, und das ist es auch für die meisten. Einige wenige junge Haushalte mit geerbten Immobilien oder Unternehmensbeteiligungen ziehen diesen Wert massiv nach oben. Der Durchschnitt ist deshalb kein guter Maßstab für das, was für dich persönlich realistisch ist.
Für die jüngste Gruppe, also 16- bis 24-Jährige, liegen die Werte noch deutlich niedriger. Der Median beträgt rund 11.400 Euro, der Durchschnitt 32.000 Euro. (Deutsche Bundesbank, PHF/HFCS) Mit 25 befindet man sich genau an der Schwelle, an der das Vermögen anfängt, spürbar zu wachsen. Beide Kennzahlen für die jüngsten Altersgruppen stehen in der folgenden Tabelle direkt nebeneinander.
| Altersgruppe | Median-Nettovermögen | Durchschnittliches Nettovermögen |
|---|---|---|
| 16-24 Jahre | 11.400 € | 32.000 € |
| 25-34 Jahre | 18.700 € | 112.900 € |
Was ist der Unterschied zwischen Median und Durchschnitt beim Vermögen?
Der Durchschnitt bei 25- bis 34-Jährigen ist etwa sechsmal so hoch wie der Median. (Deutsche Bundesbank, PHF/HFCS) Das ist kein Rechenfehler, sondern ein Zeichen dafür, wie ungleich Vermögen verteilt ist. Stell dir vor, neun Menschen haben je 10.000 Euro und einer hat eine Million. Der Durchschnitt liegt dann bei fast 110.000 Euro, obwohl neun von zehn Personen nur 10.000 Euro besitzen.
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Genau dieses Muster zeigt sich bei jungen Erwachsenen in Deutschland. Ein kleiner Teil der unter 30-Jährigen hat durch Erbschaften, Schenkungen oder frühen Immobilienbesitz ein sehr hohes Vermögen. Die große Mehrheit hat deutlich weniger. Für einen realistischen Vergleich ist der Median deshalb immer die ehrlichere Zahl. Die wichtigsten Gründe für diese Schieflage lassen sich klar benennen.
- Erbschaften und Schenkungen: Ein kleiner Teil junger Haushalte erhält frühzeitig größere Summen von der Familie und startet damit auf einem völlig anderen Niveau.
- Immobilienbesitz: Wer mit 25 bereits eine Immobilie besitzt, oft geerbt oder mit elterlicher Unterstützung gekauft, hat ein Nettovermögen, das die meisten Gleichaltrigen weit hinter sich lässt.
- Unternehmensbeteiligungen: Junge Unternehmer oder Erben von Firmenvermögen tauchen in der Statistik auf und heben den Durchschnitt stark an.
- Hohe Einkommen in bestimmten Berufen: Wer direkt nach dem Studium in einem gut bezahlten Job startet, kann schnell mehr ansparen als der Durchschnitt.
- Schulden bei anderen: Ein relevanter Teil junger Haushalte hat durch Konsumkredite oder Dispokredite sogar ein negatives Nettovermögen, was den Median nach unten drückt.
Wie ist das Vermögen unter 30-Jährigen verteilt, und wo stehst du damit?
Der Median für alle unter 30-Jährigen liegt bei 5.000 Euro Nettovermögen pro Person. (IW, auf Basis Deutsche Bundesbank PHF/HFCS) Das bedeutet: Die Hälfte aller unter 30-Jährigen hat weniger als 5.000 Euro, die andere Hälfte mehr. Wer also mit 25 schon 10.000 Euro angespart hat, liegt bereits über dem Median und damit statistisch in der besseren Hälfte.
Noch aufschlussreicher ist die Grenze zum obersten Zehntel. Wer unter 30 ein Nettovermögen von mindestens 71.300 Euro hat, gehört zu den reichsten zehn Prozent seiner Altersgruppe. (IW, auf Basis Deutsche Bundesbank PHF/HFCS) Das zeigt, wie weit die Schere auseinandergeht. Zwischen dem typischen Median-Haushalt mit 5.000 Euro und dem Einstieg ins Top-Zehntel liegen mehr als 66.000 Euro Unterschied. Gängige Beträge ordnen sich in die Verteilung folgendermaßen ein.
| Vermögen mit 25 | Einordnung in der Altersgruppe unter 30 |
|---|---|
| Unter 5.000 € | Untere Hälfte (unter dem Median) |
| 5.000 € | Genau am Median (50. Perzentil) |
| 10.000 € | Über dem Median, obere Hälfte |
| 50.000 € | Deutlich über dem Median, oberes Viertel bis oberes Zehntel |
| 71.300 € | Einstieg ins oberste Zehntel (90. Perzentil) |
| 100.000 € und mehr | Klar im obersten Zehntel, Spitzengruppe |
Wer mit 25 also 100.000 Euro oder mehr besitzt, gehört eindeutig zur Spitzengruppe seiner Generation. Das ist statistisch gesehen außergewöhnlich und gelingt in diesem Alter fast nur mit Erbschaften, Schenkungen oder sehr hohem Einkommen von Beginn an. Wer dagegen noch kein großes Polster hat, ist damit in bester Gesellschaft, denn die Mehrheit der unter 30-Jährigen steht ähnlich da.
Wie entwickelt sich das Vermögen mit dem Alter?
Das Vermögen wächst im Laufe des Lebens erheblich. Mit 55 bis 64 Jahren erreicht der Median seinen Höchststand bei rund 299.300 Euro, also fast das Sechzehnfache des Medians der 25- bis 34-Jährigen. (Deutsche Bundesbank, PHF/HFCS) Das klingt nach einem langen Weg, zeigt aber auch: Wer früh anfängt, hat viele Jahrzehnte Zeit, um Vermögen aufzubauen.
Nach dem Renteneintritt sinkt das Medianvermögen wieder leicht, weil Menschen im Ruhestand ihr angespartes Geld nach und nach aufbrauchen. (Deutsche Bundesbank, PHF/HFCS) Der Durchschnitt bleibt dagegen auch im hohen Alter relativ hoch, weil einige sehr vermögende Haushalte ihr Kapital kaum antasten. Die vollständige Vermögenskurve über alle Altersgruppen macht den Lebensweg des Vermögens sichtbar.
| Altersgruppe | Median-Nettovermögen | Durchschnittliches Nettovermögen |
|---|---|---|
| 16-24 Jahre | 11.400 € | 32.000 € |
| 25-34 Jahre | 18.700 € | 112.900 € |
| 35-44 Jahre | 65.200 € | 213.300 € |
| 45-54 Jahre | 154.700 € | 441.200 € |
| 55-64 Jahre | 299.300 € | 424.500 € |
| 65-74 Jahre | 231.000 € | 372.000 € |
| 75+ Jahre | 129.500 € | 343.600 € |
Besonders auffällig ist der Sprung zwischen 25 bis 34 und 35 bis 44 Jahren. Der Median verdreifacht sich in dieser Dekade von 18.700 auf 65.200 Euro. Das sind die Jahre, in denen viele Menschen ihr erstes Eigenheim kaufen, Karriere machen und systematisch für das Vermögen mit 40 sparen. Wer mit 25 einen guten Grundstein legt, profitiert in dieser Phase am stärksten.
Woraus besteht das Vermögen von unter 30-Jährigen?
Das Vermögen junger Erwachsener setzt sich ganz anders zusammen als das älterer Generationen. Immobilien spielen bei unter 30-Jährigen kaum eine Rolle, weil die meisten noch zur Miete wohnen und noch keine Immobilie kaufen konnten oder wollten. (Deutsche Bundesbank, PHF/HFCS) Das Gros des Vermögens steckt stattdessen in liquiden Mitteln, also Geld, das man schnell anfassen kann.
Auf der anderen Seite haben viele junge Haushalte auch Schulden, die ihr Nettovermögen drücken. Nettovermögen bedeutet immer: Vermögen minus Schulden. Wer einen Konsumentenkredit oder einen überzogenen Dispo hat, kann trotz einiger Ersparnisse ein sehr niedriges oder sogar negatives Nettovermögen haben. Die typischen Bestandteile auf beiden Seiten der Bilanz sehen folgendermaßen aus.
- Girokonto und Tagesgeld: Der häufigste Vermögensbaustein bei jungen Erwachsenen, schnell verfügbar, aber kaum Rendite.
- Sparbücher und Bausparverträge: Klassische Sparformen, die viele noch aus der Kindheit mitbringen.
- Lebensversicherungen: Oft von Eltern abgeschlossen, laufen manchmal bis ins junge Erwachsenenalter.
- Wertpapiere und ETFs: Noch relativ selten bei unter 30-Jährigen, aber der Anteil wächst, weil ETF-Sparpläne immer zugänglicher werden.
- Konsumentenkredite: Häufigste Schuldenform bei jungen Haushalten, etwa für Autos oder Elektronik.
- Dispokredite: Überzogene Girokonten, die das Nettovermögen direkt mindern.
- Studienkredite: Bei Absolventen manchmal noch vorhanden und drücken das Nettovermögen in den ersten Berufsjahren.
Wie viel sollte man mit 25 als Notgroschen zurücklegen?
Verbraucherzentralen und Stiftung Warentest empfehlen übereinstimmend ein Sicherheitspolster von mindestens drei Monatsausgaben auf einem jederzeit verfügbaren Konto, zum Beispiel einem Tagesgeldkonto. Dieser Puffer soll überbrücken, wenn unvorhergesehene Ausgaben auftauchen, etwa eine kaputte Waschmaschine, ein Jobverlust oder eine Krankheit.
Für einen 25-Jährigen mit typischen Ausgaben lässt sich das gut durchrechnen. Wer monatlich rund 1.500 Euro ausgibt, braucht demnach etwa 4.500 Euro als Notgroschen. Wer 2.000 Euro im Monat ausgibt, sollte 6.000 Euro zurückhalten. Dieser Betrag sollte nicht in Aktien oder ETFs stecken, weil er im Notfall sofort verfügbar sein muss, ohne dass man auf einen günstigen Verkaufszeitpunkt warten kann. Alles, was darüber hinausgeht, kann langfristig angelegt werden und so für den Vermögensaufbau bis 30 arbeiten. Je nach monatlichen Ausgaben ergibt sich ein anderes Ziel.
- Monatliche Ausgaben 1.000 €: Notgroschen-Ziel rund 3.000 €
- Monatliche Ausgaben 1.500 €: Notgroschen-Ziel rund 4.500 €
- Monatliche Ausgaben 2.000 €: Notgroschen-Ziel rund 6.000 €
- Monatliche Ausgaben 2.500 €: Notgroschen-Ziel rund 7.500 €
Wer diesen Puffer erst einmal aufgebaut hat, steht bereits besser da als ein großer Teil der Gleichaltrigen. Der Median aller unter 30-Jährigen liegt bei nur 5.000 Euro Nettovermögen. (IW, auf Basis Deutsche Bundesbank PHF/HFCS) Ein solider Notgroschen allein bringt dich also schon in die obere Hälfte deiner Altersgruppe.
Wie viel Vermögen kann man mit 25 bis 30 aufbauen, wenn man regelmäßig spart?
Verbraucherzentralen und Finanzexperten empfehlen, langfristig zehn bis zwanzig Prozent des Nettoeinkommens zu sparen. Wer mit 25 anfängt und konsequent dabei bleibt, kann in fünf Jahren ein beachtliches Polster aufbauen, selbst wenn das Startkapital klein ist. Ein konkretes Rechenbeispiel macht das greifbar.
Angenommen, du hast mit 25 Jahren bereits 5.000 Euro gespart und legst monatlich 300 Euro in einen breit gestreuten Aktien-ETF an. Bei einer angenommenen durchschnittlichen Jahresrendite von fünf Prozent, was für einen globalen Aktienindex über lange Zeiträume ein konservativer Schätzwert ist, ergibt sich nach fünf Jahren folgendes Bild. Die Rechnung zeigt jeden Schritt einzeln.
| Rechenschritt | Wert |
|---|---|
| Startkapital mit 25 | 5.000 € |
| Monatliche Sparrate | 300 € |
| Laufzeit | 5 Jahre (60 Monate) |
| Eingezahlte Sparraten gesamt | 18.000 € (300 € × 60) |
| Gesamtes eingezahltes Kapital | 23.000 € (5.000 € + 18.000 €) |
| Zinsen/Rendite auf Startkapital (5 % p.a., 5 Jahre) | ca. 1.381 € |
| Rendite auf laufende Sparraten (5 % p.a.) | ca. 2.049 € |
| Endvermögen nach 5 Jahren | ca. 26.430 € |
Mit rund 26.430 Euro wärst du mit 30 Jahren deutlich über dem Median der 25- bis 34-Jährigen von 18.700 Euro. (Deutsche Bundesbank, PHF/HFCS) Wer die Sparrate auf 500 Euro erhöht, landet nach fünf Jahren bei rund 38.000 Euro. Es geht also nicht darum, von Anfang an viel zu haben, sondern früh anzufangen und dranzubleiben. Wer sich fragt, wie das Vermögen mit 35 aussehen kann, wenn man diesen Weg konsequent weitergeht, findet dort weitere Zahlen und Einordnungen.
FAQ
Wie viel Vermögen ist mit 25 normal?
Der Median für alle unter 30-Jährigen liegt bei rund 5.000 Euro Nettovermögen. (IW, auf Basis Deutsche Bundesbank PHF/HFCS) In der Altersgruppe 25 bis 34 liegt der Median bei 18.700 Euro. Wer also irgendwo zwischen 5.000 und 20.000 Euro hat, ist statistisch gesehen völlig im normalen Bereich. Ein relevanter Teil der Gleichaltrigen hat sogar ein negatives Nettovermögen durch Schulden.
Ist man mit 25 Jahren und 10.000 Euro gut aufgestellt?
Ja, 10.000 Euro mit 25 bedeutet, dass du über dem Median der unter 30-Jährigen liegst. (IW, auf Basis Deutsche Bundesbank PHF/HFCS) Du befindest dich damit in der oberen Hälfte deiner Altersgruppe. Wer diesen Betrag jetzt sinnvoll anlegt und weiter spart, kann bis 30 ein deutlich größeres Polster aufbauen.
Ab wann gehört man mit 25 zu den Top 10 Prozent beim Vermögen?
Wer unter 30 ein Nettovermögen von mindestens 71.300 Euro hat, gehört zum obersten Zehntel seiner Altersgruppe. (IW, auf Basis Deutsche Bundesbank PHF/HFCS) Mit 100.000 Euro oder mehr ist man klar in dieser Spitzengruppe. Das gelingt in diesem Alter fast ausschließlich durch Erbschaften, Schenkungen oder sehr hohe Einkommen direkt nach dem Berufsstart.
Warum ist der Durchschnitt beim Vermögen so viel höher als der Median?
Bei 25- bis 34-Jährigen ist der Durchschnitt mit rund 112.900 Euro etwa sechsmal so hoch wie der Median von 18.700 Euro. (Deutsche Bundesbank, PHF/HFCS) Wenige sehr vermögende Haushalte, etwa durch geerbte Immobilien oder Unternehmensbeteiligungen, ziehen den Durchschnitt stark nach oben. Die große Mehrheit hat deutlich weniger. Für einen realistischen Vergleich ist der Median deshalb immer aussagekräftiger.
In welchem Alter ist das Vermögen in Deutschland am höchsten?
Das Medianvermögen erreicht seinen Höchststand in der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen mit rund 299.300 Euro. (Deutsche Bundesbank, PHF/HFCS) Danach sinkt es wieder leicht, weil Menschen im Ruhestand ihr Erspartes nach und nach aufbrauchen. Wer sich fragt, wie das Vermögen mit 50 aussehen sollte, um auf Kurs zu sein, findet dort eine detaillierte Einordnung.
Wie viel sollte man mit 25 monatlich sparen?
Verbraucherzentralen empfehlen langfristig zehn bis zwanzig Prozent des Nettoeinkommens zu sparen. Wer netto 1.500 Euro verdient, sollte also mindestens 150 bis 300 Euro monatlich zurücklegen. Wichtig ist dabei, zuerst den Notgroschen von drei Monatsausgaben aufzubauen und danach langfristig in breit gestreute Anlagen zu investieren. Auch kleine Beträge machen über viele Jahre einen großen Unterschied, weil der Zinseszinseffekt, also das Wachstum von Zinsen auf bereits erzielte Zinsen, mit der Zeit immer stärker wirkt.
Über den Autor
Uwe Lätsch ist Geschäftsführer von finanda. Er bringt komplizierte Finanzthemen auf den Punkt und erklärt dir Zahlen, Statistiken und Vorsorge so einfach, dass du direkt etwas damit anfangen kannst.
Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.