Steuerbot und Zasta wollen beide dasselbe: deine Steuererklärung ohne Formularchaos erledigen. Der Weg dahin ist aber komplett unterschiedlich. Bei Steuerbot tippst du dich selbst durch einen Chat, bei Zasta übernehmen echte Steuerberater die Arbeit für dich.
Beide richten sich an ganz normale Arbeitnehmer, Studierende und Rentner mit einfachen Fällen. Wer selbstständig ist oder eine Wohnung vermietet, ist bei beiden falsch. Was am Ende zählt, ist der Preis und wie viel du selbst machen willst.
Wie funktionieren Steuerbot und Zasta?
Der größte Unterschied steckt schon in der Grundidee. Steuerbot ist eine klassische Selbermach-App im Chat-Format, Zasta ist ein Service, bei dem ein Steuerberater den Job erledigt. Das macht sich bei jedem einzelnen Schritt bemerkbar, denn bei der einen App führst du die Regie, bei der anderen lehnst du dich zurück und lieferst nur Ergänzungen.
Wie sich das jeweils anfühlt, hängt stark davon ab, wie viel Kontrolle du über deine Angaben behalten willst. Wer jeden Posten selbst im Blick haben möchte, erlebt beide Ansätze sehr unterschiedlich.
Steuerbot
Steuerbot funktioniert wie ein Chat mit einem freundlichen Bot. Du bekommst einfache Fragen gestellt und tippst deine Antworten ein, ganz ohne Steuerkauderwelsch. Das Ganze dauert rund 20 bis 30 Minuten, und deine Daten aus dem Vorjahr sowie die beim Finanzamt hinterlegten Angaben werden automatisch übernommen.
Am Ende geht deine Erklärung über die ELSTER-Schnittstelle direkt ans Finanzamt. Du behältst dabei die volle Kontrolle über jede Angabe, denn du füllst alles selbst aus. Bei Fragen hilft ein Experten-Support. Die App gibt es für iOS, Android und im Browser, laut Anbieter nutzen sie über 400.000 Menschen.
Die Finanda App verbindet Konten, Depot und Versicherungen und zeigt dir Budget, Sparziele und Verträge in Echtzeit.
| Preis | 39,99 € pro Steuerjahr (Testen kostenlos) |
| Konzept | Chat-App, Frage-Antwort |
| Für wen | Arbeitnehmer, einfache Fälle |
| Plattform | iOS, Android, Web |
| Abgabe | direkt per ELSTER |
Zasta
Zasta dreht das Prinzip um. Du registrierst dich in wenigen Minuten, Zasta ruft deine Steuerdaten automatisch beim Finanzamt ab, und ab da machen echte Steuerberater die Arbeit. Du beantwortest nur noch ein paar Ergänzungsfragen, den Rest erledigt der Profi.
Der zuständige Steuerberater erstellt, prüft und übermittelt deine Erklärung direkt ans Finanzamt. Sogar die Bescheidprüfung ist dabei. Dein Eigenaufwand bleibt minimal, dafür gibst du die Detailkontrolle ab. Auch Zasta läuft über App und Web.
| Preis | erfolgsabhängig (StBVV), unter 100 € Erstattung kostenlos |
| Konzept | Service, Steuerberater erledigt es |
| Für wen | Arbeitnehmer |
| Plattform | iOS, Android, Web |
| Abgabe | Steuerberater übermittelt |
Was kosten Steuerbot und Zasta?
Beim Preis trennen sich die Wege deutlich. Steuerbot arbeitet mit einem festen Betrag pro Steuerjahr, egal wie hoch deine Erstattung ausfällt. Zasta rechnet erfolgsabhängig ab, die Gebühr hängt also an deiner Rückzahlung.
Gemeinsam ist beiden, dass die Erstattungsberechnung vorab kostenlos ist. Gezahlt wird erst, wenn du tatsächlich abgibst oder das Angebot annimmst. Wie stark der Unterschied bei einer typischen Erstattung wird, zeigt ein direkter Blick auf die Zahlen.
| Steuerbot | Zasta | |
| Preismodell | Festpreis pro Steuerjahr | erfolgsabhängig nach StBVV |
| Preis Abgabe | 39,99 Euro | real rund 20 bis 30 Prozent der Erstattung |
| Beispiel bei 1.000 Euro Erstattung | 39,99 Euro | grob 200 bis 300 Euro |
| Kostenlos wenn | Erstattung unter 50 Euro und keine Abgabepflicht | Erstattung unter 100 Euro |
| Mindestgebühr | keine (Festpreis) | 50 Euro |
| Zahlung | nur per Bankeinzug | direkt mit Erstattung verrechenbar |
Steuerbot
Steuerbot kostet 39,99 Euro pro Steuerjahr für die Abgabe, Punkt. Liegt deine erwartete Erstattung unter 50 Euro und du musst nicht abgeben, ist es sogar komplett kostenlos.
Es gibt auch die Option „Später zahlen“: 35 Euro plus 10 Prozent der Erstattung, fällig erst nach dem Bescheid. Bei 1.000 Euro Erstattung landest du damit bei rund 135 Euro, also deutlich mehr als beim Festpreis. Wer das Geld hat, fährt mit den 39,99 Euro immer günstiger. Gezahlt wird nur per Bankeinzug.
Zasta
Zasta rechnet erfolgsabhängig auf Basis der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) ab, dem gesetzlichen Gebührenrahmen für Steuerberater in Deutschland. Die Mindestgebühr liegt bei 50 Euro, in der Praxis zahlst du real rund 20 bis 30 Prozent deiner Erstattung. Bei 1.000 Euro Rückzahlung sind das grob 200 bis 300 Euro.
Fair ist: Bei einer Erstattung unter 100 Euro zahlst du gar nichts, und die Gebühr lässt sich direkt mit der Erstattung verrechnen. Du gehst also kein Risiko ein. Für die meisten einfachen Fälle ist Zasta damit spürbar teurer als eine Festpreis-App, und die finale Gebühr siehst du erst nach dem Angebot.
Wenn du bei der Steuererklärung regelmäßig Fehler machst oder dir die Zeit schlicht fehlt, kann der Aufpreis sinnvoll sein. Ein Steuerberater haftet für seine Arbeit, eine App nicht. Bei einer Erstattung von 500 Euro zahlst du bei Zasta rund 100 bis 150 Euro mehr als bei Steuerbot, bekommst dafür aber Beraterhaftung und Bescheidprüfung inklusive.
Welche Steuerfälle decken Steuerbot und Zasta ab?
Bei den abgedeckten Fällen liegen beide erstaunlich nah beieinander. Beide sind auf Arbeitnehmer zugeschnitten und decken die typischen Posten rund um Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit ab. Bei komplexeren Einkommensarten steigen beide aus.
Wer selbstständig ist, eine Wohnung vermietet oder Einkünfte aus dem Ausland hat, findet weder bei Steuerbot noch bei Zasta die passende Lösung. Wo genau die Grenzen verlaufen, zeigt der Blick auf die Details.
Steuerbot
Steuerbot deckt die klassischen Arbeitnehmer-Themen ab und macht das solide. Für Auszubildende, Studierende, Rentner und Familien mit Kindern passt die App bestens, solange es bei einfachen Fällen bleibt.
Das steckt drin:
- Werbungskosten
- Pendlerpauschale
- Sonderausgaben
- außergewöhnliche Belastungen
- Kinder und Familienthemen
Nicht drin sind Selbstständigkeit, Freiberufler, Gewerbe, Vermietung und Auslandseinkünfte. Sobald du eine Einnahmequelle jenseits deines Gehalts hast, brauchst du eine andere Lösung. Einen Überblick über weitere Optionen bieten die besten Steuer-Apps im Vergleich.
Zasta
Zasta hat denselben Fokus, nur eben mit Steuerberater dahinter. Der Schwerpunkt liegt komplett auf nichtselbstständiger Arbeit, und weil ein Profi drüberschaut, ist die Bescheidprüfung inklusive.
Das wird abgedeckt:
- Werbungskosten und Pendlerpauschale
- Homeoffice
- Sonderausgaben
- außergewöhnliche Belastungen
- haushaltsnahe Leistungen
- Bescheidprüfung durch den Berater
Selbstständige und Freiberufler bedient Zasta nicht. Bei Vermietung oder Auslandseinkünften ist der Service kaum sinnvoll. Der Vorteil gegenüber der Selbermach-App: Du bekommst Beraterhaftung und einen Einspruchsservice dazu, falls das Finanzamt Einwände hat.
Wer 30 Minuten Zeit hat und einen einfachen Fall, zahlt bei Steuerbot 39,99 Euro. Wer das nicht will, zahlt bei Zasta ein Vielfaches davon, und bekommt dafür echte Beraterhaftung.
Uwe Lätsch, finanda
Für wen lohnt sich Steuerbot oder Zasta?
Am Ende läuft es auf zwei Fragen hinaus: Wie viel willst du selbst machen, und wie viel darf es kosten? Steuerbot belohnt Selbermacher mit einem knappen Festpreis, Zasta nimmt dir die Arbeit ab und lässt sich das über die Erstattung bezahlen.
Stell dir vor, du hast zwei Kinder, arbeitest in Vollzeit und fährst täglich 30 Kilometer zur Arbeit. Mit Steuerbot bist du in einer halben Stunde fertig und zahlst 39,99 Euro. Bei Zasta übernimmt ein Steuerberater denselben Fall, du beantwortest fünf Fragen und lehnst dich zurück. Kostet dich bei 800 Euro Erstattung aber rund 160 bis 240 Euro. Die Entscheidung ist also weniger eine Frage der Qualität als eine Frage deiner Zeit und deines Budgets.
Steuerbot: Arbeitnehmer mit einfachem Fall, die 30 Minuten investieren und 39,99 Euro zahlen wollen. Auch für Studierende und Rentner mit kleiner Erstattung unter 50 Euro kostenlos.
Zasta: Wer null Aufwand will und den Preisunterschied verschmerzen kann. Beraterhaftung und Einspruchsservice inklusive. Kostenlos bei Erstattung unter 100 Euro.
Weder noch: Selbstständige, Freiberufler, Vermieter und alle mit Auslandseinkünften brauchen ein anderes Tool.
Schau dir deine letzte Steuererklärung an: War sie unkompliziert und hast du sie selbst gemacht? Dann ist Steuerbot die günstigere Wahl. Hatte sie Lücken, hast du Posten vergessen oder war der Bescheid strittig? Dann lohnt sich der Aufpreis bei Zasta.
Häufige Fragen
Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.