Das Altersvorsorgedepot startet gesetzlich am 1. Januar 2027, die Förderung beträgt bis zu 540 Euro Grundzulage pro Jahr, und der Kostendeckel liegt bei 1,0 Prozent. Was Generali konkret anbieten wird, hat das Unternehmen bis Juli 2026 nicht öffentlich beziffert.
Den gesetzlichen Rahmen kennst du trotzdem schon heute vollständig. Das hilft dir, das Generali-Angebot einzuordnen, sobald es erscheint, und es sauber mit anderen Anbietern zu vergleichen.
Hat Generali schon ein Altersvorsorgedepot im Angebot?
Nein, bis Juli 2026 gibt es kein konkret beziffertes Altersvorsorgedepot von Generali. Das neue geförderte Produkt ist gesetzlich erst ab dem 1. Januar 2027 abschließbar, und wie fast alle Anbieter hat Generali bis dahin weder Produktvarianten noch Gebühren öffentlich festgelegt.
Als klassischer Versicherer dürfte Generali das Produkt zum Start anbieten, aber bestätigt ist das nicht. Damit du den Stand richtig einordnest, steht hier klar getrennt, was gesetzlich sicher ist und was bei Generali noch aussteht.
Leg die beiden Spalten mal direkt nebeneinander.
| Steht fest | Bei Generali noch offen | |
|---|---|---|
| Start | ab 1. Januar 2027 abschließbar | genaues Startdatum des Generali-Produkts |
| Kostendeckel | max. 1,0 % pro Jahr (Standarddepot) | tatsächliche Effektivkosten |
| Förderung | bis 540 € Grundzulage pro Person | – |
| Varianten | mit oder ohne Beitragsgarantie | welche Varianten Generali führt |
| Gebühren | – | Depot-, Abschluss-, Ausführungskosten |
Der Rahmen steht, die Preisschilder von Generali fehlen. Für eine Kaufentscheidung ist es schlicht noch zu früh.
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Für das staatlich anerkannte Standard-Altersvorsorgedepot sind die Effektivkosten auf maximal 1,0 Prozent pro Jahr gedeckelt. Egal welche Konditionen Generali 2027 veröffentlicht, teurer als dieser Deckel darf ein anerkanntes Depot nicht werden.
Was steckt hinter dem Altersvorsorgedepot als neuem Fördermodell?
Das Altersvorsorgedepot ist der gesetzliche Nachfolger der Riester-Rente, geschaffen durch das Altersvorsorgereformgesetz. Der Bundestag beschloss die Reform am 27. März 2026, der Bundesrat stimmte am 8. Mai 2026 zu, das Gesetz trat Ende Mai 2026 in Kraft. Angespart wird künftig in Aktien, Fonds und ETFs, wahlweise mit einer Beitragsgarantie oder als renditeorientierte Depotvariante ohne Garantie.
Neu ist außerdem, dass Selbstständige erstmals Zugang zur Förderung erhalten. Bestehende Riester-Verträge laufen weiter und werden nicht automatisch umgewandelt. Ab 2027 sind keine neuen Verträge nach altem Riester-Modell mehr möglich, ein Wechsel eines bestehenden Riester-Vertrags in ein Altersvorsorgedepot ist aber erlaubt.
Damit du die zwei Grundformen sofort auseinanderhältst, schau dir an, was sie voneinander trennt.
| Variante | Prinzip | Für wen |
|---|---|---|
| Mit Garantie | Beitragsgarantie möglich, dafür meist weniger Renditechance | sicherheitsorientierte Sparer |
| Ohne Garantie | renditeorientiert, volle Marktchance und volles Risiko | langfristig, chancenorientiert |
Ob Generali beide Varianten anbietet, ist noch offen. Als Versicherer ist eine Lösung mit Garantiekomponente naheliegend, bestätigt ist das aber nicht.
Wie viel Förderung bekommst du beim Altersvorsorgedepot?
Die Zulagen sind personengebunden und für alle Anbieter gleich, auch für ein späteres Generali-Depot. Es gibt eine Grundzulage von bis zu 540 Euro pro Jahr, Kinderzulagen und einen einmaligen Berufseinsteigerbonus. Entscheidend ist dein Eigenbeitrag, nicht der Name des Anbieters.
Zähl die Bausteine der Förderung einmal durch.
- Grundzulage: 50 % auf die ersten 360 € Eigenbeitrag, danach 25 % bis 1.800 € Eigenbeitrag pro Jahr.
- Maximale Grundzulage: 540 € pro Jahr bei 1.800 € Eigenbeitrag.
- Kinderzulage: 100 % auf bis zu 300 € Eigenbeitrag je Kind, also bis zu 300 € pro Kind und Jahr.
- Berufseinsteigerbonus: einmalig 200 € bei Abschluss vor dem 25. Geburtstag.
- Mittelbare Förderung: bis zu 175 € Grundzulage für nicht unmittelbar förderberechtigte Ehepartner.
Insgesamt kannst du pro Jahr bis zu 6.840 Euro einzahlen. Zulagengefördert sind aber nur die ersten 1.800 Euro, der Rest lässt sich steuerlich begünstigt zusätzlich ansparen. Die Auszahlungen werden später voll nachgelagert besteuert, was du bei der Planung einkalkulieren solltest.
Rechne einmal mit, was für eine Familie mit einem Kind pro Jahr zusammenkommt.
| Familie mit einem Kind | Betrag |
|---|---|
| Eigenbeitrag pro Jahr | 1.800 € |
| Grundzulage (50 % auf 360 € + 25 % auf 1.440 €) | 540 € |
| Kinderzulage (1 Kind) | 300 € |
| Zulagen gesamt pro Jahr | 840 € |
Aus 1.800 Euro Eigenbeitrag werden in diesem Beispiel 2.640 Euro im Depot. Den vollen Kinderzuschlag erreichst du übrigens schon ab rund 25 Euro Eigenbeitrag im Monat je Kind. Ob sich das Modell für deine Situation rechnet, hängt auch davon ab, für wen sich das Altersvorsorgedepot lohnt.
Was kostet ein Altersvorsorgedepot bei Generali voraussichtlich?
Die genauen Kosten hat Generali noch nicht veröffentlicht. Klar ist nur der gesetzliche Rahmen: Beim staatlich anerkannten Standarddepot sind die Effektivkosten auf maximal 1,0 Prozent pro Jahr gedeckelt, und Abschluss- sowie Vertriebskosten müssen über die gesamte Ansparphase verteilt werden. Sie dürfen also nicht in den ersten Jahren komplett abgezogen werden.
Versicherer-Produkte liegen erfahrungsgemäß oft näher am Deckel als reine Broker-Depots. Zum Vergleich: Günstige ETF-Depots kommen deutlich darunter.
- Depotgebühr: bei vielen Brokern 0 €
- Laufende ETF-Kosten (TER): rund 0,1 bis 0,3 % pro Jahr
- Sparplanausführung: bei vielen kostenlos, teils bis rund 1,50 € je Ausführung
- Effektivkosten-Deckel (Standarddepot): max. 1,0 % pro Jahr
Schau dir an, wie stark ein Prozent Kosten dein Endkapital über Jahrzehnte frisst.
| Jährliche Kosten | Wirkung über die Laufzeit |
|---|---|
| 0,2 % (günstiges ETF-Depot) | schmälert das Endkapital nur wenig |
| 1,0 % (Kostendeckel) | kostet über Jahrzehnte spürbar Endkapital |
Schon ein Unterschied von wenigen Zehntel Prozent macht über 30 oder 40 Jahre einen erheblichen Betrag aus. Sobald Generali seine Konditionen nennt, ist die Effektivkostenquote die erste Zahl, die du prüfen solltest. Einen guten Maßstab liefert der Vergleich, ob sich ein Altersvorsorgedepot oder ein normaler ETF-Sparplan für dich mehr lohnt.
Solange Generali keine Kosten nennt, kaufst du eine Katze im Sack. Warte die Konditionen ab und vergleiche dann in Ruhe, statt jetzt aus Ungeduld zu unterschreiben.
Uwe Lätsch, finanda
Für wen könnte das Generali-Altersvorsorgedepot passen?
Das lässt sich seriös erst beantworten, wenn die Konditionen vorliegen. Grundsätzlich richtet sich das geförderte Altersvorsorgedepot an alle Förderberechtigten, jetzt erstmals auch an Selbstständige. Wer bei einem Versicherer wie Generali abschließt, sucht oft eine Kombination aus Vorsorge und persönlicher Beratung, sollte dafür aber die Kosten genau im Blick behalten.
Stell dir diese Fragen, bevor du eine Entscheidung triffst.
- Willst du eine Beitragsgarantie oder volle Renditechance ohne Garantie?
- Hast du Kinder, für die Kinderzulagen dazukommen?
- Bist du unter 25 und könntest den einmaligen Berufseinsteigerbonus von 200 € mitnehmen?
- Bist du bereit, für Beratung höhere Kosten zu akzeptieren, oder willst du möglichst günstig sparen?
Wenn dir günstige Kosten am wichtigsten sind, lohnt der Vergleich mit reinen Broker-Depots. Mit einer App wie finanda behältst du deine Verträge und Sparraten nebenbei im Überblick, egal bei welchem Anbieter du am Ende landest.
Was solltest du jetzt tun, bevor Generali seine Konditionen nennt?
Weil das Altersvorsorgedepot erst 2027 startet und Generali seine Details noch nicht genannt hat, ist die beste Strategie: informiert bleiben und nichts überstürzen. Es besteht kein Zeitdruck.
Mit diesen Schritten bringst du dich in eine gute Ausgangsposition.
- Warte die offiziellen Generali-Konditionen ab, vor allem die Effektivkosten.
- Prüfe, ob eine Garantie- oder eine renditeorientierte Variante angeboten wird.
- Vergleiche das Angebot mit günstigen Broker-Depots am 1,0-%-Deckel.
- Nutze bei einem Wechsel die 5-Jahres-Frist: danach ist der Anbieterwechsel kostenfrei.
- Behalte deinen bestehenden Riester-Vertrag im Blick, er läuft weiter und kann optional gewechselt werden.
Ein Anbieterwechsel ist nach fünf Jahren kostenfrei möglich, außerhalb dieser Frist darf der neue Anbieter höchstens 150 Euro verlangen. Du bindest dich mit einer Entscheidung 2027 also nicht dauerhaft.
Häufige Fragen
Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.