Das Altersvorsorgedepot kennt kein gesetzliches Mindestalter für die Einzahlung. Wer vor dem 25. Geburtstag abschließt, kassiert einmalig 200 Euro Berufseinsteigerbonus obendrauf. Nach oben endet die Sparphase spätestens mit dem 70. Geburtstag, die Auszahlung startet frühestens mit 65.
Die Frage nach dem richtigen Alter entscheidet über bares Geld. Je früher du startest, desto länger arbeitet der Zinseszins für dich, und desto mehr Zulagenjahre sammelst du an. Ab dem 1. Januar 2027 kannst du ein solches Depot als gesetzlichen Nachfolger der Riester-Rente abschließen.
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot ist die gesetzlich geförderte Altersvorsorge, die ab 2027 die Riester-Rente ablöst. Der Bundestag beschloss die Reform am 27. März 2026, der Bundesrat stimmte am 8. Mai 2026 zu, und das Gesetz trat Ende Mai 2026 in Kraft.
Statt wie bei Riester überwiegend in Versicherungsprodukte mit magerer Verzinsung fließt dein Geld hier in Aktien, Fonds und ETFs. Du hast die Wahl zwischen einer Variante mit Beitragsgarantie und einer renditeorientierten Depotvariante ohne Garantie. Erstmals dürfen auch Selbstständige die Förderung nutzen.
Wichtig für deine Planung: Bestehende Riester-Verträge laufen weiter und werden nicht automatisch umgewandelt. Neue Riester-Verträge nach altem Modell gibt es ab 2027 nicht mehr. Wer will, kann seinen Riester-Vertrag in ein Altersvorsorgedepot überführen.
Ab welchem Alter kannst du in ein Altersvorsorgedepot einzahlen?
Für den Start gibt es kein gesetzliches Mindestalter. Du kannst also früh loslegen, sobald du eigene Einkünfte hast und die Förderberechtigung greift.
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Das Gesetz belohnt einen frühen Einstieg sogar direkt mit Geld. Schließt du deinen Vertrag vor dem 25. Geburtstag ab, bekommst du einmalig 200 Euro Berufseinsteigerbonus. Diesen Bonus können ältere Sparer nie mehr nachholen.
Nach oben gibt es klare Grenzen für die Sparphase. Die Auszahlung darf spätestens mit dem 70. Geburtstag beginnen, frühestens mit Vollendung des 65. Lebensjahres. Wer erst mit Mitte 60 einsteigt, hat also nur noch wenige Jahre zum Ansparen und verschenkt den größten Hebel, nämlich Zeit.
- Kein gesetzliches Mindestalter für die Einzahlung
- Berufseinsteigerbonus von 200 Euro nur bei Abschluss vor dem 25. Geburtstag
- Auszahlung frühestens mit Vollendung des 65. Lebensjahres
- Auszahlung spätestens ab dem 70. Geburtstag
- Auszahlplan läuft mindestens bis zum vollendeten 85. Lebensjahr
Warum lohnt sich ein früher Start beim Altersvorsorgedepot am meisten?
Ein früher Start bringt dir zwei Vorteile gleichzeitig: den einmaligen Berufseinsteigerbonus und viele zusätzliche Jahre Zinseszins. Genau diese Kombination macht den Unterschied im Endkapital aus.
Der Zinseszinseffekt wirkt umso stärker, je länger dein Geld angelegt bleibt. Wer mit 25 startet, hat bei einer Auszahlung ab 65 volle 40 Jahre Anlagehorizont. Wer erst mit 45 beginnt, hat nur 20 Jahre und muss deutlich höhere Beiträge einzahlen, um am Ende ein ähnliches Kapital zu erreichen.
Ein vereinfachtes Beispiel zeigt die Wirkung. Angenommen, du sparst jährlich 1.800 Euro Eigenbeitrag plus 540 Euro Grundzulage, also 2.340 Euro pro Jahr, bei einer angenommenen Rendite von 6 Prozent pro Jahr. Bei 40 Jahren Laufzeit wächst dieses Kapital auf grob rund 360.000 Euro. Bei nur 20 Jahren landest du bei rund 86.000 Euro. Die Rechnung ist gerundet und ohne Kosten, sie zeigt aber deutlich, wie stark die Zeit hebelt.
Die folgende Gegenüberstellung macht die zwei Startzeitpunkte greifbar.
| Start mit 25 | Start mit 45 | |
|---|---|---|
| Anlagehorizont bis 65 | 40 Jahre | 20 Jahre |
| Jährliche Sparsumme inkl. Zulage | 2.340 Euro | 2.340 Euro |
| Berufseinsteigerbonus | 200 Euro einmalig | entfällt |
| Endkapital (rund, 6 Prozent p. a.) | ca. 360.000 Euro | ca. 86.000 Euro |
Der Unterschied kommt fast vollständig aus den zusätzlichen 20 Jahren, in denen die Erträge selbst wieder Erträge erwirtschaften. Wer früh startet, muss pro Monat sogar weniger zurücklegen und steht am Ende trotzdem besser da.
Wie hoch sind die Zulagen beim Altersvorsorgedepot?
Die Grundzulage beträgt bis zu 540 Euro pro Jahr und Person. Auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag gibt es 50 Prozent Zulage, auf jeden weiteren Euro bis 1.800 Euro Eigenbeitrag noch 25 Prozent.
Rechne das einmal für den vollen Beitrag durch. Zahlst du 1.800 Euro im Jahr ein, bekommst du 50 Prozent von 360 Euro, also 180 Euro, plus 25 Prozent von den restlichen 1.440 Euro, also 360 Euro. Zusammen ergibt das die maximale Grundzulage von 540 Euro. Auf 1.800 Euro Eigenbeitrag legt der Staat somit 540 Euro drauf, das sind 30 Prozent Sofortförderung.
Hast du Kinder, kommt die Kinderzulage dazu. Sie beträgt 100 Prozent auf bis zu 300 Euro Eigenbeitrag je Kind, also maximal 300 Euro pro Kind und Jahr. Den vollen Kinderzuschlag erreichst du schon bei rund 25 Euro Eigenbeitrag pro Monat je Kind.
So entwickeln sich die Zulagen bei unterschiedlichen Eigenbeiträgen. Wichtig dabei: Die Grundzulage läuft nur bis 1.800 Euro Eigenbeitrag. Alles darüber bringt keine zusätzliche Zulage mehr.
| Eigenbeitrag pro Jahr | Grundzulage | Förderquote |
|---|---|---|
| 360 Euro | 180 Euro | 50 Prozent |
| 900 Euro | 315 Euro | 35 Prozent |
| 1.800 Euro | 540 Euro | 30 Prozent |
| 2.500 Euro | 540 Euro | 21,6 Prozent |
Insgesamt kannst du bis zu 6.840 Euro pro Jahr einzahlen. Zulagengefördert sind aber nur die ersten 1.800 Euro. Den Rest kannst du steuerlich begünstigt zusätzlich ansparen, ohne dass es dafür noch Zulagen gibt.
Lohnt sich das Altersvorsorgedepot auch für ältere Sparer noch?
Auch mit 50 oder 55 kann sich der Einstieg rechnen, weil die Zulagen unabhängig vom Alter fließen. Zahlst du den vollen Eigenbeitrag von 1.800 Euro ein, bekommst du jedes Jahr 540 Euro geschenkt, egal ob du 25 oder 55 bist.
Der große Nachteil des späten Starts ist der fehlende Zinseszins. Über 10 oder 15 Jahre bleibt zu wenig Zeit, damit sich der Renditeeffekt richtig entfaltet. Ein 55-Jähriger, der bis 65 spart, hat nur 10 Ansparjahre. Die Zulagen wirken dann fast wie ein sicherer Renditeaufschlag, während das Aktiendepot selbst weniger Zeit zum Wachsen hat.
Für ältere Sparer stellt sich außerdem die Frage nach dem Risiko. Wer nur noch wenige Jahre bis zur Auszahlung hat, sollte Kursschwankungen kritischer bewerten. Die Variante mit Beitragsgarantie kann für diese Gruppe sinnvoller sein als die renditeorientierte Depotvariante ohne Garantie, auch wenn die Garantie Rendite kostet.
Diese Punkte solltest du beim späten Start abwägen.
- Zulagen von bis zu 540 Euro pro Jahr fließen unabhängig vom Alter
- Kurze Restlaufzeit lässt den Zinseszins kaum wirken
- Kursrisiken wiegen bei wenigen Jahren bis zur Rente schwerer
- Beitragsgarantie kann bei kurzem Horizont die ruhigere Wahl sein
- Der Berufseinsteigerbonus ist ab 25 nicht mehr erreichbar
Ab wann kannst du dir das Altersvorsorgedepot auszahlen lassen?
Die Auszahlung beginnt frühestens mit Vollendung des 65. Lebensjahres und muss spätestens mit dem 70. Geburtstag starten. Für Personen, die bereits in Rente sind, gibt es eine Ausnahme beim frühen Beginn.
Zu Rentenbeginn darfst du bis zu 30 Prozent des angesparten Kapitals auf einen Schlag entnehmen. Den Rest bekommst du entweder als lebenslange Leibrente oder als befristeten Auszahlplan, der mindestens bis zu deinem vollendeten 85. Lebensjahr laufen muss.
Steuerlich musst du beachten, dass Leistungen aus geförderten Beiträgen in der Auszahlphase voll nachgelagert besteuert werden, also mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz. Im Ruhestand liegt dieser Satz bei vielen Menschen niedriger als im Berufsleben, was die Belastung dämpft.
Welcher Auszahlweg passt, hängt davon ab, ob du Sicherheit, Flexibilität oder eine Teilsumme vorab brauchst. Ein direkter Vergleich der drei Möglichkeiten hilft bei der Entscheidung.
| Auszahlform | So funktioniert es | Für wen geeignet |
|---|---|---|
| Teilkapitalauszahlung | Bis zu 30 Prozent einmalig zu Beginn | Wer eine größere Summe vorab braucht |
| Lebenslange Leibrente | Feste Rente bis zum Lebensende | Wer Sicherheit gegen langes Leben will |
| Auszahlplan | Befristet mindestens bis zum 85. Lebensjahr | Wer Flexibilität und Vererbbarkeit sucht |
Was passiert mit dem Altersvorsorgedepot im Todesfall?
Stirbt der Sparer vor oder während der Auszahlung, hängt viel vom Empfänger ab. Der überlebende Ehepartner kommt am besten weg, für andere Erben wird es teurer.
Das angesparte Vermögen lässt sich ohne Abzüge und ohne Verlust der Förderung auf einen Altersvorsorgevertrag übertragen, der auf den Namen des überlebenden Ehegatten läuft.
Geht das Vermögen an andere Personen als den Ehepartner, müssen die staatlichen Zulagen zurückgezahlt werden. Noch nicht ausgezahltes Kapital ist grundsätzlich vererbbar. Bei einer lebenslangen Leibrente ohne Garantiezeit endet die Zahlung dagegen mit dem Tod. Wer das vermeiden will, kann eine zehn- oder zwanzigjährige Rentengarantiezeit vereinbaren, in der Hinterbliebene die Rente weiter erhalten.
Für Erben gelten die normalen erbschaftsteuerlichen Freibeträge, also 500.000 Euro für Ehepartner und 400.000 Euro für Kinder.
Was kostet ein Altersvorsorgedepot?
Beim staatlich anerkannten Standard-Altersvorsorgedepot sind die Effektivkosten auf höchstens 1,0 Prozent pro Jahr gedeckelt. Diese Grenze schützt dich vor überteuerten Produkten, wie sie bei mancher Riester-Police üblich waren.
Abschluss- und Vertriebskosten müssen über die gesamte Ansparphase verteilt werden. Sie dürfen also nicht in den ersten Jahren komplett abgezogen werden, was einen frühen Anbieterwechsel weniger schmerzhaft macht. In der Praxis verlangen viele Broker gar keine Depotgebühr, günstige ETFs kosten rund 0,1 bis 0,3 Prozent laufend im Jahr, und Sparplanausführungen sind bei vielen Anbietern kostenlos oder liegen bei bis zu rund 1,50 Euro je Ausführung.
Unterschätze die Kosten über lange Laufzeiten nicht. Schon wenige Zehntel Prozent Unterschied schmälern über 30 oder 40 Jahre das Endkapital spürbar.
Beim Anbietervergleich helfen diese Kostenpunkte als Orientierung.
- Effektivkosten beim Standardprodukt maximal 1,0 Prozent pro Jahr
- Depotgebühr bei vielen Brokern 0 Euro
- Laufende ETF-Kosten rund 0,1 bis 0,3 Prozent pro Jahr
- Sparplanausführung oft kostenlos, sonst bis rund 1,50 Euro
- Abschlusskosten auf die gesamte Laufzeit verteilt
Ein Anbieterwechsel ist nach fünf Jahren kostenfrei. Außerhalb dieser Frist darf der neue Anbieter höchstens 150 Euro Wechselgebühr verlangen. Wechseln kannst du sogar noch zu Beginn der Auszahlungsphase.
Lohnt sich das Altersvorsorgedepot für Paare und mit mehreren Depots?
Für Ehepaare verdoppelt sich der Förderrahmen, weil jeder Partner ein eigenes Depot braucht. Die Förderung ist personengebunden, ein Gemeinschaftsdepot gibt es für die geförderte Variante nicht.
Führen beide Partner ein eigenes gefördertes Depot, gibt es die Grundzulage doppelt, also bis zu 2 x 540 Euro, plus die Kinderzulagen. Ist ein Partner nicht unmittelbar förderberechtigt, etwa weil er nicht erwerbstätig ist, greift die mittelbare Förderung. Mit einem eigenen Vertrag und einem kleinen Mindesteigenbeitrag sichert er sich bis zu 175 Euro Grundzulage pro Jahr.
Neben einem bestehenden Altvertrag sind bis zu zwei weitere neue Altersvorsorgeverträge zulässig. Du kannst also parallel mehr als ein Altersvorsorgedepot mit zwei Depots führen. Damit verdoppelt sich der insgesamt einzahlbare Jahresbetrag auf bis zu 13.680 Euro. Die Zulagenförderung bleibt aber pro Person begrenzt, die Grundzulage gibt es nur einmal auf 1.800 Euro Eigenbeitrag.
Das folgende Beispiel zeigt den Förderrahmen bei einem Paar mit zwei Kindern. Es geht davon aus, dass beide Partner unmittelbar förderberechtigt sind und jeweils den vollen Eigenbeitrag einzahlen.
| Förderbaustein | Betrag pro Jahr |
|---|---|
| Grundzulage Partner 1 | 540 Euro |
| Grundzulage Partner 2 | 540 Euro |
| Kinderzulage 2 Kinder | 600 Euro |
| Zulagen gesamt | 1.680 Euro |
Für wen lohnt sich das Altersvorsorgedepot ab welchem Alter am ehesten?
Am stärksten profitieren junge Sparer unter 25, die den Berufseinsteigerbonus mitnehmen und den langen Zinseszins nutzen. Für Familien mit Kindern rechnet sich das Depot ebenfalls schnell, weil die Kinderzulagen die Förderquote nach oben treiben.
Wer erst mit Mitte 50 einsteigt, sollte ehrlich rechnen. Die Zulagen fließen zwar weiter, doch der kurze Anlagehorizont dämpft den Renditehebel. Für diese Gruppe steht eher die geschenkte Zulage im Vordergrund als das Kurswachstum. Prüfe hier, ob die Beitragsgarantie zu deinem Sicherheitsbedürfnis passt.
Egal in welchem Alter du startest, den Überblick über deine Sparraten und die gesamte Altersvorsorge behältst du mit einer App wie finanda, in der du Konten, Verträge und Sparpläne an einem Ort zusammenführst. So siehst du auf einen Blick, ob deine Beiträge zur Förderung passen.
Häufige Fragen
Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.