Die hier genannten Werte für 2027 sind eine eigene Schätzung von finanda auf Basis der historischen Entwicklung und der aktuellen Marktlage. Es sind keine amtlichen und keine von energie-BKK bestätigten Zahlen. Den tatsächlichen Zusatzbeitrag für 2027 legt jede Krankenkasse erst gegen Jahresende selbst fest. Wir übernehmen keine Gewähr für den Eintritt der Prognose.
Die energie-BKK, früher als BKK E.ON bekannt, verlangt im Jahr 2026 einen Zusatzbeitrag von 3,98 Prozent, und mit den GKV-Zusatzbeiträgen ab 2027 steht ihr nächster Beitragsschritt an.
Wie hoch wird der Zusatzbeitrag für die energie-BKK in 2027 voraussichtlich sein?
Die energie-BKK erhebt 2026 einen Zusatzbeitrag von 3,98 Prozent. Zusammen mit dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent ergibt das einen Gesamtbeitragssatz von 18,58 Prozent. Damit liegt die Kasse deutlich über dem GKV-Durchschnitt von 2,9 Prozent beim Zusatzbeitrag für 2026.
Für 2027 schätzen wir bei finanda drei mögliche Szenarien. Grundlage sind die historische Beitragsentwicklung der energie-BKK und die allgemeine Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Tabelle zeigt dir, welcher Zusatzbeitrag in welchem Szenario denkbar wäre und was das konkret für deinen monatlichen Arbeitnehmer-Anteil bei 3.500 Euro Brutto bedeuten würde.
| Szenario | Geschätzter Zusatzbeitrag 2027 | Monatlicher Arbeitnehmer-Anteil (3.500 € Brutto) |
|---|---|---|
| Vorsichtig | 4,18 % | 328,65 € |
| Wahrscheinlich | 4,38 % | 332,15 € |
| Pessimistisch | 4,78 % | 339,15 € |
Diese Werte sind ausdrücklich Schätzungen und keine amtlichen Zahlen. Der offizielle GKV-Durchschnittswert für 2027 steht noch nicht fest. Der sogenannte Schätzerkreis, ein Gremium aus Bundesgesundheitsministerium, GKV-Spitzenverband und Bundesamt für Soziale Sicherung, tagt wie üblich Mitte Oktober und legt die Grundlage für die amtliche Bekanntmachung fest. Fachprognosen gehen derzeit von einem GKV-Durchschnitt zwischen 3,1 und 3,7 Prozent für 2027 aus. Die energie-BKK lag 2026 bereits über diesem Bereich, weshalb wir auch für 2027 von einem überdurchschnittlichen Zusatzbeitrag ausgehen.
Historische Entwicklung des Zusatzbeitrags bei der energie-BKK
Die Beitragsentwicklung der energie-BKK zeigt ein klares Muster: Viele Jahre lang lag der Zusatzbeitrag im oder sogar unter dem GKV-Durchschnitt. Ab 2025 hat die Kasse dann stark nachgezogen und innerhalb von nur drei Jahren den Zusatzbeitrag um 2,39 Prozentpunkte erhöht.
In der folgenden Tabelle siehst du alle Jahre, für die öffentlich belegte Werte der energie-BKK vorliegen. Für einzelne Zwischenjahre, etwa 2017 oder 2019, sind keine öffentlich dokumentierten Einzelwerte dieser Kasse verfügbar. Das sagen wir hier offen, statt Lücken mit Schätzungen zu füllen.
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| Jahr | Zusatzbeitrag energie-BKK (ehem. E.ON Betriebskrankenkasse / BKK E.ON) | Durchschnitt GKV |
|---|---|---|
| 2015 | 0,9 % | 0,9 % |
| 2016 | 1,1 % | 1,1 % |
| 2017 | k. A. | 1,1 % |
| 2018 | 1,1 % | 1,0 % |
| 2019 | k. A. | 0,9 % |
| 2020 | 1,46 % | 1,1 % |
| 2021 | 1,46 % | 1,3 % |
| 2022 | 1,38 % | 1,3 % |
| 2023 | 1,59 % | 1,6 % |
| 2024 | 1,59 % | 1,7 % |
| 2025 | 2,98 % | 2,5 % |
| 2026 | 3,98 % | 2,9 % |
| 2027 | Prognose 4,38 % | noch nicht festgelegt |
In der Tabelle siehst du den Zusatzbeitrag der energie-BKK (ehem. E.ON Betriebskrankenkasse / BKK E.ON) direkt neben dem GKV-weiten Durchschnitt über denselben Zeitraum. „k. A.“ steht für Jahre, in denen kein öffentlich belegter Einzelwert der Kasse vorliegt. Der Wert für 2027 ist unsere Prognose und kein amtlicher Wert.
Fallbeispiel: Wie hoch ist der GKV-Beitrag bei der energie-BKK ab 2027?
Der GKV-Beitrag setzt sich aus zwei Teilen zusammen: dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent, den sich Arbeitgeber und Beschäftigte je zur Hälfte teilen, und dem kassenindividuellen Zusatzbeitrag, der ebenfalls hälftig aufgeteilt wird. Beiträge werden nur auf Einkommen bis zur sogenannten Beitragsbemessungsgrenze (BBG) berechnet. Was du darüber hinaus verdienst, bleibt beitragsfrei. Die BBG liegt 2027 bei 6.375 Euro pro Monat. Das ist eine deutliche Anhebung gegenüber 2026 (5.812,50 Euro), die durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz um zusätzliche 300 Euro pro Monat außerplanmäßig erhöht wurde, um die Einnahmebasis der Kassen zu stärken.
| Fall | Brutto bzw. Gewinn pro Monat | Monatlicher KV-Beitrag 2027 gesamt | Dein Eigenanteil pro Monat | Dein Eigenanteil pro Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Angestellte(r) | 4.000 € | 759,20 € | 379,60 € | 4.555,20 € |
| Selbständige(r) (freiwillig versichert) | 4.000 € Gewinn | 759,20 € | 759,20 € | 9.110,40 € |
Der Unterschied zwischen Angestellten und Selbständigen ist erheblich. Als Angestellte(r) übernimmt dein Arbeitgeber die Hälfte des Gesamtbeitrags, du zahlst also nur 379,60 Euro im Monat. Als Selbständige(r) bist du freiwillig versichert und trägst den kompletten Beitrag allein, also 759,20 Euro monatlich. Das ist exakt doppelt so viel Eigenanteil bei gleichem Einkommen. Jeder Prozentpunkt mehr beim Zusatzbeitrag trifft Selbständige deshalb besonders hart.
2027 droht eine Doppelbelastung: Zum einen steigt der Zusatzbeitrag der energie-BKK voraussichtlich weiter an. Zum anderen greift die außerplanmäßige Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze auf 6.375 Euro pro Monat. Wer bisher knapp unter der alten Grenze lag, zahlt künftig auf einen größeren Teil seines Einkommens Beiträge. Beide Effekte zusammen können den tatsächlichen Jahresbeitrag spürbar erhöhen, auch wenn der Zusatzbeitrag selbst nur moderat steigt.
Unsere Meinung zum Zusatzbeitrag und den Leistungen der energie-BKK
Die energie-BKK ist im Kassenvergleich 2026 eine der teuersten gesetzlichen Krankenkassen. Mit 3,98 Prozent Zusatzbeitrag liegt sie mehr als einen Prozentpunkt über dem GKV-Durchschnitt von 2,9 Prozent. Das ist kein kleiner Ausreißer, sondern ein struktureller Abstand, der sich in den letzten zwei Jahren rasant aufgebaut hat. Wer bei der energie-BKK versichert ist, sollte deshalb genau prüfen, ob die Leistungen diesen Aufpreis rechtfertigen oder ob ein Kassenwechsel sinnvoll ist. Die Kasse ist bundesweit geöffnet, ein Wechsel ist also für jeden gesetzlich Versicherten möglich.
Auf der Leistungsseite bietet die energie-BKK einige Extras, die über den gesetzlichen Mindeststandard hinausgehen. Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Professionelle Zahnreinigung: bis zu 2 x 25 Euro pro Jahr
- Reiseschutzimpfungen: 100 Prozent Kostenübernahme für 11 gängige Impfungen
- Osteopathie: bis zu 90 Euro pro Jahr (max. 80 Prozent der Kosten)
- Gesundheitskurse: bis zu 80 Prozent für bis zu 2 Kurse pro Jahr
- Bonusprogramm: Prämie von über 170 Euro möglich
- Pflanzliche Arzneimittel (Phytotherapie): bis zu 100 Euro pro Jahr
Das Leistungspaket ist solide, aber nicht außergewöhnlich. Andere Kassen mit niedrigerem Zusatzbeitrag bieten teils vergleichbare oder sogar umfangreichere Zusatzleistungen. Wer die energie-BKK wegen ihrer Wurzeln in der Energie- und Versorgungsbranche kennt, sollte wissen: Die Kasse ist heute eine eigenständige, bundesweit zugängliche BKK mit Sitz in Hannover, die aus mehreren Fusionen hervorgegangen ist, zuletzt kam 2022 die BKK RWE hinzu.
Die energie-BKK hat in kurzer Zeit einen der höchsten Zusatzbeiträge am Markt aufgebaut. Wenn du dort versichert bist, lohnt sich ein Kassenvergleich jetzt mehr denn je.
Uwe Lätsch, finanda
Einen vollständigen Überblick über die Zusatzbeiträge aller gesetzlichen Krankenkassen und was 2027 auf dich zukommt, findest du in unserem großen GKV-Vergleich auf finanda.de.
Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und auf den Punkt.