Die hier genannten Werte für 2027 sind eine eigene Schätzung von finanda auf Basis der historischen Entwicklung und der aktuellen Marktlage. Es sind keine amtlichen und keine von Bertelsmann BKK bestätigten Zahlen. Den tatsächlichen Zusatzbeitrag für 2027 legt jede Krankenkasse erst gegen Jahresende selbst fest. Wir übernehmen keine Gewähr für den Eintritt der Prognose.
Von Gütersloh aus versichert die Bertelsmann BKK Menschen in zehn Bundesländern und verlangt im Jahr 2026 einen Zusatzbeitrag von 3,2 Prozent, der beim bundesweiten Beitragsanstieg erneut auf den Prüfstand kommt.
Wie hoch wird der Zusatzbeitrag für die Bertelsmann BKK in 2027 voraussichtlich sein?
Seit dem 1. Januar 2025 liegt der Zusatzbeitrag der Bertelsmann BKK bei 3,2 Prozent. Zum 1. Januar 2026 hat der Verwaltungsrat in seiner Sitzung vom 5. Dezember 2025 beschlossen, diesen Wert stabil zu halten. Damit liegt die Kasse 0,3 Prozentpunkte über dem GKV-Durchschnitt von 2,9 Prozent für 2026. Zuvor hatte die Kasse ihren Zusatzbeitrag innerhalb kurzer Zeit kräftig angehoben, und zwar zum 1. Oktober 2024 um 1,1 Prozentpunkte und zum 1. Januar 2025 um weitere 0,7 Prozentpunkte.
Für 2027 rechnen wir bei finanda damit, dass der Zusatzbeitrag der Bertelsmann BKK weiter steigen wird. Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung wachsen schneller als die Einnahmen, und die Kasse hat in der Vergangenheit gezeigt, dass sie bei Bedarf deutlich nachzieht. Unsere Schätzung basiert auf der historischen Entwicklung der Kasse und der allgemeinen Marktlage. Die drei Szenarien in der Tabelle zeigen, in welchem Bereich sich der Zusatzbeitrag 2027 bewegen könnte. Der Arbeitnehmer-Anteil im Beispiel bezieht sich auf ein Bruttogehalt von 3.500 Euro pro Monat.
| Szenario | Geschätzter Zusatzbeitrag 2027 | Monatlicher Arbeitnehmer-Anteil bei 3.500 € Brutto |
|---|---|---|
| Vorsichtig | 3,4 % | 315,00 € |
| Wahrscheinlich | 3,6 % | 318,50 € |
| Pessimistisch | 4,0 % | 325,50 € |
Diese Werte sind ausdrücklich Schätzungen von finanda und keine amtlichen Zahlen. Der offizielle GKV-Durchschnittswert für 2027 steht noch nicht fest. Der sogenannte GKV-Schätzerkreis, ein Gremium aus Vertretern des Bundesgesundheitsministeriums, des GKV-Spitzenverbands und des Bundesamts für Soziale Sicherung, tagt wie üblich Mitte Oktober. Fachprognosen gehen derzeit von einem GKV-Durchschnitt zwischen 3,1 und 3,7 Prozent aus. Die amtliche Festlegung erfolgt per Bekanntmachung im Bundesanzeiger, spätestens bis zum 1. November 2026.
Historische Entwicklung des Zusatzbeitrags bei der Bertelsmann BKK
Die Bertelsmann BKK hat in den vergangenen Jahren eine deutliche Beitragssteigerung erlebt. Besonders auffällig war der Sprung im Herbst 2024, als der Zusatzbeitrag innerhalb weniger Monate um insgesamt 1,8 Prozentpunkte angehoben wurde. Das zeigt, dass die Kasse bei finanziellen Engpässen bereit ist, schnell und kräftig zu reagieren.
Für ältere Jahre liegen uns leider keine öffentlich belegten Einzelwerte der Bertelsmann BKK vor. Das ist bei kleineren Betriebskrankenkassen häufig so, da historische Beitragsdaten nicht immer systematisch dokumentiert und veröffentlicht werden. Die folgende Tabelle zeigt daher nur die Jahre, für die uns verlässliche Daten vorliegen.
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| Jahr | Zusatzbeitrag Bertelsmann BKK | Durchschnitt GKV |
|---|---|---|
| 2015 | k. A. | 0,9 % |
| 2016 | k. A. | 1,1 % |
| 2017 | k. A. | 1,1 % |
| 2018 | k. A. | 1,0 % |
| 2019 | k. A. | 0,9 % |
| 2020 | k. A. | 1,1 % |
| 2021 | k. A. | 1,3 % |
| 2022 | k. A. | 1,3 % |
| 2023 | k. A. | 1,6 % |
| 2024 | k. A. | 1,7 % |
| 2025 | 3,2 % | 2,5 % |
| 2026 | 3,2 % | 2,9 % |
| 2027 | Prognose 3,6 % | noch nicht festgelegt |
In der Tabelle siehst du den Zusatzbeitrag der Bertelsmann BKK direkt neben dem GKV-weiten Durchschnitt über denselben Zeitraum. „k. A.“ steht für Jahre, in denen kein öffentlich belegter Einzelwert der Kasse vorliegt. Der Wert für 2027 ist unsere Prognose und kein amtlicher Wert.
Fallbeispiel: Wie hoch ist der GKV-Beitrag bei der Bertelsmann BKK ab 2027?
Der GKV-Beitrag setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Erstens dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent, den alle gesetzlichen Krankenkassen gleichermaßen erheben. Zweitens dem kassenindividuellen Zusatzbeitrag, der je nach Kasse unterschiedlich hoch ist. Beide Anteile zusammen ergeben den Gesamtbeitragssatz. Diesen tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte, du zahlst also jeweils die Hälfte.
Wichtig zu wissen ist außerdem die Beitragsbemessungsgrenze, kurz BBG. Das ist die Einkommensgrenze, bis zu der dein Gehalt für die Berechnung des Krankenkassenbeitrags herangezogen wird. Verdienst du mehr als diese Grenze, zahlst du trotzdem nur auf den Betrag bis zur BBG Beiträge. Für 2026 liegt diese Grenze bei 5.812,50 Euro pro Monat, für 2027 soll sie auf 6.375,00 Euro angehoben werden. Die folgende Tabelle zeigt, was das konkret für zwei unterschiedliche Einkommenssituationen bedeutet. Die 2027-Werte basieren auf unserem Szenario „Wahrscheinlich“ mit einem Zusatzbeitrag von 3,6 Prozent.
| Beispiel | Bruttogehalt | AN-Anteil 2026 | AN-Anteil 2027 (Prognose) | Monatliche Mehrbelastung |
|---|---|---|---|---|
| Beispiel A | 3.500 € (unter BBG) | 311,50 € | 318,50 € | 7,00 € |
| Beispiel B | 7.000 € (über BBG) | 517,31 € | 580,13 € | 62,81 € |
Der Beitrag steigt 2027 aus zwei Gründen gleichzeitig. Zum einen erhöht sich voraussichtlich der Zusatzbeitrag der Bertelsmann BKK. Zum anderen wird die Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 Euro auf 6.375,00 Euro pro Monat angehoben. Diese Anhebung enthält eine außerplanmäßige Sondererhöhung um 300 Euro pro Monat, die durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz beschlossen wurde. Ziel ist es, die Einnahmebasis der gesetzlichen Krankenversicherung zu stärken.
Besonders deutlich spüren das Gutverdiener wie in Beispiel B. Wer 7.000 Euro brutto im Monat verdient, zahlt 2027 rund 62,81 Euro mehr pro Monat als noch 2026. Das liegt daran, dass durch die höhere BBG ein größerer Teil des Einkommens beitragspflichtig wird. Bei einem Gehalt unter der BBG, wie in Beispiel A mit 3.500 Euro, fällt die Mehrbelastung mit 7,00 Euro pro Monat deutlich geringer aus, weil hier nur der gestiegene Zusatzbeitrag wirkt, nicht aber die BBG-Anhebung.
Unsere Meinung zum Zusatzbeitrag und den Leistungen der Bertelsmann BKK
Mit einem Zusatzbeitrag von 3,2 Prozent liegt die Bertelsmann BKK im Jahr 2026 bereits 0,3 Prozentpunkte über dem GKV-Durchschnitt. Das ist kein dramatischer Abstand, zeigt aber, dass die Kasse im Vergleich eher im oberen Preissegment angesiedelt ist. Wer bei der Bertelsmann BKK versichert ist, zahlt also etwas mehr als bei einer durchschnittlichen gesetzlichen Krankenkasse. Angesichts der kräftigen Beitragssprünge in den Jahren 2024 und 2025 solltest du die Entwicklung im Blick behalten.
Auf der Leistungsseite bietet die Bertelsmann BKK einige interessante Extras, die über den gesetzlichen Mindeststandard hinausgehen. Allerdings hat die Kasse auf gängigen Vergleichsportalen keine aktuellen Leistungsdaten eingereicht, weshalb die folgende Liste nicht abschließend ist. Bekannte Leistungs-Highlights sind:
- Zuschüsse für professionelle Zahnreinigung
- Zuschuss für Osteopathie
- Erstattung von Reiseimpfungen
- Alternative Arzneimittel und Naturheilverfahren
- Sportmedizinische Untersuchung und Gesundheitskurse
- Gesundheitswochen (Aktivwoche und Well-Aktiv) sowie ein Bonusprogramm für Vorsorge und Impfungen
Wer Osteopathie, Naturheilverfahren oder Gesundheitskurse nutzt, kann mit diesen Leistungen einen Teil des höheren Beitrags ausgleichen. Dennoch lohnt sich ein regelmäßiger Kassenvergleich, gerade wenn der Zusatzbeitrag 2027 weiter steigt. Die Kasse ist in zehn Bundesländern geöffnet, also auch für Nicht-Bertelsmann-Beschäftigte zugänglich.
Die Bertelsmann BKK bietet solide Zusatzleistungen, liegt beim Beitrag aber schon heute über dem Schnitt. Wenn der Zusatzbeitrag 2027 weiter steigt, solltest du unbedingt prüfen, ob eine günstigere Kasse mit ähnlichen Leistungen für dich die bessere Wahl ist.
Uwe Lätsch, finanda
Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und auf den Punkt.