Die hier genannten Werte für 2027 sind eine eigene Schätzung von finanda auf Basis der historischen Entwicklung und der aktuellen Marktlage. Es sind keine amtlichen und keine von BKK EWE bestätigten Zahlen. Den tatsächlichen Zusatzbeitrag für 2027 legt jede Krankenkasse erst gegen Jahresende selbst fest. Wir übernehmen keine Gewähr für den Eintritt der Prognose.
Rund 0,3 Prozentpunkte über dem Bundesschnitt liegt die BKK EWE im Jahr 2026 mit 3,19 Prozent, und für Beschäftigte des EWE-Konzerns wird jede Anpassung der gesetzlichen Zusatzbeiträge auf dem Gehaltszettel sichtbar.
Wie hoch wird der Zusatzbeitrag für die BKK EWE in 2027 voraussichtlich sein?
Die BKK EWE, kurz BKK EWE, verlangt im Jahr 2026 einen Zusatzbeitrag von 3,19 Prozent. Der Zusatzbeitrag ist der Teil deines Krankenkassenbeitrags, den jede Kasse selbst festlegt, er kommt zum allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent hinzu. Zusammen ergibt das einen Gesamtbeitrag von 17,79 Prozent. Mit ihrem Zusatzbeitrag liegt die Kasse 0,29 Prozentpunkte über dem GKV-Durchschnitt von 2,9 Prozent. Für gesetzliche Renten und Betriebsrenten gilt der neue Satz erst ab dem 1. März 2026.
Für das Jahr 2027 erwarten Fachleute einen weiteren Anstieg des durchschnittlichen Zusatzbeitrags auf 3,1 bis 3,7 Prozent, das Bundesgesundheitsministerium rechnet in seiner Mittelfristprognose sogar mit 3,65 bis 3,75 Prozent. Steigt der Durchschnitt, wächst auch der Druck auf jede einzelne Kasse. Bei der BKK EWE fällt auf, wie schnell der Satz zuletzt gestiegen ist, von 0,9 Prozent im Jahr 2024 auf 3,19 Prozent im Jahr 2026, zusammen ein Plus von 2,29 Prozentpunkten in zwei Jahren. Die folgende Tabelle zeigt dir drei Szenarien und wie viel du als Arbeitnehmer bei 3.500 Euro brutto im Monat jeweils selbst zahlst.
| Szenario | Geschätzter Zusatzbeitrag 2027 | Monatlicher Arbeitnehmer-Anteil bei 3.500 € Brutto |
|---|---|---|
| Vorsichtig | 3,39 % | 314,83 € |
| Wahrscheinlich | 3,59 % | 318,33 € |
| Pessimistisch | 3,99 % | 325,33 € |
Alle drei Werte sind Schätzungen von finanda und keine Angaben der BKK EWE. Den amtlichen durchschnittlichen Zusatzbeitrag für 2027 gibt das Bundesgesundheitsministerium erst nach der Sitzung des Schätzerkreises Mitte Oktober 2026 bekannt. Der Schätzerkreis ist ein Gremium aus Fachleuten, das Einnahmen und Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung für das kommende Jahr vorausberechnet. Die Fachprognosen reichen bisher von 3,1 bis 3,7 Prozent, und welchen Satz die Kasse selbst festlegt, steht erst danach fest.
Historische Entwicklung des Zusatzbeitrags bei der BKK EWE
Im Jahr 2015 lag der Zusatzbeitrag der BKK EWE bei 0,7 Prozent, im Jahr 2016 bei 0,9 Prozent. Für die Jahre 2017 und 2018 haben wir keinen belegten Wert gefunden, für diese beiden Jahre fehlt deshalb eine Angabe. Von 2019 bis 2024 hielt die Kasse ihren Satz konstant bei 0,9 Prozent. Erst zum 1. Januar 2025 erhöhte sie auf 1,98 Prozent und zum 1. Januar 2026 auf 3,19 Prozent, ein Plus von 1,08 und 1,21 Prozentpunkten.
Über viele Jahre war die Kasse günstiger als der Durchschnitt. Im Jahr 2023 lag sie mit 0,9 Prozent 0,7 Prozentpunkte unter dem GKV-Schnitt von 1,6 Prozent, im Jahr 2024 sogar 0,8 Prozentpunkte unter dem Schnitt von 1,7 Prozent. Auch im Jahr 2025 blieb sie mit 1,98 Prozent unter dem Durchschnitt von 2,5 Prozent. Im Jahr 2026 liegt sie mit 3,19 Prozent zum ersten Mal in der belegten Reihe über dem Durchschnitt von 2,9 Prozent. In der folgenden Tabelle siehst du für jedes Jahr den Satz zum 1. Januar, die Veränderung zum Vorjahr und den GKV-Durchschnitt.
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| Jahr | Zusatzbeitrag BKK EWE | Veränderung zum Vorjahr | Durchschnitt GKV |
|---|---|---|---|
| 2015 | 0,7 % | k. A. | 0,9 % |
| 2016 | 0,9 % | +0,20 Pp. | 1,1 % |
| 2017 | k. A. | k. A. | 1,1 % |
| 2018 | k. A. | k. A. | 1,0 % |
| 2019 | 0,9 % | k. A. | 0,9 % |
| 2020 | 0,9 % | 0,00 Pp. | 1,1 % |
| 2021 | 0,9 % | 0,00 Pp. | 1,3 % |
| 2022 | 0,9 % | 0,00 Pp. | 1,3 % |
| 2023 | 0,9 % | 0,00 Pp. | 1,6 % |
| 2024 | 0,9 % | 0,00 Pp. | 1,7 % |
| 2025 | 1,98 % | +1,08 Pp. | 2,5 % |
| 2026 | 3,19 % | +1,21 Pp. | 2,9 % |
| 2027 | Prognose 3,59 % | +0,40 Pp. | noch nicht festgelegt |
In der Tabelle siehst du den Zusatzbeitrag der BKK EWE direkt neben dem GKV-weiten Durchschnitt über denselben Zeitraum. Die Veränderung ist in Prozentpunkten (Pp.) angegeben. „k. A.“ steht für Jahre, in denen kein öffentlich belegter Einzelwert der Kasse vorliegt. Der Wert für 2027 ist unsere Prognose und kein amtlicher Wert.
Fallbeispiel: Wie hoch ist der GKV-Beitrag bei der BKK EWE ab 2027?
Dein Krankenkassenbeitrag setzt sich aus dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent und dem Zusatzbeitrag deiner Kasse zusammen. Berechnet wird er nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze (BBG), also bis zu dem Monatseinkommen, ab dem jeder weitere Euro beitragsfrei bleibt. Im Jahr 2026 liegt diese Grenze bei 5.812,50 Euro im Monat, ab 2027 steigt sie auf 6.375 Euro. Darin steckt eine Sonderanhebung um 300 Euro im Monat durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Unser Fallbeispiel nutzt das wahrscheinliche Szenario mit einem Zusatzbeitrag von 3,59 Prozent und vergleicht eine angestellte und eine selbständige Person mit jeweils 4.000 Euro im Monat.
| Fall | Brutto bzw. Gewinn pro Monat | Monatlicher KV-Beitrag 2027 gesamt | Dein Eigenanteil pro Monat | Dein Eigenanteil pro Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Angestellte(r) | 4.000,00 € | 727,60 € | 363,80 € | 4.365,60 € |
| Selbständige(r) (freiwillig versichert) | 4.000,00 € | 727,60 € | 727,60 € | 8.731,20 € |
Bei 4.000 Euro im Monat und einem Gesamtsatz von 18,19 Prozent fallen insgesamt 727,60 Euro Beitrag im Monat an. Als angestellte Person zahlst du davon die Hälfte, also 363,80 Euro im Monat oder 4.365,60 Euro im Jahr, weil dein Arbeitgeber die andere Hälfte übernimmt. Als selbständige Person trägst du den vollen Beitrag von 727,60 Euro im Monat allein, das sind 8.731,20 Euro im Jahr.
Ab 2027 steigt dein Beitrag aus zwei Gründen gleichzeitig. Der Zusatzbeitrag dürfte nach unserer Schätzung zulegen, und die BBG klettert von 5.812,50 Euro auf 6.375 Euro im Monat. Mit 4.000 Euro im Monat spürst du vor allem den höheren Zusatzbeitrag, wer mehr als 5.812,50 Euro verdient, zahlt zusätzlich Beiträge auf den Einkommensteil bis 6.375 Euro.
Unsere Meinung zum Zusatzbeitrag und den Leistungen der BKK EWE
Mit 3,19 Prozent liegt die BKK EWE im Jahr 2026 knapp über dem Durchschnitt, nachdem sie jahrelang zu den günstigen Kassen gehörte. Sie ist eine geschlossene, betriebsbezogene Betriebskrankenkasse mit Sitz in Oldenburg, Mitglied werden können nur Beschäftigte des EWE-Konzerns und deren Familien. Mit rund 15.900 Versicherten ist sie eine kleine Kasse, eine Fusion ist nicht angekündigt.
Wer dazugehört, bekommt einige Extras, die über die gesetzlichen Pflichtleistungen hinausgehen.
- Osteopathie und Chiropraktik mit 90 Prozent der Kosten, höchstens 50 Euro pro Sitzung und bis zu 6 Sitzungen pro Jahr
- Gesundheitskurse mit bis zu 150 Euro für 2 Kurse pro Jahr, für Azubis und Studenten bis zu 300 Euro
- Professionelle Zahnreinigung mit bis zu 80 Euro pro Jahr
- Sportmedizinische Untersuchung mit 150 Euro
- Ihr+Bonus Schwangerschaft mit 500 Euro und 350 Euro Zuschuss zur Hebammenrufbereitschaft
Die BKK EWE war lange eine der günstigeren Kassen, hat in zwei Jahren aber kräftig nachgezogen. Sobald der Satz für 2027 feststeht, lohnt sich als EWE-Beschäftigter ein Kassenvergleich, denn bei einer Erhöhung des Zusatzbeitrags hast du ein Sonderkündigungsrecht und kannst zu einer offenen Kasse wechseln.
Deine Betriebskrankenkasse war jahrelang ein echter Preistipp, inzwischen liegt sie über dem Schnitt. Prüf den Satz für 2027 und vergleiche ihn in Ruhe mit offenen Kassen.
Uwe Lätsch, finanda
Häufige Fragen zum Zusatzbeitrag der BKK EWE
Wie hoch ist der Zusatzbeitrag der BKK EWE ab Januar 2026?
Ab dem 1. Januar 2026 beträgt der Zusatzbeitrag der BKK EWE 3,19 Prozent, im Jahr 2025 waren es noch 1,98 Prozent. Für gesetzliche Renten und Betriebsrenten wendet die Kasse den neuen Satz erst ab dem 1. März 2026 an.
Wie hoch ist der Beitragssatz der BKK EWE?
Im Jahr 2026 beträgt der Gesamtbeitrag 17,79 Prozent, bestehend aus dem allgemeinen Satz von 14,6 Prozent und dem Zusatzbeitrag von 3,19 Prozent. Als angestellte Person zahlst du die Hälfte, die andere Hälfte trägt dein Arbeitgeber.
Wie hoch ist der Zusatzbeitrag für Rentner?
Als Rentner zahlst du bei der BKK EWE denselben Zusatzbeitrag von 3,19 Prozent wie alle Mitglieder, auf deine gesetzliche Rente trägt die Rentenversicherung davon die Hälfte. Für Renten und Betriebsrenten gilt der neue Satz bei der Kasse erst ab dem 1. März 2026.
Kann ich Mitglied der BKK EWE werden, wenn ich nicht bei EWE arbeite?
Nein, die BKK EWE ist betriebsbezogen und für Außenstehende geschlossen. Mitglied werden können nur Beschäftigte des EWE-Konzerns, und ihre Familien kann die Kasse ebenfalls versichern.
Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und auf den Punkt.