Versicherungen 5 Min. Lesezeit

Prognose: Wie hoch wird der Zusatzbeitrag in 2027 bei der WMF BKK sein?

Uwe Lätsch
Uwe Lätsch
Finanzexperte bei Finanda · Aktualisiert am 10. Oktober 2026
Prognose: Wie hoch wird der Zusatzbeitrag in 2027 bei der WMF BKK sein?
Wichtiger Hinweis zur Prognose

Die hier genannten Werte für 2027 sind eine eigene Schätzung von finanda auf Basis der historischen Entwicklung und der aktuellen Marktlage. Es sind keine amtlichen und keine von WMF BKK bestätigten Zahlen. Den tatsächlichen Zusatzbeitrag für 2027 legt jede Krankenkasse erst gegen Jahresende selbst fest. Wir übernehmen keine Gewähr für den Eintritt der Prognose.

Die WMF BKK ist in allen 16 Bundesländern wählbar und liegt mit 2,85 Prozent im Jahr 2026 nahe am Durchschnitt, doch der Kostenanstieg in der GKV trifft auch sie.

Wie hoch wird der Zusatzbeitrag für die WMF BKK in 2027 voraussichtlich sein?

Für 2026 liegt der Zusatzbeitrag der WMF BKK bei 2,85 Prozent. Zusammen mit dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent ergibt das einen Gesamtbeitragssatz von 17,45 Prozent. Damit liegt die WMF BKK knapp unter dem bundesweiten Durchschnitt von 2,90 Prozent für 2026.

Für 2027 rechnen wir mit einem weiteren Anstieg. Die Kasse hat in den vergangenen Jahren regelmäßig nachgezogen, wenn der GKV-Durchschnitt gestiegen ist, und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass sich das 2027 ändert. Je nachdem, wie stark die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung steigen und welche Reformmaßnahmen tatsächlich greifen, ergeben sich drei mögliche Szenarien.

SzenarioGeschätzter Zusatzbeitrag 2027Monatlicher Arbeitnehmer-Anteil (Beispiel 3.500 € Brutto)
Vorsichtig3,05 %308,88 €
Wahrscheinlich3,25 %312,38 €
Pessimistisch3,65 %319,38 €

Diese Werte sind ausschließlich Schätzungen von finanda und keine offiziellen Zahlen. Der amtliche GKV-Durchschnittswert für 2027 steht noch nicht fest. Der GKV-Schätzerkreis, ein Gremium aus Bundesgesundheitsministerium, GKV-Spitzenverband und Bundesamt für Soziale Sicherung, tagt wie üblich Mitte Oktober und legt den Orientierungswert fest, der dann bis spätestens 1. November im Bundesanzeiger veröffentlicht wird. Fachprognosen gehen derzeit von einem GKV-Durchschnitt zwischen 3,1 und 3,7 Prozent aus, sofern die geplanten Reformmaßnahmen nicht vollständig greifen.

Historische Entwicklung des Zusatzbeitrags bei der WMF BKK

Die WMF BKK gehörte lange zu den günstigeren Kassen in Deutschland. Noch 2015 lag ihr Zusatzbeitrag bei 0,90 Prozent und damit auf dem damaligen GKV-Durchschnittsniveau. Seitdem ist der Wert gestiegen, aber die Kasse entwickelte sich über viele Jahre moderat und lag häufig unter oder auf dem Bundesschnitt.

Der deutlichste Sprung kam zwischen 2024 und 2025, als der Zusatzbeitrag von 1,60 auf 2,45 Prozent kletterte, also um 0,85 Prozentpunkte auf einmal. Zum 1. Januar 2026 folgte eine weitere Anhebung um 0,40 Punkte auf 2,85 Prozent. Für die Jahre zwischen 2016 und 2023 liegen uns keine öffentlich belegten Einzelwerte der WMF BKK vor, weshalb wir diese Lücken in der Tabelle nicht mit erfundenen Zahlen füllen.

JahrZusatzbeitrag WMF BKKDurchschnitt GKV
20150,9 %0,9 %
20161,1 %1,1 %
2017k. A.1,1 %
2018k. A.1,0 %
2019k. A.0,9 %
2020k. A.1,1 %
2021k. A.1,3 %
2022k. A.1,3 %
20231,6 %1,6 %
20241,6 %1,7 %
20252,45 %2,5 %
20262,85 %2,9 %
2027Prognose 3,25 %noch nicht festgelegt

In der Tabelle siehst du den Zusatzbeitrag der WMF BKK direkt neben dem GKV-weiten Durchschnitt über denselben Zeitraum. „k. A.“ steht für Jahre, in denen kein öffentlich belegter Einzelwert der Kasse vorliegt. Der Wert für 2027 ist unsere Prognose und kein amtlicher Wert.

Fallbeispiel: Wie hoch ist der GKV-Beitrag bei der WMF BKK ab 2027?

Der GKV-Beitrag setzt sich aus zwei Teilen zusammen: dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent, den sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte teilen, und dem kassenindividuellen Zusatzbeitrag, der ebenfalls hälftig aufgeteilt wird. Berechnet wird der Beitrag nicht auf dein gesamtes Einkommen, sondern nur bis zur sogenannten Beitragsbemessungsgrenze (BBG). Das ist die Einkommensgrenze, bis zu der Beiträge erhoben werden. Alles darüber bleibt beitragsfrei. Für 2027 liegt diese Grenze bei 6.375 Euro pro Monat.

Das folgende Fallbeispiel basiert auf dem wahrscheinlichen Szenario mit einem Zusatzbeitrag von 3,25 Prozent und damit einem Gesamtbeitragssatz von 17,85 Prozent. Die Zahlen sind fertig gerechnet und stammen aus unserem Recherche-Block.

FallBrutto bzw. Gewinn pro MonatMonatlicher KV-Beitrag 2027 gesamtDein Eigenanteil pro MonatDein Eigenanteil pro Jahr
Angestellte(r)4.000 €714,00 €357,00 €4.284,00 €
Selbständige(r) (freiwillig versichert)4.000 € Gewinn714,00 €714,00 €8.568,00 €

Der Unterschied zwischen Angestellten und Selbständigen ist erheblich. Als angestellte Person zahlst du nur die Hälfte des Gesamtbeitrags, weil dein Arbeitgeber die andere Hälfte übernimmt. Als selbständige Person bist du freiwillig in der GKV versichert und trägst den kompletten Beitrag allein, ohne Arbeitgeberanteil. Bei gleichem Einkommen von 4.000 Euro im Monat zahlst du als Selbständige Person 357 Euro mehr pro Monat als eine angestellte Person, das sind 4.284 Euro mehr im Jahr.

Dazu kommt 2027 noch ein zweiter Effekt: Die Beitragsbemessungsgrenze steigt von 5.812,50 Euro im Monat (2026) auf 6.375 Euro im Monat (2027). Diese Anhebung ist außerplanmäßig höher als üblich, weil das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz eine Sonderanhebung um 300 Euro im Monat vorsieht, um die Einnahmebasis der gesetzlichen Krankenversicherung zu stärken. Wer mehr als 5.812,50 Euro brutto verdient, zahlt 2027 also nicht nur wegen eines möglicherweise höheren Zusatzbeitrags mehr, sondern auch weil ein größerer Teil seines Einkommens beitragspflichtig wird. Der Beitrag steigt 2027 damit aus zwei Gründen gleichzeitig.

Unsere Meinung zum Zusatzbeitrag und den Leistungen der WMF BKK

Die WMF BKK ist eine kleine, traditionsreiche Betriebskrankenkasse mit Wurzeln im Jahr 1884, die sich inzwischen bundesweit geöffnet hat und damit für alle Versicherten in Deutschland wählbar ist. Mit einem Zusatzbeitrag von 2,85 Prozent liegt sie 2026 knapp unter dem GKV-Durchschnitt von 2,90 Prozent. Angesichts der starken Anhebungen 2025 und 2026 solltest du aber damit rechnen, dass die Kasse auch 2027 weiter nachzieht.

Für eine kleine Kasse mit rund 22.951 Versicherten bietet die WMF BKK ein solides Leistungspaket. Diese Extras gehen über den gesetzlichen Standard hinaus:

  • Bonusprogramm mit bis zu 75 Euro Geldprämie pro Jahr für Vorsorge-, Impf- und Früherkennungsmaßnahmen (5 Euro je Maßnahme)
  • Familien-Sport- und Fitnesszuschuss von 50 Euro je Familienmitglied pro Jahr
  • Professionelle Zahnreinigung einmal jährlich voll erstattet plus 20 Euro Zuschuss
  • Osteopathie-Zuschuss bis 20 Euro pro Jahr, für Säuglinge sogar bis 120 Euro pro Jahr
  • Reiseimpfungen mit bis zu 400 Euro Zuschuss im Rahmen des Gesundheitsbudgets

Insgesamt ist die WMF BKK eine solide Wahl für Versicherte, die eine kleine, persönliche Kasse mit überschaubarem Zusatzbeitrag und nützlichen Zusatzleistungen suchen. Wer auf ein besonders breites Leistungsspektrum oder digitale Services großer Kassen Wert legt, sollte einen Vergleich anstellen, bevor er wechselt.

Uwe Lätsch, finanda

Die WMF BKK liegt 2026 noch knapp unter dem GKV-Schnitt, aber die Anhebungen der letzten zwei Jahre zeigen klar: Auch diese Kasse kommt um steigende Beiträge nicht herum. Wenn du dort versichert bist, lohnt es sich, die Entwicklung im Herbst 2026 genau im Blick zu behalten und den Zusatzbeitrag 2027 mit anderen Kassen zu vergleichen.

Uwe Lätsch, finanda

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Uwe Lätsch
GESCHRIEBEN VON
Uwe Lätsch

Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und auf den Punkt.

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