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Prognose: Wie hoch wird der Zusatzbeitrag in 2027 bei der vivida bkk sein?

Uwe Lätsch
Uwe Lätsch
Finanzexperte bei Finanda · Aktualisiert am 10. Oktober 2026
Prognose: Wie hoch wird der Zusatzbeitrag in 2027 bei der vivida bkk sein?
Wichtiger Hinweis zur Prognose

Die hier genannten Werte für 2027 sind eine eigene Schätzung von finanda auf Basis der historischen Entwicklung und der aktuellen Marktlage. Es sind keine amtlichen und keine von vivida bkk bestätigten Zahlen. Den tatsächlichen Zusatzbeitrag für 2027 legt jede Krankenkasse erst gegen Jahresende selbst fest. Wir übernehmen keine Gewähr für den Eintritt der Prognose.

Fast 0,9 Prozentpunkte über dem Schnitt liegt die vivida bkk im Jahr 2026 mit 3,79 Prozent, und gerade deshalb lohnt der Blick auf die Zusatzbeiträge des nächsten Jahres.

Wie hoch wird der Zusatzbeitrag für die vivida bkk in 2027 voraussichtlich sein?

Im Jahr 2026 liegt der Zusatzbeitrag der vivida bkk bei 3,79 Prozent. Das ist deutlich mehr als der GKV-weite Durchschnitt von 2,9 Prozent im Jahr 2026. Zusammen mit dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent ergibt sich ein Gesamtbeitragssatz von 18,39 Prozent.

Für 2027 rechnen wir bei der vivida bkk mit einem weiteren Anstieg des Zusatzbeitrags. Die Kasse hat ihren Zusatzbeitrag in kurzer Zeit stark erhöht, und die strukturellen Kostentreiber in der gesetzlichen Krankenversicherung wirken weiter: steigende Krankenhaus- und Arzneimittelkosten sowie der demografische Wandel. Unsere drei Szenarien siehst du in der folgenden Tabelle.

SzenarioGeschätzter Zusatzbeitrag 2027Monatlicher Arbeitnehmer-Anteil bei 3.500 € Brutto
Vorsichtig3,99 %325,33 €
Wahrscheinlich4,19 %328,83 €
Pessimistisch4,59 %335,83 €

Diese Werte sind ausschließlich Schätzungen von finanda. Der amtliche GKV-Durchschnittswert für 2027 steht noch nicht fest. Das Gremium, das diesen Wert berechnet, der sogenannte GKV-Schätzerkreis aus Vertretern des Bundesgesundheitsministeriums, des GKV-Spitzenverbands und des Bundesamts für Soziale Sicherung, tagt wie üblich Mitte Oktober. Fachprognosen gehen für den GKV-Durchschnitt 2027 von 3,1 bis 3,7 Prozent aus. Die offizielle Bekanntmachung des Bundesgesundheitsministeriums im Bundesanzeiger erfolgt spätestens bis zum 1. November 2026.

Historische Entwicklung des Zusatzbeitrags bei der vivida bkk

Die vivida bkk ist noch eine vergleichsweise junge Kasse. Sie entstand zum 1. Januar 2021 aus der Fusion der Schwenninger Krankenkasse mit der atlas BKK ahlmann. Für die Jahre vor 2024 liegen uns keine öffentlich belegten Einzelwerte für den Zusatzbeitrag der vivida bkk vor, weshalb wir diese Jahre in der Tabelle nicht aufführen.

Was die dokumentierten Jahre zeigen, ist eindeutig: Die vivida bkk hat ihren Zusatzbeitrag in kurzer Zeit massiv angehoben. Zu Beginn des Jahres 2024 lag er noch bei 1,70 Prozent, wurde dann zum 1. Juli 2024 auf 2,49 Prozent erhöht und stieg zum 1. Januar 2025 erneut auf 3,79 Prozent. Im Jahr 2026 blieb er auf diesem Niveau.

JahrZusatzbeitrag vivida bkkDurchschnitt GKV
2015k. A.0,9 %
2016k. A.1,1 %
2017k. A.1,1 %
2018k. A.1,0 %
2019k. A.0,9 %
2020k. A.1,1 %
2021k. A.1,3 %
2022k. A.1,3 %
2023k. A.1,6 %
20241,7 %1,7 %
20253,79 %2,5 %
20263,79 %2,9 %
2027Prognose 4,19 %noch nicht festgelegt

In der Tabelle siehst du den Zusatzbeitrag der vivida bkk direkt neben dem GKV-weiten Durchschnitt über denselben Zeitraum. „k. A.“ steht für Jahre, in denen kein öffentlich belegter Einzelwert der Kasse vorliegt. Der Wert für 2027 ist unsere Prognose und kein amtlicher Wert.

Fallbeispiel: Wie hoch ist der GKV-Beitrag bei der vivida bkk ab 2027?

Der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Der allgemeine Beitragssatz beträgt einheitlich 14,6 Prozent und wird je zur Hälfte von dir und deinem Arbeitgeber getragen. Dazu kommt der kassenindividuelle Zusatzbeitrag, der ebenfalls hälftig aufgeteilt wird. Du zahlst also immer die Hälfte des Gesamtbeitragssatzes aus eigener Tasche, die andere Hälfte übernimmt dein Arbeitgeber.

Wichtig zu wissen: Der Beitrag wird nicht auf dein gesamtes Einkommen berechnet, sondern nur auf den Teil bis zur sogenannten Beitragsbemessungsgrenze (BBG). Das ist eine gesetzlich festgelegte Einkommensgrenze. Verdienst du mehr als diese Grenze, bleibt der Teil darüber beitragsfrei. Im Jahr 2026 liegt die BBG bei 5.812,50 Euro pro Monat, im Jahr 2027 steigt sie auf 6.375,00 Euro pro Monat. Das folgende Fallbeispiel nutzt für 2027 unser wahrscheinlichstes Szenario mit einem Zusatzbeitrag von 4,19 Prozent.

BeispielBruttoeinkommenAN-Anteil 2026AN-Anteil 2027 (Prognose)Monatliche Mehrbelastung
Beispiel A3.500 € (unter BBG)321,83 €328,83 €7,00 €
Beispiel B7.000 € (über BBG)534,46 €598,93 €64,47 €

Der Beitrag steigt 2027 aus zwei Gründen gleichzeitig. Erstens erhöht sich der Zusatzbeitrag der vivida bkk nach unserer Prognose weiter. Zweitens hebt der Gesetzgeber die Beitragsbemessungsgrenze außerplanmäßig stark an, von 5.812,50 Euro auf 6.375,00 Euro pro Monat. Diese Sonderanhebung um 300 Euro pro Monat ist Teil des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes und soll die Einnahmebasis der gesetzlichen Krankenversicherung stärken.

Besonders deutlich spüren das Gutverdiener wie in Beispiel B. Wer 7.000 Euro brutto verdient, zahlt 2027 monatlich 64,47 Euro mehr als noch 2026. Das liegt daran, dass durch die höhere BBG ein größerer Teil des Einkommens beitragspflichtig wird. Wer dagegen unter der alten BBG von 5.812,50 Euro verdient, wie in Beispiel A, zahlt 2027 nur 7,00 Euro mehr pro Monat, weil bei ihm ausschließlich der höhere Zusatzbeitrag wirkt, nicht aber die BBG-Anhebung.

Unsere Meinung zum Zusatzbeitrag und den Leistungen der vivida bkk

Mit einem Zusatzbeitrag von 3,79 Prozent im Jahr 2026 liegt die vivida bkk deutlich über dem GKV-Durchschnitt von 2,9 Prozent. Das ist ein erheblicher Aufschlag, den du als Versicherter spürbar im Geldbeutel merkst. Die Kasse hat ihren Beitrag innerhalb von nur eineinhalb Jahren mehr als verdoppelt, was für viele Mitglieder überraschend kam. Wer günstige Beiträge als wichtigstes Kriterium setzt, sollte den Markt im Blick behalten.

Auf der Leistungsseite bietet die vivida bkk einige interessante Extras, die über das gesetzliche Mindestmaß hinausgehen. Besonders hervorzuheben sind die Erstattung für Osteopathie und das großzügige Budget für Reiseschutzimpfungen. Wer diese Leistungen regelmäßig nutzt, kann einen Teil des höheren Beitrags zumindest teilweise ausgleichen. Homöopathie wird von der vivida bkk ausdrücklich nicht übernommen, was für manche ein Ausschlusskriterium sein kann. Die wichtigsten Leistungs-Highlights im Überblick:

  • Professionelle Zahnreinigung: bis zu 50 Euro pro Jahr
  • Osteopathie: bis zu 160 Euro pro Jahr
  • Reiseschutzimpfungen: bis zu 500 Euro für Impfstoffe plus 50 Euro Honorar (Globalbudget)
  • Bonusprogramm: bis zu 100 Euro pro Jahr, zum Beispiel 10 Euro je Vorsorgeuntersuchung und 20 Euro für Zahnvorsorge
  • Gesundheitskurse: zwei Kurse pro Jahr, Erstattung von mindestens 80 Prozent, maximal 150 Euro je Kurs

Außerdem plant die vivida bkk eine Fusion mit der BKK Scheufelen zum Jahr 2027. Solche Zusammenschlüsse können kurzfristig zu Unsicherheiten führen, bieten aber langfristig oft eine stabilere Finanzbasis. Es lohnt sich, die Entwicklung im Auge zu behalten.

Uwe Lätsch, finanda

Die vivida bkk ist durch ihre rasanten Beitragssprünge in den letzten Jahren eine der teuersten gesetzlichen Kassen geworden. Wenn du dort versichert bist, solltest du die Leistungen aktiv nutzen und die Beitragsentwicklung 2027 genau beobachten, denn ein Kassenwechsel ist jederzeit möglich.

Uwe Lätsch, finanda

Einen umfassenden Überblick über die Zusatzbeiträge aller gesetzlichen Krankenkassen und wie die vivida bkk im direkten Vergleich abschneidet, findest du in unserem großen GKV-Zusatzbeitrag-Vergleich 2027 auf finanda.de.

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Uwe Lätsch
GESCHRIEBEN VON
Uwe Lätsch

Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und auf den Punkt.

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