Auf dem Tagesgeld deiner Volksbank landen im Schnitt gerade einmal 0,53 Prozent Zinsen pro Jahr. Manche Institute zahlen sogar null. Das ist ernüchternd, wenn du dein Geld wirklich arbeiten lassen willst.
Volksbank, Raiffeisenbank und VR Bank sind rechtlich eigenständige Genossenschaften. Jedes der rund 510 Institute setzt seine Zinsen selbst fest. Die Volksbank im Nachbarort kann also ganz andere Konditionen haben als deine vor Ort. Genau deshalb lohnt ein genauer Blick, bevor du dein Erspartes einfach liegen lässt.
Wie viele Zinsen bekommst du bei der Volksbank?
Beim Tagesgeld zahlt die durchschnittliche Volksbank aktuell 0,53 Prozent pro Jahr (Stand 23.07.2026). Die Spanne reicht von 0,00 Prozent bis maximal 1,13 Prozent, und 17 der erfassten Institute zahlen schlicht gar nichts. Die meisten Häuser liegen irgendwo zwischen 0,0 und rund 0,75 Prozent, einzelne knacken die 1-Prozent-Marke.
Beim Festgeld sieht es etwas besser aus. Für 12 Monate bekommst du im Schnitt 1,84 Prozent, das Maximum liegt bei 2,60 Prozent. Bei drei Jahren sind es im Mittel 2,12 Prozent (bis zu 3,50 Prozent), bei fünf Jahren 2,30 Prozent (bis 3,20 Prozent). Die hohen Werte erreichen aber nur wenige Institute, oft nur mit Bedingungen wie einem Wohnsitz in der Region oder einem zusätzlichen Girokonto. Das sind Durchschnitte und Beispiele. Deine eigene Volksbank kann deutlich darunter oder darüber liegen, also frag am besten direkt bei deinem Institut nach.
Warum ist das Niveau so niedrig? Die Genossenschaftsbanken unterhalten ein dichtes, teures Filialnetz. Sie setzen ihre Preise regional fest, ohne großen überregionalen Konkurrenzdruck. Viele Kunden bleiben aus Gewohnheit, statt zu wechseln. Das drückt die Zinsen strukturell nach unten, ähnlich wie bei den Zinsen bei der Sparkasse.
Was das in Euro bedeutet, wird an einem einfachen Beispiel schnell klar. Nimm 10.000 Euro und leg sie ein Jahr lang an, einmal zum niedrigen Filialzins, einmal bei einer guten Direktbank. Der Unterschied ist größer, als viele denken, und er kommt allein durch die Wahl der Bank zustande, bei gleicher Einlagensicherung.
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| Zinssatz | Zinsen nach 1 Jahr | |
|---|---|---|
| Volksbank (0,0 Prozent, 17 Institute) | 0,0 Prozent | 0 Euro |
| Volksbank Filialzins (Beispiel) | 0,5 Prozent | 50 Euro |
| Gute Direktbank | 2,5 Prozent | 250 Euro |
| Aktionszins Direktbank (befristet) | 4,0 Prozent | 400 Euro |
Rechne es selbst nach: 0,5 Prozent von 10.000 Euro sind 50 Euro. 2,5 Prozent von 10.000 Euro sind 250 Euro. Die Differenz beträgt 200 Euro pro Jahr, nur weil das Geld bei einer anderen Bank liegt. Bei einem befristeten Aktionszins von 4,0 Prozent wären es sogar 400 Euro. Und bei den 17 Instituten mit 0,0 Prozent bekommst du schlicht nichts.
Volksbank, Raiffeisenbank und VR Bank sind keine Filialen einer Zentrale, sondern rund 510 rechtlich selbstständige Genossenschaften. Jede setzt ihre Zinsen selbst fest. Dein Institut kann also deutlich besser oder schlechter dastehen als der hier genannte Durchschnitt. Schau direkt auf der Website deiner Bank nach oder ruf kurz an.
Lohnt sich ein Tages- und Festgeldkonto bei der Volksbank?
Für die reine Rendite lohnt sich das Tagesgeld bei der Volksbank meistens nicht. Gute Direktbanken zahlen dauerhaft rund 2 bis 3 Prozent und liegen damit oft etwa 2 Prozentpunkte über dem Genossenschafts-Durchschnitt von 0,53 Prozent. Beim Festgeld sind einzelne Angebote mit bis zu 2,60 Prozent auf 12 Monate durchaus ordentlich, aber die musst du erst mal finden.
Es gibt trotzdem gute Gründe, bei deiner Volksbank zu bleiben. Dein Geld ist sicher, gesetzlich bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank geschützt, bei Genossenschaftsbanken zusätzlich über die Institutssicherung der Gruppe. Du hast alles bei einer Bank, kannst persönlich in die Filiale gehen und mit einem echten Menschen sprechen. Für viele ist das ein Wert, der über ein paar Euro Zinsen hinausgeht.
Trotzdem solltest du ehrlich rechnen. Wenn du 20.000 Euro auf einem Tagesgeld mit 0,5 Prozent parkst, bringt dir das 100 Euro im Jahr. Bei einer Direktbank mit 2,5 Prozent wären es 500 Euro. Diese 400 Euro Unterschied sind kein Trinkgeld, das ist ein Wochenendausflug mit der Familie.
Girokonto bei der Volksbank, Erspartes bei der Direktbank. Das kostet dich nichts und bringt dir jedes Jahr mehrere Hundert Euro mehr.
Uwe Lätsch, finanda
Ein guter Mittelweg: Girokonto und Beratung bei der Volksbank behalten, das Ersparte aber dorthin schieben, wo es mehr Zinsen gibt. Ein zweites Tagesgeldkonto bei einer Direktbank ist kostenlos und in wenigen Minuten eröffnet.
Schau kurz, ob deine Situation eher für oder gegen die Volksbank spricht.
- Passt gut, wenn dir persönliche Beratung in der Filiale wichtig ist
- Passt gut, wenn du bewusst alles bei einer Hausbank bündeln willst
- Passt weniger, wenn du das Maximum aus deinen Zinsen holen willst
- Passt weniger, wenn dein Institut zu den 17 mit 0,0 Prozent gehört
- Passt weniger, wenn du größere Summen über längere Zeit parkst
Welche Alternativen zum Zinssparen gibt es bei der Volksbank?
Die naheliegendste Alternative ist ein eigenes Tages- oder Festgeldkonto bei einer Direktbank, bei genau derselben gesetzlichen Einlagensicherung von 100.000 Euro. Die Top-5-Banken lagen zuletzt im Schnitt bei 3,54 Prozent, einzelne Neukunden-Aktionen bei bis zu 4,00 Prozent befristet.
Für deinen Notgroschen und Geld, das du in den nächsten Jahren brauchst, ist ein gut verzinstes Tagesgeld die richtige Wahl. Der Betrag schwankt nicht, du kommst jederzeit dran. Als Richtwert gehören drei bis sechs Monatsausgaben aufs Tagesgeld, fest planbares Geld aufs Festgeld. Wie sich die Konditionen entwickeln könnten, ordnet die Tagesgeld Zinsen Prognose 2027 ein.
Zinsen sind bis zum Sparerpauschbetrag steuerfrei: 1.000 Euro pro Person, 2.000 Euro bei Paaren. Wer bei mehreren Banken Geld anlegt, muss den Freistellungsauftrag aufteilen. Ohne Auftrag behält die Bank die Abgeltungssteuer von effektiv 26,375 Prozent direkt ein, auch wenn du unter der Grenze liegst.
Für langfristiges Geld, das du zehn Jahre oder länger nicht brauchst, sieht die Rechnung anders aus. Deine Volksbank bietet dir über Union Investment, die Fondsgesellschaft der Gruppe, hauseigene Fonds an. Das ist möglich, aber teuer. Beim UniGlobal fallen ein Ausgabeaufschlag von 5,00 Prozent und laufende Kosten von rund 1,45 Prozent pro Jahr an.
Ein breit gestreuter Welt-ETF im eigenen Depot kostet dich dagegen meist nur rund 0,1 bis 0,2 Prozent pro Jahr, ganz ohne Ausgabeaufschlag. Bei 10.000 Euro Einmalanlage sind 5 Prozent Ausgabeaufschlag schon 500 Euro, die beim Kauf weg sind, bevor der Fonds überhaupt einen Cent Rendite gemacht hat. Der Kostenunterschied summiert sich über die Jahre erheblich.
| Bank-Fonds (UniGlobal) | Welt-ETF | |
|---|---|---|
| Ausgabeaufschlag | 5,00 Prozent (500 Euro) | 0 Prozent |
| Laufende Kosten pro Jahr | rund 1,45 Prozent (ca. 145 Euro) | rund 0,1 bis 0,2 Prozent (10 bis 20 Euro) |
| Streuung | weltweit | weltweit |
Aktien und ETFs schwanken. Über kurze Zeiträume war die Rendite historisch auch schon negativ, über sehr lange Zeiträume ab etwa 15 Jahren dagegen nie. Der MSCI World lieferte seit 1975 im Schnitt rund 7,7 Prozent pro Jahr, zur Planung rechnet man konservativ oft mit rund 6 Prozent. Ein ETF ersetzt nie deinen sicheren Notgroschen, sondern ist für Geld gedacht, das lange liegen darf.
Damit du bei der Sache nichts falsch machst, schau dir diese typischen Stolperfallen an.
- Aktionszins mit Dauerzins verwechseln, danach fällt der Satz oft stark ab
- Den Notgroschen in einen ETF stecken, obwohl du das Geld bald brauchst
- Teure Bank-Fonds mit hohem Ausgabeaufschlag kaufen statt günstiger ETFs
- Den Freistellungsauftrag vergessen, dann werden Steuern zu früh einbehalten
- Geld jahrelang zu 0,0 Prozent liegen lassen, ohne den Zins zu prüfen
Ruf kurz bei deiner Volksbank an und frag nach dem aktuellen Tagesgeld- und Festgeldzins. Dann vergleich ihn mit dem Angebot einer Direktbank. Liegt der Unterschied bei mehr als 1 Prozentpunkt, lohnt sich ein zweites Konto fast immer, denn die Eröffnung kostet dich nichts und dauert meist unter 15 Minuten.
Häufige Fragen
Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.