Beim Tagesgeld zahlen die meisten Sparkassen aktuell zwischen 0,0 und 0,25 Prozent, beim Festgeld über zwölf Monate liegt der Durchschnitt bei rund 2,16 Prozent. Das sind die Zahlen, die zählen, wenn dein Erspartes bei der Sparkasse liegt. Die Tagesgeld-Werte sind ernüchternd niedrig.
Die Sparkasse ist keine einzelne Bank, sondern ein Verbund aus über 300 eigenständigen Instituten. Jede Sparkasse legt ihre Zinsen selbst fest, deshalb kann dein Nachbarort schon ganz andere Konditionen haben als deine Filiale. Wie viel für dich drin ist, hängt stark davon ab, wofür du dein Geld brauchst und wie lange du es entbehren kannst.
Wie viele Zinsen bekommst du bei der Sparkasse?
Beim Tagesgeld bekommst du bei den meisten Sparkassen aktuell 0,0 bis 0,75 Prozent, beim Festgeld über zwölf Monate im Schnitt rund 2,16 Prozent, mit Spitzenwerten bis etwa 2,90 Prozent bei einzelnen Instituten. Eine Verivox-Auswertung von 322 Sparkassen (Stand März 2026) macht das deutlich: 31 Sparkassen zahlen beim Tagesgeld glatte 0,00 Prozent, 140 Sparkassen höchstens 0,25 Prozent. Der ganz überwiegende Teil liegt also zwischen null und einem Viertel Prozent. Manche Sparkassen bieten Tagesgeld gar nicht mehr an.
Beim Festgeld sieht es freundlicher aus. Über zwölf Monate zahlen die besten Sparkassen bis etwa 2,60 Prozent, einzelne Ausreißer sogar mehr. Die Naspa lag im Frühjahr 2026 bei bis zu 2,90 Prozent, die Stadtsparkasse München bei bis zu 2,75 Prozent, die Sparkasse Osnabrück bei bis zu 2,70 Prozent. Über drei Jahre liegt der Sparkassen-Durchschnitt bei rund 2,7 Prozent. Viele lokale Sparkassen bleiben aber unter diesen Spitzenwerten, deshalb lohnt der Blick auf deine eigene Sparkasse. Wie sich die Zinsen bundesweit entwickeln könnten, ordnet die Prognose zu den Festgeldzinsen für 2027 ein.
Warum die Zinsen so niedrig sind, ist kein Vorwurf, sondern das Geschäftsmodell. Ein dichtes Filialnetz kostet Geld. Die Sparkasse setzt ihre Preise am lokalen Markt fest, nicht am bundesweiten Bestzins, und bei Bestandskunden gibt es wenig Wettbewerbsdruck. Wer die Beratung vor Ort schätzt, zahlt das indirekt über niedrigere Zinsen mit. Gute Direktbanken zahlen beim Tagesgeld dauerhaft grob 2,0 bis 3,0 Prozent, mit Aktionen zeitweise bis rund 4,0 Prozent.
Was dieser Unterschied für dein Geld bedeutet, zeigt ein einfaches Rechenbeispiel: 10.000 Euro für ein Jahr angelegt, gerechnet vor Steuern und Inflation.
Die Finanda App verbindet Konten, Depot und Versicherungen und zeigt dir Budget, Sparziele und Verträge in Echtzeit.
| Zinssatz | Zinsen pro Jahr auf 10.000 Euro | |
|---|---|---|
| Sparkasse (0,0 Prozent) | 0,0 % | 0 Euro |
| Sparkasse (niedriger Tagesgeldzins) | 0,5 % | 50 Euro |
| Gute Direktbank | 2,5 % | 250 Euro |
| Befristete Aktion Direktbank | 3,5 % | 350 Euro |
Die Rechnung ist bewusst simpel und stimmt genau. 0,5 Prozent von 10.000 Euro sind 50 Euro im Jahr. 2,5 Prozent von 10.000 Euro sind 250 Euro. Der Unterschied beträgt 200 Euro pro Jahr, allein durch die Wahl der Bank, bei gleicher gesetzlicher Einlagensicherung von 100.000 Euro. Bei 0,0 Prozent bekommst du gar nichts, bei einem befristeten Aktionsangebot mit 3,5 Prozent wären es 350 Euro. Das sind echte Durchschnittswerte, kein Versprechen für deine Filiale.
Ob Sparkasse oder Direktbank: Deine Einlagen sind gesetzlich bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank geschützt, solange das Institut der deutschen oder einer EU-Einlagensicherung angehört. Sicherheit ist also kein Argument dafür, auf bessere Zinsen zu verzichten.
Lohnt sich ein Tages- und Festgeldkonto bei der Sparkasse?
Für maximale Bequemlichkeit und den Wunsch, alles bei einer Bank zu haben, kann ein Konto bei der Sparkasse passen. Wegen der niedrigen Tagesgeldzinsen lohnt es sich gegenüber Direktbanken aber oft nicht. Du hast eine Filiale in der Nähe, einen festen Ansprechpartner und kannst Beratung direkt vor Ort nutzen. Für Menschen, die sich mit reinem Online-Banking unwohl fühlen, hat das echten Wert.
Beim Geld selbst zahlst du diesen Komfort teuer. 200 Euro Zinsunterschied pro Jahr auf 10.000 Euro sind über fünf Jahre schon 1.000 Euro, die dir entgehen. Beim Festgeld ist die Sparkasse konkurrenzfähiger, der Vergleich mit den Top-Angeboten lohnt trotzdem: Gute Anbieter zahlen über zwölf Monate rund 2,8 bis 3,1 Prozent, einzelne bis 3,5 Prozent.
Schau dir an, wo die Sparkasse punktet:
- Filiale und persönliche Beratung vor Ort
- Alles bei einer Bank, ein Ansprechpartner für Konto, Kredit und Beratung
- Gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde
- Beim Festgeld teils konkurrenzfähige Zinsen bis rund 2,90 Prozent
Und hier solltest du ehrlich hinsehen:
- Tagesgeldzinsen meist zwischen 0,0 und 0,25 Prozent, viele Institute zahlen praktisch nichts
- Zinsunterschied zur Direktbank beim Tagesgeld oft 2 Prozentpunkte oder mehr
- Attraktive Aktionszinsen gibt es fast nur für Neukunden, nicht für Bestandskunden
- Konditionen je nach Region stark unterschiedlich, deine eigene Sparkasse kann günstiger oder teurer sein
Das Sinnvollste für den Alltag: Nutze die Sparkasse für das, was sie gut kann, und hol dir für Tagesgeld die besseren Zinsen woanders. Damit du bei mehreren Konten den Überblick behältst, verbindet die kostenlose App finanda deine Konten automatisch und zeigt Zinsen und Guthaben zusammen an. finanda ist keine Bank und bietet selbst kein Tagesgeld an.
Wer sein Tagesgeld bei der Sparkasse lässt, weil es bequem ist, zahlt dafür oft 200 Euro im Jahr. Das ist kein Pech, das ist eine Entscheidung.
Uwe Lätsch, finanda
Welche Alternativen zum Zinssparen gibt es bei der Sparkasse?
Die naheliegendste Alternative ist ein Tages- oder Festgeldkonto bei einer Direktbank für deinen Notgroschen und kurzfristiges Geld. Für langfristiges Geld kommt ein breit gestreutes ETF-Depot infrage. Beides schließt die Sparkasse nicht aus: Du kannst dein Girokonto dort behalten und trotzdem woanders bessere Zinsen holen. Achte bei jeder Bank auf die 100.000-Euro-Einlagensicherung pro Kunde.
Für den Notgroschen, also drei bis sechs Monatsausgaben, gehört das Geld auf ein jederzeit verfügbares Tagesgeldkonto. Gute Direktbanken zahlen darauf dauerhaft rund 3,0 bis 3,5 Prozent, mit befristeten Neukundenaktionen zeitweise bis rund 4,0 Prozent. Fest planbares Geld, das du ein bis zwei Jahre nicht brauchst, kannst du aufs Festgeld legen. Da die Zinsstruktur aktuell flach ist, bringen lange Laufzeiten kaum mehr als kurze, deshalb bleibst du mit zwölf bis 24 Monaten flexibel. Wie sich die Tagesgeldzinsen entwickeln könnten, zeigt die Prognose zu den Tagesgeldzinsen für 2027.
Für langfristiges Geld, das du zehn Jahre oder länger nicht brauchst, war ein breit gestreutes Wertpapierdepot historisch deutlich renditestärker. Ein ETF auf den MSCI World bildet tausende Firmen weltweit ab und erzielte seit 1975 im Schnitt rund 7,7 Prozent pro Jahr nominal. Zur Planung wird oft konservativ mit etwa 6 Prozent gerechnet. Die Sparkasse bietet dafür den S Broker an, Depots gibt es bei Direktbanken und Neobrokern aber oft günstiger.
Ein Punkt, bei dem du genau hinsehen solltest, sind die Kosten. In der Filiale werden dir häufig aktiv gemanagte Deka-Fonds angeboten, die Fondsgesellschaft der Sparkassen. Diese haben oft laufende Kosten von rund 1,5 Prozent pro Jahr, dazu kann ein Ausgabeaufschlag kommen. Ein günstiger Index-ETF kostet dagegen oft nur rund 0,2 Prozent pro Jahr. Über viele Jahre macht dieser Unterschied bei der Rendite viel aus.
Über kurze Zeiträume war die Rendite eines breit gestreuten ETF auch schon negativ. Über sehr lange Zeiträume ab etwa 15 Jahren war sie historisch nie negativ. Ein ETF ersetzt nicht den sicheren Notgroschen, sondern ergänzt ihn für Geld, dessen Schwankungen du viele Jahre aushalten kannst. Das ist keine Anlageberatung, sondern eine Einordnung.
So verteilst du dein Geld nach Zweck, mit einem Beispiel bei 15.000 Euro Erspartem.
| Topf | Zweck | Wohin | Beispiel bei 15.000 Euro |
|---|---|---|---|
| Notgroschen | 3 bis 6 Monatsausgaben, jederzeit verfügbar | Tagesgeld Direktbank | 6.000 Euro |
| Kurzfristig geplant | Ausgaben in 1 bis 2 Jahren | Festgeld 12 bis 24 Monate | 4.000 Euro |
| Langfristig | Geld für 10 Jahre und länger | Breit gestreutes ETF-Depot | 5.000 Euro |
Das ist ein Beispiel zur Orientierung, keine feste Vorgabe. Deine Aufteilung hängt von deinem Einkommen, deinen Ausgaben und davon ab, wie viel Schwankung du aushältst. Wenn du deine Konten und Sparziele sortiert nach Zweck führen willst, hilft dir das 2-Konten-Modell beim Aufteilen. Steuerlich musst du dir bei 10.000 Euro übrigens keine Sorgen machen: Der Sparerpauschbetrag liegt bei 1.000 Euro pro Person, selbst 3 Prozent auf 10.000 Euro ergeben nur 300 Euro und bleiben mit Freistellungsauftrag komplett steuerfrei.
Singles können pro Jahr bis zu 1.000 Euro Kapitalerträge steuerfrei kassieren, Ehepaare bis zu 2.000 Euro. Voraussetzung ist ein Freistellungsauftrag bei deiner Bank. Wer mehrere Konten bei verschiedenen Banken hat, kann den Betrag aufteilen, muss aber darauf achten, dass die Summe aller Freistellungsaufträge den Pauschbetrag nicht übersteigt.
Häufige Fragen
Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.