Die hier genannten Werte für 2027 sind eine eigene Schätzung von finanda auf Basis der historischen Entwicklung und der aktuellen Marktlage. Es sind keine amtlichen und keine von BKK Würth bestätigten Zahlen. Den tatsächlichen Zusatzbeitrag für 2027 legt jede Krankenkasse erst gegen Jahresende selbst fest. Wir übernehmen keine Gewähr für den Eintritt der Prognose.
Wer bei der BKK Würth versichert ist, zahlt im Jahr 2026 einen Zusatzbeitrag von 3,4 Prozent und damit spürbar mehr als den durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent.
Wie hoch wird der Zusatzbeitrag für die BKK Würth in 2027 voraussichtlich sein?
Seit dem 1. April 2026 liegt der Zusatzbeitrag der BKK Würth bei 3,4 Prozent. Zusammen mit dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent ergibt das einen Gesamtbeitragssatz von 18,0 Prozent. Damit liegt die BKK Würth bereits deutlich über dem GKV-weiten Durchschnittswert von 2,9 Prozent für 2026.
Für 2027 rechnen wir bei der BKK Würth mit einem weiteren Anstieg des Zusatzbeitrags. Die Kasse hat in den vergangenen zwei Jahren mehrfach nachgesteuert, und die strukturellen Kostentreiber in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wirken weiter: steigende Krankenhaus- und Arzneimittelkosten sowie der demografische Wandel. Unsere drei Szenarien für 2027 siehst du in der folgenden Tabelle.
| Szenario | Geschätzter Zusatzbeitrag 2027 | Monatlicher Arbeitnehmer-Anteil (Beispiel: 3.500 € Brutto) |
|---|---|---|
| Vorsichtig | 3,6 % | 318,50 € |
| Wahrscheinlich | 3,8 % | 322,00 € |
| Pessimistisch | 4,2 % | 329,00 € |
Diese Werte sind ausschließlich Schätzungen von finanda. Der amtliche GKV-Durchschnittswert für 2027 steht noch nicht fest. Der GKV-Schätzerkreis, ein Gremium aus Bundesgesundheitsministerium, GKV-Spitzenverband und Bundesamt für Soziale Sicherung, tagt wie üblich Mitte Oktober und legt den Durchschnittswert per Bekanntmachung im Bundesanzeiger bis spätestens 1. November fest. Fachprognosen gehen derzeit von einem GKV-Durchschnitt zwischen 3,1 und 3,7 Prozent für 2027 aus, sofern die geplanten Reformmaßnahmen nicht voll greifen.
Historische Entwicklung des Zusatzbeitrags bei der BKK Würth
Die BKK Würth war lange eine der günstigsten Betriebskrankenkassen in Deutschland. Mit einem Zusatzbeitrag von unter einem Prozent in den Jahren 2022 und 2023 lag sie weit unter dem GKV-Durchschnitt. Diesen Vorteil hat sie in den letzten zwei Jahren deutlich eingebüßt.
Ab 2024 vollzog die Kasse einen markanten Kurswechsel: Zunächst stieg der Zusatzbeitrag ab September 2024 auf 2,99 Prozent, wurde 2025 kurz auf 2,39 Prozent gesenkt und kletterte dann 2026 in zwei Schritten auf 3,40 Prozent. Die folgende Tabelle zeigt die dokumentierten Jahreswerte der BKK Würth.
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| Jahr | Zusatzbeitrag BKK Würth | Durchschnitt GKV |
|---|---|---|
| 2015 | k. A. | 0,9 % |
| 2016 | k. A. | 1,1 % |
| 2017 | k. A. | 1,1 % |
| 2018 | k. A. | 1,0 % |
| 2019 | k. A. | 0,9 % |
| 2020 | k. A. | 1,1 % |
| 2021 | k. A. | 1,3 % |
| 2022 | 0,9 % | 1,3 % |
| 2023 | 0,98 % | 1,6 % |
| 2024 | 2,99 % | 1,7 % |
| 2025 | 2,39 % | 2,5 % |
| 2026 | 3,4 % | 2,9 % |
| 2027 | Prognose 3,8 % | noch nicht festgelegt |
In der Tabelle siehst du den Zusatzbeitrag der BKK Würth direkt neben dem GKV-weiten Durchschnitt über denselben Zeitraum. „k. A.“ steht für Jahre, in denen kein öffentlich belegter Einzelwert der Kasse vorliegt. Der Wert für 2027 ist unsere Prognose und kein amtlicher Wert.
Fallbeispiel: Wie hoch ist der GKV-Beitrag bei der BKK Würth ab 2027?
Der GKV-Beitrag setzt sich aus zwei Teilen zusammen: dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent, den sich Arbeitgeber und Beschäftigte je zur Hälfte teilen, und dem kassenindividuellen Zusatzbeitrag, der ebenfalls hälftig aufgeteilt wird. Berechnet wird der Beitrag nur auf das Einkommen bis zur sogenannten Beitragsbemessungsgrenze (BBG). Verdienst du mehr als die BBG, zählt der Teil darüber nicht mehr für die Beitragsberechnung. Für 2027 liegt die BBG bei 6.375 Euro pro Monat.
| Fall | Brutto bzw. Gewinn pro Monat | Monatlicher KV-Beitrag 2027 gesamt | Dein Eigenanteil pro Monat | Dein Eigenanteil pro Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Angestellte(r) | 4.000 € | 736,00 € | 368,00 € | 4.416,00 € |
| Selbständige(r) (freiwillig versichert) | 4.000 € Gewinn | 736,00 € | 736,00 € | 8.832,00 € |
Der Unterschied zwischen Angestellten und Selbständigen ist erheblich. Als Angestellte(r) übernimmt dein Arbeitgeber die Hälfte des Gesamtbeitrags, du zahlst also nur 368 Euro im Monat. Als Selbständige(r) trägst du den kompletten Beitrag allein, weil es keinen Arbeitgeberanteil gibt. Bei gleichem Einkommen zahlst du damit doppelt so viel aus eigener Tasche. Jede Erhöhung des Zusatzbeitrags trifft Selbständige deshalb besonders hart.
2027 steigen die Beiträge gleich aus zwei Gründen gleichzeitig. Erstens erhöht sich voraussichtlich der Zusatzbeitrag. Zweitens steigt die Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 Euro im Monat (2026) auf 6.375 Euro im Monat (2027). Diese außerplanmäßige Anhebung um 300 Euro im Monat ist Teil des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes und soll die Einnahmebasis der Kassen stärken. Wer mehr als die alte BBG verdient, zahlt 2027 also auf einen größeren Teil seines Einkommens Beiträge, selbst wenn der Zusatzbeitrag gleich bliebe.
Unsere Meinung zum Zusatzbeitrag und den Leistungen der BKK Würth
Die BKK Würth war lange ein echter Geheimtipp für alle, die Zugang zu dieser Betriebskrankenkasse hatten. Mit einem Zusatzbeitrag von unter einem Prozent bis 2023 war sie eine der günstigsten Kassen am Markt. Diesen Vorteil hat sie inzwischen verloren. Mit 3,4 Prozent im Jahr 2026 liegt sie klar über dem GKV-Durchschnitt von 2,9 Prozent, und unsere Prognose deutet auf eine weitere Erhöhung hin. Wer bei der BKK Würth versichert ist, sollte das im Blick behalten und regelmäßig vergleichen.
Bei den Leistungen ist das Bild leider eingeschränkt. Die BKK Würth liefert Vergleichsportalen nach aktuellem Stand keine vollständigen Leistungsdaten, sodass ein umfassender Vergleich mit anderen Kassen schwierig ist. Was öffentlich dokumentiert ist, haben wir hier zusammengefasst.
- Bonusprogramm mit Geldprämien bis zu 100 Euro, aufgeteilt in zwei Bereiche: Früherkennung und Vorsorge sowie Prävention und sportliche Aktivität
- Schlanker Verwaltungsapparat als kleine Betriebskrankenkasse der Würth-Gruppe
- Formal bundesweit geöffnet, in der Praxis aber vor allem für Beschäftigte der Würth-Gruppe zugänglich
- Satzungsleistungen über das gesetzliche Mindestmaß hinaus sind aufgrund fehlender Vergleichsdaten nur eingeschränkt belegbar
Die BKK Würth war jahrelang eine der günstigsten Kassen überhaupt. Wer dort versichert ist, sollte jetzt genau hinschauen, ob das Preis-Leistungs-Verhältnis noch stimmt, denn der Zusatzbeitrag hat sich seit 2023 fast vervierfacht.
Uwe Lätsch, finanda
Einen vollständigen Überblick über die Zusatzbeiträge aller gesetzlichen Krankenkassen und wie sich die GKV-Beiträge 2027 insgesamt entwickeln, findest du in unserem großen GKV-Vergleich auf finanda.
Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und auf den Punkt.