Die hier genannten Werte für 2027 sind eine eigene Schätzung von finanda auf Basis der historischen Entwicklung und der aktuellen Marktlage. Es sind keine amtlichen und keine von BARMER bestätigten Zahlen. Den tatsächlichen Zusatzbeitrag für 2027 legt jede Krankenkasse erst gegen Jahresende selbst fest. Wir übernehmen keine Gewähr für den Eintritt der Prognose.
Millionen Versicherte der Barmer zahlen im Jahr 2026 einen Zusatzbeitrag von 3,29 Prozent, und weil der Kostendruck in der GKV anhält, rückt die nächste Beitragsentscheidung der Kasse in den Mittelpunkt.
Wie hoch wird der Zusatzbeitrag für die BARMER in 2027 voraussichtlich sein?
Im Jahr 2026 liegt der Zusatzbeitrag der BARMER bei 3,29 Prozent. Zusammen mit dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent ergibt das einen Gesamtbeitragssatz von 17,89 Prozent. Dieser Wert gilt bereits seit 2025 unverändert, nachdem die BARMER ihn damals deutlich von 2,19 Prozent auf 3,29 Prozent angehoben hatte.
Für 2027 rechnen wir bei finanda damit, dass der Zusatzbeitrag der BARMER weiter steigen wird. Die Gründe dafür liegen in der anhaltend angespannten Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung insgesamt: steigende Krankenhauskosten, teure Arzneimittel und ein demografischer Wandel, der mehr ältere Versicherte und weniger Beitragszahler bedeutet. Wir haben drei Szenarien berechnet, die dir eine Orientierung geben.
| Szenario | Geschätzter Zusatzbeitrag 2027 | Monatlicher AN-Anteil bei 3.500 € Brutto |
|---|---|---|
| Vorsichtig | 3,49 % | 316,58 € |
| Wahrscheinlich | 3,69 % | 320,08 € |
| Pessimistisch | 4,09 % | 327,08 € |
Diese Werte sind ausschließlich Schätzungen von finanda und keine amtlichen Zahlen. Der GKV-Schätzerkreis, ein Gremium aus Bundesgesundheitsministerium, GKV-Spitzenverband und Bundesamt für Soziale Sicherung, tagt wie üblich Mitte Oktober und legt den durchschnittlichen Zusatzbeitrag für das Folgejahr fest. Für 2027 liegt dieses Ergebnis noch nicht vor. Fachprognosen gehen derzeit von einem GKV-weiten Durchschnitt zwischen 3,1 und 3,7 Prozent aus. Die BARMER lag in den vergangenen Jahren stets deutlich über dem GKV-Durchschnitt, weshalb wir auch für 2027 einen Wert oberhalb des Marktdurchschnitts erwarten.
Historische Entwicklung des Zusatzbeitrags bei der BARMER
Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt, wie stark der Zusatzbeitrag der BARMER gestiegen ist. Besonders auffällig ist der Sprung von 2023 auf 2024 und dann noch einmal von 2024 auf 2025. Innerhalb von nur zwei Jahren hat sich der Zusatzbeitrag mehr als verdoppelt, von 1,5 Prozent auf 3,29 Prozent.
Für Jahre vor 2020 liegen uns keine öffentlich belegten Einzelwerte der BARMER vor. Das ist bei vielen Kassen so, weil historische Zusatzbeiträge nicht immer systematisch archiviert und veröffentlicht werden. Wir nennen daher nur die Jahre, für die uns verlässliche Daten vorliegen.
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| Jahr | Zusatzbeitrag BARMER | Durchschnitt GKV |
|---|---|---|
| 2015 | k. A. | 0,9 % |
| 2016 | k. A. | 1,1 % |
| 2017 | k. A. | 1,1 % |
| 2018 | k. A. | 1,0 % |
| 2019 | k. A. | 0,9 % |
| 2020 | 1,1 % | 1,1 % |
| 2021 | 1,5 % | 1,3 % |
| 2022 | 1,5 % | 1,3 % |
| 2023 | 1,5 % | 1,6 % |
| 2024 | 2,19 % | 1,7 % |
| 2025 | 3,29 % | 2,5 % |
| 2026 | 3,29 % | 2,9 % |
| 2027 | Prognose 3,69 % | noch nicht festgelegt |
In der Tabelle siehst du den Zusatzbeitrag der BARMER direkt neben dem GKV-weiten Durchschnitt über denselben Zeitraum. „k. A.“ steht für Jahre, in denen kein öffentlich belegter Einzelwert der Kasse vorliegt. Der Wert für 2027 ist unsere Prognose und kein amtlicher Wert.
Fallbeispiel: Wie hoch ist der GKV-Beitrag bei der BARMER ab 2027?
Der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Zum einen aus dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent, der für alle GKV-Mitglieder gleich ist. Zum anderen aus dem kassenindividuellen Zusatzbeitrag, der je nach Kasse unterschiedlich hoch ausfällt. Beide Teile werden je zur Hälfte von dir als Arbeitnehmer und von deinem Arbeitgeber getragen. Du zahlst also immer nur die Hälfte des Gesamtbeitragssatzes.
Wichtig zu wissen ist außerdem die Beitragsbemessungsgrenze, kurz BBG. Das ist die Einkommensgrenze, bis zu der dein Gehalt für den Krankenkassenbeitrag herangezogen wird. Verdienst du mehr als diese Grenze, zahlst du trotzdem nur auf den Betrag bis zur BBG Beiträge. Alles darüber bleibt beitragsfrei. Im Jahr 2026 liegt diese Grenze bei 5.812,50 Euro pro Monat, für 2027 ist sie auf 6.375,00 Euro angehoben worden.
| Beispiel | Bruttoeinkommen | AN-Anteil 2026 | AN-Anteil 2027 (Prognose) | Monatliche Mehrbelastung |
|---|---|---|---|---|
| Beispiel A | 3.500 € (unter BBG) | 313,08 € | 320,08 € | 7,00 € |
| Beispiel B | 7.000 € (über BBG) | 519,93 € | 582,99 € | 63,07 € |
Die Zahlen für 2027 basieren auf dem Szenario „Wahrscheinlich“ mit einem Zusatzbeitrag von 3,69 Prozent. Auffällig ist der große Unterschied zwischen Beispiel A und Beispiel B. Wer 3.500 Euro brutto verdient, zahlt 2027 rund 7 Euro mehr im Monat. Wer 7.000 Euro verdient, zahlt dagegen gut 63 Euro mehr. Der Grund dafür liegt nicht nur im höheren Zusatzbeitrag, sondern auch in der stark angehobenen Beitragsbemessungsgrenze.
Die BBG steigt 2027 von 5.812,50 Euro auf 6.375,00 Euro pro Monat, also um 562,50 Euro. Diese Anhebung ist größer als üblich, weil das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz eine außerplanmäßige Sonderanhebung um 300 Euro enthält. Damit soll die Einnahmebasis der gesetzlichen Krankenversicherung gestärkt werden. Für Gutverdiener wie in Beispiel B bedeutet das: Sie zahlen 2027 auf einen größeren Teil ihres Einkommens Beiträge als noch 2026. Der Beitrag steigt also aus zwei Gründen gleichzeitig, durch den höheren Zusatzbeitrag der BARMER und durch die höhere Beitragsbemessungsgrenze. Wer gut verdient, spürt diesen Doppeleffekt besonders deutlich.
Unsere Meinung zum Zusatzbeitrag und den Leistungen der BARMER
Mit einem Zusatzbeitrag von 3,29 Prozent im Jahr 2026 liegt die BARMER deutlich über dem GKV-Durchschnitt von 2,90 Prozent. Das ist ein klarer Nachteil im Preisvergleich. Wer ausschließlich auf den günstigsten Beitrag schaut, wird bei der BARMER nicht fündig. Gleichzeitig ist die BARMER eine der größten und bekanntesten Kassen Deutschlands, entstanden aus mehreren Fusionen, zuletzt dem Zusammenschluss mit der Deutschen BKK im Jahr 2017. Größe allein sagt aber nichts über Qualität oder Preis-Leistungs-Verhältnis aus.
Wer bei der BARMER versichert ist, bekommt dafür ein solides Leistungspaket. Einige Extras, die über die gesetzliche Grundversorgung hinausgehen, sind durchaus attraktiv. Ein Überblick über die Leistungs-Highlights der BARMER:
- BARMER-Bonusprogramm für gesundheitsbewusstes Verhalten
- Zuschuss zu professioneller Zahnreinigung
- Zuschuss zu osteopathischen Behandlungen
- Erweiterte Krebsvorsorge und Früherkennungsuntersuchungen
- Teledoktor und digitale Arztberatung über die BARMER-App
Diese Zusatzleistungen können den höheren Beitrag für manche Versicherte rechtfertigen, vor allem wenn du Angebote wie die Osteopathie-Erstattung oder die digitale Arztberatung regelmäßig nutzt. Wer diese Extras nicht braucht, sollte ruhig einen Kassenvergleich machen. Die BARMER ist bundesweit geöffnet, du kannst also jederzeit wechseln, wenn du eine günstigere Kasse mit ähnlichen Leistungen findest.
Die BARMER bietet dir ein breites Leistungspaket, aber ihr Zusatzbeitrag liegt seit 2025 spürbar über dem GKV-Schnitt. Wenn du die Zusatzleistungen nicht aktiv nutzt, lohnt sich ein Vergleich mit günstigeren Kassen auf jeden Fall.
Uwe Lätsch, finanda
Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und auf den Punkt.