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Kontenmodell nach Bodo Schäfer: So funktioniert es

Uwe Lätsch
Uwe Lätsch
Finanzexperte bei Finanda · Aktualisiert am 15. August 2026

Bodo Schäfer hat mit „Ein Hund namens Money“ Millionen Menschen ans Sparen gebracht. Sein Kontenmodell verteilt dein Nettoeinkommen bei jedem Geldeingang automatisch auf mehrere zweckgebundene Konten, statt am Monatsende zu sparen, was zufällig übrig bleibt.

Das Herzstück ist ein einfacher Grundsatz: Zahle zuerst dir selbst. Sobald dein Gehalt kommt, wandert ein fester Teil sofort in deinen Vermögensaufbau, bevor du auch nur einen Cent für Miete oder Einkäufe ausgibst.

Was ist das Kontenmodell nach Bodo Schäfer?

Das Kontenmodell nach Bodo Schäfer ist eine Methode, dein Einkommen auf mehrere Konten mit klarer Aufgabe aufzuteilen. Jeder Euro bekommt vorab einen Job, bevor du ihn ausgibst. So verhinderst du, dass am Monatsende nichts fürs Sparen übrig ist.

Bodo Schäfer, geboren 1960, ist ein deutscher Finanzautor und Money-Coach. Bekannt wurde er mit den Bestsellern „Der Weg zur finanziellen Freiheit“ und „Ein Hund namens Money“. Sein Ansatz mischt konkrete Geldregeln mit einer Portion Motivation und dem Ziel, irgendwann von den Erträgen deines Vermögens leben zu können. Je nach Darstellung arbeitet das Modell mit drei bis sechs Konten: typisch sind ein Konto für die Lebenshaltung, eines für den langfristigen Vermögensaufbau, eines für Spaß und Träume sowie ein Bildungskonto für Bücher und Kurse. In größeren Varianten kommen ein Notgroschen-Konto und ein Spendenkonto dazu.

Welche Konten gehören zum Modell von Bodo Schäfer?

Zum Modell gehören mehrere Konten mit fester Zweckbindung, wobei die Grundvariante meist vier Töpfe umfasst. Das Prinzip bleibt gleich, egal ob du mit drei oder sechs Konten startest: Jedes Konto hat eine klare Aufgabe und wird nicht für etwas anderes genutzt.

Das wichtigste Konto ist die sogenannte Goldene Gans, dein langfristiger Vermögensaufbau aus Tagesgeld und Depot. Dieses Kapital tastest du niemals für Konsum an. Daneben stehen ein Fixkostenkonto für den Alltag, ein Spaß- oder Traumkonto für Belohnungen und ein Bildungskonto für deine Weiterbildung. Die Prozentwerte in der Tabelle sind Richtwerte aus Umsetzungsquellen, keine feste offizielle Vorgabe. Schäfer selbst betont, dass du die Aufteilung an deine Lebenssituation anpasst. Belegt ist dagegen seine Grundregel, mindestens 10 Prozent deines Nettoeinkommens dauerhaft zu sparen.

ZweckRichtwert
Lebenshaltung / FixkostenMiete, Essen, Versicherungen, Alltagca. 80 Prozent
Goldene GansLangfristiger Vermögensaufbau, wird nie angetastetca. 10 Prozent
BildungBücher, Kurse, Seminareca. 5 Prozent
Spaß / TraumBelohnungen und große Wünscheca. 5 Prozent
Notgroschen (größere Variante)Rücklage für Notfälleindividuell
Geben / Spenden (größere Variante)Spenden und Unterstützungindividuell

Was steckt hinter der Goldenen Gans?

Die Goldene Gans ist das zentrale Bild aus „Ein Hund namens Money“ und steht für dein angespartes und investiertes Kapital. Die Gans ist dein Vermögen, die goldenen Eier sind die Erträge daraus: Zinsen, Dividenden und Mieten.

Die eine Regel dazu lautet: Schlachte die Gans nie. Du lebst nur von den Eiern, also den Erträgen, und lässt das Kapital selbst unangetastet weiterwachsen. Wenn du das Kapital aufisst, gibt es keine Eier mehr. Finanzielle Freiheit ist nach diesem Bild erreicht, sobald die Erträge deine Lebenshaltungskosten dauerhaft decken. Praktisch wird die Goldene Gans heute meist als weltweiter ETF-Sparplan umgesetzt, den du per Dauerauftrag automatisch fütterst. Als grobe Faustzahl gilt rund das 25-Fache deiner Jahresausgaben an Kapital, konservativer das 29- bis 33-Fache. Das ist eine gängige Einordnung aus der 4-Prozent-Regel, nicht Schäfers wörtliche Formel.

Die 4-Prozent-Regel kurz erklärt

Die 4-Prozent-Regel besagt, dass du jährlich 4 Prozent deines Depots entnehmen kannst, ohne das Kapital langfristig aufzubrauchen. Daraus ergibt sich das 25-Fache deiner Jahresausgaben als Zielgröße. Bei 24.000 Euro Jahresausgaben wären das 600.000 Euro Kapital.

Wie teilst du dein Geld nach dem Modell auf?

Du teilst dein Nettoeinkommen sofort bei jedem Geldeingang auf, nicht am Monatsende. Der feste Betrag für die Goldene Gans und die anderen Töpfe geht per Dauerauftrag weg, sobald das Gehalt da ist. Was auf dem Lebenshaltungskonto bleibt, ist dein Budget für den Alltag.

Nimm 2.000 Euro netto im Monat und die verbreitete Aufteilung mit 10, 5, 5 und 80 Prozent. So sieht die Verteilung Euro für Euro aus.

AnteilBetrag bei 2.000 Euro netto
Lebenshaltung80 Prozent1.600 Euro
Goldene Gans10 Prozent200 Euro
Bildung5 Prozent100 Euro
Spaß / Traum5 Prozent100 Euro

Ein zweiter Baustein ist die 50/50-Regel. Von jeder Gehaltserhöhung und jedem Zusatzeinkommen sparst du 50 Prozent und gibst nur 50 Prozent mehr aus. Bekommst du 200 Euro mehr im Monat, wandern 100 Euro zusätzlich in die Goldene Gans und 100 Euro erhöhen deinen Lebensstandard. So wächst dein Vermögen mit jedem Karrieresprung mit, ohne dass sich dein Alltag klamm anfühlt.

Uwe Lätsch, finanda

Wer erst am Monatsende schaut, was übrig ist, spart meistens gar nichts. Der Dauerauftrag am ersten des Monats ist die einzige Disziplin, die du wirklich brauchst.

Uwe Lätsch, finanda

Wie richtest du das Kontenmodell nach Bodo Schäfer ein?

Du richtest das Modell mit ein paar kostenlosen Konten und festen Daueraufträgen ein. Der ganze Reiz liegt in der Automatik: Einmal aufgesetzt, läuft die Aufteilung jeden Monat von selbst, ohne dass du dich zum Sparen überwinden musst.

Bevor du Konten eröffnest, klärst du zwei Dinge zuerst: einen kleinen Notgroschen und einen Stopp für teure Schulden. Wer noch Konsumkredite abzahlt, spart erst dann sinnvoll in die Goldene Gans, wenn die teuren Schulden weg sind. Danach geht es Schritt für Schritt.

So setzt du das Modell auf.

  1. Rechne dein monatliches Nettoeinkommen zusammen und lege deine Prozentsätze fest.
  2. Eröffne die passenden Konten, mindestens ein Giro- und ein Tagesgeldkonto plus ein Depot für die Goldene Gans.
  3. Richte einen Dauerauftrag ein, der am Gehaltstag den Sparanteil automatisch wegbucht.
  4. Starte einen ETF-Sparplan für den investierten Teil der Goldenen Gans.
  5. Baue parallel deinen Notgroschen auf, bis drei bis sechs Monatsausgaben zusammen sind.
  6. Prüfe alle paar Monate, ob die Aufteilung noch zu deinem Leben passt, und justiere nach.

Den Überblick über all diese Konten behältst du leichter mit einer App wie finanda. Die kostenlose Finanz-App verbindet deine Konten automatisch und sortiert deine Ausgaben, sodass du auf einen Blick siehst, wohin dein Geld fließt und ob du deine Sparrate wirklich durchhältst. finanda ist keine Bank und bietet die Konten des Modells nicht selbst an, sondern hilft nur beim Überblick.

Notgroschen zuerst

Bevor du ernsthaft in die Goldene Gans investierst, solltest du drei bis sechs Monatsausgaben als Notgroschen auf einem separaten Tagesgeldkonto geparkt haben. Bei 1.600 Euro monatlichen Ausgaben sind das 4.800 bis 9.600 Euro. Dieser Puffer schützt dich davor, im Notfall dein Depot anzugreifen.

Welche Vorteile und Grenzen hat das Modell von Bodo Schäfer?

Der größte Vorteil ist der Automatismus: Du sparst zuerst und musst dich nie wieder aktiv dazu durchringen. Gerade Einsteigern gibt das Modell Struktur und ein gutes Gefühl, weil jeder Topf ein klares Ziel hat und der Fortschritt sichtbar wird.

Es gibt aber auch Schattenseiten. Das Modell ist stark auf Mindset und Motivation ausgelegt, und Bodo Schäfer verdient sein Geld vor allem mit Büchern, Seminaren und Coachings. Eine konkrete Anlagestrategie liefert er bewusst nicht. Ältere Ausgaben nennen zudem sehr optimistische Renditeversprechen, die du mit gesunder Skepsis lesen solltest.

Das spricht klar für das Modell.

  • Du sparst automatisch, bevor du etwas ausgibst.
  • Jedes Konto hat eine klare Aufgabe, das schafft Ordnung.
  • Die 50/50-Regel lässt dein Vermögen mit jedem Gehaltssprung wachsen.
  • Das Modell motiviert und macht Fortschritte sichtbar.

Das solltest du kritisch sehen.

  • Viele Konten werden schnell unübersichtlich.
  • Schäfer verkauft vor allem Bücher und Seminare, der werbliche Charakter ist deutlich.
  • Ältere Ausgaben nennen sehr optimistische Renditeversprechen.
  • Es gibt keine konkrete Anlagestrategie, du musst selbst entscheiden, wie du investierst.

Unterm Strich ist die Konto-Idee eine solide Budgetierungshilfe. Sie ersetzt aber keine individuelle Beratung, gerade wenn es um deine konkrete Geldanlage und Steuern geht. Wenn dir die Grundidee gefällt, aber sechs Konten zu viel sind, lohnt sich ein Blick auf schlankere Systeme: Das 3-Konten-Modell ist der einfachste Einstieg, das 5-Konten-Modell gibt dir mehr Detailtiefe. Egal für welche Variante du dich entscheidest: Der Dauerauftrag am Gehaltstag ist der entscheidende Hebel. Ohne Automatik verläuft jedes Kontenmodell im Sand.

Schäfer-Modell vs. einfaches 3-Konten-Modell

Das Modell nach Bodo Schäfer arbeitet mit 3 bis 6 Konten, legt den Fokus auf Vermögensaufbau plus Motivation und eignet sich für Einsteiger mit klarem Sparziel. Das einfache 3-Konten-Modell nutzt nur 3 Töpfe für Alltag, Rücklagen und Sparen, hat deutlich weniger Aufwand und passt für alle, die es schlicht mögen.

Häufige Fragen

Wie viele Konten brauchst du für das Modell?+
Je nach Darstellung arbeitest du mit drei bis sechs Konten. Die Grundvariante nutzt vier Töpfe: Lebenshaltung, Goldene Gans, Bildung und Spaß. Für den Anfang reichen oft ein Girokonto, ein Tagesgeldkonto und ein Depot.
Wie viel solltest du monatlich sparen?+
Bodo Schäfer nennt mindestens 10 Prozent deines Nettoeinkommens als dauerhafte Sparrate. Bei 2.000 Euro netto sind das 200 Euro im Monat für die Goldene Gans. Mehr ist besser, wenn dein Budget es hergibt.
Was bedeutet die 50/50-Regel?+
Von jeder Gehaltserhöhung oder jedem Zusatzeinkommen sparst du 50 Prozent und gibst nur 50 Prozent mehr aus. Bei 200 Euro mehr fließen 100 Euro in die Goldene Gans und 100 Euro in deinen Lebensstandard.
Darfst du das Geld der Goldenen Gans nutzen?+
Nein, das Kapital der Goldenen Gans tastest du nie an. Du lebst nur von den Erträgen wie Zinsen und Dividenden. Sobald diese Erträge deine Lebenshaltungskosten decken, giltst du als finanziell frei.
Ist das Modell auch für Anfänger geeignet?+
Ja, das Modell richtet sich gerade an Einsteiger, die Struktur und einen klaren Automatismus brauchen. Die Aufteilung per Dauerauftrag nimmt dir die tägliche Disziplin ab und macht deinen Fortschritt sichtbar.
Ersetzt das Modell eine Finanzberatung?+
Nein, das Modell ist eine solide Budgetierungshilfe, aber keine individuelle Beratung. Schäfer liefert bewusst keine konkrete Anlagestrategie. Für deine persönliche Geldanlage und Steuerfragen holst du dir am besten professionellen Rat.
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GESCHRIEBEN VON
Uwe Lätsch

Uwe Lätsch ist Gründer von Finanda und begleitet seit über 15 Jahren Menschen bei Geldthemen. Er schreibt über Altersvorsorge, ETFs, Versicherungen und den Alltag mit Finanzen, immer verständlich und ohne Verkaufsdruck.

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