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Altersvorsorgedepot-Rechner: Wie viel Förderung ist drin?

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zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2026
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Altersvorsorgedepot-Rechner: Wie viel Förderung ist drin?

Das Altersvorsorgedepot ist die größte Reform der privaten Altersvorsorge in Deutschland seit der Riester-Rente.

Ab dem 1. Januar 2027 kannst du staatlich gefördert direkt in ETFs investieren, ohne teuren Versicherungsmantel, ohne erzwungene Beitragsgarantie und mit einer Grundzulage von bis zu 540 Euro pro Jahr.

Dieser Rechner zeigt dir genau, wie viel der Staat dazugibt und was am Ende wirklich rauskommt.

Deine Einzahlungen
Monatlicher Eigenbeitrag150 €
Laufzeit30 Jahre
Kinder (mit Kindergeld)
0
Sonderförderungen

Maximaler Eigenbeitrag für volle Förderung: 150 € pro Monat (1.800 € pro Jahr). Einzahlungen darüber sind möglich und wachsen steuerfrei, erhalten aber keine Zulage.

Rendite-Annahmen
Jährliche Rendite7 %
Inflation2 %
Steuer in der Auszahlphase

20% persönlicher Steuersatz im Rentenalter ist realistisch für die meisten Sparer. Geförderter Teil wird nachgelagert besteuert, ungeförderter Teil nur mit dem Ertragsanteil.

Staatliche Förderung pro Jahr
Deine jährliche Förderung
Dein Ergebnis
Endkapital nach Laufzeit
Staatliche Zulagen gesamt
Eigene Einzahlungen
Reale Rendite p.a.
Monatliche Rente (netto)
Kapitalwachstum
Portfolio
Zulagen
Einzahlungen
Kapitalverteilung

Wie funktioniert der Altersvorsorgedepot Rechner?

Der Rechner nimmt deine Angaben und berechnet daraus, wie viel staatliche Förderung du bekommst und wie dein Depot über die Laufzeit wächst. Alles passiert in Echtzeit, du siehst also sofort was sich ändert wenn du einen Regler bewegst oder eine Sonderförderung aktivierst.

Du gibst deinen monatlichen Eigenbeitrag und die Laufzeit ein. Zusätzlich kannst du die Anzahl deiner Kinder einstellen, Sonderförderungen aktivieren, die angenommene Rendite und Inflation anpassen und den persönlichen Steuersatz für die Auszahlphase wählen.

Als Ergebnis bekommst du die staatlichen Zulagen aufgeschlüsselt, das Endkapital nach Steuern, die gesamten Zinsgewinne, deine reale Rendite nach Inflation und eine geschätzte monatliche Rente.

Dazu kommen zwei Diagramme. Die Wachstumskurve zeigt dir Jahr für Jahr, wie dein Depot steigt und macht sichtbar, ab wann der Zinseszins die eigenen Einzahlungen überholt. Das Donut-Diagramm schlüsselt auf, wie viel deines Endkapitals aus eigenen Beiträgen, staatlichen Zulagen und reinen Zinsgewinnen besteht.

Der Zulageanteil ist besonders beeindruckend, weil er bei Familien mit Kindern schnell einen erheblichen Teil des Endkapitals ausmacht.

Plane immer konservativ. Die Auszahlphase wird nachgelagert besteuert, was bei hohem Renteneinkommen teurer werden kann als erwartet. Rechne lieber mit einem etwas höheren Steuersatz und freue dich wenn es weniger wird.

Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist ein speziell reguliertes, staatlich gefördertes Wertpapierdepot für die private Altersvorsorge. Du zahlst Geld ein, das direkt in Investmentfonds und ETFs investiert wird. Der Staat zahlt eine Zulage obendrauf, das Kapital wächst steuerfrei und du versteuert die Auszahlung im Rentenalter mit deinem dann geltenden persönlichen Steuersatz.

Der entscheidende Unterschied zur Riester-Rente: Kein teurer Versicherungsmantel, keine erzwungene Beitragsgarantie und du kannst dein Geld in kostengünstige ETFs investieren statt in schlecht performende Versicherungsprodukte.

Die Riester-Rente hatte typische Kosten von zwei bis drei Prozent pro Jahr und eine Aktienquote von oft unter dreißig Prozent, weil die Beitragsgarantie Versicherer zwang, überwiegend in Anleihen zu investieren. Das Altersvorsorgedepot löst genau diese drei Kernprobleme.

Was ist der Unterschied zwischen Altersvorsorgedepot und normaler ETF-Anlage?

Das ist eine der wichtigsten Fragen überhaupt, weil viele fragen warum sie nicht einfach selbst in ETFs investieren sollen.

Beim normalen ETF-Depot zahlst du jedes Jahr Vorabpauschale auf nicht ausgeschüttete Gewinne, Abgeltungssteuer auf Dividenden und Abgeltungssteuer beim Verkauf. Umschichtungen zwischen Fonds, zum Beispiel ein Rebalancing, sind steuerpflichtig sobald Gewinne realisiert werden.

Beim Altersvorsorgedepot läuft das alles steuerfrei durch. Keine Vorabpauschale, keine Abgeltungssteuer in der Ansparphase und Umschichtungen kosten nichts. Dazu kommt die staatliche Zulage von bis zu 540 Euro pro Jahr, die einfach obendrauf kommt.

Der Nachteil ist die Kapitalbindung bis 65 und die nachgelagerte Besteuerung beim Auszahlen.

Für die meisten Sparer ist die Kombination beider Wege optimal: Das Altersvorsorgedepot bis zur Förderobergrenze von 1.800 Euro Eigenbeitrag im Jahr voll bespielen und für weitere Beträge ein normales ETF-Depot nutzen.

Was ist die staatliche Förderung und wie berechnet sie sich?

Die Förderung ist einkommensunabhängig, was ein fundamentaler Unterschied zur Riester-Rente ist. Dort musste man vier Prozent des Vorjahresbruttolohns einzahlen um die volle Förderung zu bekommen. Beim Altersvorsorgedepot gilt ein festes Zulagensystem in zwei Stufen.

Stufe eins: Für jeden Euro den du einzahlst bis zu einem Jahresbeitrag von 360 Euro bekommst du 50 Cent Zulage. Das entspricht einer Förderquote von 50 Prozent auf die ersten 360 Euro und macht maximal 180 Euro Zulage.

Stufe zwei: Für jeden weiteren Euro von 361 bis 1.800 Euro Jahresbeitrag gibt es zusätzlich 25 Cent. Das macht maximal weitere 360 Euro Zulage.

Zusammen ergibt das eine maximale Grundzulage von 540 Euro pro Jahr, wenn du 1.800 Euro Eigenbeitrag einzahlst, also genau 150 Euro im Monat.

Was bringt die Kinderzulage?

Für jedes Kind, für das Kindergeld bezogen wird, gibt es bis zu 300 Euro Zulage pro Jahr. Diese greift bereits wenn du mindestens 25 Euro im Monat einzahlst. Das macht das Altersvorsorgedepot für Familien besonders attraktiv.

Eine Familie mit zwei Kindern, die 150 Euro im Monat einzahlt, bekommt 540 Euro Grundzulage plus zweimal 300 Euro Kinderzulage, also insgesamt 1.140 Euro Zulage pro Jahr. Bei einem Eigenbeitrag von 1.800 Euro im Jahr entspricht das einer Förderquote von 63 Prozent. Der Staat zahlt also deutlich mehr als die Hälfte des gesamten Einzahlungsbetrags.

Welche Sonderförderungen gibt es noch?

Neben Grund- und Kinderzulage gibt es drei weitere Förderungen:

  • Der Berufseinsteiger-Bonus bringt einmalig 200 Euro wenn du das Depot vor deinem 25. Geburtstag eröffnest. Das lohnt sich also besonders für junge Menschen die früh anfangen.
  • Der Geringverdiener-Bonus bringt jährlich 175 Euro zusätzlich für alle mit einem Bruttoeinkommen unter 26.250 Euro, vorausgesetzt du zahlst mindestens 120 Euro im Jahr ein.
  • Die Frühstart-Rente ist kein Bonus im eigentlichen Sinne, sondern ein staatlich finanziertes Depot für Kinder. Ab dem sechsten Lebensjahr zahlt der Staat automatisch zehn Euro im Monat ein, ohne Antrag und ohne dass die Eltern selbst etwas einzahlen müssen.

Wer darf das Altersvorsorgedepot nutzen?

Praktisch alle. Das ist die wichtigste Neuerung gegenüber der Riester-Rente, die Selbstständige komplett ausschloss. Förderberechtigt sind Arbeitnehmer, Beamte, Auszubildende, Landwirte, Selbstständige mit und ohne Rentenversicherungspflicht, Freiberufler, GmbH-Geschäftsführer, Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke wie Ärzte und Anwälte, Minijobber, Studenten mit Nebenjob, Bürgergeldempfänger mit vorheriger Rentenversicherung und Pflegepersonen.

Selbstständige müssen für die Förderung lediglich eine Steuererklärung abgeben, was in den meisten Fällen ohnehin bereits Pflicht ist.

Was passiert mit bestehenden Riester-Verträgen?

Bestehende Riester-Verträge haben Bestandsschutz und laufen weiter. Neue Riester-Verträge können ab 2027 nicht mehr abgeschlossen werden. Wer seinen Riester-Vertrag ins Altersvorsorgedepot übertragen möchte, kann das freiwillig tun. Bei Verträgen die länger als fünf Jahre bestehen ist der Wechsel kostenlos, bei jüngeren Verträgen kostet der Wechsel maximal 150 Euro.

Wichtig: Den Riester-Vertrag auf keinen Fall kündigen. Bei einer Kündigung müssen alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden. Besser ist es, die Beiträge zu pausieren oder auf das Minimum zu reduzieren und dann ab 2027 in Ruhe zu prüfen ob ein Wechsel ins Altersvorsorgedepot sich lohnt.

Mit 150 Euro Sparrate und zwei Kindern: Was kommt nach 30 Jahren raus?

Nehmen wir eine Familie, Elternteil 35 Jahre alt, zwei Kinder mit Kindergeld, monatlicher Eigenbeitrag 150 Euro. Sieben Prozent Rendite, zwei Prozent Inflation, Steuersatz in der Rente 20 Prozent.

Die staatlichen Zulagen betragen 540 Euro Grundzulage plus zweimal 300 Euro Kinderzulage, also 1.140 Euro pro Jahr. Das gesamte Depot wird also mit 150 Euro Eigenbeitrag plus 95 Euro Zulage pro Monat gespeist, zusammen 245 Euro monatlich.

Nach 30 Jahren ergibt das ein Endkapital von rund 283.000 Euro vor Steuern. Nach 20 Prozent Steuer auf die Gewinne bleiben noch rund 240.000 Euro. Selbst eingezahlt hat diese Person 54.000 Euro. Der Staat hat über 30 Jahre rund 34.200 Euro Zulagen beigesteuert. Der Rest von gut 152.000 Euro kommt vom Zinseszins.

Ab etwa Jahr 12 dreht sich das Bild. Ab diesem Punkt wächst das Depot schneller durch Zinsen als durch eigene Einzahlungen und staatliche Zulagen zusammen. In den letzten zehn Jahren entsteht mehr Rendite als in den ersten zwanzig Jahren zusammen.

Was solltest du bei der Planung immer im Hinterkopf behalten?

  • Plane mit einem konservativen Steuersatz in der Auszahlphase. Wer eine hohe gesetzliche Rente und weitere Einkommen hat, landet schnell bei 25 oder 30 Prozent persönlichem Steuersatz.
  • Die steuerfreie Ansparphase ist ein echter Vorteil gegenüber dem normalen ETF-Depot, wird aber durch die nachgelagerte Besteuerung in der Auszahlphase teilweise wieder aufgewogen. Der Vorteil bleibt trotzdem, weil der persönliche Steuersatz im Rentenalter meist unter dem Abgeltungssteuersatz von 26,375 Prozent liegt.
  • Halte immer drei bis sechs Monatsausgaben als liquiden Notgroschen außerhalb des Depots. Das Altersvorsorgedepot ist bis 65 gebunden und eine vorzeitige Entnahme kostet alle Zulagen und Steuervorteile zurück.
  • Wähle einen günstigen ETF innerhalb der erlaubten Positivliste. Einzelaktien und Kryptowährungen sind nicht zugelassen, breit gestreute Welt-ETFs aber schon.
  • Überprüfe deinen Plan einmal im Jahr. Gehaltserhöhungen, neue Kinder oder der Wegfall des Kindergelds können die optimale Sparrate verändern.

Was sind die drei Produktvarianten beim Altersvorsorgedepot?

Das Gesetz sieht drei verschiedene Varianten vor, aus denen du wählen kannst.

Das Depot ohne Garantie erlaubt eine Aktienquote von bis zu 100 Prozent und ist für erfahrene Sparer mit einem langen Anlagehorizont von mindestens 15 Jahren die beste Wahl. Kosten können hier sehr niedrig sein, wenn man zu einem günstigen Neobroker geht.

Das Standarddepot ist die Pflichtversion, die jeder Anbieter anbieten muss. Es besteht aus einem Rendite-Baustein, zum Beispiel einem MSCI-World-ETF, und einem Sicherheits-Baustein aus Staatsanleihen. Die Aktienquote wird automatisch nach dem Lebenszyklusmodell reduziert, je näher du dem Rentenalter kommst. Die gesetzlich vorgeschriebenen Maximalkosten von einem Prozent pro Jahr gelten hier.

Das Garantieprodukt sichert 80 oder 100 Prozent der eingezahlten Beiträge, schränkt aber die Aktienquote und damit die Rendite stark ein.

Das ist nur für Menschen mit sehr kurzer Restlaufzeit oder sehr hoher Risikoaversion sinnvoll.

FAQ: Altersvorsorgedepot Rechner

Ab wann lohnt sich das Altersvorsorgedepot?

Schon ab dem Mindestbeitrag von 10 Euro im Monat lohnt es sich, weil du sofort Zulagen bekommst. Wer den Berufseinsteiger-Bonus mitnehmen möchte, sollte das Depot vor dem 25. Geburtstag eröffnen. Die volle Grundzulage von 540 Euro gibt es ab 150 Euro monatlichem Eigenbeitrag.

Kann ich mehr als 150 Euro im Monat einzahlen?

Ja, du kannst bis zu 570 Euro im Monat einzahlen, also 6.840 Euro pro Jahr. Alles über 150 Euro monatlich bekommt keine Zulage mehr, profitiert aber trotzdem von der steuerfreien Ansparphase. Für Beträge deutlich über 150 Euro im Monat ist das normale ETF-Depot parallel oft die flexiblere Alternative.

Was passiert wenn ich früher ans Geld muss?

Bei einer Entnahme vor dem 65. Lebensjahr müssen alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden. Kapitalerträge werden dann mit 26,375 Prozent Abgeltungssteuer besteuert. Ausnahmen gibt es für wohnwirtschaftliche Zwecke, also Kauf, Bau oder energetische Sanierung einer selbstgenutzten Immobilie. Das ist kein förderschädlicher Eingriff.

Wie wird die Rente aus dem Altersvorsorgedepot ausgezahlt?

Du hast drei Optionen. Erstens ein Auszahlplan bis zum 85. Lebensjahr, bei dem das Kapital gleichmäßig aufgeteilt wird und ein etwaiges Restguthaben vererbbar ist. Zweitens eine lebenslange Leibrente die unabhängig vom Alter bis zum Tod läuft. Drittens eine Kombination, bei der du bis zu 30 Prozent des Depotwerts einmalig zu Beginn auszahlst und den Rest als Auszahlplan oder Rente laufen lässt. Der Rechner schätzt die monatliche Rente auf Basis eines Auszahlplans über 20 Jahre.

Gibt es das Altersvorsorgedepot auch bei Neobrokers?

Ja, Trade Republic, Scalable Capital und ähnliche Anbieter dürfen ab 2027 Altersvorsorgedepots anbieten. Das ist besonders attraktiv weil Neobroker typischerweise sehr günstige Konditionen haben. Vorsicht bei Versicherungsgesellschaften: Dort ist das Altersvorsorgedepot technisch eine fondsgebundene Rentenversicherung mit höheren Abschlussprovisionen und laufenden Verwaltungskosten ohne erkennbaren Mehrwert.

Ist das Altersvorsorgedepot Sondervermögen?

Ja, das Depot ist Sondervermögen und bei einer Insolvenz des Anbieters geschützt. Es genießt den gleichen Pfändungsschutz wie Riester-Verträge und wird bei Bürgergeld-Bezug nicht angerechnet. Das ist besonders für Selbstständige relevant, die mit einem normalen Depot im Insolvenzfall keinen Schutz hätten.

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Uwe Lätsch
Finanzexperte
Über den Autor

Uwe Lätsch ist Gründer und Geschäftsführer von Vinlivt einem Münchner Fintech für moderne Vorsorge und Finanzberatung. Als Finanzexperte mit langjähriger Erfahrung in der Finanz und Versicherungsbranche treibt er die Digitalisierung der Finanzberatung mit nutzerfreundlichen Lösungen voran.