Ein ETF-Sparplan ist einer der einfachsten und effektivsten Wege, langfristig Vermögen aufzubauen.
Du zahlst jeden Monat einen festen Betrag in einen oder mehrere ETFs ein, der Sparplan läuft automatisch und der Zinseszins erledigt den Rest.
Dieser Rechner zeigt dir genau, wie dein Portfolio über die Zeit wächst und was am Ende wirklich rauskommt nach Kosten, Inflation und Steuern.
Wie funktioniert der ETF-Sparplan Rechner?
Der Rechner nimmt deine Angaben und berechnet daraus, wie dein Portfolio über die gewählte Laufzeit wächst. Alles passiert in Echtzeit, du siehst also sofort was sich ändert wenn du einen Regler bewegst.
Du gibst drei Dinge ein: deine monatliche Sparrate, eine optionale Einmalanlage zu Beginn und die Laufzeit.
Zusätzlich kannst du die jährliche Rendite, die TER-Kosten deines ETFs, die Inflation und die Steueroption anpassen.
Als Ergebnis bekommst du das Endkapital nach allen Abzügen, die gesamten Zinsgewinne, deine eigenen Einzahlungen, die reale Rendite nach Inflation und deine Sparrate umgerechnet auf den Tag.
Dazu kommen zwei Diagramme. Die Wachstumskurve zeigt dir Jahr für Jahr, wie dein Portfolio steigt und ab wann der Zinseszins stärker zieht als deine eigenen Einzahlungen. Das Donut-Diagramm schlüsselt auf, wie viel deines Endkapitals aus der Einmalanlage stammt, wie viel du über Sparraten eingezahlt hast und wie viel reiner Zinsgewinn ist.
Plane immer konservativ. Statt sieben Prozent lieber mit fünf oder sechs Prozent rechnen und sich über das Ergebnis freuen wenn es mehr wird.
Was ist ein ETF-Sparplan überhaupt?
Ein ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds der einen Marktindex wie den MSCI World oder den DAX eins zu eins abbildet. Statt einzelne Aktien zu kaufen investierst du mit einem ETF in hunderte oder tausende Unternehmen gleichzeitig, was das Risiko breit streut.
Ein Sparplan bedeutet, dass du nicht einmalig eine große Summe investierst, sondern regelmäßig einen festen Betrag. Das hat zwei entscheidende Vorteile. Erstens brauchst du kein großes Startkapital.
Zweitens kaufst du automatisch mehr Anteile wenn die Kurse niedrig sind und weniger wenn sie hoch sind, was den Durchschnittspreis über die Zeit optimiert.
Was ist der Unterschied zwischen thesaurierenden und ausschüttenden ETFs?
Thesaurierende ETFs reinvestieren Dividenden automatisch in den Fonds. Du bekommst keine Auszahlung, aber dein Portfoliowert steigt entsprechend. Der Vorteil ist, dass der Zinseszinseffekt ungestört weiterläuft und du keine Steuern auf Dividenden zahlst bis du verkaufst.
Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden regelmäßig aus, meist quartalsweise oder jährlich. Das fühlt sich gut an weil du tatsächlich Geld bekommst, unterbricht aber den Zinseszins und löst sofort eine Steuerpflicht aus.
Wer gerade noch in der Ansparphase ist und das Geld nicht braucht, fährt mit thesaurierenden ETFs in den meisten Fällen besser.
Was bedeuten TER und wie stark fressen Kosten die Rendite?
TER steht für Total Expense Ratio und gibt die jährlichen Gesamtkosten eines ETFs als Prozentsatz des angelegten Kapitals an. Bei einem MSCI World ETF liegen die Kosten typischerweise zwischen 0,12 und 0,50 Prozent pro Jahr.
Das klingt nach wenig, aber über lange Zeiträume macht es einen erheblichen Unterschied. Ein Beispiel: 200 Euro monatlich über 30 Jahre bei sieben Prozent Rendite ergeben mit 0,2 Prozent TER rund 226.000 Euro. Mit 1,5 Prozent TER, was bei aktiv verwalteten Fonds üblich ist, landen nur noch etwa 183.000 Euro.
Der Kostenunterschied von 1,3 Prozent kostet über 30 Jahre mehr als 40.000 Euro Endkapital.
Ein paar Hinweise zu ETF-Kosten:
- Kosten unter 0,2 Prozent pro Jahr sind für breit gestreute Welt-ETFs inzwischen Standard und sehr günstig.
- Neben der TER können Transaktionskosten beim Kauf anfallen. Viele Broker bieten Sparplan-ETFs kostenlos oder sehr günstig an.
- Spread-Kosten entstehen beim Kauf und Verkauf. Bei liquiden großen ETFs sind sie vernachlässigbar.
- Steuerliche Behandlung und Trackingdifferenz können die tatsächlichen Kosten leicht von der TER abweichen lassen.
Mit 200 Euro Sparrate und 5.000 Euro Startkapital: wie viel ist nach 25 Jahren drin?
Nehmen wir jemanden der 5.000 Euro Einmalanlage hat, monatlich 200 Euro investiert, einen ETF mit 0,2 Prozent TER wählt und sieben Prozent Rendite ansetzt. Inflation liegt bei zwei Prozent.
Nach 25 Jahren ergibt das ein Endkapital von rund 175.000 Euro vor Steuern. Selbst eingezahlt hat diese Person 5.000 Euro plus 200 Euro mal 300 Monate, also insgesamt 65.000 Euro. Der Rest von rund 110.000 Euro kommt vom Zinseszins. Nach Abgeltungssteuer auf die Gewinne bleiben noch etwa 146.000 Euro übrig.
In den ersten zehn Jahren wächst das Portfolio noch relativ gleichmäßig. Ab Jahr 15 beschleunigt sich das Wachstum spürbar, weil das bereits angesammelte Kapital immer mehr Zinsen abwirft. In den letzten fünf Jahren entstehen mehr Zinsgewinne als in den ersten zehn Jahren zusammen.
Was passiert wenn diese Person die Sparrate auf 400 Euro erhöht? Das Endkapital steigt auf rund 263.000 Euro. Nur durch 200 Euro mehr pro Monat entsteht über 25 Jahre fast 90.000 Euro mehr Endkapital.
Was solltest du bei deiner ETF-Sparplan Planung immer bedenken?
- Plane immer mit einem Puffer von zehn bis zwanzig Prozent weniger als der Rechner anzeigt. Renditen sind historische Durchschnittswerte, keine Garantien.
- Bleib investiert auch in Krisen. Wer in schlechten Börsenphasen verkauft realisiert Verluste und verpasst die Erholung. Langfristig haben sich Märkte historisch immer erholt.
- Wähle einen günstigen Broker. Die Sparplangebühren variieren stark. Viele Neobroker wie Trade Republic, Scalable Capital oder Justtrade bieten kostenlose Sparpläne an.
- Steuern optimieren. Thesaurierende ETFs verschieben die Steuerlast und lassen den Zinseszins länger laufen. Der Freistellungsauftrag von 1.000 Euro pro Jahr sollte immer ausgeschöpft werden.
- Nicht zu viele ETFs gleichzeitig. Ein einziger breit gestreuter Welt-ETF reicht für die meisten Anleger vollkommen aus. Zu viele ETFs erhöhen die Komplexität ohne die Rendite zu verbessern.
- Halte immer drei bis sechs Monatsausgaben als liquiden Notgroschen außerhalb des Depots, damit du in Notfällen nicht gezwungen bist ETF-Anteile zu schlechten Kursen zu verkaufen.
Was sind die besten ETFs für einen Sparplan?
Die beliebtesten und bewährtesten ETFs für langfristige Sparpläne in Deutschland sind breit gestreute Welt-ETFs.
Die drei bekanntesten Indizes sind der MSCI World mit rund 1.400 Unternehmen aus 23 Industrieländern, der FTSE All World mit über 4.000 Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern und der MSCI ACWI als Alternative zum FTSE All World mit ähnlicher Streuung.
Beliebte ETFs auf diese Indizes kommen von Anbietern wie Vanguard, iShares und Amundi und haben Kosten zwischen 0,12 und 0,22 Prozent pro Jahr. Das sind keine Kaufempfehlungen, aber ein guter Ausgangspunkt für die eigene Recherche.
FAQ: ETF-Sparplan Rechner
Ab wie viel Euro im Monat lohnt sich ein ETF-Sparplan?
Schon ab 25 oder 50 Euro im Monat macht ein Sparplan Sinn. Der Betrag ist weniger wichtig als die Regelmäßigkeit und der frühe Start. Wer mit 50 Euro anfängt und die Rate später erhöht, landet nach 30 Jahren trotzdem bei einem beachtlichen Vermögen.
Wie realistisch sind sieben Prozent Rendite pro Jahr?
Sieben Prozent sind ein historischer Langzeitdurchschnitt für breit gestreute Aktien-ETFs auf den MSCI World, nominale Rendite vor Inflation. In manchen Jahren waren es zwanzig Prozent Plus, in anderen zwanzig Prozent Minus. Der Durchschnitt über lange Zeiträume lag historisch bei sieben bis neun Prozent. Das ist kein Versprechen für die Zukunft, aber ein realistischer Planungswert.
Was passiert wenn ich einen Monat aussetze?
Nichts Dramatisches. Du verpasst eine Einzahlung und der Zinseszins läuft auf dem bisherigen Kapital weiter. Gelegentliche Pausen sind kein Problem. Problematisch wird es nur wenn man in schlechten Börsenphasen dauerhaft aufhört und das Kapital abzieht.
Sollte ich lieber monatlich oder einmalig investieren?
Beides hat Vorteile. Eine Einmalanlage zu Beginn startet sofort den Zinseszinseffekt auf dem gesamten Kapital. Monatliche Sparpläne verteilen das Risiko über Zeit und passen besser zu einem normalen Gehalt. Der Rechner kombiniert beides: eine optionale Einmalanlage plus monatliche Sparrate.
Was ist der Freistellungsauftrag und wie nutze ich ihn?
Der Freistellungsauftrag erlaubt dir bis zu 1.000 Euro Kapitalerträge pro Jahr steuerfrei zu vereinnahmen, bei gemeinsamer Veranlagung 2.000 Euro. Du richtest ihn direkt bei deinem Broker ein. Wer ihn nicht nutzt verschenkt bares Geld, weil Kapitalerträge bis zu dieser Grenze komplett steuerfrei bleiben.
Wie oft sollte ich meinen Sparplan überprüfen?
Einmal im Jahr reicht vollkommen. Schaue ob deine Sparrate noch zu deiner Lebenssituation passt und ob du sie erhöhen kannst. Ansonsten gilt: nicht zu viel reinschauen. Wer täglich ins Depot schaut und auf jede Schwankung reagiert, schadet sich langfristig mehr als er nutzt.