Was bedeutet Kapitalverzehr?
Beim Kapitalverzehr baust du dein Vermögen über eine feste Zahl an Jahren planmäßig ab, am Ende ist es aufgebraucht. Du entnimmst also nicht nur die Erträge, sondern auch Stück für Stück die Substanz.
Das Restkapital arbeitet dabei bis zuletzt für dich. Wer 2.000 € im Monat über 30 Jahre bei 4 % Rendite entnehmen will, braucht dafür rund 419.000 € statt der 720.000 €, die ohne jede Verzinsung nötig wären.
Die App verbindet deine Konten und zeigt dir Budget, Sparziele und Verträge in Echtzeit.
Wie viel Kapital brauchst du für deine Wunsch-Entnahme?
Der Rechner nutzt die Barwertformel für einen begrenzten Entnahmeplan: aus monatlicher Entnahme, Laufzeit und Rendite ergibt sich das nötige Startkapital.
Je höher die Rendite, desto weniger Kapital brauchst du, weil das verbleibende Geld weiterwächst. Bei 2.000 € über 30 Jahre sinkt der Bedarf von 720.000 € ohne Zins auf rund 419.000 € bei 4 %. Die 4 % Rendite steuern hier gut 300.000 € bei.
Anleitung: So planst du deinen Kapitalverzehr
Für eine realistische Planung brauchst du deine Wunsch-Entnahme, einen Zeithorizont und eine ehrliche Rendite.
Geh dabei in dieser Reihenfolge vor.
- Trag die monatliche Entnahme ein, die du dir im Ruhestand wünschst.
- Setz die Dauer auf die Jahre, die das Kapital reichen soll, zum Beispiel bis zur statistischen Lebenserwartung.
- Wähl eine konservative Rendite für die Entnahmephase, oft 3 bis 4 % bei gemischtem Portfolio.
- Lies das benötigte Startkapital ab und schau im Chart, wie das Vermögen bis auf null sinkt.
- Schalte optional in den zweiten Modus, um zu sehen, wie lange ein vorhandenes Kapital reicht.
Wie lange reicht dein vorhandenes Kapital?
Im zweiten Modus rechnet der Rechner umgekehrt: aus vorhandenem Kapital, Entnahme und Rendite ergibt sich die Reichweite in Jahren.
Mit 500.000 € und 2.000 € Entnahme bei 4 % reicht das Geld rund 45 Jahre. Liegt deine Entnahme unter dem laufenden Ertrag, bleibt das Kapital sogar erhalten und die Entnahme läuft dauerhaft. Diese Grenze liegt hier bei rund 1.667 € im Monat.
Was solltest du bei Steuern und Schwankungen beachten?
Der Rechner arbeitet mit einer konstanten Rendite, ohne Inflation und ohne Steuern. In der Praxis fallen auf die Erträge rund 26,4 % Abgeltungsteuer an, versteuert wird aber nur der Ertragsanteil, nicht die zurückgezahlte Substanz.
Entscheidend ist außerdem die Reihenfolge der Renditen: Ein schwacher Börsenstart in den ersten Jahren zehrt die Substanz stärker, weil du in fallende Kurse verkaufst. Plane deshalb einen Puffer ein oder rechne mit einer etwas vorsichtigeren Rendite.