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title: Altersvorsorgedepot  Wie hoch sind die Kosten?
url: https://finanda.de/altersvorsorge/altersvorsorgedepot-kosten/
author: Uwe Lätsch
publisher: Finanda (Vinlivt GmbH, München)
date_published: 2026-07-30T17:54:47+00:00
date_modified: 2026-08-15T14:22:11+00:00
categories: Altersvorsorge
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# Altersvorsorgedepot: Wie hoch sind die Kosten?

> Beim Altersvorsorgedepot sind die Effektivkosten auf 1,0 Prozent pro Jahr gedeckelt. So erkennst du ein günstiges Depot und was Gebühren wirklich kosten.

Beim staatlich anerkannten Standard-Altersvorsorgedepot sind die Effektivkosten gesetzlich auf maximal 1,0 Prozent pro Jahr gedeckelt. Das ist eine harte Obergrenze, die für alle förderfähig anerkannten Depots gilt, und sie unterscheidet das neue Produkt deutlich von vielen alten Riester-Verträgen mit ihren hohen Abschlusskosten.

Der Deckel allein sagt wenig darüber, was dich am Ende tatsächlich Geld kostet. Depotgebühr, ETF-Kosten und Sparplanausführung setzen sich zu einer Gesamtbelastung zusammen, die über 30 oder 40 Jahre Laufzeit fünfstellig ausfallen kann. Genau diese Bausteine solltest du auseinandernehmen, bevor du 2027 ein Depot eröffnest.

## Was regelt der gesetzliche Kostendeckel beim Altersvorsorgedepot?

Der Gesetzgeber begrenzt die Effektivkosten des Standard-Altersvorsorgedepots auf höchstens 1,0 Prozent pro Jahr. Effektivkosten bedeutet in diesem Zusammenhang: Alle Belastungen zusammen, also Depotführung, Fondskosten, Vertriebskosten und laufende Verwaltung, dürfen deine jährliche Rendite im Schnitt um nicht mehr als einen Prozentpunkt drücken.

Diese Grenze gilt nur für das staatlich anerkannte Standard-Depot, das für die Zulagenförderung zugelassen ist. Wer ein solches Depot anbietet, muss die Kostenobergrenze einhalten, sonst verliert das Produkt seinen Förderstatus. Das Altersvorsorgereformgesetz, das der Bundestag am 27. März 2026 beschloss und der Bundesrat am 8. Mai 2026 bestätigte, verankert diesen Deckel fest.

Ein zweiter Punkt schützt dich zusätzlich. Abschluss- und Vertriebskosten müssen auf die gesamte Ansparphase verteilt werden. Anbieter dürfen dir also nicht in den ersten fünf Jahren die halbe Provision abziehen, wie es bei alten Riester-Verträgen üblich war. Steigst du früh wieder aus, verlierst du dadurch weniger Kapital.

## Aus welchen Kostenarten setzt sich der Preis beim Altersvorsorgedepot zusammen?

Deine Gesamtkosten bestehen im Wesentlichen aus drei Bausteinen: der Depotgebühr, den laufenden Fondskosten und den Kosten je Sparplanausführung. Jeder dieser Posten kann bei unterschiedlichen Anbietern stark schwanken, und in Summe entscheiden sie darüber, wie nah du am 1,0-Prozent-Deckel liegst oder wie deutlich du darunter bleibst.

Viele Broker verzichten in der Praxis komplett auf eine Depotgebühr. Die Fondskosten hängen davon ab, welche ETFs du besparst, und die Ausführungskosten fallen bei einem monatlichen Sparplan zwölfmal im Jahr an. Diese drei Stellschrauben bestimmen deine reale Belastung. Ein Überblick über die typischen Größenordnungen:

Typische HöheWovon es abhängtDepotgebühr0 Euro bis wenige Euro pro JahrWahl des Brokers, viele verlangen nichtsFondskosten (TER)rund 0,1 bis 0,3 Prozent pro Jahrgewählte ETFs, breite Index-ETFs sind günstigSparplanausführung0 Euro bis rund 1,50 Euro je AusführungAnbieter, viele führen kostenlos ausAbschluss-/Vertriebskostenauf die gesamte Ansparphase verteiltgesetzlich vorgeschrieben, keine Vorab-Abzüge

Die günstigste Konstellation sieht so aus: kein Depotentgelt, kostenlose Sparplanausführung und ein breiter Welt-ETF mit einer TER (Total Expense Ratio, also der jährlichen Gesamtkostenquote eines Fonds) von 0,15 Prozent. Damit landest du bei einer laufenden Gesamtbelastung von deutlich unter 0,3 Prozent pro Jahr und liegst weit unter dem gesetzlichen Deckel.

## Wie viel Geld kostet dich ein Prozentpunkt Gebühr über die gesamte Laufzeit?

Ein scheinbar kleiner Kostenunterschied frisst über Jahrzehnte spürbar am Endkapital. Der Zinseszinseffekt wirkt in beide Richtungen: Er lässt dein Vermögen wachsen, verstärkt aber auch die Wirkung jeder Gebühr, die dir jedes Jahr abgezogen wird.

Rechne mit einem konkreten Beispiel. Du zahlst 30 Jahre lang 150 Euro monatlich ein, also 1.800 Euro pro Jahr, und rechnest mit einer Bruttorendite von 6 Prozent vor Kosten. Bei niedrigen Kosten von 0,25 Prozent bleibt eine Nettorendite von 5,75 Prozent, beim vollen Deckel von 1,0 Prozent nur noch 5,0 Prozent. Was das für dein Endkapital bedeutet, zeigt die folgende Gegenüberstellung:

Jährliche GesamtkostenNettorenditeEndkapital nach 30 JahrenDifferenz0,25 Prozent5,75 Prozentrund 137.500 EuroReferenz0,50 Prozent5,50 Prozentrund 132.000 Eurorund 5.500 Euro weniger1,00 Prozent5,00 Prozentrund 121.700 Eurorund 15.800 Euro weniger

Zwischen dem günstigen Depot und dem Depot am Kostendeckel liegen bei gleicher Einzahlung fast 16.000 Euro. Das entspricht ungefähr dem, was du in acht bis neun Jahren aus eigener Tasche eingezahlt hast. Die Kostenquote ist kein Detail, sondern ein handfester Hebel für dein Rentenvermögen.

## Zahlst du beim Anbieterwechsel eine Gebühr?

Ein [Anbieterwechsel](https://finanda.de/altersvorsorge/altersvorsorgedepot-zwei-depots/) ist nach fünf Jahren kostenfrei möglich. Läuft dein Depot also lange genug, kannst du zu einem günstigeren Anbieter umziehen, ohne dafür zu zahlen. Das erhöht den Druck auf die Anbieter, dauerhaft faire Konditionen zu bieten.

Willst du früher wechseln, darf der neue Anbieter höchstens 150 Euro Wechselgebühr verlangen. Diese Obergrenze ist gesetzlich fixiert, mehr ist nicht zulässig. Auch zu Beginn der Auszahlungsphase kannst du noch einmal den Anbieter wechseln, etwa wenn ein anderer eine bessere Rentenvariante bietet. Die wichtigsten Wechselregeln im Überblick:

- Nach fünf Jahren Laufzeit ist der Wechsel kostenfrei.
- Vorher darf der neue Anbieter maximal 150 Euro berechnen.
- Ein Wechsel ist auch zum Start der Auszahlungsphase möglich.
- Das angesparte Kapital und der Förderstatus bleiben beim Wechsel erhalten.

## Wie wirken sich mehrere Depots auf deine Kosten aus?

Führst du parallel mehr als ein Altersvorsorgedepot, zahlst du auch mehrfach Kosten, ohne dafür zusätzliche Zulagen zu bekommen. Neben einem bestehenden Altvertrag sind bis zu zwei weitere neue Verträge zulässig, du kannst also mehr als ein Depot gleichzeitig führen.

Rechnerisch verdoppelt sich mit einem zweiten Depot der insgesamt einzahlbare Jahresbetrag auf bis zu 13.680 Euro. Die Zulagenförderung bleibt aber pro Person begrenzt. Die Grundzulage gibt es nur einmal auf die ersten 1.800 Euro Eigenbeitrag, egal auf wie viele Depots du sie verteilst. Ein zweites Depot bringt dir also mehr Anlagevolumen, aber keine doppelte Zulage.

Für die Kostenseite heißt das nüchtern: Jedes Depot verursacht eigene Fondskosten und je nach Anbieter eigene Ausführungskosten. Ein zweites Depot lohnt sich vor allem dann, wenn du über die 1.800 Euro hinaus mehr steuerbegünstigt ansparen willst.

## Wie viel kostet dich ein Depot im Vergleich zur Förderung?

Die staatliche Förderung übersteigt die Kosten eines günstigen Depots meist um ein Vielfaches. Bei 1.800 Euro Eigenbeitrag pro Jahr kassierst du die volle Grundzulage von 540 Euro. Dieser Betrag setzt sich aus 50 Prozent auf die ersten 360 Euro, also 180 Euro, plus 25 Prozent auf die weiteren 1.440 Euro, also 360 Euro, zusammen.

Stell diese 540 Euro Zulage den laufenden Kosten gegenüber. Bei einem Depotwert von etwa 40.000 Euro und einer Gesamtkostenquote von 0,25 Prozent zahlst du rund 100 Euro Kosten im Jahr. Selbst am gesetzlichen Deckel von 1,0 Prozent wären es 400 Euro. Die Grundzulage allein deckt in beiden Fällen die Kosten und lässt Überschuss. Wie sich die Zulage je nach Eigenbeitrag zusammensetzt, zeigt diese Tabelle:

Eigenbeitrag pro JahrGrundzulageRechnung360 Euro180 Euro50 Prozent von 360 Euro1.000 Euro340 Euro180 Euro plus 25 Prozent von 640 Euro1.800 Euro540 Euro180 Euro plus 25 Prozent von 1.440 Euro

Kommen Kinder ins Spiel, wird das Verhältnis noch klarer. Für jedes Kind gibt es bis zu 300 Euro Kinderzulage, den vollen Zuschlag schon ab rund 25 Euro Eigenbeitrag im Monat je Kind. Wer früh vor dem 25. Geburtstag abschließt, sichert sich zusätzlich einen einmaligen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro. Gegen diese Beträge fallen ein paar Euro Depotkosten kaum ins Gewicht.

## Worauf solltest du bei den Kosten vor Vertragsabschluss achten?

Der gesetzliche Deckel von 1,0 Prozent ist eine Obergrenze, kein Preisschild. Ein gutes Depot liegt deutlich darunter, ein schlechtes reizt den Deckel aus. Die Aufgabe besteht darin, unter den ab 2027 verfügbaren Standard-Depots das mit der niedrigsten realen Belastung zu finden.

Vor dem Abschluss lohnt es sich, diese Punkte gezielt zu prüfen:

- Fällt eine jährliche Depotgebühr an oder führt der Anbieter das Depot kostenlos?
- Wie hoch ist die TER der ETFs, die du besparen kannst? Unter 0,2 Prozent ist gut.
- Kostet jede Sparplanausführung Geld? Bei 12 Ausführungen im Jahr summieren sich 1,50 Euro schnell.
- Bietet der Anbieter die renditeorientierte Variante ohne Garantie an, wenn du eine hohe Aktienquote willst?
- Wie sind die Konditionen für den Wechsel, falls du das Depot später umziehen willst?

Am stärksten wirken Kostenunterschiede bei jungen Sparern mit langer Laufzeit, denn bei ihnen rechnen sich 30 bis 40 Jahre Zinseszins am deutlichsten. Die Beitragsgarantie kostet zusätzlich Rendite, weil ein Teil des Kapitals sicherer und damit renditeärmer angelegt werden muss. Deshalb passt die Variante ohne Garantie eher zu langen Zeiträumen und die mit Garantie eher zu Sparern nahe der Auszahlung. Wer mehrere Verträge und Sparraten im Blick behalten will, kann das mit einer App wie finanda an einem Ort zusammenführen, ohne den Überblick zu verlieren.

## Häufige Fragen

  
    Wie hoch dürfen die Kosten beim Altersvorsorgedepot maximal sein?+
    Beim staatlich anerkannten Standard-Altersvorsorgedepot sind die Effektivkosten auf maximal 1,0 Prozent pro Jahr gedeckelt. Diese Obergrenze umfasst alle Belastungen zusammen und ist gesetzlich vorgeschrieben. In der Praxis liegen günstige Depots mit kostenloser Führung und einem breiten ETF deutlich darunter.
  
  
    Muss ich beim Altersvorsorgedepot Abschlusskosten sofort zahlen?+
    Nein. Abschluss- und Vertriebskosten müssen auf die gesamte Ansparphase verteilt werden. Der Anbieter darf dir also nicht in den ersten Jahren einen großen Teil abziehen. Dadurch verlierst du bei einem frühen Ausstieg weniger Kapital als bei vielen alten Riester-Verträgen.
  
  
    Was kostet ein Anbieterwechsel beim Altersvorsorgedepot?+
    Nach fünf Jahren Laufzeit ist der Wechsel kostenfrei. Willst du vorher wechseln, darf der neue Anbieter höchstens 150 Euro Wechselgebühr verlangen. Ein Wechsel ist auch zu Beginn der Auszahlungsphase möglich, dein Kapital und der Förderstatus bleiben dabei erhalten.
  
  
    Zahle ich bei zwei Depots doppelte Kosten?+
    Ja, jedes Depot verursacht eigene Fondskosten und gegebenenfalls eigene Ausführungskosten. Ein zweites Depot verdoppelt zwar den einzahlbaren Jahresbetrag auf bis zu 13.680 Euro, bringt aber keine doppelte Grundzulage. Die Zulage bleibt pro Person auf die ersten 1.800 Euro Eigenbeitrag begrenzt.
  
  
    Lohnt sich das Depot trotz Kosten wegen der Förderung?+
    In den allermeisten Fällen ja. Bei 1.800 Euro Eigenbeitrag gibt es bis zu 540 Euro Grundzulage, dazu bis zu 300 Euro je Kind. Diese Beträge übersteigen die Kosten eines günstigen Depots von rund 100 bis 400 Euro pro Jahr deutlich. Die Förderung ist der stärkere Hebel als die Kostenersparnis.
  
  
    Kostet die Beitragsgarantie extra?+
    Die Variante mit Beitragsgarantie sichert dir deine eingezahlten Beiträge ab, kostet aber Rendite, weil ein Teil des Kapitals sicherer und damit renditeärmer angelegt werden muss. Die renditeorientierte Variante ohne Garantie hat dieses Kostenprofil nicht und passt eher zu langen Laufzeiten mit hoher Aktienquote.
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